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Science Fiction (diverse)



Kurd LaĂźwitz

Seifenblasen

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Seifenblasen“ legt Dieter von Reeken den dritten Band seiner in Abteilung I der Kollektion Laßwitz zusammengefassten „Romane, Erzählungen und Gedichte“ auf. Die Grundlage dieser Neuauflage bildet wie so immer möglich die Ausgabe der letzten Hand aus dem Jahre 1890. Die Sammlung ist in dieser Form das letzte Mal 1930 erschienen. Sehr viele Geschichten sind vorher der Zusammenfassung einzeln in Zeitungen oder Zeitschriften wie „Zur guten Stunde“, „Das Humoristische Deutschland“ oder „Der neuen freien Presse“ erschienen. Den Prolog hat Kurd Laßwitz wie einige wenige andere Texte extra für diese zweite Sammlung seiner utopisch phantastischen modernen Märchen nach „Bilder aus der Zukunft“ geschrieben. Es ist sicherlich ungewöhnlich, das der Prolog fünf Jahre nach der Entstehung des Epilogs entstanden ist. Seit 1930 ist die Sammlung „Seifenblasen“ in dieser vollständigen Form nicht mehr nachgedruckt worden. Wie bei allen Bänden seiner Kollektion Laßwitz legt Dieter von Reeken sehr viel Wert darauf, die Seitengestaltung wie auch so weit möglich das Layout der alten Bände behutsam zu modernisieren. Das ist ihm wie bei allen Veröffentlichungen dieser lesenswerten Kollektion ausgesprochen gut gelungen.

Im Prolog – 1890 geschrieben – nimmt Kurd Laßwitz dichtend seine Leser ein bisschen auf den Arm. Während der Autor den Männern jegliche lyrische Ader abspricht, fehlt Frauen der Ordnungssinn, ein Buch wirklich von Anfang an inklusiv des Vorwortes zu lesen. Nach diesem Eröffnungshieb glorifiziert der Autor süffisant ironisch die Wahl seines Buchtitels. Die Blase als Kugel bildet einen perfekten symetrischen Körper, die Seife dagegen ist im Grunde eine Allzweckwaffe. Aus heutiger Sicht wirkt das Gedicht ein wenig zu naturalistisch, idealistisch, stellt aber einen stimmungsvollen Auftakt der Geschichtensammlung dar.
1887 veröffentlichte Kurd Laßwitz das moderne Märchen auf der Seifenblase. Viele der hier angesprochenen Ideen sind in die Analen der Science Fiction eingegangen. Der Sohn des Ich- Erzählers pustet eine Seifenblase auf. Der Onkel ist ein exzentrischer Erfinder, der seine Ideen vor der Welt geheim hält. Gerade hat er das Mikrogen erfunden, dass es dem Ich- Erzähler und seinem Onkel ermöglicht, Millionenfach verkleinert die Oberfläche der Seifenblase zu besuchen. Vor ihren ungläubigen Augen entwickelt sich dort die Kultur der Saponier, die sich selbst die „Denkenden“ nennen. Augenscheinlich verläuft die Zeit millionenfach schneller auf der Oberfläche der Seifenblase als für die Menschen. Es kommt zu einem Kontakt mit den Fremden und schließlich zu einer intellektuellen Auseinandersetzung innerhalb des saponischen Volkes, in welcher die beiden Menschen fatalerweise Partei ergreifen. Im Stil seiner modernen Märchen geht Kurd Laßwitz weniger auf die Erfindung des Mikrogen ein als die physikalische Beschaffenheit der Seifenblase. Der schnellere Zeitablauf auf der Seifenblasenwelt ist eine Idee, die später insbesondere in den verschiedenen Pulpgeschichten wieder aufgegriffen wird. Mit einer Mischung aus interessiertem Gelehrten und leicht arroganten Sendungsbewusstsein wandelt sich die Rolle der beiden Menschen im Verlaufe der kurzweilig geschriebenen, mit einem leicht ironischen unterlegten Geschichte. So erinnert die Diskussion im Volk der Saponier an die Schwierigkeiten/ Mißverständnisse, welche insbesondere Galileo Galilei Zeit seines Lebens erdulden mussten. So sehen sich auch die Saponier als die Krone der Schöpfung und dulden keine anderen Welten neben sich. Das die Welt durch den Mund eines Riesen geblasen worden ist, erinnert an eine böse Parodie auf die biblische Schöpfungsgeschichte. Der kurze auch heute noch lesenswerte Text ist vor allem wegen seiner Ideenvielfalt und Fabulierfreude auch heute noch lesenswert. Die 1889 entstandene Geschichte „Stäubchen“ zielt in eine ähnliche Richtung. Es beginnt mit der Bemerkung über den abscheulichen Staub einer jungen Dame, während ihr Bekannter, der Dichter Richard, gleich von einer Störung des Tanzes spricht. Den Naturelementen überlassen beginnt sich das Stäubchen auf eine abenteuerliche Reise. Im Vergleich aber zu anderen Texten wie zum Beispiel „Vom Tropfen, der die Welt sehen wollte“ - eine Weiterentwicklung dieser Geschichte findet sich unter dem Titel „Tröpfen“ ebenfalls in dieser Sammlung - deutet Kurd Laßwitz die beseelte Natur nur an. Das Stäubchen bleibt auf seiner Suche nach dem Körnchen erstaunlich passiv. Es kommt hin und wieder zu einem kleinen non verbalen Gedankenaustausch, aber die eigentlichen Handlungen schreibt der Autor ausschließlich seinen allerdings eher eindimensional bis leicht klischeehaft gezeichneten menschlichen Charakteren zu. Diese Steifheit lässt den sehr einfachen Plot auf den ersten Blick sehr simpel erscheinen. Mittels einiger Floskeln karikiert Kurd Laßwitz zwar das Verhalten seiner Mitmenschen und führt die Geschichte zu einem vorhersehbaren Ende, aber insgesamt handelt es sich bei „Stäubchen“ um eine eher durchschnittliche Arbeit.

1890 veröffentlichte Kurd Laßwitz „Tröpfen“, eine Weiterentwicklung der schon dreizehn Jahre vorher veröffentlichten Story „Vom Tropfen, der die Welt sehen wollte“. Dieser Titel fasst auch den Inhalt der vorliegenden Geschichte zusammen. Es ist ein Markenzeichen für Kurd Laßwitzs Geschichten, das die unbeseelte Natur ein Interesse an den Menschen und ihren Forschungen/ Geschichten hat. So begegnet der Tropfen auf seiner Odyssee unter anderem einer Spinne, welche mit dem Begriff Menschen nichts anfangen kann. Im zweiten Teil der Geschichte erfährt der Leser unter anderem dank der Neugierde des Tröpfchens die Entstehungsgeschichte der Erde. Sehr gut verbindet Kurd Laßwitz wissenschaftliche Hintergrundinformationen mit einer ungewöhnlichen Perspektive. Stilistisch deutlich ambitionierter als die ältere Story gibt es inhaltlich aber keine neuen Erkenntnisse.

Einen Übergang zwischen der beseelten Natur und seinen Tiermärchen bildet „Aus dem Tagebuch einer Ameise“, 1890 entstanden. Ausschließlich in Tagebuchform gehalten beschreibt Kurd Lasswitz das Leben und Streben einer Ameisenkultur. Konzentriert sich der erste Teil auf das „normale“ Verhalten der Ameisen inklusiv der Verteidigung des Ameisenstocks bzw. der Nahrungsbeschaffung, erweitert sich der Horizont des Tagebuchschreibers durch die Begegnung mit der Lyrik der Menschen. Diese Wendung der Ereignisse vom Naturalismus zur Romantik wirkt ein wenig zu konstruiert dargestellt. Das faszinierende Element des ersten Teils der Geschichte ist die sehr genaue Beobachtung von menschlichen Verhalten. Während die Ameise das menschliche Verhalten hinterfragt, ist es den Leser auf den ersten Blick klar und verständlich, was hier beschrieben wird. Die zweite Hälfte der Geschichte erscheint ein wenig zu getragen und die verschiedenen Gedichte lenken deutlich von der interessanten Prämisse ab. Es erscheint unwahrscheinlich, das eine Ameise die menschlichen Briefe lesen und vor allem die Emotionen verstehen kann. Die Diskrepanz zwischen den gut beschriebenen Expeditionen in das menschliche Reich und den romantischen Passagen der Geschichte ist zu groß. Das Ende der Geschichte wirkt ein wenig überhastet und hinsichtlich der grundlegenden Idee zu unentschlossen.


Auf den Motiven der klassischen Märchen aufbauend gehört die moralische Fabel „Prinzessin Jaja“ - 1892 - zu den interessanten und lesenswerten Mischungen aus Grimm´schen Geschichten und der fabelhaften Hintergrundwelt des Orients. Gleich dreimal muss Kurd Laßwitz in einem eher ironischen Tonfall seine Saga beginnen lassen. Nach dem eher humorvollen Anfang wird die Geschichte zu einer auf verschiedenen Ebenen funktionierenden existentiellen Parabel über den Wert eines jeden Menschen und vor allem über den schmalen Grad zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz. So darf sich die Prinzessin Jaja aufgrund eines Fluch erst verheiraten, wenn sie die unnützeste Frage der Welt gefunden und vor allem auch gelöst hat. Eine absurde Parodie auf alles Forschen des Wissenschaft. Mit sichtlichem Vergnügen beschreibt Kurd Laßwitz ein ganzes Volk auf der Suche nach der unnützesten Frage. Nicht ohne Hintergedanken verbinden die oft der kindlichen Unschuld entstammenden Fragen Elemente der Naturwissenschaften mit dem Volksglauben. Als sich auf diesem Weg keine Lösung anzudeuten scheint, greift das Volk zur noch absurderen und kruderen Dichtkunst. Natürlich wird die Prinzessin am Ende der Geschichte den gordischen Knoten durchschlagen können. Etwas schwerfällig genügt es Kurd Laßwitz nicht, den Plot aufzulösen, ein moralischer Seitenhieb muss noch folgen. Im Vergleich aber zu seinen oft ironisch pointierten Dialogen steckt sehr viel Weisheit ohne Belehrung in den verschiedenen Zweigesprächen. Ein bisschen sarkastisch prangert der Autor die Naivität der Herrschenden wie den Volkes an, kann aber auch keine Alternative anbieten. „Aladins Wunderlampe“ – 1888 geschrieben – ist ein weiterer Beweis, mit welchem Witz und welcher Ironie Kurd Lasswitz klassische Märchenmotive extrapoliert. Die drei modernen Menschen finden Aladins Wunderlampe mit dem Geist. Natürlich versuchen sie das Wesen zu überreden, drei Wünsche zu erfüllen. Da die gesellschaftlichen Veränderungen an dem Geist nicht spurlos vorbeigegangen sind, füllt er sich nicht mehr als Sklave. Die Sklaverei sei je abgeschafft. Auch andere Wünsche kann er aufgrund der Fortschritte auf allen naturwissenschaftlichen Gebieten nicht mehr erfüllen. Der Mensch ist – so Kurd Lasswitz zumindest impliziert – aufgeklärter als zu Zeiten der Geschichten aus „1001 Nacht“, der Flair und der Sense of Wonder sind allerdings auch verschwunden. Pointierte Dialoge, einfache Situationen satirisch übertrieben extrapoliert und eine konsequente Pointe machen „Aladins Wunderlampe“ zu einer der unterhaltsamsten und am besten strukturierten Geschichten dieser Sammlung.



In Richtung Jules Vernes zielt „Apoikis“. Der Ich- Erzähler landet mit seinem Schiff an einer unbekannten Küste. Anscheinend haben sich vor vielen Jahrhunderten einige Anhänger der griechischen Dichter von ihrer Heimat aus neuen Ufern zugewandt und eine kleine, isolierte Zivilisation gegründet, die auf den Attributen Selbstversorgung und vollkommene Demokratie basiert. Staunend wird dem Ich- Erzähler diese im Grunde fiktive und außerhalb der ganz kleinen Gemeinschaft nicht lebensfähige Kultur präsentiert, die mittels Beobachtern auch über den Fortgang außerhalb ihrer kleinen Enklave informiert ist. Kurd Lasswitz gelingt es allerdings in dieser kleinen Reisestudie nicht, den Bogen zwischen diesem idealisierten, nur theoretisch möglichen Idyll und seiner Zeit zu schlagen. Daher wirken einige der hier prognostizierten Entwicklungen unglaubwürdig. Selten ist der intellektuelle Elfenbeinturm kompakter beschrieben worden. Der Stil ist deutlich sachlicher als in seinen modernen Märchen, die Diskussionen zumindest auf den ersten Blick philosophischer, allerdings die Wirkung der Geschichte weniger fokussiert. Kurd Lasswitz ist für „Apoikis“ mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet worden.

Einer der Epigonen Lasswitz Carl Grunert hat mit seinen überwiegend kurzen Texten das Genre der wissenschaftlichen Romanzen etabliert. 1886 verfasst Kurd Lasswitz mit „Der Traumfabrikat“ ebenfalls eine derartige Romanze. Das Volk ist in zwei Lager gespalten. Die einen Glauben ohne den Schmarotzer Schlaf auskommen zu können, für viele Forscher ist der Schlaf und damit das Träumen der notwendige Ausgleich zur immer mehr fordernden Zivilisation im Rahmen der industriellen Revolution und der fortschreitenden Forschung. So bietet bald der Traumfabrikat Traumkissen an. Allerdings mit teilweise fatalen Folgen, wie der Traumfabrikant bei der Verwandtschaft in spe feststellen muss. Eine kurze, kompakte und reichlich überdachte Geschichte. Mit bissiger Ironie entlarvt Lasswitz eine Reihe von Tendenzen. So gilt es als Meisterleistung des Redners, wenn sein Publikum während seines Vortrags einschläft. So erscheinen die Schlaflosen wie lebende Leichen, ihre Politik führt zum Raubbau des Körpers. Auf der anderen Seite in einer der ersten literarischen Auseinandersetzungen mit der Traumdeutung ist es für Menschen wichtig, im Schlaf und ihren Träumen zu einer inneren Ruhe zu finden. Die Romantik ist aus heutiger Sicht ein wenig schwülstig, aber alleine der Ideenreichtum der ersten Seiten entschädigt für manche heute altbacken wirkende Passage sowie die teilweise gestelzten Dialoge.


Zu den philosophischen Ergüssen gehört unter anderem auch „Musen und Weisen“, 1885 veröffentlich. Die neun Musen wollen die sieben Weisen Griechenlands auf einen Kaffee einladen. Die Musen sind der Meinung, dass zumindest diese Auserwählten nicht so dumm sind wie das Menschengeschlecht. Der Gruppe von Weisen schließt sich ein achter Mann an. Nach dem unterhaltsamen Auftakt verflacht die Geschichte deutlich, Kurd Lasswitz verfängt sich in philosophisch naturwissenschaftlichen Diskussionen und versucht zumindest impliziert seine „Schüler“ / „Leser“ ein wenig zu belehren. Der Plot weicht einem Stillleben von Zweigesprächen. Kurd Lasswitz Geschichte funktionieren immer am Besten, wenn der intellektuelle Gehalt seiner Texte ein entsprechender Plot gegenüber steht. Diese Balance wird in der vorliegenden Story leider nicht erreicht. „Der Schirm“ – 1893 geschrieben – ist eine Parabel nach dem Motto „kein Mensch ist eine Insel“. Ein Mann verbleibt unter seinem Schirm, weil er diese Welt kontrollieren kann. Erst im Zwiegespräch mit einer Elfe, der er von verlorenen Herzen erzählt, erkennt er, dass diese kontrollierbare Welt furchtbar einsam ist. Viel interessanter sind „Psychotomie“ (1885) und „Mirax“ (1888). In beiden Geschichten werden neue Wissenschaften entwickelt. Sie wird Heino Mirax zum Umkehrer der Wissenschaften, da er der Natur in Form des Erdgeistes die Notwendigkeit eines Selbstbewusstseins suggeriert. Zu den köstlichen Höhepunkten der Kurzgeschichte gehört die Begegnung des Erdgeistes mit einigen Menschen der Hauptstadt Berlin. Wobei ein Kellner Selbstbewußtsein mit der Tatsache gleichsetzt, kein Trinkgeld unter 5,-- Mark zu akzeptieren. Etwas beschwerlich wirkt der Hacken, der Selbstbewusstsein mit Liebe/ Verliebtsein gleichsetzt. So wirkt die Liason zwischen dem Erdgeist und dem Nordlicht eher unfreiwillig komisch als wirklich überzeugend. In „Psychotomie“ versucht ein Philosoph Ideale in beseelte bzw. unbeseelte Materie umzusetzen. Der Anfang der Geschichte ist ein wenig schwerfällig. Im Vergleich zu „Mirax“ muss zu viel Vorarbeit geleistet werden. Die zweite Hälfte des Textes ist allerdings sehr viel unterhaltsamer und dynamischer als zum Beispiel „Mirax“, dessen Plot nach einem dynamischen Anfang und einem exzellenten Mittelteil ein wenig zu tragend, zu belehrend geworden ist.
1887 veröffentlichte Kurd Laßwitz „Selbstbiographische Studien“. Entgegen der Erwartungen der Leser beschränkt sich Kurd Laßwitz nicht etwa auf das eigene Leben. Ganz Wissenschaftler stellt er drei Möglichkeiten der Biographie gegenüber: Die statische Methode, welche die Kunst des Dichtens auf die reine Faktensammlung reduziert; die historische Methode, in welcher der Autor quasi in die Steinzeit seiner Ahnen zurückkehrt und schließlich die metaphysische Methode, in welcher der Autor von Physischen ins Abstrakte abschweift und über alles schreiben kann, nur nicht sich selbst. Der Text ist ganz bewusst wie ein Vortrag aufgebaut und liest sich leicht mit lockerer Hand erzählt/ niedergeschrieben.

„Unverwüstlich“ – 1878 geschrieben – ist eine ironische lyrische Hommage an das Menschengeschlecht, das sich trotz aller Widerstände behauptet hat und eisern trotz aller Unbilden immer vorwärts strebt. Der Epilog - wieder ein Gedicht - zeigt Kurd Laßwitz Fähigkeit zur Selbstironie. So betrachtet er eine natürlich anmutige und hübsche Leserin, auf den ersten Blick in die Lektüre vertieft. Am Ende stellt der Erzähler fest, dass erstens das Mädchen eingeschlafen ist und es sich zweitens um das eigene Werk handelt.

Die zweite Sammlung im Rahmen der „Kollektion Laßwitz“ gibt einen umfangreichen und vielschichtigen Einblick in Kurd Laßwitzs umfangreiches Werk aus modernen Märchen, satirisch und autobiographisch gefärbte romantische Erzählungen und einige wenige ausgesuchte sowie sehr pointiert geschriebene Gedichte. Wie ein roter Faden zieht sich sowohl durch die modernen Märchen als auch Tierfabeln die Idee einer beseelten, einer lebendigen Natur, die auf den Menschen per se neugierig ist und ihm nicht mit Vorsicht oder Abscheu gegenüber steht. Diese Position erscheint angesichts der Einstellung des 19. Jahrhunderts der Flora und Fauna gegenüber verständlich, wirkt aber aus heutiger Sicht teilweise ein wenig zu antiquiert. Kurd Laßwitzs dreierlei Stärken werden in dieser Sammlung sehr prägnant herausgestellt und laden Neulinge ein, den Autoren auf vielschichtige Weise als Warner vor einer Verdummung der Menschen im Rahmen der fortschreitenden Industrialisierung; als Lehrer, der auf unterhaltsame Weise seine Schüler/ Leser unterhaltsam belehren möchte und als phantasievoller Autor kennen zu lernen. Thematisch offenbart die empfehlenswerte Sammlung „Seifenblasen“ den bislang breitesten Einblick in das Werk des Vaters der Science Fiction.

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Kurd LaĂźwitz: "Seifenblasen"
Anthologie, Hardcover, 192 Seiten
Dieter von Reeken 2009

Weitere Bücher von Kurd LaĂźwitz:
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