|
rezensiert von Markus Rohde
Pünktlich zur Neuverfilmung von Tim Burton wurde der Roman aus dem Jahre 1963 von Heyne in einer vollständig überarbeiteten Neuausgabe wieder aufgelegt. Lange Jahre war er das Buch, nach dem der Film "Planet der Affen" 1968 entstanden ist, vergriffen.
Mancher ist bei solch alten Genrewerken schnell skeptisch. Zukunftsfantasien wecken oft auch den Eindruck irgendwann überholt zu sein. Doch dieser Klassiker – und das ist er eindeutig – hat nichts von seinem Charme eingebüßt. Vor allem der Stil des Werkes sticht zunächst sehr positiv hervor. Ergeht sich moderne Science Fiction-Literatur leider zunehmend in schwelgerischen und so gut wie immer nichtsagenden Sprachblasen, ist dies bei "Planet der Affen" in keinem Moment so. Es wir eine konkrete Geschichte erzählt die zu keiner Zeit geschwätzig wird.
Die Geschichte dürfte in ihren Grundzügen wohl allseits bekannt sein. Sie weicht jedoch in einem entscheidenden Punkt von der ersten Verfilmung ab. Der Drehbuchautor hat damals hinzugedichtet, dass die Astronauten auf der Erde gelandet wären. Folglich ist von diesem Erzählstrang und all seinen Konsequenzen im Buch nichts vorhanden. So landen zu Beginn, nach jahrhundertelanger Reise, zwei Wissenschaftler und ein Journalist im System des Beteigeuze und die Handlung nimmt ihren Lauf.
Die Story ist extrem Vielschichtig. Der Leser wird geradezu mit Ideen, Assoziationsmöglichkeiten und Anregungen überrollt. Interessant ist, dass diese Vielschichtigkeit in der Filmreihe, zum Teil in der TV-Serie und der Zeichentrickserie in all ihren Motiven wieder aufgegriffen wurde. Besonders der dritte Film "Flucht vom Planet der Affen" folgt - zwar dort in vertauschten Rollen – einem aus dem ersten Film ausgekoppelten Erzählstrang des Romans, während der vierte Film eindeutig die konsequente Weiterentwicklung des Buches ist.
Was das Buch gerade auch noch heute zu einem Werk macht, welches man unabhängig von dem enormen Unterhaltungswert unbedingt besitzen sollte, sind die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten. Da wäre die schon in der Filmreihe durchweg präsente Rassenfrage und Tierversuche werden nach Lektüre des Buches wahrscheinlich auch anders angesehen werden. Weiterhin zwingt sich ständig die Frage auf, was macht letztlich Intelligenz aus? Inwieweit unterscheidet sich der Mensch im Grunde wirklich vom Affen? Wie oft sind wir nicht bloß Triebgesteuert und folgen Instinkten! In einer Szene des Buchs befindet sich der Held auf einer Affenbörse und empfindet diese zunächst als abstoßend chaotisch - geradezu tierisch -, bis er schlussendlich glaubt, in der chaotischen Masse die Menschen wieder zu erkennen.
Pierre Boulle: "Planet der Affen"
Roman, Softcover, 188 Seiten
Wilhelm Heyne Verlag 2001
ISBN 3-4531-9785-2
Leserrezensionen
:: Im Moment sind noch keine Leserrezensionen zu diesem Buch vorhanden ::
:: Vielleicht möchtest Du ja der Erste sein, der hierzu eine Leserezension verfasst? ::
|