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Perry Rhodan



Achim Mehnert

Höllenwelt 2: Das Erwachen

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Das Erwachen“ liegt der zweite Band des Höllenwelt Dreiteilers aus der Feder Achim Mehnerts vor. Der Mittelteil der Trilogie ist im vorliegenden Fall eine sehr undankbare Aufgabe, da Atlan erst am Ende des Buches zur Höllenwelt direkt aufbricht, auf welcher der letzte Band der Trilogie aus der Feder Hanns Kneifels spielen wird. Achim Mehnert muss den Schwung des gelungenen Auftaktbandes aus der Feder Rüdiger Schäfers konservieren, ohne all zu viel vom kompakten Plot zu verraten und einen entsprechenden Nährboden für den letzten Roman bereiten. Nicht alle Teile des vorliegenden Romans funktionieren wirklich überzeugend. Vor allem schüttelt der Leser über Atlans naive Starrköpfigkeit – die sich wahrscheinlich im letzten Roman auszahlen wird – mehrmals den Kopf. Nur weil er eine Frau mal geliebt hat, muss sie nicht grundsätzlich nur gut sein. Der Kanon der Perry Rhodan Serie hat den Arkoniden mehrmals eines Besseren belehrt.

Atlans ehemalige Geliebte Rhaen Tolsom wird auf der Erde angeklagt, für den Tod von zweitausend Kolonisten verantwortlich zu sein. Atlan hat zusammen mit Perry Rhodan Rhaen Tolsoms gegen einen neuartigen Roboter des Vario Programms ausgetauscht. Anscheinend merken weder die Richter noch die Öffentlichkeit diesen blanken Verstoß gegen Recht und Ordnung. Während der Prozess läuft, versucht Atlan mittels einer Handvoll ausgewählter Spezialisten Rhaen Tolsom zu „heilen“ bzw. herauszufinden, ob sie wirklich aus freiem Willen gehandelt hat. Gleichzeitig legt Atlan falsche Spuren, um die aus seiner Sicht verantwortlichen Drahtzieher eines möglichen Komplotts aus ihren Verstecken zu locken. Das Endergebnis dieser waghalsigen und aufgrund der vorhandenen Informationen eher über Knie gebrochenen Aktion ist eine weitere lebensbedrohliche Situation für seine ehemalige Geliebte und die Gefahr, dass Außenstehende den Betrug höchster Regierungsstellen erkennen. Um die Verwirrung zu vervollständigen, ist Rhean Tolsoms Gedächtnis von einem Hypnoblock umgeben, der ihre wirkliche Identität verschleiert. Natürlich zeichnet sich am Ende des Buches ab, dass Atlans Geliebte in Wirklichkeit nur ein Werkzeug im Hintergrund operierender Mächte ist, deren Ziele über den kleinen unscheinbaren Kolonialplaneten Redeye hinausreichen. Atlan bricht am Ende des Romans wie schon zu Beginn des Plots erwartet zum Höllenplaneten auf, um die Antagonisten direkt zu stellen.

Schon die Zusammenfassung zeigt, dass der vorliegende Roman „Das Erwachen“ im Grunde sehr wenig eigentlichen Plot anbietet, welcher den Minizyklus vorantreibt. Die erste Hälfte des Romans dominiert eine Gegenwartsebene unterbrochen von Atlans Erinnerungen. Das Geschehen springt eher hektisch zwischen diesen beiden Spannungsbögen hin und her ohne wirklich wichtige Fakten zu offenbaren. Rhodan taucht ab und an als moralischer Mahner auf, der sich schließlich von Atlan überzeugen lässt, die irdischen Gesetze zum Wohle eines eher ambivalent formulierten höheren Gutes zu beugen, wenn auch nicht zu brechen. Es ist schon erstaunlich, wie wenig moralische Skrupel insbesondere Perry Rhodan gegenüber der eigenen Legislative zeigt. Die Beweise für Rhaen Tolsoms Unschuld sind eher spärlich und subjektiv. Es ist schade, dass Götz Roderer und damit auch Achim Mehnert auf diesen Kniff zurückgegriffen haben. Sie negieren im Grunde die unterentwickelte Spannungsebene. Ein Wettrennen gegen die Zeit mit packend geschriebenen Gerichtsszenen, in denen Rhaen Tolsoms unter erdrückenden Beweisen verurteilt zu werden droht, wäre nicht unbedingt origineller, aber handlungstechnischer deutlich spannender gewesen. So wartet der Leser nur darauf, das Atlan bei seinen zum Teil etwas umständlich angelegten Tricks und Finten eine Spur der eigentlichen Antagonisten findet und dann geradlinig sich auf diese zu bewegt. Diese Konstellation hat sich schon in einer Reihe der Atlan/ Fanpro Minizyklen abgespielt und wirkt im vorliegenden Band vorhersehbar und zu routiniert heruntergeschrieben.
Noch mehr als der umfangreiche „Monolith“ Zyklus erinnert der „Höllenwelt“ Dreiteiler allerdings an die ersten fünfzig USO Agentenabenteuer der Atlan- Serie. Die Actionszenen sind solide über den ganzen Roman verteilt. Sie sind kompakt und packend geschrieben, die Atmosphäre ist stimmig und Achim Mehnert ist ein inzwischen so erfahrener Autor, das er die Balance zwischen diesen actionorientierten Höhepunkten und der Charakterentwicklung sehr gut halten kann. Viele Passagen lesen sich ungemein kurzweilig, auch wenn dem Leser erst rückblickend aufgeht, dass im Grunde nicht viel geschehen ist. Die eigentlichen für den ganzen Zyklus elementaren Informationen hätten auch am Ende des ersten Bandes präsentiert werden können. So bleibt „Das Erwachen“ plottechnisch ein klassisches Mittelstück einer Trilogie, weder Fisch noch Fleisch.

Achim Mehnert ist aber einer der jungen Autoren, der insbesondere mit der Figur des alten Arkoniden sehr viel anfangen kann. Die Ehrfurcht der ersten Arbeiten ist wie bei Rüdiger Schäfer inzwischen gewichen. Der Arkonide wird dickköpfig, spröde, teilweise egoistisch, dann wieder planerisch weit voraus denkend und entschlossen beschrieben. Diese einzelnen Facetten der Persönlichkeit des Arkoniden beschreibt Achim Mehnert ausgesprochen gut und die Zwiegespräche mit seinem Extrasinn diesen in erster Linie dazu, die Handlung ein wenig voranzutreiben und nicht der Seitenschinderei. Neben Atlan kann aber leider keine andere Figur wirklich überzeugen. Die Auftritte des Großadministrators sind zu spärlich, um sie wirklich beurteilen zu können. Bei Rhaen Tolsom werden absichtlich falsche Spuren gelegt, um sich vor dem Leser die unwahrscheinliche Chance offen zu halten, sie könnte aus freiem Willen zweitausend Menschen umgebracht haben. Alle anderen Figuren werden plottechnisch effektiv eingesetzt, Achim Mehnert nimmt sich aber nicht die Zeit, sie wirklich als interessante Nebenfiguren zu entwickeln. Vor allem fehlt dem Roman ein charismatischer Antagonist, der etwas realistischer als die Schurken aus dem „Monolith“ Zyklus, dem „Tefroder“ Zyklus oder der Action- Miniserie sein sollte. Die vielen Andeutungen und schließlich im letzten Viertel des Buches die ersten konkreten Spuren können das Schurkenvakuum nicht annähernd ausgleichen.

Zusammengefasst kann „Das Erwachen“ nicht an den Auftaktband des „Höllenwelt“ Zyklus „Rhaens Ruf“ heranreichen. Zu viel wird der ganzen Trilogie geschuldet, zu wenig aus der Handlung heraus entwickelt. Achim Mehnerts angenehm zu lesender kurzweiliger Stil unterhält auf den gut dreihundert Seiten zufriedenstellend, aber die im Leser nach dem Auftaktband erweckte Erwartungshaltung wird jetzt auf die Schultern Hanns Kneifels gelegt, der seinen Abschlussroman endlich und hoffentlich nicht zu spät auf der Höllenwelt spielen lässt.

Achim Mehnert: "Höllenwelt 2: Das Erwachen"
Roman, Softcover, 320 Seiten
Fan Pro 2009

ISBN 9-7838-9064-1980

Weitere Bücher von Achim Mehnert:
 - Illochim- Trilogie Band 2: Im Bann der Gatusain
 - Monolith 6. Sprung ins Jenseits
 - Perry Rhodan Action 15 - Trabant der Opulu
 - Perry Rhodan Action 21 - Die Puppe Tanisha
 - Perry Rhodan Action 27 - Mutantenschule Crest
 - Perry Rhodan Action 28 - Das Venusgehirn
 - Perry Rhodan Action 4 - Festung der Regenten
 - Perry Rhodan Action 8 - Sternentod
 - Rudyn- Trilogie Band 1"Die PSI--Kämpferin"
 - Sternendschungel 28: Element X
 - Sternendschungel Galaxis 13: Raumschiff der Verlorenen
 - Sternendschungel Galaxis 17 "Sonne des Vergessens"
 - Sternendschungel Galaxis 18: die zweite Macht
 - Sternendschungel Galaxis 24: Hyper Ingenieure
 - Sternendschungel Galaxis 27: Achtzig Völker
 - Sternendschungel Galaxis 33: Entführte Seelen
 - Sternendschungel Galaxis 34: Im Banne der Rahim...
 - Sternendschungel Galaxis 37: Rückkehr zu den Rags
 - Sternendschungel Galaxis 42: Galaktische Notare
 - Sternendschungel Galaxis 45: Die Macht der Symbionten
 - Sternendschungel Galaxis 48: Schlacht über Odour
 - Sternendschungel Galaxis 51: Unglaubliche Lösung
 - Sternendschungel Galaxis 54: Drakhon für immer?

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