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Perry Rhodan



Manfred H. Rückert

Monolith 5: Ceres am Abgrund

rezensiert von Thomas Harbach

„Ceres am Abgrund“ ist der fünfte und vorletzte Band des „Monolith Zyklus“ nach Ideen bzw. Expose von Klaus N. Frick und Götz Roderer. Mit Manfred H. Rückert feiert ein Routinier seinen Einstand bei den „ATLAN“ Taschenbüchern. Im Gegensatz zu anderen Sechsteiler – siehe die jeweiligen Serien im Heyne- Verlag – wird mit dem vorliegenden Band nicht das Meiste erzählt bzw. die meisten Fragen beantwortet. Manfred H. Rückert hat die ehrenvolle, aber leider nicht leichte Aufgabe, die Leser auf den abschließenden Band vorzubereiten. Teilweise wirkt die Art der Vorbereitung trotz einer sehr routinierten, dialogtechnisch allerdings stellenweise etwas zu gestelzten Schreibweise allerdings zu gedehnt, fast phlegmatisch. So nimmt sich der Autor sehr viel Zeit, eine Expedition auf dem Ceres zu beschreiben, dessen Teilnehmer zu erst nur nach wertvollen Hyperkristallen suchen, später natürlich und absehbar mit einem weiteren Monolithen konfrontiert werden. Obwohl Rückert den Auftakt seines Romans sehr routiniert mit soliden Charakterzeichnungen begonnen hat, ahnt der Leser sehr schnell, sogar zu schnell die Zusammenhänge. Die Versuchung, quer zu lesen, ist allgegenwärtig, denn es geschieht insbesondere zu Beginn des Buches zu wenig und die Erzählung setzt zu distanziert ein. Stellenweise hat der Leser das Gefühl beim ersten Auftreten Rhodans, Homer G. Adams oder Julian Tifflor, als erstarre der Autor ein wenig zu sehr in Ehrfurcht, endlich diese legendären und berühmten Figuren beschreiben zu dürfen. Später tritt Atlan auf. In Bezug auf den Arkoniden gelingen Rückert einige wenige solide Szenen, aber auch diese Figur bleibt dem Leser zumindest im vorliegenden Werk ein wenig zu fremd. Es ist sicherlich nicht einfach, seinen ersten Roman in einem neuen, aber nicht fremden Universum zu platzieren, aber stellenweise wünscht sich der Leser ein wenig mehr Feuerwerk und Funkenflug anstatt den verschiedenen Erklärungen zu folgen. Im Gegensatz allerdings zu verschiedenen anderen Miniserien macht Götz Roderer nicht den Fehler, die Leser mit unendlich erscheinenden Rückblicken durch die Vergangenheit bis an die laufende Gegenwart heranzuführen. Insbesondere Manfred Rückert präsentiert eine Reihe von Erklärungen für die Existenz der Monolithen und schließlich auch ihre Aktivierung durch den Silberherren. Neueinsteiger – keine empfehlenswerte Option – werden durch die Einschaltung der solaren Abwehr und Perry Rhodan über die Hintergründe informiert. Die USO und Atlan setzen sich schon länger mit dem Phänomen der Monolithen auseinander. Das die Nichtinformationen der Menschen und wahrscheinlich aller anderen außerirdischen Völker nicht gerade auf Jubel gestoßen ist, steht außer Frage.
Die bislang interessante Handlungsebene mit Atlan und seinem schicksalhaft verbundenen Bruder Major Santjun entwickelt sich über weite Strecken des vorliegenden Buches zu wenig weiter. Aus der Idee des unfreiwilligen Silbermanns als Opfer des Silberherren und ihre unheilvolle sowie gegen laufende Abhängigkeit von Atlans Zellaktiver hat insbesondere im Mittelteil der Trilogie tragisch- spannend unterhalten. Atlan kehrt nach seinen Abenteuern auf dem Giftgasplaneten in die USO Zentrale zurück. Hier erfährt er – die Leser wissen es schon -, dass ein im Sonnensystem aufgefundener Monolith natürlich die Heimat der Menschheit wiederholt. Diese Entwicklung hat sich leider schon länger abgezeichnet und ist ein Klischee, das im Rahmen des umfangreichen PR Kosmos mehr als einmal zu oft eingesetzt worden ist. Mit dieser Idee kann leider nicht mehr an der Spannungsschraube gedreht werden. Viel interessanter und packender wäre es gewesen, einen Monolithen in einem bislang unbekannten, aber dicht von Menschen bevölkerten Sonnensystem sich aktivieren zu lassen. Obwohl den meisten PR Autoren eine dunkle Ader fällt, wäre der Ausgang dieser Handlungsebene nicht so vorhersehbar gewesen.

Manfred H. Rückert hat die ehrenvolle Aufgabe, dem Leser mehr Informationen über die Monolithen anzubieten. Die verstümmelten natürlich lemurischen Aufzeichnungen deuten auch eine positive Nutzung der Monolithen an. Selbst TRAITOR könnte zynischerweise zu guten Taten genutzt werden, wenn man die richtigen Knöpfe oder Schalthebel kennt. Das ist bei den Monolithen der Fall. Wie zu befürchten handelt es sich also wieder um eine Bedrohung aus der tiefsten Vergangenheit, die bei der direkten Konfrontation mit dem Silberherren Malcher – auch er ist inzwischen ins Sonnensystem vorgedrungen und will seine natürlich finsteren Pläne in die Tat umsetzen – aktiviert werden.

Der vorletzte Roman des „Monolith“ Zykluses unterstreicht deutlich, dass zumindest bei den ATLAN Miniserien der Dreiteiler zu bevorzugen ist. Schon in den Bänden zwei, drei und vier haben die Autoren mehr oder minder überzeugend versucht, die offensichtlichen Längen mit gut geschriebenen Episoden zu füllen. Rückert agiert ähnlich. Ihm gelingt es aber nicht, wirklich Spannung zu erzeugen. Mehr und mehr schälen sich die wichtigsten Aspekte dieser natürlich galaktischen Bedrohung heraus, ohne das im vorliegenden Roman „Ceres am Abgrund“ eine Idee wirklich innovativ oder gar originell wirkt. Die Lemurer als Teil eines der besten PR Zyklen „Meister der Insel“ haben in den letzten Jahren eine Art Renaissance erlebt. Dabei ist die sechsteilige Miniserie „Die Lemurer“ im Heyne Verlag einer der Höhepunkte der qualitativ ambivalenten Winterzyklen im Taschenbuchformat. Nach fünf von sechs Taschenbücher kann der Monolith- Zyklus nicht an „Die Lemurer“ heranreichen. Eine Waffe/ Erfindung aus der tiefsten Vergangenheit, die Deus Ex Machina mäßig nicht mehr zu kontrollieren ist, kann trotz der bislang solide präsentierten kleinen Ideen keinen Zyklus auf den zu schmalen Schultern tragen. Die einzelnen Actionszenen insbesondere des vorliegenden Romans sind nur zufrieden stellend geschrieben. Nicht selten fragt sich der Leser, wie die Menschen oder Aliens gegen den Beschuss von Robotern bestehen können. Eine Frage, welche schon in den ersten PR Romanen unbefriedigend beantwortet worden ist. Manfred H. Rückert variiert diese Sequenzen zu wenig und ihnen fällt zusätzlich eine gewisse innere Dynamik. Vieles wirkt zu mechanisch und stilistisch zu simpel präsentiert.
Die Nebenfiguren sind selten wirklich überzeugend entwickelt und einige effektiv gestaltete Szenen verlieren mit dieser offensichtlichen Schwäche an nachhaltiger Wirkung. So hätte der plötzlich Tod einer Nebenfiguren im unausweichlichen Roboterfeuer- die Maschinen erringen nur Pyrrhussiege – viel dramatischer und intensiver beschrieben werden müssen.
Im Gegensatz allerdings zu einigen anderen vorletzten Romanen eines Zyklus ist der Handlungsverlauf geradlinig über alle Ebenen hinweg. Die Wechsel zwischen den einzelnen Spannungsbögen sind zufrieden stellend und wirken weniger aufgesetzt. Das Ende ist abgeschlossen und bereitet die einzelnen Charaktere auf den letzten Band des Monolith Zykluses vor. Der Rückgriff auf verschiedene klassische PR Figuren – Homer G. Adams sowie PR – wirkt eher durch die Handhabung der Figuren störend. Manchmal wirkt Manfred H. Rückert ein bisschen wie ein Ultraschlachtschiff Fetischist. Immer wenn sich eine Figur an Bord dieser gewaltigen Kampfraumschiff aufhält, wird es extra betont. Wenn die Schiffe nicht in Reichweite sind, werden sie von den Protagonisten herbeigesehnt bzw. herbeigebetet. Der erste Einsatz der Monolithwaffe zeigt, das sie im Rahmen der Rhodanserie natürlich keine Zukunft haben wird. Zu allmächtig, zu fortschrittlich und zu effektiv. Manfred H. Rückert beschreibt die Auswirkungen dieser ultimativen Waffe auf die bislang mächtigsten Waffen des solaren Imperiums sehr drastisch und effektiv. Sie gehören zu den wenigen herausragenden Szenen des Buches.

„Ceres am Abgrund“ ist ein solide geschriebener Roman, der aber von einem unsicher wirkenden Autoren geschrieben worden ist. Präsentierte Fakten werden in den nächsten Absätzen noch einmal erläutert, abgewogen und nun selten neu bewertet. Die zahllosen Beschreibungen und Ergänzungen lassen das Buch etwas zu schwerfällig wirken bei einem Plot, der ohne Probleme in den vorangegangenen Taschenbüchern hätte erzählt werden können. Als Buch alleine außerhalb der Probleme der Miniserie betrachtet ist „Ceres am Abgrund“ guter Durchschnitt mit einigen wenigen überzeugenden und gut geschriebenen Szenen, aber auch sehr viel Leerlauf.

Manfred H. Rückert: "Monolith 5: Ceres am Abgrund"
Roman, Softcover, 345 Seiten
Fanpro 2009

ISBN 9-7838-9064-1867

Weitere Bücher von Manfred H. Rückert:
 - Verschollen in der Para-Spur

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