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Science Fiction (diverse)



Diverse

Forschungsraumer CHARR

rezensiert von Thomas Harbach

Forschungsraumer CHARR Band 7-12

Alfred Bekker „Welt ohne Nacht“
Uwe Helmut Grave „Roboter gegen Charaua“
Achim Mehnert „Das Tor zur Hölle“
Alfred Bekker „Im Reich der Utaren“
Jo Zybell „Am goldenen Schacht“
Jo Zybell „IM Raum der Wahrheit“

Mit dem bewährten Team um den Exposeautoren Hajo Breuer und Teammitglieder wie Alfred Bekker oder Uwe Helmut Grave startet der Forschungsraumer CHARR in seinen zweiten Sechsteiler. Die Titelbilder stammen wieder von Ralph Voltz. Es empfiehlt sich allerdings, die ersten sechs Teile zumindest inhaltlich zu kennen. Die Verbindung zum übrigen REN DHARK Universum ist eher latent vorhanden, aber für einen Neueinsteiger ist es wichtig, einiges an Hintergrundwissen über die kurze Einführung zu Beginn des ersten Bandes hinaus zur Verfügung zu haben.

Im Auftaktband „Welt ohne Nacht“ teilt Alfred Bekker sehr schnell die Handlung in zwei Ebenen auf. Das Verhältnis zwischen den Nogk und den Menschen ist trotz der Hilfsaktion der Außerirdischen durch das Fehlverhalten letzter eher unterkühlt. Der Kommandant der CHARR Huyley hält sich als einer der wenigen Menschen auf dem Hauptplaneten der Nogk Charauna auf, als ein Attentat auf den allseits beliebten Herrscher und größten Freundes der Menschheit verübt wird. Nur durch einen Zufall entgeht er diesem Anschlag. Während die CHARR kurze Zeit später zu der längst geplanten Expedition in der galaktischen Leerraum aufbricht, bleibt eine kleine Schutztruppe auf dem Planeten zurück und verhindert auf möglichst unorthodoxe Art – ein Roboter umarmt eine anfliegende Rakete und lenkt sie mit seiner eisernen Körperkraft ab, sicherlich ideentechnisch der Tiefpunkt des Romans – weitere Anschläge.

Die CHARR findet in der Tiefe des Alls einen in sich leuchtenden Planeten, der ohne eine dazugehörige Sonne so nicht existieren sollte. Aber durch einen noch nicht näher bestimmten Treibhauseffekt herrscht auf diesem Planeten der ewigen Nacht eine angenehme Temperatur.

Alfred Bekkers Auftaktroman ist positiv nur phasenweise eine seiner inzwischen bekannten Routinearbeiten. Nach einer längeren Exposition, die sowohl Neuleser auf den Stand der Entwicklung bringt als auch für die Stammleser interessant ist, gelingen ihm insbesondere bei der Entdeckung des fremden Planeten einige schöne Szenen. Zwar werden auch alle Klischees – eine fremde Welt, die sich gleich der Raumschiffe der Menschen bemächtigt und diese nicht nur auf den Boden holt, sondern gleichzeitig ihre Technik beeinflusst – bemüht, um latente Spannung zu erzeugen, aber die eigentliche naturwissenschaftliche Unmöglichkeit des Planeten hilft dem Leser über diese unbeholfenen und vor allem wenig originellen Kapitel des Romans hinweg. Als Ganzes betrachtet ist Bekkers Text allerdings eine ambivalente Arbeit, sehr unauffällig, stellenweise ein wenig zu distanziert und emotionslos geschrieben mit einer selten über durchschnittlich herausragenden Charakterisierung und wenigen den Leser packenden Handlungssequenzen. Auf eine größere Exposition kann im Vergleich zu anderen Sechsteilern verzichtet werden, hier hilft die beginnende Reise der CHARR ins Unbekannte. Uwe Helmut Grave führt in seinem Roman „Roboter gegen Charaua“ die Handlungsebenen noch weiter aufgeteilt – die Besatzungen der beiden Beiboote der CHARR scheinen zumindest in unterschiedlichen Zivilisationen gelandet zu sein, wenn auch auf einer „Welt“ fort. Zu Beginn muss sich der Leser mit preußischen Tugenden und bayerischen Traditionen auseinandersetzen. Dieser Bogen wirkt unpassend und eher wie Füllmaterial. Warum neuerdings diese Anflüge von nostalgischen Empfinden – selbst aus heutiger Zeit – in die futuristischen Texte einfließen müssen, lässt sich nicht so leicht erschließen. Im Grunde wird mit diesem Beiwerk nicht die futuristische Atmosphäre unterstützt, sondern unterhöhlt. Auch wirken die Kämpfe auf dem Planeten selbst – die ebenfalls gestrandeten Amphibien, denen die Menschen schon vor einigen Jahren begegnet sind, versuchen die menschlichen Eindringlinge zu eliminieren – unglaubwürdig. Zwar verfügen die Besatzungsmitglieder noch über eine Handvoll Strahler und eine antike Schusswaffe, aber der „Feind“ verfügt über Düsenjäger und Bomben. Grave kann auch nicht überzeugend darstellen, warum die wenigen Menschen unter diesen Umständen überhaupt eine Chance sehen oder haben. Ähnliche Probleme finden sich in der zweiten Handlungsebene auf dem Planeten der Nogks – dort versuchen die wenigen Soldaten mit einer Schar umprogrammierter Roboter fertig zu werden. Traditionell besiegen natürlich die Elitesoldaten die Angreife und kommen zumindest einem möglichen Hintermann der Attentäter auf die Spur. Über allem schwebt ein Zusammenhang mit den Mysterions. Uwe Helmut Grave legt zumindest ansatzweise einen unterhaltsamen, sehr flüssigen Roman vor. Das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere funktioniert nicht immer sonderlich gut, aber er arbeitet zumindest individuelle Züge heraus. Dazu kommt eine Reihe von Fragen, denen sich Achim Mehnert im folgenden Roman intensiver widmen wird, welche das Interesse des Lesers trotz des eher durchschnittlichen und wie aus bekannten Versatzstücken zusammengesetzten Plots aufrechterhalten. Die erste Untersuchung dieses einzigartigen Planeten – auf zwei kleineren Ebenen beschrieben – hätte bei den Vorgaben plastischer, spannender und vor allem effektiver beschrieben werden. Nach der Entdeckung der Welt werden fast ansatzweise neue Hinweise gegeben, auf die eigentliche Erforschung ist eher bodenständig konservativ. Hier wäre ein Hauch mehr Exotik angebracht gewesen. Ein wenig Westernatmosphäre verspürt der Versuch der ebenfalls bekannten Utaren, den Menschen ihre Waffen abzunehmen. Das Ergebnis ist ein Gegenangriff, welcher der Besatzung einen Zugriff auf eine Karawane ermöglicht. Die Utaren verfügen über Panzer, ein Fortbewegungsmittel, von dem man schon lange nichts mehr in der einschlägigen utopischen Literatur gehört hat. Die SHIFTs lassen grüßen, auch wenn der kleine Vetter nur Rollen und nicht Fliegen kann. Im Laufe der nächsten Hefte stellen sie zumindest ein Objekt der Begierde dar. Dazu kommen dann Bezüge zur Taktik eines General Rommels während des Wüstenkriegs. Bei einigen Lesern wird dieses Bogenschlagen sicherlich nicht unbedingt Begeisterung auslösen, die Übergewichtung von Hinweisen an deutsche militärische Erfolge oder Misserfolge inklusiv der verklärten Geschichte des Freistaates Bayern und seinem König erleichtert sicherlich die bildliche Erläuterung verschiedener Vorgänge in der Handlung, wirkt aber im Kontext unharmonisch.


Der dritte Roman aus der Feder Achim Mehnerts ist das Schlüsselheft des Zyklus. Nicht nur greift er in einer natürlich zufällig gefundenen Logbuchaufzeichnung, welche selbstverständlich nicht vollständig ist, in die Vergangenheit, er kann weiterhin über seltsame Raumschifffunde und „Zwerge“ schreiben. So findet Huxley tief unter dem Verließ der Fraher – einer auf mittelalterlichem Niveau lebenden Rasse – den Einstieg in ein fremdes Raumschiff. Die handschriftlichen Aufzeichnungen des letzten verstorbenen Besatzungsmitglieds geben nur einen kleinen Aufschluss über die Geheimnisse der Welt. Anscheinend kannten die Mysterions diesen Planeten schon als unerklärliche Raumschifffalle und meiden einen zu nahen Anflug. Mit diesen Aufzeichnungen verschlechtert sich zumindest theoretisch den Chance auf eine zeitnahe Flucht mit den gestrandeten Schiffen. Obwohl die einzelnen Handlungsteile in ihrem Ablauf, wenn auch nicht der Zusammensetzung vorhersehbar erscheinen, gelingt es Mehnert trotzdem nicht zuletzt aufgrund seines angenehmen fließenden Stils und einigen packenden Actionszenen, die Spannung hochzuhalten. Bruchstückhaft geben die handschriftlichen Aufzeichnungen den Blick wieder zurück auf die galaktische Bühne frei und verbinden die eher uninteressanten Untersuchungen Huxley mit einer möglicherweise faszinierenden Vergangenheit und einer bedrohlichen Zukunft. Die Fraher wollen sich – nachdem sie einige Erkenntnisse durch die Besatzungsmitglieder der CHARR gewonnen haben – an den blauen Herrschern rächen, die sie so lange geknechtet haben. Neben der Gefangenschaft auf dem Planeten eine zusätzliche Komponente, die zwar auch auf traditionelle Strukturen zurückgreift, aber die für einen solchen Zyklus notwendige Actionhandlung bewahrt. Allerdings bleiben die politischen Strukturen angedeutet und oberflächlich. Im folgenden Roman wieder aus der Feder Alfred Bekkers „Im Reich der Utaren“ versuchen auch die politischen Attentäter auf der Hauptwelt der Nogk den wohlwollenden und beliebten Herrscher in seiner Position zu destabilisieren, in dem sie nach den missglückten Attentaten von einer Verschwörung aus den Kreisen der Macht heraus sprechen. Mit dieser Vermutung wird das Szenario für den Leser überraschend erweitert, auch wenn es sich vielleicht als falsche Spur entpuppen könnte. Es sind diese kleinen Ideen, die – im Vergleich zu dem eher schwerfälligen Plot – immer wieder für Überraschungen sorgen. So gehört auch der Versuch der Dualität zu den positiven Punkten dieser Miniserie. Huyley und Prewitt finden am Rand des Utarengebietes ein abgestürztes Riesenraumschiff, aus dem die Utaner das Uran gewinnen, um damit regen Handlung zu treiben. Im Gegensatz zum ersten abgestürzten Raumer finden sie dieses Mal keine Aufzeichnungen, sondern werden von dort isolierten intelligenten Bakterien angegriffen. Die letzten beiden Romane „Am goldenen Schacht“ und „Im Raum der Wahrheit“ stammen beide aus der Feder Jo Zybells. Mit dieser Vorgehensweise wird dem Autor mehr Raum geschenkt, die einzelnen Handlungsebenen zu verbinden und zumindest für einen vorläufigen Abschluss der Miniserie zu beenden. Nicht selten litten insbesondere die Kurzzyklen sowohl bei REN DHARK als auch verstärkt bei den Perry Rhodan Taschenbüchern unter einem spürbaren Ungleichgewicht zwischen den beiden letzten Romanen. Entweder sind im fünften Band zu viele Fragen schon beantwortet worden und das letzte Taschenbuch erschien nachgeschoben oder dem Verfasser des letzten Bandes reichte der Raum nicht mehr, um wirklich alles zufrieden stellend abzuschließen, weil in den Vorgängerbänden zu viel Wert auf die Nebenkriegsschauplätze gelegt worden ist. Im Vergleich zu seiner eigenen Miniserie straft Zybell gleich die zum Teil etwas ausufernde Handlung, er hat es auch relativ einfach. Nach der ersten Erkundung der Welt wandelt sich das Geschehen zu einer fast klassischen Quest. Aufgrund ihnen zugespielten Kartenmaterials beginnen die Menschen ein bislang unerforschtes Gebiet zu untersuchen, stoßen auf drei Worgun- Roboter und schließlich auch einen lebenden Worgun. Diese sind den Menschen vom Wesen her – ähnlich wie Nogks – eher zugetan als die Amphien. Im dem Moment, wo die Menschen in Person der Crew der CHARR und ihrem Kommandanten Huxley die Initiative übernehmen und beginnen zu handeln, wirken die Romane deutlich frischer und konsequenter. Ob es darin liegt, dass mit Jo Zybell ein Autor das Ruder übernommen hat, der im Vergleich zu einem Alfred Bekker einen deutlich geringeren Ausstoß und damit mehr Zeit/ Raum hat, sich sorgfältiger um seine Texte zu kümmern, soll hier nicht diskutiert werden. Rein vom Lesegefühl her wirken sie deutlich homogener und obwohl der Schlussspurt nur wenige wirkliche Überraschungen beinhaltet spannender. Zybell kann allerdings auch aus dem Vollen schöpfen. Auf der Welt der Nogk ergreifen die Menschen das Heft bei der Suche nach den brutalen Attentätern, die selbst den Tod von hunderttausenden von Wesen in Kauf nehmen, um ihre nicht gänzlich offen gelegten Pläne zu verwirklichen. Bei ihren Aktionen nehmen die zurückgebliebenen Soldaten allerdings auch kaum Rücksicht, so werden eifrig Raketen in das Transmitterfeld gejagt, das die Angreifer benutzen und prompt eine von der deren Basen – ein kleines Raumschiff – aus dem All gepustet. Auge um Auge, Zahn um Zahn heißt die Devise. Dagegen geht es auf dem geheimnisvollen Planeten eher mysteriös zu. Nur schwer lassen sich die Fakten zu einem befriedigenden Bild verbinden. Das liegt aber auch daran, dass Breuer ganz bewusst nur einen Teil des Geheimnis um den goldenen, sonnenlosen Planeten löst und lösen will. Den Nogks schenkt er dagegen einen neuen, unberechenbaren Feind. Da dieser die insbesondere die internen politischen Strukturen der Nogk- Gesellschaft kennt, könnte sich in späteren Romanen eine interessante neue Handlungsebene entwickeln. Hier bleibt es bei den Andeutungen. Was den Zyklus auszeichnet, ist die Mischung aus bekannten Außerirdischen wie den Nogks, den Mysterions, den Amphien und schließlich auch den Utanern, sowie einer einzige neuen Art: den intelligenten, anscheinend mit einem Bewusstsein ausgestatten Bakterien.

Das Fazit ist nicht leicht zu ziehen. Gleich zu Beginn und gegen Ende des Minizyklus gelingt es Hajo Breuer und seinem Team neben einigen Überraschungen für Spannung zu sorgen. Dazwischen schleicht sich eine Reihe von Längen ein. Die Charakterisierung aller Figuren ist im Ganzen betrachtet oberflächlich, manchmal fast klischeehaft. In Bezug auf die verschiedenen Außerirdischen gelingt es allerdings, entsprechende Farbe – und das ist teilweise wörtlich gemeint – ins Spiel zu bringen. Da nach dem zwölften Band in erster Linie die auf dem goldenen Planeten spielende Handlung abgeschlossen wird – dieser verschwindet im Nichts, aus dem er auch gekommen ist – ist eine abschließende Beurteilung unmöglich. Im Vergleich zur ersten Miniserie fehlt eindeutig die Frische, zu sehr bemüht man sich trotz der vorhandenen Actionanteile inklusiv einer eher bodenständigeren und deswegen besser nachvollziehbaren Technik einen Handlungshintergrund zu schaffen, der im vorläufig letzten Band zu einfach aufgelöst wird.


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Diverse: "Forschungsraumer CHARR"
Roman, Softcover
HJB-Verlag 2007

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