Buchecke


:: Home
:: Suche


:: 24 (4)
:: Abenteuer (55)
:: Alias (1)
:: Babylon 5 (7)
:: Buffy & Angel (25)
:: Comics (diverse) (17)
:: Die Bibliothek von Babel (30)
:: Fantasy (diverse) (181)
:: Farscape (1)
:: Heftromane (314)
:: Horror (diverse) (168)
:: Komödien (diverse) (2)
:: Krimi (diverse) (59)
:: Literatur (diverse) (26)
:: Mystery (diverse) (102)
:: Perry Rhodan (122)
:: Roswell (4)
:: Sachbücher (103)
:: Science Fiction (diverse) (715)
:: Star Trek (43)
:: Stargate (1)
:: Thriller (61)
:: TV (diverse) (10)
:: Vampire (37)
:: Zeitschriften / Magazine (15)


:: Artikel (6)
:: Interviews (7)
:: Nachrufe (2)


:: Weitere Sendungen


:: SciFi-Forum: Buchecke


Perry Rhodan



Marc A. Herren

Monolith 4: Der Silbermann

rezensiert von Thomas Harbach

Nach inzwischen vier Romanen für die Perry Rhodan Action Reihe übernimmt der Schweizer Marc A. Herren jetzt zum ersten Mal einen Taschenbuchroman für die ATLAN Abenteuer im Fanpro Verlag. Dankenswerterweise hat ihm Exposeredakteur Götz Roderer einen zumindest lesenswerten Stoff zugeschanzt, der nach dem langweiligen und plottechnisch enttäuschenden „Echo der Verlorenen“ mit der Beantwortung einiger Fragen beginnt. Hinsichtlich des Taschenbuchumfanges und der Tatsache, dass es sich um den vierten Band eines Sechsteilers handelt werden deutlich zu wenige Antworten angeboten und plottechnisch passiert im vorliegenden Roman erschreckend wenig, aber die ersten positiven Ansätze zu einer soliden Auflösung dieses bislang schwächsten Zyklus der ATLAN Taschenbücher zeigen sich. Sollte in den abschließenden beiden Werken nicht noch etwas Überraschendes und Aufwühlendes passieren, darf das Fazit nach der Lektüre des „Monolith“ Zyklus getrost lauten: Sechsteiler sind weder bei der im Heyne- Verlag erscheinenden „Perry Rhodan“ Subreihe, noch bei den „Atlan“ Abenteuern im Fanpro Verlag opportun. Zyniker könnten davon sprechen, dass zwischenzeit drei Heftromane umfangtechnisch ungefähr einem Taschenbuch entsprechen und auch die ersten beiden Perry Rhodan Action- Minizyklen sehr viele bis zu viele Längen aufweisen.

Aufgrund von Gerüchten ist Atlan auf die Spur einer möglicherweise lebensverlängernden Substanz gestoßen. Im Zuge seiner Ermittlungen hat sich Atlan nicht nur mit den „Silberherren“ angelegt, sondern hat schwarze Monolithen entdeckt. Die Untersuchung eines derartigen Monolithen hat eine hyperenergetische Schockwelle auf dem verlassenen Planeten Zytiryt ausgelöst. Schließlich scheint sein Zellaktivator mit dem Wiedererwecken der Monolithen in einem engeren Zusammenhang zu stehen. Bei den bisherigen Abenteuern begleitete Atlan der USO Agent Santjun, der sich allerdings nach seiner Gefangennahme und „Folter“ durch die Silberherren in einen Silbermann zu verwandeln beginnt. Ähnlich wie Dracula immer auf der Suche nach frischem Blut ist, benötigt Santjun Silber in jeglicher Form, um am „Leben“ zu bleiben. Für Atlan stellt sich die Frage, ob Santjun nicht schon lange von den scheinbar übermächtigen Silberherren umgedreht worden und zu einem Sicherheitsrisiko geworden ist. Auf der Giftgaswelt Shenzen wird Atlan wieder mit seinem direkten Gegenspieler Onjar Marik konfrontiert, in dessen Gewalt sich noch eine USO Agentin befindet. Vielleicht ist Santjun aber in der bevorstehenden Auseinandersetzung ein Joker, da er als USO Agent über spezielle Fähigkeiten verfügt und durch seine Verwandlung in den Silbermann Atlans Gegenspieler, die Silberherren, besser kennt als diese es ahnen.

Marc A. Herrens Ansatz ist erfrischend. Natürlich integriert er in die Handlung alle wichtigen bisherigen Informationen über den Verlauf des „Monolith“ Zykluses. Aber ansonsten geht es dem Autoren eher darum, in lockerer Folge eine Reihe von sehr unterschiedlichen Actionszenen zu beschreiben und die Leser über weite Strecken des Romans auf einem soliden Niveau zu unterhalten. Obwohl der eigentliche Plot eher spärlich bis zögerlich vorangetrieben wird, hangelt sich der Autor durch eine Reihe von solide geschriebenen Szenen. Die Duelle zwischen den Helfern der Silberherren und Atlan/ Santjun auf der einen Seite nehmen einen großen Teil der Spannungsbögen ein. Hinsichtlich des Lordadmirals ist es schwer, wirklich intensive und überzeugende Gefahrensituationen hervor zu beschwören. Etwas müde lächelnd reagiert man auf eine Sequenz, in welcher Atlan seinen Zellaktivator weniger aus Überzeugung abgelegt hat. Zu oft hat man im Verlaufe der langen Rhodan Geschichte derartige Szenen gelesen. Auch nicht jede militärische Konfrontation ist wirklich logisch beschrieben, hier greift das Prinzip des amerikanischen Action- Films, in welchem „big is beautiful“ ist. Aber in diesen Sequenzen wirkt der vorliegende Roman deutlich dynamischer und zielgerichteter als insbesondere der dritte Band des Monolith- Zykluses. Stilistische Schwächen gleicht Marc A. Herren durch ambitionierte Beschreibungen zufrieden stellend aus. Der Autor arbeitet sich förmlich in den Stoff hinein und die Fortschritte gegenüber seinen ersten professionellen Arbeiten sind bemerkenswert.

Die Charakterisierung der wichtigsten Protagonisten ist dagegen uneinheitlich. Bei Atlan agiert Marc A. Herren eher distanziert und unsicher. Seiner Figur fehlt die ansonsten so signifikante ironische Ader. Die Zwiegespräche mit dem Logiksektor gehören zu den eher schwachen Dialogenpassen und erscheinen zusammengefasst seltsam bemüht. Dagegen beschreibt der Autor sehr viel überzeugender den USO Spezialisten Santjun sehr überzeugend als unfreiwillig „Süchtigen“, der immer verzweifelter nach jedem Gramm Silber greift. Diese „Nebenfigur“ in Bezug auf das umfangreiche PR Universum lebt förmlich unter Marc A. Herren auf. Der Leser sympathisiert mit ihm. Die Tragödie seines Schicksals entfaltet sich sehr sorgfältig dosiert über den ganzen Roman verstreut. Der Leser – zusammen mit Atlan – ist sicher unsicher, ob Santjun wirklich noch loyal zu seinem Dienstherren stehen kann. Die relative Unsterblichkeit ist ein zu verführerisches Angebot, um es gleich trotz aller Spätfolgen abzulehnen. Mit dem Roboter Calipher- SIM konzentriert sich Marc A. Herren auf einen weiteren interessanten Charakter. Dessen Motive bleiben gänzlich im Dunklen. Welchen Zusammenhang gibt es vor allem zwischen ihm und den Jahrtausende alten Monolithen, die bislang – so leit es einem tut – wie eine trashige Variation von „2001- Odyssee im Weltraum“ daherkommen. Mit einem vernünftigen Cliffhangar übergibt in dieser Hinsicht Marc A. Herren den Staffelstab an Manfred Rückert. Weiterhin hat Marc A. Herren die eher unbequeme Aufgabe, unter den zahlreichen Nebenfiguren aufzuräumen und eine Handvoll tatsächlich sterben zu lassen. In diesen Szenen zeigt sich am ehesten seine Unerfahrenheit als Autor. Die emotionale Ebene wirkt teilweise noch sehr distanziert und sperrig. Dem Buch fehlt allerdings ein charismatischer Antagonist und so agieren Atlan/ Santjun teilweise im luftleeren Raum. Diese fehlende Balance kann Marc A. Herren nur in wenigen Szenen wirklich ausgleichen.

Der vorliegende Roman liest sich erstaunlich flüssig. Marc A. Herren verzichtet auf jeglichen unnötigen Ballast und bemüht sich, die einzelnen Handlungsbögen nicht mit Füllmaterial zu überfrachten. Die angebotenen Antworten in Hinblick auf den Monolith- Zyklus fügen sich hinsichtlich des Gesamtplots noch nicht zusammen. Manche Idee wirkt isoliert vom Ganzen und der Leser fühlt sie sicherlich hingehalten. Umfangtechnisch hätte das Buch um zwanzig Prozent gekürzt kompakter und intensiver gewirkt. Der Drang, die Texte unnötig zu extrapolieren, hat sich schon in den ersten Bänden des „Monolith“- Zykluses überlebt. Kritisch gesprochen hätte der Verlag aus den bisherigen vier Romanen ohne größere Probleme zwei umfangreiche, aber bessere Taschenbücher machen können. Auf der anderen positiven Seite liest sich der vorliegende Roman flüssig, unterhaltsam und wie schon angedeutet gehören die zahlreichen Actionszenen zur besseren Sorte.





Marc A. Herren : "Monolith 4: Der Silbermann"
Roman, Softcover, 364 Seiten
Fanpro 2009

ISBN 9-7838-9064-1850

Weitere Bücher von Marc A. Herren :
 - Perry Rhodan Action 16 - Tarkalons Abgrund
 - Perry Rhodan Action 32 - Eismond Iridul
 - Perry Rhodan Action 34 - Kind des Asteroiden
 - Perry Rhodan Action 5 - Lazarus Tod
 - Perry Rhodan Action 9 - Der Zündermutant
 - Perry Rhodan Neo 12 - Tod unter fremder Sonne
 - Perry Rhodan Neo 12: Tod unter fremder Sonne
 - Perry Rhodan Neo 19 - Unter zwei Monden
 - Perry Rhodan Neo 19- Unter zwei Monden
 - Perry Rhodan Neo 19- Unter zwei Monden

Leserrezensionen

:: Im Moment sind noch keine Leserrezensionen zu diesem Buch vorhanden ::
:: Vielleicht möchtest Du ja der Erste sein, der hierzu eine Leserezension verfasst? ::