serienbereiche
 24
 airwolf
 alias
 babylon5 universe
 battlestar galactica
 buffy & angel
 charmed
 doctor who
 farscape
 firefly
 futurama
 heroes
 jeremiah
 lost
 medium
 raumpatrouille
 roswell
 sliders
 star trek universe
 stargate universe
 the 4400
 tripods

fandom
 fan art
 fan fiction

service
 club
 grußkarten
 gästebuch
 magazin
 newsletter
 radio
 rss-feeds

intern
 impressum
 mediadaten & PR
 partner






Buchecke


:: Home
:: neue Einträge
:: Suche


:: 24 (4)
:: Abenteuer (14)
:: Alias (1)
:: Babylon 5 (7)
:: Buffy & Angel (25)
:: Comics (diverse) (16)
:: Die Bibliothek von Babel (23)
:: Fantasy (diverse) (107)
:: Farscape (1)
:: Heftromane (34)
:: Horror (diverse) (81)
:: Komödien (diverse) (2)
:: Krimi (diverse) (17)
:: Mystery (diverse) (27)
:: Perry Rhodan (31)
:: Roswell (4)
:: Sachbücher (37)
:: Science Fiction (diverse) (316)
:: Star Trek (30)
:: Stargate (1)
:: Thriller (13)
:: TV (diverse) (10)
:: Vampire (21)
:: Zeitschriften / Magazine (4)


:: Artikel (6)
:: Interviews (6)
:: Nachrufe (2)


:: AudioLit #054 vom 24.06.2008
:: AudioLit #053 vom 21.04.2008
:: AudioLit #052 vom 24.03.2008
:: AudioLit #051 vom 28.01.2008
:: AudioLit #050 vom 26.11.2007
:: Weitere Sendungen


:: SciFi-Forum: Buchecke


Science Fiction (diverse)



Oskar Hoffmann

Phantastische Novellen

rezensiert von Thomas Harbach

Im Rahmen seiner „Kollektion Hoffmann“ legt der Verleger Dieter von Reeken einen Sammelband mit fünf kürzen Texten – drei Novellen und zwei Kurzgeschichten – vor. Die Texte sind zwischen 1900 und 1912 veröffentlicht worden. Da Oskar Hoffmanns phantastischer Werk im Vergleich zu seinen Sachbüchern bislang nur elf Texte umfasst, von denen eine Geschichte „König Mammon“ ein wörtliches Zitat aus einem seiner längeren Bücher „Der Goldtrust“ ist, und die hier veröffentlichten Geschichten aus allen Perioden seines Schaffen stammen, geben sie einen guten Überblick über den heute vergessenen Autoren. Das sehr schön aufgemachte Paperback umfasst nicht nur die vollständigen, neu gesetzten Texte, sondern wieder eine ausführliche Einleitung von Dieter von Reeken, die Wiedergabe der Originalillustrationen, der Titelbilder und der ersten Textseite. Auch wenn sich Dieter von Reeken mit seinen sorgfältig zusammengestellten Editionen an einen sehr kleinen Sammlermarkt wendet, ist es wichtig und interessant, nach und nach die Geschichte der deutschen Phantastik vor dem Ersten Weltkrieg verfolgen zu können. Autoren wie Otto Willi Gail und Hans Dominik haben sicherlich die eine oder andere Geschichte gelesen, insbesondere zwei der hier versammelten Texte „König Mammon“ und „Ypsilons gefrorene Elektrizität“ sind das Bindeglied zwischen Jules Verne und dem utopisch technischen Roman zwischen den Weltkriegen. Der kürzere Text „Eine Luftreise in die Eisregionen“ ist dagegen klassischer Verne Abenteuergarn, in dem eine technisch mögliche Idee extrapoliert und schließlich in einer phantasievollen, aber nicht immer logisch nachvollziehbaren Handlung umgesetzt worden ist.

Die erste Geschichte der Sammlung „Unter Marsmenschen“ ist gleichzeitig auch die erste Veröffentlichung Oskar Hoffmanns. Der Autor hat hier zum einzigen Mal seinen Vornamen mit einem „c“ geschrieben. Der 1900 in einem Jahrbuch veröffentlichte Text hat nur den Titel mit der umfangreichen, fünf Jahre später veröffentlichten Romanerzählung „Unter Marsmenschen“ gleich. Diese ist eine Fortsetzung seines populärsten Textes „Mac Milfords Reisen im Universum“. Hoffmann hat für seine erste Erzählung gänzlich auf die Dialogform verzichtet. Wahrscheinlich war als Autor noch zu unsicher, ob sich mit dieser erweiternden Erzählstruktur alle seine Ideen in dem begrenzten Raum der Sammlung des „Neuen Deutschen Jugendfreundes“ auch wirklich unterbringen lassen. Die trotz des aus heutiger Sicht sperrigen Stils unterhaltsam zu lesenden Geschichte überrascht mit einer Reihe verblüffender technischer und sozialer Ideen. Der Wiener Student Norbert Lormier reist mit einem selbst gebauten Materietransmitter zum Mars. Diese Reise verdankt er einem Unfall, denn er geriet in den Sog seiner Maschine, als er eine Katze retten wollte. Die Zivilisation auf dem Mars ist erdähnlich, wenn auch deutlich älter. Im Gegensatz zu vielen anderen Mars- Geschichten dieser Epoche muss Lormier erst einmal mit Händen und Füßen Kontakt aufnehmen. Dank astronomischer Bücher kommt es zu einer ersten rudimentären Verständigung. Auch sind die Sitten auf dem roten Planeten anders. Man prostet sich nicht zu oder wünscht sich keinen guten Appetit. Ein wenig humorvoll nimmt er die verschiedenen Speisen der Marsianer auf die Schippe. Nach und nach kann Lormier in die fremdartige Kultur eindringen. So gibt es eine Farbsofortbildkamera, die Marsianer können dank ihrer Kanäle tief ins Innere des Mars eindringen, das Geschichtsmuseum ist ein riesiger Bau, der an einem Ort das gesamte Wissen dieser anscheinend friedliebenden und vor allem politisch anarchistischen Gesellschaft aufgenommen hat. Die klassische Idee Arbeit gegen Geld ist abgeschafft worden. Es gibt keinen Hunger mehr und die Marsianer widmen sich mehr den geistigen und kulinarischen Genüssen. Eine idealisierte Utopie, die Oskar Hoffmann hier beschreibt. Am Ende der Geschichte kehrt der Erdenmensch mit einem marsianischen Astronomen zur Erde zurück. Er bringt zwar seltene Edelsteine mit zur Erde, kann aber die marsianische Technik mangels Rohstoffen nicht auf der Erde nutzbar machen. Der Marsianer kehrt schließlich zu seiner Welt zurück, es kommt aber aufgrund der Reiseängste nicht mehr zu einem „körperlichen“ Austausch, sondern nur noch einem regen Funkverkehr. Oskar Hoffmann überflutet den Leser mit einer wahren Ideenfülle. Nicht selten springt er von einem Gedankenblitz zum nächsten, ohne diese wirklich adäquat auszuformulieren. Das überzeugt noch auf den ersten Seiten, wird aber insbesondere im Mittelteil ermüdend. Hier wäre es sinnvoll gewesen, die Handlung mehr zu betonen. Aus der damaligen utopischen Literatur übernimmt Hoffmann mit der Reise zum Mittelpunkt des Mars und vor allem der Fahrt mit Unterseebooten einige Aspekte Jules Vernes, verzichtet allerdings zugunsten technischer Erläuterungen auf eine Abenteuerhandlung. „Unter Marsmenschen“ ist ein gelungenes Debüt, in dem Hoffmann sich als ideenreicher Schriftsteller, aber im Grunde nur durchschnittlicher Erzähler zeigt. Die Konzentration auf die Beschreibung Lormiers Eindrücken gibt dem Text eine ungewöhnliche Dichte, erschwert aber auch die Lektüre.

Aus dem Jahre 1909 stammt „Eine Luftreise in die Eisregionen“, auch wenn der Aufbau der Geschichte und vor allem die Thematik an eine deutlich frühere Entstehung denken lassen. In der ersten Hälfte der kurzweilig zu lesenden Story verzichtet der Autor überwiegend auf Dialoge, er beschreibt die Erfindung einer Mischung aus schnellem Raketenflugzeug – immerhin 75 Kilometer pro Stunde schnell- und Luftschiff, mit dem sich der Erfinder und sein treuer Ingenieur auf den Weg nach Dublin machen. Dabei wollen sie den Höhenrekord überbieten, beim Abgleiten zurück in die tieferen Luftschichten gerät das utopische Fluggerät vom Kurs ab und die beiden wagemutigen Abenteurer werden immer mehr gen Norden gedrückt. Das Thema ist eine klassische Jules Verne Geschichte, in deren Verlauf der Mensch sich der Technik und später der Natur unterordnen muss. Auch wenn die beiden Helden der Luft das Abenteuer überleben, ist die Gier nach einem erneuten Abenteuer so groß, dass sie von einem späteren Versuch nicht mehr zurückkehren. Dieser Pessimismus ist ebenfalls klassischer Verne, auch in seinen anderen Texten wird Hoffmann die Gefahr des grenzenlosen und manchmal aus seiner Sicht moralischen verwerflichen Fortschritts beschwören. So verliert eine überdurchschnittliche Anzahl seiner Wissenschaftler schließlich den Verstand. Über weite Strecken eine unterhaltsame Abenteuergeschichte, die erst gegen Ende unglaubwürdig und teilweise überzeichnet ist. Leider nimmt sich Oskar Hoffmann nicht den Raum, insbesondere die beiden Charaktere dreidimensionaler zu entwickeln und verliert sich zu Beginn des Textes in pseudowissenschaftlichen Erklärungen.

„König Mammon“ stellt im Oskar Hoffmanns Werk ein Kuriosum dar. Der Text ist 1912 veröffentlicht worden. Seine letzte Veröffentlichung. Die sehr kurze Story nimmt Bezug auf seinen Roman „Der Goldtrust“ aus dem Jahre 1907. Die Episoden im den Alchemisten russischer Abstammung, der in seinem italienischen Exil schließlich Gold findet, ist nicht nur eine Zusammenfassung des entsprechenden Buches, einige Passagen aus einem Kapitel sind wörtlich in diese Geschichte integriert worden. Ob Hoffmann diese Adaption aus Langeweile oder vielleicht finanzieller Not oder persönlichen Verpflichtungen – eine Geschichte pünktlich abzuliefern – unternommen hat, wird sich niemals klären lassen. Die Idee selbst ist auch nur unterdurchschnittlich entwickelt worden. Alleine die Nachricht, dass Gold künstlich erzeugt werden kann, hätte für ein wirtschaftliches Chaos sorgen müssen. Da innerhalb kürzester Zeit alle Nationen von dieser revolutionären Entdeckung wissen, wären das Chaos und vor allem die Gefahr einer drohenden militärischen Auseinandersetzung Spannungselemente, die Hoffmann außer Acht lässt. Die Gerichtsverhandlung am Ende der Geschichte ist steif geschrieben, hier hätte man zumindest zwischen moralischer Verpflichtung und politischer Ignoranz unterscheiden können. Das Szenario endet wieder mit dem Wahnsinn des Protagonisten – vielleicht die einfachste und schlechteste Möglichkeit, diese Geschichte enden zu lassen. Der Roman „Der Goldtrust“ ist die empfehlenswertere Lektüre, „König Mammon“ wirkt wie eine nicht überzeugende Zusammenfassung der längeren Arbeit.

Eine interessante, aber literarisch nicht befriedigend umgesetzte Variante des Frankenstein- Themas findet sich in „Das Rätsel des Lebens“ (1911). Oskar Hoffmann bezieht die klassische Gruselmär in seine Novelle mit ein. Für den Nervenarzt sind Frankensteins Experimente nicht die Suche nach dem Rätsel des Lebens, sondern nur die Wiedererweckung mechanischer menschlicher Teile. Sein exzentrischer Protagonist ist ein Einzelgänger. Zu Beginn der Geschichte hält er einen provokanten Vortrag, in dem er seine Thesen aufstellt. Für den Leser eine gute Ausgangsposition, den nicht immer einfachen und vor allem geradlinig formulierten Gedanken zu folgen. Eine große Erbschaft ermöglicht es dem Arzt, das Wunderelement Radium zu erwerben und immerhin 20 Gramm davon einzusetzen. Das Geld war ursprünglich für die christliche Gemeinde vorgehen, der Erblasser hat sich aber kurz vor seinem Tod für die Forschung entschieden. Obwohl diese Handlungsebene einen Konflikt zwischen Glauben und Forschung impliziert, wird das Thema nicht weiter extrapoliert. Der Gedanke wird in den zahlreichen Dialogen und dogmatischen Diskussionen angerissen, aber die Scheu, die Idee zu vertiefen, ist dem Autoren deutlich anzumerken. Radium ist in Hoffmann´s Erzählungen der Stoff, der fast alles möglich macht. Von der Reise zu anderen Planeten bis zur Heilung der Seele. In der zweiten Hälfte der Geschichte leidet der Plot unter dieser Konzentration auf das Wunder. Zusammen mit seinen Helfern bemüht der Nervenarzt schließlich auch die Chemie und Physik. In seinem modern eingerichteten Laboratorium werden schließlich auch Gehirne untersucht. Je verzweifelter die Suche nach dem Rätsel des Lebens fortgeführt wird, desto mehr nähert sich der Protagonist seinen verabscheuten Vorbildern wie Frankenstein. Oskar Hoffmanns Texte wirkt nicht zuletzt aufgrund der Prämisse sehr trocken und theoretisch. Nicht selten hat der Leser das Gefühl, als habe er versucht, eines seiner zahlreichen Sachbücher zu einer Geschichte umzuarbeiten, um sich neue Leserschichten zu erschließen. Im Vergleich zu anderen Texten wie „Bezwinger der Natur“ – beide Storys ergänzen sich sehr gut und könnten einen beginnenden Zyklus darstellen, in dem Hoffmann neben den Naturphänomen sich um das Metaphysische kümmert – hat er es als Autor deutlich schwerer, über ein Phänomen zu referieren, das nicht mit Experimenten erschlossen werden kann. Insbesondere im Mittelteil der Geschichte ist seine Verunsicherung sehr gut zu erkennen. Wie weit will und kann er wirklich mit seiner Idee gehen? Am Ende entschließt er sich zum wiederholten Male, den Wahnsinn als zweites Allheilmittel zusammen mit dem Radium einzusetzen. Der Wissenschaftler verliert den Verstand und die Story endet im Nichts. Ein enttäuschendes, aber vorhersehbares Ende eines Textes, der viel Wind um ein theoretisches Nichts aufwirbelt. Mit dem Untertitel „Die Geschichte eines Grüblers“ hat Hoffmann die Story treffend bezeichnet, aber das Rätsel über die Entstehung des Lebens, in diesem Fall der Seele wird nur oberflächlich behandelt. Denn ein Leben ohne Seele ist für seine Protagonisten und damit auch den Autoren kein Leben. Es ist weiterhin erstaunlich, dass in seinem Text sehr viel philosophiert und wenig experimentiert wird. Wenn am Ende der treue Helfer in einem der Gehirne die Reste seiner Jugendliebe wieder erkennt, ist Hoffmann im gotischen Gruselreich angekommen. Und erzählt diese aufwühlende Episode mit der Nüchternheit eines Wissenschaftlers und nimmt sich so einen interessanten Höhepunkt seiner Geschichte selbst weg. Es sind diese literarische Oberflächlichkeiten, die „Das Rätsel des Lebens“ trotz der guten Prämisse zu einem durchschnittlichen Text machen und im Leser das Gefühl der Leere hinterlassen.

Die letzte Novelle „Ypsilons gefrorene Energie“ hat Oskar Hoffmann 1911 unter dem Pseudonym Fred W. Hamilton veröffentlicht. Über die genauen Hintergründe der Wahl eines Pseudonyms lässt sich trefflich spekulieren. Einige Hinweise gibt Herausgeber Dieter von Reeken. Eine weitere Erklärung könnte sein, dass Oskar Hoffmann auf den ersten beiden Seiten nicht nur auf die schon in „Das Rätsel des Lebens“ erwähnte „Liga der Geistesriesen“ verwiesen hat, sondern auch Dr. Ypsilon als Verfasser des „Rätsel des Lebens“ herausstellt. Oskar Hoffmann ist also das Pseudonym von Dr. Ypsilon, der wiederum mit bürgerlichen Namen Ellenbogen heißt. Hätte also das Pseudonym Oskar Hoffmann den nachfolgenden Bericht geschrieben, wären der Protagonist und der Verfasser die gleiche Person gewesen. Mit dem frei gewählten Pseudonym Hamilton kann sich Hoffmann wieder seines eigenen Textes bemächtigen. Seine geradlinige Konzeption folgt der Kurzgeschichte „König Mammon“ und dem Roman „Der Goldtrust“ . Eine spektakuläre Erfindung ist gemacht worden. In diesem Fall gefrorene Elektrizität, die im Vergleich zu den herkömmlichen Quellen nicht nur kompakter, sondern ertragreicher ist. Dazu kommen gefrorene Blitze, deren militärische Nutzung sofort diskutiert wird. Kaum ist die Idee dieser Erfindung aus der kleinen Kammer des exzentrischen Forschers in die Welt gedrungen, steht das Großkapital Schlange, um die Idee zu erwerben. Wie in „König Mammon“ will der Erfinder seine Idee nicht verkaufen, weniger weil er ein Idealist ist, sondern weil die praktischen Erprobungen noch fehlen. In der Kurzgeschichte kommt es schließlich zur Gerichtsverhandlung, in der festgestellt wird, dass das Gold nicht rein ist. In der vorliegenden Novelle wird der Erfinder von seiner Heimatstadt gebeten, mittels der Elektrizität die Nebel zu verscheuchen, damit der königliche Besuch auf die Jagd gehen kann. Eine ironische und überzeichnete Nutzung einer Erfindung, welche die Welt verändern soll und könnte. Der Versuch ist auf der einen Seite ein voller Erfolg, auf der anderen Seite sind die Nebenwirkungen fatal. Wie in vielen von Oskar Hoffmanns Geschichten kommt der Erfinder nicht mehr in den Genuss seiner Idee. Im Vergleich zu „König Mammon“ ist die Novelle ein solider Vorgänger Hans Dominiks. Eine interessante Idee, von einem deutschen Wissenschaftler entwickelt, der aber seine nationalen Gefühle unter Kontrolle hat. So will er die Rechte an einer Erfindung nur für die jeweiligen Länder verkaufen. Er probiert die Idee in den nördlichen Regionen aus. Auch Dominiks Ingenieure werden dank ihrer Erfindungen oder um ihre Ideen umzusetzen, die ganze Welt bereisen. Die Charaktere selbst bleiben eindimensional. Bei der Beschreibung der Politiker sitzt Oskar Hoffmann allerdings der Schalk im Nacken. Insbesondere den örtlichen Bürgermeister, den Polizeiwachtmeister und den Fabrikanten karikiert der Autor und zeichnet sie im Grunde als dumme, arrogante und selbst verliebte Menschen. Dieter von Reeken spekuliert, dass diese Veralberung des Bürgertums und der Ordnungsorgane ein weiterer Grund für die Wahl des Pseudonyms gewesen sein könnte. Auf jeden Fall belebt diese bissige Komponente den Roman und die Schadenfreude steht dem Leser offen im Gesicht, wenn er die hilflosen Versuche der Bewohner der kleinen deutschen Stadt verfolgt, die Kräfte, die sie selbst beschworen haben, wieder unter Kontrolle zu bringen. Einmal erwähnt Oskar Hoffmann auch Jules Verne im Verlaufe der Novelle und an Kurzgeschichten wie „Die Erfindung des Dr. Ox“ erinnert die kurzweilig zu lesenden Geschichte am ehesten. Hier hat Oskar Hoffmann seine blühende Phantasie literarisch ausgesprochen gut umgesetzt.

Die fünf hier versammelten Novellen – wieder begleitet von einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers und Abdrucken einzelner Titelbilder, sowie der Zeichnungen von Fritz Bergen, welche die Novelle „Unter Marsmenschen“ sehr gut begleiten – geben einen guten Überblick über Oskar Hoffmanns Schaffen und zeigen die Entwicklung des Autors im Grunde über seine ganze Schaffensperiode. Sowohl seine erste als auch seine letzte Veröffentlichung sind hier abgedruckt, beide Texte weisen deutliche Schwächen im Vergleich zu den lesenswerten und auch heute noch interessanten Novellen „Eine Luftreise in die Eisregionen“ und „Ypsilons gefrorene Elektrizität“ auf. „Das Rätsel des Lebens“ enthält eine interessante Idee, welche der Autor aufgrund seiner beschränkten literarischen Fähigkeiten und seinem Hang zum Philosophieren trotz vieler guter Ansätze nicht adäquat genug umsetzen konnte.

Direkt beim Verlag bestellen

Oskar Hoffmann: "Phantastische Novellen"
Roman, Softcover, 298 Seiten
Dieter von Reeken 2007

Weitere Bücher von Oskar Hoffmann:
 - Bezwinger der Natur/ Die vierte Dimension
 - Mac Milfords Reisen im Universum

Leserrezensionen

:: Im Moment sind noch keine Leserrezensionen zu diesem Buch vorhanden ::
:: Vielleicht möchtest Du ja der Erste sein, der hierzu eine Leserezension verfasst? ::