serienbereiche
 24
 airwolf
 alias
 babylon5 universe
 battlestar galactica
 buffy & angel
 charmed
 doctor who
 farscape
 firefly
 futurama
 heroes
 jeremiah
 lost
 medium
 raumpatrouille
 roswell
 sliders
 star trek universe
 stargate universe
 the 4400
 tripods

fandom
 fan art
 fan fiction

service
 club
 grußkarten
 gästebuch
 magazin
 newsletter
 radio
 rss-feeds

intern
 impressum
 mediadaten & PR
 partner






Buchecke


:: Home
:: neue Einträge
:: Suche


:: 24 (4)
:: Abenteuer (15)
:: Alias (1)
:: Babylon 5 (7)
:: Buffy & Angel (25)
:: Comics (diverse) (16)
:: Die Bibliothek von Babel (30)
:: Fantasy (diverse) (110)
:: Farscape (1)
:: Heftromane (70)
:: Horror (diverse) (85)
:: Komödien (diverse) (2)
:: Krimi (diverse) (17)
:: Mystery (diverse) (30)
:: Perry Rhodan (32)
:: Roswell (4)
:: Sachbücher (39)
:: Science Fiction (diverse) (340)
:: Star Trek (31)
:: Stargate (1)
:: Thriller (14)
:: TV (diverse) (10)
:: Vampire (21)
:: Zeitschriften / Magazine (4)


:: Artikel (6)
:: Interviews (6)
:: Nachrufe (2)


:: AudioLit #056 vom 25.08.2008
:: AudioLit #055 vom 28.07.2008
:: AudioLit #054 vom 24.06.2008
:: AudioLit #053 vom 21.04.2008
:: AudioLit #052 vom 24.03.2008
:: Weitere Sendungen


:: SciFi-Forum: Buchecke


Science Fiction (diverse)



Catherine Asaro

Die Quantenrose

rezensiert von Thomas Harbach

Im Jahr 2000 erschien der fünfte Teil ihrer Reihe um das Reich Skolia als Dreiteiler in den ANALOG Ausgaben, kurze Zeit später als Hardcover und Taschenbuch in ihrem Stammverlag TOR. Ein knappes Jahr später erhielt sie für diesen Roman den HUGO. Eine außergewöhnliche Auszeichnung, denn in der Geschichte dieses Preises wurden in erster Linie nur Mittelteile einer Serie ausgezeichnet, wenn es sich um sehr bekannte Grand Masters der Science Fiction handelt. Wie alle Romane dieser Serie kann jedes Werk einzeln gelesen werden, die Autorin streut ausreichend Informationen zum Vorder- und Hintergrund der Serie in die komplexe kosmopolitische Struktur ihres Buches ein. Nach abgeschlossener Lektüre stellt sich allerdings ein anderes Gefühl ein, unbewusst hat ein aufmerksamer Leser das Gefühl, eine alternative Version des zweiten Buches – „Catch the Lightning“ gelesen zu haben. Die Romane unterscheiden sich in einigen Nuancen, doch die Autorin kämpft im Verlauf ihrer optisch umfangreichen, aber inhaltlich eher emotionalen Plots mit den Einschränkungen klassischer romantischer Romane. Es gibt zwar viele Wege zum Herzen des Geliebten/ der Geliebten, aber da das Ziel feststeht, kommt es nur noch auf das zu schaffende Umfeld an.

Kamoj Quanta Argali, der Herrscher über die Argali Provinz, ist seit ihrer Jugend Jax Ironbridge versprochen worden. Was kurz nach ihrer Geburt praktisch gewesen ist, hat sich inzwischen als Notwendigkeit herausgestellt, denn Argali ist natürlich bettelarm. Lange Winter, Missernten und Trockenheit bedrohen die schwindende Bevölkerung. Dagegen profitierte Ironbridge Enklave von einem stetigen Fortschritt und ein Zusammenschluss der beiden Provinzen könnte Argali retten und Ironbridge neues menschliches Material zur Verfügung stellen. Kamoj hat sich in ihr Schicksal ergeben, fürchtet allerdings die sprichwörtliche Grausamkeit der Nachbarn. Hilfe kommt von außen, ein mysteriöser Fremder offeriert der Provinz und damit auch der adligen Tochter Hilfe. Schon aus traditionellen Gründen, aber auch dem Pflichtbewusstsein, für die Bevölkerung das beste tun zu wollen, kann sie dem Versprechen von unglaublichem Reichtum nicht widerstehen und akzeptiert das Angebot. Im Inneren ist sie froh, dem sadistischen Jax zu entkommen. Um den Fremden ranken sich Legenden. Er soll von den Sternen gekommen sein. Sein Gesicht, das niemand bislang gesehen hat, soll so schrecklich anzusehen sein, dass er sich nur maskiert zeigen kann.

Während sie ihren Retter nach und nach kennen lernt, erfährt sie, dass einige der Legenden der Wahrheit entsprechen. Er verfügt über eine hoch entwickelte Technologie, kann die Emotionen seiner Mitwesen wie ein Buch lesen und kann trotz seiner machtvollen Ausstrahlung einfühlsam reagieren. Das Jax kurz vor dem Ziel nicht aufgibt und versucht, die von ihm zumindest verehrte Frau – wenn auch mehr als Besitz, denn als Partner – zurück zu gewinnen, gehört zu diesen Subgenre. Ebenfalls ein klassischer Bestandteil ist der Versuch, den Widersacher und Rivalen mit allen ungesetzlichen Mitteln loszuwerden.

Inmitten dieses Konfliktes versucht die Autoren sowohl die Gesetze der Tradition als auch die Emotionen zu einer eindringlichen Geschichte zu verbinden. Unabhängig von den Charakteren baut sie ihren Kosmos weiter aus. Trotz einer unglaublichen Technologie – bis hin zu beschränkt intelligenten und empathisch mit ihren Piloten verlinkten Kampfraumschiffen – bleibt sie in Bezug auf ihre Figuren bodenständig. Ohne Probleme können diese aus der fernen Zukunft in die Gegenwart – einer aus dem Geschlecht der Skolia landete mit seinem beschädigten Schiff in den Vereinigten Staaten und lernte natürlich schnell eine hübsche, aber vom Leben gebeutelte Kellnerin kennen – oder gar Vergangenheit versetzt werden. Oft dienen gerade die historischen Stände als Aufhänger der eigentlichen Geschichte. Was Hard Science Fiction Autoren wie Charles Sheffield oder Jack McDevitt auf der emotionalen Seite fehlt, hat Asaro auf der technischen Seite zu wenig- sie überschreitet die natürlichen Grenzen und macht ihre Technologie, aber dadurch auch ihre Figuren in vielerlei Hinsicht unangreifbar. Hier fehlt eine vernünftige Anbindung des Hintergrunds an die eigentliche Handlung. Diese Schwächen versucht sie mit umfangreichen Geschichten auszugleichen. Streicht man allerdings ihre Romane auf den wesentlichen Plot zusammen, so fällt das allerdings professionell eingesetzte Füllmaterial auf. Mann trifft Frau, Frau trifft Mann, es gibt einen Widersacher jeweils des anderen Geschlechts / der anderen Familie, nach Überwindung diverser Probleme – die sich nicht selten von Roman zu Roman in leicht abgewandelter Form wiederholen – leben sie glücklich… in einem neuen Paradies / an ihrem alten Ort/ befinden sich auf Wanderschaft im All.

Die eigentliche Stärke dieser Romane liegt in der gelungenen, dreidimensionalen Charakterisierung der einzelnen Protagonisten. Auch wenn auf den ersten Blick Catherine Asaro selten zu Extremen neigt, funktionieren die inzwischen routinierten Abläufe. Ihre Dialoge wirken trotz schmalziger Untertöne realistisch, die intimen Handlungen der Figuren funktionieren und oft stellt sie die inneren Ängste ihrer Protagonisten mit einfachen, faszinierend simplen Gesten dar.

So auch in diesem Roman: mit dem Fremden und Kamoj zeichnet die Autorin das Bild zweier verwundbarer junger Menschen, die nach einem Halt in ihrem jeweiligen Leben suchen. Dabei wird auf die typische actionorientierte Heldin in Bedrängnis verzichtet. Kamoj entspricht mehr dem Klischee einer jungen Frau, die offensichtlich auf den Mann ihrer Träume wartet, der sie aus der Bedrängnis rettet. Hier setzt Asaro sehr plump diese Strategie in Hinblick auf genetischen Manipulationen – mehr angedeutet als effektiv ausgesprochen/geschrieben – und ihren traditionellen Hintergrund – auch eher ein weiches Argument - um. Damit macht sie es sich deutlich zu einfach. Hinzu kommt, dass Kamoj in Bezug auf Avancen des Fremden sich als sehr hartnäckig, sehr dickköpfig und schließlich übertrieben hinhaltend erweist. Die Autorin kann den Unterschied zwischen ihrer Haltung und dem Geschehen in ihrem Roman nur noch mit Mühe überbrücken, oft zieht sie ihre Figur unnötiger- und damit für die Leser frustrierender Weise zurück. Trotzdem gibt der Holde nicht auf. Er versucht mit Geduld ihre Liebe zu erringen. Diese Figur ist nicht klischeehaft in Szene gesetzt, weil Catherine Asaro einen deutlich vielschichtigeren Hintergrund zur Verfügung hat. Vorsichtig arbeitet sie die verschiedenen Unterschiede zwischen Kamoj und dem Fremden heraus. Sowohl der soziale Status, das Alter und schließlich der kulture Hintergrund dienen als gelungene Orientierung. Dabei überrascht sie ihre Leser nicht nur mit ausreichenden Informationen, sondern erläutert fast im Beisatz auch die historische Entwicklung der gesamten Kolonie und der inzwischen in unterschiedliche Stämme. Hier schlägt sie den Bogen zu einem anderen ihrer Romane – „The Radiant Seas“, an den sich die Handlung fast übergangslos anschließt.

Trotz ihrer charakterlichen Unterschiede werden Kamoj und Vyrl als verwundbare und verwundete Menschen beschrieben. In ihrer Vergangenheit hat ihre Umwelt ihnen Rollen aufgezwungen, mit denen beide nicht leben konnten und die nicht ausfüllen wollten. Sehr gefühlvoll beschreibt Catherine Asaro, wie mühevoll sie ihre alten Mäntel ablegen und gegenseitiges Vertrauen aufbauen. Diesen Entwicklungsprozess verbindet sie mit einer sehr umfangreich und vielschichtig gestalteten Welt.
Wer die Romane um das Sternenreich Skolia nicht kennt, sollte auf jeden Fall mit den ersten Büchern anfangen und sie zumindest in der chronologischen Reihenfolge ihrer Veröffentlichungen lesen. Diese entspricht nicht immer der inzwischen umfangreichen Historie, hilft aber, sich in ihrem sehr umfangreichen Universum zu orientieren. Catherine Asaros Romane sind in erster Linie Romanzen und trotz aller Beteuerungen für ein eher weibliches Publikum geschrieben worden. Technologie und Geschichte spielen untergeordnete Rollen. Sie werden in den laufenden Handlungsbogen – oft sehr geradlinig und manchmal auch ein bisschen oberflächlich konzipiert – integriert, über allem steht allerdings ganz deutlich die Suche nach einer – wenn nicht vollkommenen, so doch einer ehrlichen – Liebe. Akzeptiert ein Leser diese Einladung, kann er gut unterhalten werden, ansonsten besteht die Gefahr, die Romane als kitschig, aufgesetzt und konstruiert zu empfinden.

Catherine Asaro: "Die Quantenrose"
Roman, Softcover
Bastei-Lübbe 2005

ISBN 3-4042-4342-0

Weitere Bücher von Catherine Asaro:
 - Sphärenmusik

Leserrezensionen

:: Im Moment sind noch keine Leserrezensionen zu diesem Buch vorhanden ::
:: Vielleicht möchtest Du ja der Erste sein, der hierzu eine Leserezension verfasst? ::