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Science Fiction (diverse)



Neil Gaiman

American Gods

rezensiert von Berit Lempe

Mit den G├Âttern in Amerika ist es genauso bestellt wie mit Amerikanischer Kultur. Ein heilloses Durcheinander an Kulturen der Immigranten und eigener Amerikanische Ureinwohner und all deren Nachfahren.
Wer wird letzten Endes die Macht haben? Alte G├Âtter, neue G├Âtter, gar keiner? Ein Sturm wird kommen....

Doch erst einmal dreht sich das Buch um Shadow.
Shadow hatte Pech in seinem Leben. Zwar hat er eine liebende Frau, doch er sitzt im Gef├Ąngnis. Und da ist er schon drei Jahre lang.

Die Geschichte beginnt ein paar Tage vor Shadows Entlassung und abgesehen von seinem ungew├Âhnlichen Namen, scheint an dem Mann nichts Au├čergew├Âhnlich. Da ist vielleicht noch seine Vorliebe f├╝r M├╝nzentricks, aber sonst...
Doch einen Tag vor seiner Entlassung hat er ein unbestimmtes Gef├╝hl, dass etwas Schreckliches passieren wird. Als er dann die Nachricht vom Tode seiner Frau Laura bekommt, scheint die Welt f├╝r ihn einzust├╝rzen, und zwar in einen dunklen Abgrund. In dem Autounfall kam auch sein Freund und zuk├╝nftiger Arbeitgeber ums Leben. Shadow ist in einer Sackgasse gelandet.

Auf dem Weg in seine Heimatstadt trifft er einen merkw├╝rdigen Mann, der alles ├╝ber ihn zu wissen scheint. Sein Name ist Wednesday und er ist ein Gott. Er bietet Shadow einen Job als Leibw├Ąchter an. Shadow ist sich nicht sicher, in welche verr├╝ckte Geschichte er hier hineinger├Ąt, doch eigentlich hat er nichts mehr zu verlieren...

So begeben sich Shadow und Wednesday (sein eigentlicher Name ist Odin) auf eine Reise, die das Schicksal der alten und neuen G├Âtter in Amerika entscheiden wird. Es wird Krieg geben zwischen den G├Âttern, die mit den Immigranten und den Ureinwohnern nach Amerika gelangt sind und den G├Âttern der neuen Generationen.

Shadow lernt einige der G├Âtter kennen, die in Amerika leben, ganz wie normale Menschen. G├Âtter, an die niemand mehr glaubt, die schon l├Ąngst vergessen sind und die keine Macht mehr haben. Wednesday, der All-vater, will die alten G├Âtter von seinem Kampf ├╝berzeugen. Er braucht Unterst├╝tzung, um gegen die G├Âtter des Fernsehens, des Internets oder der Medien zu k├Ąmpfen.
So wird der Leser, genau wie Shadow, immer tiefer in diese Welt, diese versteckte mystische Welt Amerikas hineingezogen.

Das Buch ist dick, das Buch ist schwer und das Buch ist spannend ohne Ende. Neil Gaiman hat daran zwei Jahre lang gearbeitet. Die Idee kam ihm in Island, beendet hat er das Buch in Irland. Wenn man selbst das Buch gelesen hat, dann versteht man, warum...

Es gibt selten B├╝cher, die mich so gefangen nehmen und nicht mehr loslassen. Das einzige Werk, dass ich vorher von Neil Gaiman gelesen hatte, das war "Good Omens" und das hatte er mit Terry Pratchett zusammen geschrieben.

W├Ąhrend "Good Omens" jedoch ein vor allem sehr witziges Buch ist (was gr├Â├čtenteils Terry Pratchetts Schuld zu sein scheint), hat "American Gods" ein absolut d├╝steres Grundmotiv.
Die zum Teil wirklich skurril anmutenden Geschehnisse werden immer wieder von Erz├Ąhlungen ├╝ber die Menschen unterbrochen, die die G├Âtter durch ihren Glauben nach Amerika brachten. So treffen wir nicht nur auf fremdartige Gestalten, sondern kennen auch ihren Ursprung und die Legenden um sie. Neil Gaiman geht dabei auch nicht sehr zimperlich mit den Nerven der Leser um. Ich jedenfalls sehe meinen Fernseher oder meinen Computer doch recht argw├Âhnisch an, seit ich das Buch gelesen habe.

Die Spannung bleibt bis in den Epilog (!) des Buches bestehen und die einzelnen Fadenstr├Ąnge l├Âsen sich gekonnt auf. Der einzige Nachteil des langen Buches ist einzig und allein der ├ťberblick den man am Ende total verliert und sich auf jeder Seite fragt, "Wer war das nochmal?". Zu viele G├Âtter hat man unterwegs getroffen, vor allem am Anfang, wo einem jeder einzelne nicht so unbedingt wichtig erscheint, aber am Ende eine sehr entscheidende Rolle spielt. Auch glaubt man nach zwei Dritteln des Buches zu wissen wie sich die Geschichte ungef├Ąhr entwickeln wird - weit gefehlt. Gaiman dreht den Spie├č noch einmal geh├Ârig um und die ansonsten schon rasante Achterbahnfahrt wird noch einmal rasanter...

Leider ist das Buch bisher nur in Englisch erschienen und es wird noch einige Zeit dauern, bis ein deutscher Verlag sich der ├ťbersetzung annimmt. Aber wer der Englischen Sprache m├Ąchtig ist, der sollte dieses Buch unbedingt lesen.

Neil Gaiman: "American Gods"
Roman, Softcover, 632 Seiten
Headline Verlag

ISBN 0-7472-6374-4

Weitere BŘcher von Neil Gaiman:
 - Anansi Boys
 - Coraline
 - Zerbrechliche Dinge

Leserrezensionen

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