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Perry Rhodan



Hans Kneifel

Atlan X Band 3:
Das schwarze Schiff

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Das schwarze Schiff“ liegt der dritte und abschließende Band der „Kreta“- Trilogie aus der Feder Hanns Kneifels vor. Allerdings suggeriert das offene Ende – ATLAN beleuchtet zum wiederholten Male im Rahmen der Zeitabenteuer die immer sehr wage gehaltenen Hinweise der Superintelligenz ES -, das es weitere Abenteuer geben wird.

Der Handlungsbogen schließt sich nahtlos an das Ende des zweiten Bandes ist. Um in erster Linie die Zusammenhänge hinter den Kulissen sowie einige wenige Nuancen zu verstehen, ist es sinnvoll, die ersten beiden Bände der Trilogie gelesen zu haben. Wer auf ein tiefer gehendes Verständnis insbesondere hinsichtlich der Interaktion einzelner Figuren verzichtet, kann den vorliegenden Roman aber auch ohne Probleme isoliert goutieren. Alleinstehend betrachtet ist der Plot des vorliegenden Romans stringent, aber auch dünn.

ATLAN verfolgt mit einer Handvoll roter Krieger – Roboter – unter Deck die Entführer von vierzehn Mädchen und Frauen, die von der Hauptinsel Kreta in einem riskanten Unternehmen gekidnappt worden sind. Darunter auch Asyrta- Maraye, Atlans Lebensabschnittsbegleiterin. Die Handlung springt fortan auf drei Ebenen mehr oder weniger hin und her. Atlans Suche inklusiv des Besuchs verschiedener Inseln. Hier findet der Arkonide unter anderem in einer abgeschieden gelegenen Felshöhle einen Ankh als Zeichen, das die frühen Kulturen enger miteinander verbunden gewesen sind als allgemein angenommen. Auf einer anderen Insel erhalten die Suchenden Hinweise auf die Route des Schiffes und müssen sich vor einem Sturm schützen. Auf der zweiten Handlungsebene verfolgt der Leser das Schicksal der gefangenen Frauen, die den Umständen entsprechend als wertvolle Ware behandelt werden. Die dritte Handlungsebene beschreibt das Ziel beider Schiffe. Die Insel eines machtgierigen Herrschers, der sich momentan auf Kaperfahrt befindet. Sein Stellvertreter entpuppt sich als fieser Schurke, die auf leichtes Bondage steht. Diese drei Handlungsebenen laufen unweigerlich zusammen. Nach zwei Dritteln des Buches ist der Spannungsbogen natürlich erfolgreich abgeschlossen, aber bei der Jagd nach dem Oberschurken wird Atlan schwer am Kopf verletzt, was zu einem sehr langen Epilog mit einigen fragwürdigen Handlungen des offensichtlich nicht geistig zurechnungsfähigen Arkoniden führt.

Es ist auf den ersten Blick auch an Hand dieser Zusammenfassung erstaunlich, dass Hanns Kneifel diese sehr dünne Handlung auf Romanlänge strecken konnte, ohne seine Leser wirklich zu langweilen. Im Gegensatz zum überdrehten und pompösen Stil des erstens Bandes „Lotse im Sandmeer“ – wie die einzelnen Teile der Trilogie zumindest teilweise zusammenhängen ist eines der wenigen Spannungselemente des vorliegenden Buches – ist „Das schwarze Schiff“ stilistisch farbenprächtiger, aber auch zugänglicher geschrieben. Die Dialoge sind immer noch gestelzt, aber die Beschreibungen insbesondere der verschiedenen Inseln, aber auch der Gefahren des unberechenbaren Mittelmeers wirken homogen. Mit kleinen Episoden lenkt Hanns Kneifel von der Tatsache ab, dass sich in der ersten Hälfte handlungstechnisch im Grunde gar nichts tut. Die einzelnen Bewegungen sind vorhersehbar und selbst der Autor räumt ein, dass der Arkonide auf das Prinzip des plottechnischen Zufalls hoffen muss, um unter den tausenden von unbewohnten und bewohnten Inseln schließlich auch mittels Augenzeugen und seinen fliegenden Roboteraugen auf die Richtige zu stoßen. Dabei geht Atlan insbesondere bei einer Landung mit einer eindrucksvollen, aber das Ziel gänzlich verfehlenden Demonstration seiner Macht weit über das angestrebte Ziel heraus. Diese Sequenz wirkt unfreiwillig komisch und erinnert ein wenig zu stark an die Exzesse des insgesamt vierten, chronologisch aber ersten „Star Wars“ Films. Die eigentliche Befreiung – der eigentliche Höhepunkt des Buches – erscheint sehr schematisch beschrieben und wirkt auch zu wenig originell. Alle Elemente sind vorhanden, aber Hans Kneifel handelt sie lehrbuchmäßig ab, ohne den Leser wirklich zu überraschen. Einzig Atlans Fall und anschließende langwierige, aber natürlich erfolgreiche Heilung weckt noch einmal das Leseinteresse. Hier hätte aber Hans Kneifel seinen Helden gänzlich aus dem Verkehr ziehen sollen und seine Mitstreiter die Rettung organisieren lassen. Die ganze Szenerie wirkt leider nur wie ein Anhängsel an eine Trilogie, die handlungstechnisch in zwei zufriedenstellend gefüllte Taschenbücher gepasst hätte. Im Gegensatz zum schwächsten Band der Serie „Lotse im Sandmeer“ nutzt Hans Kneifel seine Routine, um die Handlung im Fluss zu halten und die Sprünge zwischen den einzelnen Ebenen sind solide gesetzt. Zu den Stärken des vorliegenden Bandes gehören wieder die historischen Beschreibungen. Mit stimmigen Bildern beschreibt der Autor das harte Leben auf den teilweise kargen Inseln in einer unbezähmbaren und vor allem gefährlichen See. Es hat den Anschein, als wäre jede der kleinen Inseln ihr eigenes „Königreich“ mit einer individuellen Kultur. Es ist allerdings schade, dass der Autor bislang den Fund des Ankhs auf einer gefährlichen Insel und einem Schiffswrack mit Leichen nicht weiter extrapoliert hat und im Gegensatz zum zu langen und zu mechanisch ablaufenden „Epilog“ – alles nach der Befreiung der Gefangenen – den Roman nicht besser ausbalanciert hat. Auf dieser Insel wäre der Leser gerne noch etwas geblieben und hätte sich mit dem Arkoniden auf Schatzsuche begeben.

Die Charaktere selbst sind im blass. Der Arkonide dominiert die erste Hälfte des Buches. Dabei greift er erstaunlicherweise auf sehr viel Technik zurück. Sei es in Form der Kriegerroboter oder der Paralysatoren oder der fliegenden Augen, die ihm Informationen vermitteln, die es in dieser Zeit nicht gegeben hat. Weiterhin sind seine beiden Schiffe auch mit moderner Arkonidentechnik ausgestattet. Mittels dieser Dominanz macht es sich Hans Kneifel zu einfach, schwierige Szenen aufzulösen. Als Charakter hat Atlan keinen adäquaten Gegenspieler und verliert sich im übertragenen Sinne in Monologen. Die fünf mutigen Kreter an Bord seines Schiffes sind über weite Strecken Stichwortgeber. Wenn sie im zweiten Teil des Buches etwas aktiver werden, kommt diese Entwicklung zu spät und erlaubt ihnen zu wenig, eigene Persönlichkeiten zu entwickeln. Atlans Geliebte Asyrta- Maraye ist ein Schatten ihrer Selbst. Auf Rettung hoffend, nach Atlan schmachtend, den anderen Gefangenen helfend und den Entführern gegenüber Stärke zeigend, die sie selbst nicht füllt. Eine eindimensionale Persönlichkeit, die insbesondere im Mittelpunkt deutlich stärker und eindrucksvoller beschrieben worden ist. Hans Kneifel impliziert zumindest am Ende des Buches ein Dreiecksverhältnis, da die schon vorher auf der Insel gefangene Sklavin Sirya den Arkoniden mitheilt. Gemeinsam verbringen sie einige unbeschwerte Wochen auf einer abgeschiedenen Insel und zumindest Asyrta- Maraye liebt Atlan jeden Tag. Sirya wird als gedemütigte Frau beschrieben, die sich schließlich an ihrem Folterer in Horrorfilmmanier mit der Axt rächt. Sie dient in erster Linie dazu, dem Leser einen Eindruck von den Zuständen am Ziel von Atlans und Asyrta- Marayes Reise zu vermitteln. Als Figur im vorliegenden Roman ein wenig emotionaler und tiefgründiger als Asyrta- Maraye angelegt kann Hans Kneifel im letzten Drittel des Buches nichts mehr richtig mit ihr anfangen.

Die Atlan Zeitabenteuer sind wie auch der vorliegende Roman in erster Linie aus der Ich- Perspektive heraus geschrieben worden. Das zwingt Hans Kneifel mit der Kopfverletzung und Ohnmacht Atlans den Fokus in der laufenden Handlung zu verändern. Vielleicht hätte es gut getan, den Roman komplett aus einer anderen Perspektive zu schreiben und die zum Teil übernatürlich wirkenden Aktionen der roten Krieger, der Paralysatoren und fliegenden Augen aus Sicht eines der fünf Kreter zu beschreiben. Das hätte auch spannungstechnisch dem vorliegenden Buch gut getan. Der Wechsel der Perspektive erfolgt zufriedenstellend, ist aber hinsichtlich des ganzen Buches gewöhnungsbedürftig.
Zusammengefasst ist „Das schwarze Schiff“ ein zufriedenstellender, wenn auch nicht großartiger Abschluss der auf ganz schwachen Niveau begonnenen „Kreta“- Trilogie. Der Plot liest sich flüssig, wenn auch viele Szenen künstlich in die Länge gezogen erscheinen. Es bleibt zu hoffen, dass die nächsten „Atlan X“ Bände an das Niveau der Zeitabenteuer aus den Perry Rhodan Planetenromanen anknüpfen können. Am Ende des Buches finden sich die obligatorischen Erläuterungen und ein Glossar.




Hans Kneifel: "Atlan X Band 3: Das schwarze Schiff"
Roman, Softcover, 292 Seiten
Fanpro 2009

ISBN 9-7838-9064-1966

Weitere Bücher von Hans Kneifel:
 - Die interstellaren Freihändler
 - Höllenwelt 3: Dämmerung über Höllenwelt
 - Illochim- Trilogie Band 1: Das Relikt der Macht
 - Lemuria 2 - Der Schläfer der Zeiten
 - Monolith 3: Echo der Verlorenen
 - Perry Rhodan Action 17 - Das Auge des Kosmos
 - Perry Rhodan Action 3 - Rhodan mal tausend
 - Perry Rhodan Action 30 - Das dunkle Korps

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