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Sachbücher



Elmar Schenkel

Der Prophet im Labyrinth

rezensiert von Thomas Harbach

Eine essayistische Erkundung nennt der Anlizist Elmar Schenkel seine Monographie zu H.G. Wells. Keine Biographie, noch weniger ein bis in die kleinsten Details gehende Analyse. Der 1953 bei Soest in Westfalen geborene Schenkel hat nach einem Studium der Kunstgeschichte, der Philosophie und Sinologie in Marburg nach Anglistik, Romanistik, Germanistik und Japanologie in Freiburg studiert. Er dissertierte 1983 über John Cowper Powys. Neben Schriften zu H.G. Wells oder Hugo Kükelhaus hat Schenkel eine Biographie Joseph Conrads veröffentlicht, sowie Reiseberichte und Phantastik geschrieben. Neben seiner Übersetzertätigkeit war er Herausgeber verschiedener Zeitschriften und ist seit 1983 Professor für englische Literatur an der Universität Leipzig.


Wer jetzt eine biographische Auseinandersetzung mit H.G. Wells Leben und Werk erwartet, wird überrascht. Nicht umsonst beginnt Elmar Schenkel seinen Bericht mit der Erfindung des Fahrrads. Zeit seines Lebens ist H.G. Wells ein Anhänger dieses Fortbewegungsmittels gewesen. Es bildete nicht nur die Grundlage eines lesenswerten und eher romantischen Reiseromans, auch in die Entwicklung seiner berühmtesten Maschine – der Zeitmaschine – ist es eingeflossen. Wie ein Radler auf großer Fahrt bewegt sich Schenkel mal sprunghaft, also schnell in die Pedale tretend, dann wieder geruhsam die Landschaft genießend durch Wells mit über einhundertsechzig Büchern und unzähligen Essays und sekundärliterarischen Artikeln umfangreichem Werk. Es empfiehlt sich, das Buch mit der Chronik von Leben und Werk zu beginnen. Hier werden alle wichtigen Daten und Stationen in Wells Leben kurz und sehr prägnant aufgelistet. Selbst erfahrene Wellsianer können so ihr Wissen noch einmal auffrischen, bevor sie in Elmar Schenkels unterhaltsam geschriebenes, aber mit Querverweisen, Hinweisen und Leseempfehlungen fast überquellendes Werk einsteigen.


Sehr detailliert zeigt Schenkel auf, wie sehr Wells sich seinen literarischen Ruhm mühsam auf den ersten Metern erkämpft hat. Er ist in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, hat als Tuchhändlerlehrling gearbeitet, dann Naturwissenschaften studiert und arbeitete als Hilfslehrer und später Journalist. Ein Nierenriss beim Fußball beeinträchtigte in den nächsten Jahren seine Gesundheit. Ein Freund überzeugte ihn, sich als Essayist zu versuchen. Die Magazine suchten immer neue Autoren. Nach einer großen Anzahl von Artikeln zu den unterschiedlichsten Themen und nur wenigen Kurzgeschichten – eine davon ist durchaus als Fingerübung zu „Die Zeitmaschine“ zu betrachten – veröffentlichte H.G. Wells 1894 seinen ersten Klassiker… die Zeitmaschine. Obwohl über die Jahrzehnte und die inzwischen zwei mehr oder minder gelungenen Verfilmungen Wells Gesellschaftskritik ihre Schärfe verloren hat, erarbeitet sich Schenkel an Hand dieses exemplarischen Wellswerkes eine gute und für den Leser absolut klar verständlich postulierte Basis, um die wichtigen roten Fäden im Werk des Briten zu analysieren. Von Anbeginn an ist Wells vom darwinschen Überleben des Stärkeren fasziniert und weiterhin ist er der Überzeugung, das der Mensch nicht die Krone der Evolution darstellt, sondern nur einen Schritt vom Rückschritt zum Tier entfernt sein Dasein fristet. Nur eine kontinuierliche intellektuelle Weiterentwicklung sowie eine Reform der bestehenden monarchistischen Gesellschaft hin zu einer sozialistisch- kommunistischen Gemeinschaft kann die menschliche Rasse vor ihm Untergang bewahren. An Hand der Morlocks als Exzesse der industriellen Revolution und den unschuldigen Eloi versucht Wells drastisch und plakativ seine politische Position im Rahmen eines klassischen aber von der Idee her innovativen Abenteuerromans zu verdeutlich. Erstaunlicherweise gehören die Eloi noch zu den Nachfahren der ehemals herrschenden Klasse, während die Morlocks als Nachkommen der unterdrückten Arbeiter die Macht übernommen haben. In seinen in erster Linie nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen Büchern wird nicht selten nur das bestehende System aus Machthabern – Adel, Politik und Militär – grotesk überzeichnet, während der klassische Mittelstand eher mit den rechtlosen Massen sympathisiert. Auch wenn es Wells nicht expliziert ausspricht, ist das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Eloi und Morlocks stärker als viele vermuten. Immerhin dienen die gezüchteten Eloi den Morlocks als Nahrung und ohne dieses „Fleisch“ wären sie nicht in der Lage, zu überleben, während die Eloi sehr wohl ohne die Morlocks leben und an der paradiesischen Oberfläche überleben können. Neben diesen Aspekten arbeitet Schenkel in seinem Essay vor allem Wells Einfluss auf das phantastische Genre heraus und zeigt an Hand von einigen Beispielen, wer von wem profitiert hat. Das Wells nicht für sich beanspruchen kann, die Zeitreise als Teil der phantastischen Literatur erfunden zu haben, ist vielleicht eine der wichtigsten Informationen, welche Schenkel in seinen umfangreichen Recherchen herausgefunden hat. Insbesondere wer sich für die Geschichte der phantastischen Literatur interessiert, hat mit dem vorliegenden Buch einen exemplarischen Wegweiser und inzwischen dank einer Reihe von Kleinverlagen wie Dieter von Reeken in Lüneburg auch die faktische Möglichkeit, die entsprechenden, hier angesprochenen Texte zu lesen. Bei den Fortsetzungen zu „Die Zeitmaschine“ geht der Autor zwar auf Friedells „Die Rückkehr der Zeitmaschine“ ein, Stephen Baxters ebenfalls auf Deutsch erschienener Roman „Die Zeitschiffe“ findet allerdings keine große Erwähnung. Ein Manko.

Elmar Schenkel streift nicht nur in seinem sehr umfangreichen Essay die wichtigsten Themen in H.G. Wells Werk, sondern versucht, einen möglichst umfassenden Überblick zu geben. So wird natürlich auf die Hysterie nach der Ausstrahlung der beiden Rundfunkfassungen von „Kampf der Welten“ eingegangen, von denen die zweite Ende der vierziger Jahre in Südamerika das Sprungbrett für elementare, aber inzwischen fast unbekannte Romane wie „Das Land der Blinden“ - Wells hat seinen Roman nur wenige hundert Kilometer vom Ausgangspunkt der zweiten Massenpanik nach einer Ausstrahlung einer Rundfunkadaption von „Kampf der Welten“ angesiedelt – ist. Er zeigt in einem der faszinierendsten Aspekte des Buches auf, wie stark zum Beispiel ein Oliver Sacks bei seinen frühen Forschungen auf Wells Werk eingegangen ist und wie genau der Brite geistige Erkrankungen nicht ausgeschlachtet, sondern mit entsprechender Ehrfurcht als Klotz am Beine seiner Charaktere betrachtet hat. In über 45 Jahren hat Wells ein breites Spektrum an Themen gestreift und dabei trotz aller außergewöhnlicher Ideen wie Jules Verne nicht nur eine Skepsis den Grenzen der Technik gegenüber geäußert, sondern vor allem immer wieder eine Abneigung gegenüber jeglicher Obrigkeit geäußert. Staatliche Systeme beinhalten genau wie phantastische Erfindungen Segen und Schrecken zu gleich. Dem Optimisten Wells kommt es in erster Linie auf den Charakter des Menschen an. Die Technik gibt seinen gebrochenen und lebensunfähigen Charakteren eine gewisse Macht über die Mitmenschen, die sinnvoll genutzt werden sollte. Sind es insbesondere in seinen Büchern vor dem Ersten Weltkrieg geschrieben einzelne Charaktere, welche sich diese Macht erarbeiten, fällt sie später seinen Protagonisten im wahrsten Sinne des Wortes in die Hände. In weiteren Kapiteln arbeitet Schenkel sehr überzeugend diese Prämissen heraus und schlägt vor allem den Bogen zu Menschen Wells, den er weder verherrlicht noch abgrundtief kritisiert. Ganz bewusst und das ist die Stärke dieser Monographie kann Schenkel noch zwischen literarischer Argumentation und dem nicht immer einfachen Charakter Wells unterscheiden. Das dieser neben seinen herausragenden Utopien sich auch als Journalist, Kämpfer sowohl für den Völkerbund als auch die Grenzenüberschreitende PEN Organisation eingesetzt hat, zeigt, das Wells nach dem Knackpunkt des Ersten Weltkriegs aus seinem Elfenbeinturm heruntergestiegen ist, um seine teilweise berechtigten, teilweise aber auch „phantastischen“ Thesen mit Leben zu füllen. Mehr und mehr arbeitete Schenkel den Menschen hinter seinen Äußerungen heraus und wenn er sich mit dem Journalisten auseinandersetzt, der Stalin interviewt hat bzw. später an Krebs erkrankte, rundet sich das Portrait sehr überzeugend ab. „Der Prophet im Labyrinth“ ist allerdings trotz aller Hintergrundinformationen keine klassische Biographie. Es empfiehlt sich im Vorwege, Artikel und Romane aus den unterschiedlichen Schaffensperioden Wells zu lesen, um ein Gefühl für den Autoren und Agitator zu erhalten. Insbesondere räumt Schenkel vor allem mit den teilweise haltlosen Thesen auf, das sich Wells für die Vernichtung des unwerteren Lebens, insbesondere der Behinderten und Schwerkranken eingesetzt hat. Im negativen Sinne steht allerdings im Mittelpunkt von H.G. Wells Werk in erster Linie der kaukasische Mitteleuropäer, den er aufs Heftigste kritisiert, dem er allerdings auch keine Mitglieder anderer Rassen vor die Nase setzt. Hier lässt sich gut ablesen, das sich Wells als Mensch nicht immer von seiner Umwelt absetzen konnte und vor allem seine späteren Visionen, die Olaf Stapledon mit seinen herausragenden Romanen noch extrapolieren sollte, teilweise auf einem brüchigen Fundament stehen. „Der Prophet im Labyrinth“ ist sehr fließend geschrieben, Schenkel geht ausführlich mit kurzen, prägnanten Inhaltsangaben auf die zu besprechenden Romane ein und unterstreicht an sehr vielen Stellen, das er sich insbesondere in der frühen internationalen Phantastik sehr gut auskennt. Seine Kritik ist pointiert und ist begründet. Insbesondere stellt er sehr gut die Zusammenhänge zwischen einzelnen Phasen in Wells Werk und seinem Leben her. Er geht auch ausführlich auf seine Freundschaft zu Chesterton sowie Joseph Conrad ein. Insgesamt eine interessante und vor allem lesenswerte Monographie, welche die Zweitlektüre einer Reihe von Wells Romanen bereichert sowie auf viele unbekannte, aber elementare Bücher in seinem Schaffen hinweist. Außerdem folgt Schenkel nicht sklavisch den wichtigsten Daten in H.G. Wells Leben und lockert so das Essay lesetechnisch auf. H.G. Wells beendet das Buch mit seinem ironischen Nachruf auf den eigenen Tod mit 97 Jahren.

Elmar Schenkel: "Der Prophet im Labyrinth"
Sachbuch, Softcover, 354 Seiten
DTV 2004

ISBN 9-7834-2313-2435

Leserrezensionen

Leserrezensionen
28.11.11, 12:00 Uhr
vente privée
unregistriert


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