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Perry Rhodan



Hans Kneifel

Höllenwelt 3:
Dämmerung über Höllenwelt

rezensiert von Thomas Harbach

Hans Kneifel legt mit „Dämmerung über Höllenwelt“ den Abschluss einer weiteren Fanpro Trilogie um den unsterblichen Arkoniden vor. Als Abschlussband ist der vorliegende Roman inklusiv gegen Ende stärker werdender stilistischer Eigenheiten von Hans Kneifel sehr markant strukturiert worden. Obwohl niemals richtig langweilig passiert bis weit in die Mitte des Plots nicht sonderlich viel. Unbewusst hat der Leser das Gefühl, einen Ausflug in die zugegeben einzigartige Flora und Fauna dieser exotischen wie interessanten Welt zu unternehmen. Und das aus zweit sehr unterschiedlichen Perspektiven.
Anfänglich steht der nach seinem Einsatz auf dem Planeten Redeye vermisste Captain Rulan Karkeron im Mittelpunkt des Geschehens. Er ist von den Männern der Libra- Organisation gefangen genommen, an Bord einer uralten Gazelle und schließlich in einer waghalsigen wie im Grunde nicht sonderlich verständlichen Aktion zur Höllenwelt geflogen worden. Karkeron kann die beschädigte Gazelle vor seinen Wächtern verlassen, die anscheinend nicht mit seinem Deflektorschild gerechnet haben. Er kann ihnen nicht folgen, da die grotesk aussehenden Neversames auf das Schiffswrack zustreben, um es auszuschlachten. Nachdem Karkeron das Deflektorschild ausgeschaltet hat, umringen ihn die Neversames und bringen ihn zu ihrer Station, wo Karkeron nach eingehenden Untersuchungen die Geschichte der Höllenwelt von Saven Finnegan erfährt.
Der Anfang des vorliegenden Romans folgt ein wenig zu sehr dem Schema F. Wie schon angesprochen macht die Entführung zu erst keinen Sinn. Das später die Überlebenden Libra- Männer ohne größere Suchaktionen das gestrandete Raumschiff verlassen und ihrer Station zustreben, erscheint noch unlogischer. Halten sie Karkeron für tot? Außerhalb der vermeintlichen Sicherheit des Schiffes umgehend ums Leben gekommen? Immerhin verfügt – wie die Libra Männer wissen – Karkeron über eine gewisse Ausrüstung. Mit dem Auftauchen der exotischen Lebensformen, die irgendwo zwischen Faszination und Tragik angelegt worden sind, gewinnt der Roman an Tiefe. Der inzwischen auch für die Trilogien fast obligatorische Rückblick – stilistisch sicherlich ein ideales Mittel, um wichtige Aspekte der vergangenen Ereignisse kompakt und nicht spannungs mindernd zu vermitteln – beendet den interessantesten Abschnitt des vorliegenden Romans. Höllenwelt ist ein Planet, über den der Leser fast zu wenig erfährt. Da sich der letzte Teil des Plots eher auf Actionszenen inklusiv eines archaischen wirkenden Zweikampfes zwischen Atlan und natürlich dem bislang im Hintergrund agierenden Feind konzentriert, wird in dieser ruhigeren Aufbauphase einiges an Potential zu Lasten einer spürbaren Schwatzhaftigkeit des Autoren verschenkt. Insbesondere einige Dialoge sind derartig unnatürlich und gestelzt geschrieben, das die Atmosphäre immer wieder negiert wird. Negativer Höhepunkt ist in dieser Hinsicht der Funkverkehr zwischen Karkeron und Atlan, der auf einem unterirdischen Niveau geschrieben worden ist.
Lordamiral Atlan, Fellmer Lloyd und einige andere Helfer versuchen die Kontrolle über ihre Kaulquappe wiederzugewinnen, während diese kurz nach dem obligatorischen Absetzen eines natürlich auf ihre mögliche Position hinweisenden Notrufs durch einen schlauchähnlichen Korridor ausgerechnet zur Höllenwelt gezogen werden und hart auf dem Planeten aufschlagen. Atlan und sein Team gehen an Bord eines Shifts – in Bezug auf die benutzte Technik schlagen aller Rhodan Nostalgie Fans deutlich schneller - und versuchen eine zitadellenartige Festung zu erreichen, auf die schließlich auch Karkeron in der Parallelhandlungsebene nach einigen erklärenden Gesprächen zusteuern darf. Diese Reisen sowohl Atlans als auch Kerkeron zeigen die absolut unberechenbare Flora und Fauna dieses Planeten, auch wenn der Angriff der Mordvögel eher an Flash Gordon denn einen auf alt gemachten „Atlan“/ USO Roman erinnert. Die verschiedenen Naturspektakel werden von Hans Kneifel allerdings derartig kitschig verklärt beschrieben, das sich der Leser plötzlich wie in einem Reiseroman vorkommt. Das die einzigartigen Bakterien des Planeten die genetischen Strukturen der Menschen auflösen und diese verformten Wesen zurücklassen, ist insbesondere Karkeron und damit dem Leser schnell klar. Darüber hinaus wird diese sich ausgebildete Gesellschaft über weite Strecken wirklich fremdartig und von den dem Menschen bekannten Sozialsystem verschieden beschrieben. Etwas übertrieben wirkt, dass das intellektuelle Erbe der Menschheit eher passend in Vergessenheit geraten ist. So sind sowohl der Name der Ilias als auch des Verfassers Homers so zerstückelt worden, dass Karkeron den Ursprung ohne Probleme erkennen kann. Das wirkt teilweise zu sehr bemüht. Im letzten Drittel des Romans werden allerdings diese gesellschaftlichen Verfremdungen zu Lasten des Romans förmlich über Bord geworfen und der Leser fragt sich, ob die von Atlan angestrebte Radikalkur hinsichtlich der wenigen verbliebenen Höllenweltbewohner über die Heilung seiner infizierten Männer hinaus wirklich notwendig ist. Das reiht sich leider in die Idee ein, erst eine Krankheit zu erfinden, dann ein Heilmittel zu entwickeln und damit die Menschen in absolute Abhängigkeit zu bringen, ist allerdings nicht neu und wurde in dem im Heyne- Verlag veröffentlichten Sechsteiler „Ara Toxin“ schon angerissen. Das der dritte „Höllenplanet“ Roman zumindest eine ähnliche Karte aus den Rückblicken heraus zu spielen sucht, erscheint eher unglücklich als wirklich originell. Hier hätten sich die Verantwortlichen etwas Besseres einfallen lassen sollen, zumal die Grundprämissen auch in zahlreichen Planetenromanen zum Exzess extrapoliert worden sind.
Trotz der angesprochenen Schwächen gehört „Dämmerung über Höllenwelt“ zu Hans Kneifels besseren Arbeiten der letzten Jahren. Die teilweise stark spürbare Lust- kombiniert mit einer Einfallslosigkeit im Detail ist verschwunden. Wie schon angesprochen gehören die Hintergrundbeschreibungen insbesondere im Vergleich zu den im Verlaufe des Buches wieder zu blumig bis zu penetrant belehrend geschriebenen Dialogen zu den Stärken des Buches. Erstaunlicherweise überzeugt Karkeron insbesondere im Vergleich zum Lordadmiral Atlan und seinem dieses Mal eher vorlauten Extrasinn deutlich mehr. Kneifel setzt sich sehr detailliert mit der Figur auseinander und bemüht sich, nach anfänglichem plottechnischen Stottern den USO Spezialisten als ausgesprochen verständnisvollen, aber trotzdem weiterhin misstrauischen Menschen in einer Extremsituation zu beschreiben. Das insbesondere die Neversames entgegen ihres deformierten Aussehens in ihrem Inneren menschlicher als viele andere humanoide Charaktere sind, ist eine konsequente Extrapolation des exotischen Szenarios. Während insbesondere Atlan als Figur blass bleibt, enttäuscht der von einem Schwächeanfall quasi zum nächsten taumelnde Fellmer Lloyd. Nur wenn seine Parafähigkeiten benötigt werden, wacht er aus seinem Permanentkoma kurz auf, weißt den Weg, um dann wieder im Hintergrund des Buches im wahrsten Sinne des Wortes zu verschwinden. Als klassische Antagonisten dienen nicht nur die Männer der Libra Organisation, deren Freiheitskampf anfänglich missverstanden worden ist, sondern die metamorphen Söldner sowie das an eine Kreatur der Golden Fifthies erinnernde Darakh Wesen, dessen Fähigkeit der geistigen Manipulation bzw. Versklavung allerdings ein wenig zu sehr nach dem Rechenstab eingesetzt worden ist. Hinsichtlich des finalen Endkampfes hat sich Hans Kneifel irgendwie am fünfzigsten Perry Rhodan Heft „Der Einsame der Zeit“ orientiert. Vielleicht eine ganz persönliche Geburtstagshommage des Münchner Autoren, sie wirkt aber angesichts der galaxisweiten Bedrohung durch das Darakh Wesen zu profan und zu wenig wirklich packend beschrieben. Der Leser hat das unbestimmte Gefühl, als wollte Hans Kneifel nicht nur den Roman endlich nach einem zu detaillierten, sehr „ruhigen“ Auftakt beenden, sondern als fiele ihm nicht viel ein, um eine wirklich interessante finale Konfrontation zu beschreiben.
Zusammengefasst ist „Dämmerung über Höllenwelt“ ein insgesamt solider, teilweise überdurchschnittlicher Abschluss einer der besseren „Fanpro“ Atlan Miniserien. Aus der Grundprämisse hätten die Autoren aber sehr viel mehr machen können, viel Potential insbesondere hinsichtlich der Höllenwelt bleibt leider auf der Strecke.


Hans Kneifel: "Höllenwelt 3: Dämmerung über Höllenwelt"
Roman, Softcover, 302 Seiten
Fanpro 2010

ISBN 9-7838-9064-1997

Weitere Bücher von Hans Kneifel:
 - Atlan X Band 3: Das schwarze Schiff
 - Die interstellaren Freihändler
 - Illochim- Trilogie Band 1: Das Relikt der Macht
 - Lemuria 2 - Der Schläfer der Zeiten
 - Monolith 3: Echo der Verlorenen
 - Perry Rhodan Action 17 - Das Auge des Kosmos
 - Perry Rhodan Action 3 - Rhodan mal tausend
 - Perry Rhodan Action 30 - Das dunkle Korps

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