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Perry Rhodan



Rüdiger Schäfer

Höllenwelt 1: Rhaens Ruf

rezensiert von Thomas Harbach

Mit der „Höllenwelt“ Trilogie kehren die zur Zeit des späten Solaren Imperiums spielenden ATLAN Taschenbücher wieder zum bekannten Dreiband Muster zurück. Wie bei der zu umfangreichen „Monolith“ Serie basiert der vorliegende Zyklus auf einer Idee und einem Expose Götz Roderers. Rüdiger Schäfer schreibt neben Achim Mehnert den zweiten Band der Trilogie. Auch wenn Götz Roderer Andeutung, das sich im letzten Roman des Monolith- Zykluses Hinweise auf die Höllenwelt finden, sind beide Miniserien autark. Im Vergleich zu den eher statischen Perry Rhodan Zyklen im Heyne Verlag variiert der Auftakt der Roman. So beginnt „Rhaens Ruf“ eher ruhig, bisweilen fast ein wenig phlegmatisch. Rüdiger Schäfer kennt den Arkoniden inzwischen so gut, dass er diese Passagen mit pointierten Dialogen und einigen wenigen Anspielungen- unter anderem auch auf einen im gleichen Jahr spielenden Planetenroman aus der Feder des populären Peter Terrid – zufriedenstellend und lesenswert entwickeln kann, ohne auf zahllose und nicht selten übertrieben geschriebene Actionpassagen zurückzugreifen.

So befindet sich Atlan auf einer diplomatischen Mission. Dabei muss er sich mit dem übertrieben beschriebenen Herrscher eines kleinen eine Handvoll bewohnbarer Planeten in benachbarten Sonnensystemen umfassenden Sternenreiches auseinandersetzen. Das das diplomatische Geschick nicht unbedingt dem Arkondiden auf den Leib geschrieben ist, macht Rüdiger Schäfer genauso deutlich wie die eher an ein Klischee erinnernde Karikatur des natürlich engstirnigen und bornierten Diplomaten. Auf der diplomatischen Mission erreicht ihn der Hilferuf seiner ehemaligen Geliebten und immer speziellen Freundin Rhaen Tolsom. Sie lädt eher ihn auffordernd als bietend auf ihre Heimatwelt ein. Dabei handelt es sich um den ehemaligen terranischen Kolonialplaneten Redeye, der sich vor vielen Jahren vor einer in der Galaxis herrschenden Seuche gegenüber anderen Welten abgeschottet hat. Wie der Leser in einigen Rückblicken erfährt, ein sinnloses Vorgehen. Atlan landet mit einer kleinen, aus fünf natürlich besonderen und etwas exzentrischen Spezialisten bestehenden USO Einheit auf der Welt und wird nicht unbedingt herzlich begrüßt. Ein Attentat wird auf ihn verübt und schnell hat er auch nach der ersten Begegnung mit der natürlich immer noch attraktiven Rhaen Tolsom das unbestimmte Gefühl, als erzähle sie ihm auch nicht die Wahrheit über die wahren Machthaber des Planeten und die augenscheinlich politisch motivierten Attentäter.

Handlungstechnisch ist der vorliegende Auftaktroman „Rheans Rufs“ eine solide geschriebene und an die ersten fünfzig Roman der in den sechziger Jahre gestarteten „Atlan“ Heftromane erinnernde Geschichte. Im Gegensatz zu den PR Miniserien, in denen sich Rhodan im Grunde nur aufgrund der Konstruktionen des Expose zu entfernten Welten oder Galaxien und damit in unmittelbare Gefahr begeben hat, extrapolieren es Schäfer und Roderer mit dem Bittgesuch der ehemaligen Geliebten deutlich glaubwürdiger. Weiterhin stürzt sich Atlan positiv gesprochen nicht blind ins Abenteuer, sondern stellt sich eine interessante und hoffentlich im Verlaufe der folgenden zwei Romane gezielt eingesetzte Spezialistentruppe zusammen. Ohne den Roman mit Rückblicken zu überfrachten, skizziert Rüdiger Schäfer deren letzte umstrittene Mission und erschafft dreidimensionale und vor allem auch glaubwürdige Nebenfiguren. Mit der Landung auf dem Planeten sackt das Spannungsmoment aber stark ab. Rüdiger Schäfer benötigt eine spürbare teilweise etwas Seitenschindende Menge Platz, um eine Reihe von Klischees zu umschiffen. Das Attentat ist interessant beschrieben, aber der Leser weiß, dass im Grunde dem Arkondiden kein Haar gekrümmt wird. Auch wirkt der Planet seltsam eindimensional beschrieben. Rüdiger Schäfer gelingt es nicht, eine exotische Stimmung zu erzeugen und eine Seite laufen die einzelnen Handlungsfäden ein wenig zu vorhersehbar ab. Dabei legt der Autor scheinbar mit der pazifistisch orientierten Freiheitsbewegung LIBRA noch eine falsche Spur. Erst mit den Robotern, die menschliche Fragmente beinhalten, nimmt der Roman wieder an Fahrt auf.

Das liegt in erster Linie an der soliden bis gelungenen Charakterisierung der handelnden Protagonisten und einer Reihe von gut platzierten kleinen Ideen. Dabei schwankt Rüdiger Schäfer zwischen überzeugender Hommage und teilweise etwas bizarrer David Lynch Verliebtheit – hier sei nur auf die Spezialität verwiesen, die Atlan zusammen mit dem Herrscher des in diplomatischer Mission besuchten System in Gourmetmanier verspeist – hin und her. Mit den vielen kleinen Details kann der Leverkusener auch überspielen, das handlungstechnisch in seinem Roman vergleichbar den „Monolith“ Abenteuern im Grunde nur eine Heftromanhandlung auf Taschenbuchumfang aufgebläht abläuft. Im Gegensatz zu anderen Autoren wie zum Beispiel dem manchmal sehr lustlos wirkenden Hanns Kneifel, dem Literatursadisten Marcus Michael Thurner – nach diesem Zyklus Gerüchten zufolge leider wieder Autor der „Atlan“- Taschenbuchexposes – oder dem schwafelnden Christian Montillon steht Rüdiger Schäfer dem Perry Rhodan Kosmos im Allgemeinen und seiner eigenen Mitarbeit im Besonderen noch mit der notwendigen, aber niemals devoten Ehrfurcht gegenüber. Hinzu kommt, dass er sich seit seinen ersten Schritten im professionellen Bereich vor knapp vier Jahren deutlich weiter entwickelt hat. Seine Dialoge sind pointiert und kraftvoll. Insbesondere die teilweise hochnässige, sarkastische Art des Arkondiden hat er im vorliegenden Roman überzeugend beschrieben. Dazu kommen die interessant angelegten, aber niemals überzeichneten Nebenfiguren. Dabei bleibt Rhaen eher blass und wirkt wie ein Stichwortgeber. Die Chemie zwischen diesen beiden Figuren scheint noch nicht zu stimmen. Hanns Kneifel hat es in seinen Atlan X Abenteuern besser verstanden, dem Arkoniden nicht nur hübsche, sondern auch schlagfertig intelligente Gefährtinnen an die Seite zu schreiben. Es sind die anderen Nebenfiguren wie schon angesprochen die fünf Spezialisten, welche ganz überzeugen können. Leicht exzentrisch, aber von ihrer Mission überzeugt. Insbesondere verzichtet Rüdiger Schäfer auf das martialische Gehabe, das von der Perry Rhodan Action Serie kommend anscheinend wieder Einzug in den PR Kosmos gehalten hat. Die Actionszenen sind zumindest nicht um ihrer Selbst Willen geschrieben und die Vorgehensweise Atlans wirkt im allerdings nicht immer wirklich überzeugenden und innovativen Konzept des ersten „Höllenwelt“ Romans logisch und für den Leser nachvollziehbar.

Im Vergleich zum laufenden „Tefroder“ Zyklus im Heyne Verlag überzeugt der vorliegende Auftaktband der „Höllenwelt“ Miniserie dank des soliden Schreibstils, einer stringenten, positiv gesprochen „altbacken“ vertrauten, aber nicht zu expressiven Handlung und vor allem überwiegend gut gezeichneten Figuren. „Höllenwelt“ verspricht nach einigen Durchhängern und den leider unübersehbaren Längen beim „Monolith“ Sechsteiler wieder ein guter Zyklus zu werden.



Rüdiger Schäfer: "Höllenwelt 1: Rhaens Ruf"
Roman, Softcover, 325 Seiten
Fanpro 2009

ISBN 9-7838-9064-1973

Weitere Bücher von Rüdiger Schäfer:
 - Illochim-Trilogie Band 3: Der Traum des Navigators
 - Monolith 2: Todeszone Zartyrit

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