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Perry Rhodan



Rüdiger Schäfer

Monolith 2: Todeszone Zartyrit

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Todeszone Zartiryt“ erscheint aus der Feder Rüdiger Schäfers der zweite Band des Monolith Zyklus. Uwe Antons Auftaktband hinterließ einen zwiespältigen Eindruck. Auch am Ende des vorliegenden Romans verlässt Atlan wieder einen potentiellen Zielort, um weiter nach den Silberherren zu suchen und das Geheimnis der relativen Unsterblichkeit in einem engen Zusammenhang mit den gefundenen Monolithen aufzudecken. Dazwischen hat sich Rüdiger Schäfer allerdings sehr viel Mühe gegeben, um auf bis zu drei Handlungsebenen ein geradliniges und teilweise sogar spannendes Abenteuergarn zu verfassen.

Die Handlung beginnt mit zwei akonischen Weltraumsprospektoren, die auf der Suche nach wertvollen Fundstücken sich zu viel zumuten und in die Gefangenschaft einer Handvoll menschlicher Piraten geraten. Auch wenn sich diese Handlungsebene wie ein roter Faden durch den Roman zieht, wirkt sie eher wie Füllmaterial. Nicht selten werden ja derartige Nebenfiguren missbraucht, um das Synonym Entwicklungsroman kräftig zu melken. Im vorliegenden Band ist es nicht nur der zu draufgängerische Akone Radpool, der am eigenen Leib erfahren muss, was es heißt, Sicherheitsvorschriften zu ignorieren, sondern auch die lemurische Geschichtsexpertin Iasana Weiland, die auf einem ihrer ersten Feldeinsätze mit allen möglichen Schrecken und Gefahren konfrontiert wird. Hinsichtlich der Entwicklung ihrer Charaktere wachsen beide Figuren über sich hinaus. Die beiden Akonen dienen in erster Linie allerdings dazu, den Plot auf ein Taschenbuchformat zu bringen und einige wichtige Fakten aus einer anderen Perspektive zu erzählen. Bei einer Heftromanserie würde man durchaus berechtigt von Füllmaterial sprechen, das anschaulich präsentiert wird, sich aber auch immer eng am Rande des theatralischen Klischees bewegt. Die Haupthandlungsebene ist natürlich das Eintreffen der IMASO mit Lordadmiral Atlan und dem Spezialisten Santjun im Zartiryt- System, dessen Planeten von einer bislang unbekannten Kraft schwer beschädigt worden sind. Die Crew findet den Monolithen wieder und Atlan stürzt sich mit einem kleinen Kommando mitten ins Geschehen. Während er und seine Crew in den Monolithen eindringen, gerät die IMASO in eine teuflische Transmitterfalle. An Bord des Monolithen stellen Iasana Weiland und Atlan fest, das es sich zum Teil zumindest um lemurische Technik handelt und der Monolith zumindest in einem Zusammenhang mit dem vor mehr als 50000 Jahren untergegangenen Volk stehen. Natürlich sind Atlan und seine Männer an Bord des Monolithen nicht alleine. Sie treffen nicht nur auf den Silberherren Malcher, sondern vor allem auch einen Diener der damaligen lemurischen Herren. Ein beliebtes Element sowohl in der Perry Rhodan als auch Atlan Serie, das selbst heute noch zum Beispiel in der Form der fast allgegenwärtig präsenten Ritter der Tiefe Aura genutzt wird, wenn es plottechnisch eher eng zu werden droht.

„Todeszone Zartiryt“ liest sich wie ein Atlan Roman aus der guten alten Zeit. Und das im positiven Sinne. Ganz bewusst ist die Handlung nicht nur stringent, sondern in weiten Teilen bodenständig nostalgisch gehalten. Rüdiger Schäfer bewegt sich zwar stilistisch immer wieder am Rand der Theatralik und neigt teilweise dazu, aus dem Nichts heraus in übergeordnete Monologe auszubrechen, in deren Verlauf er sein umfangreiches Perry Rhodan Wissen an den Mann bringt. Da die Zielrichtung der Atlan Taschenbücher sicher in den seltensten Fällen wirklich unbedarfte Neuleser sind, wirkt diese Vorgehensweise teilweise ein wenig zu altklug und zu belehrend. Wenn es sich bei diesen Geschichtsexkursionen um Dialoge zwischen Extrasinn und Atlan handelt, akzeptiert man es als Leser leichter.

Routiniert teilt Rüdiger Schäfer die anfänglichen zwei Handlungsebenen – Akonen und IMASO – sehr gut in drei Spannungsbögen auf. Die Cliffhangar zwischen den einzelnen Kapiteln sind teilweise ein wenig zu auffällig gesetzt und werden nicht mit der Dramatik fortgesetzt, welche der Autor suggeriert, aber sie funktionieren deutlich besser als im ersten Roman aus der Feder Uwe Antons. Es gibt eine raffinierte, aber nicht befriedigend erläuterte Raumfalle für den leichten Kreuzer, die zumindest im vorliegenden Fall einen Hilfseinsatz zu Gunsten der im Monolithen gefangenen Menschen um Atlan verhindert. Auf dieser Handlungsebene gelingt es Rüdiger Schäfer noch am Besten, das Interesse der Leser bei der Stange zu halten. Auch das der Bordingenieur nicht gleich mit seinem Vorschlag Erfolg hat, unterstreicht die sorgfältige Mühe, die sich der Autor gemacht hat. Im Monolithen selbst ist die Mischung zwischen Sense of Wonder und wichtigen Informationen hinsichtlich des Gesamtzykluses über weite Strecken zufrieden stellend. Das schon wieder die Lemurer und damit ein direkter Hinweis auf den MDI Zyklus herhalten muss, wirkt auf den ersten Blick ermüdend. Ist zu erst „Der Schwarm“ in allen möglichen Kombinationen für die neuen Projekte ausgebeutet worden, müssen jetzt die „Meister der Insel“ herhalten. Das Problem ist, sich in dieser historischen und sehr beliebten Epoche zu bewegen, ohne die Scheer´sche Chronologie zu verletzen. Wegen dieser Erblast gehört die angestrebte Auflösung zu den schwächsten Bestandteilen des Buches. Auf dem Weg dahin machen es sich Exposeautor und Rüdiger Schäfer viel zu einfach. Der lemurische Roboter Calipher ist nur auf den ersten Blick eine gute Idee. Viel zu leicht macht es sein Erscheinen für Atlan und Team, die bislang unüberwindlichen Schwierigkeiten anzupacken. Calipher erkennt Atlan als seinen neuen Herren. Eine nähere Begründung gibt es dafür nicht, es passt plottechnisch besser. Dadurch wird das bisherige Ungleichgewicht dem Silberherren und seiner Mannschaft gegenüber in einigen wichtigen actionorientierten Szenen ausgeglichen. Diese Deus Ex Machina Ideen ziehen sich durch die letzten Perry Rhodan und Atlan Zyklen. Kritisch gesehen machen es sich die Autoren mit dieser Vorgehensweise wie auch in der laufenden Heftromanserie viel zu einfach. Bei K.H. Scheer haben die natürlich überforderten, aber fähigen Ingenieure mittels ihrer MacGuyver Technik aus dem herumliegenden Schrott eine neue Superwaffe gebastelt, die in letzter Sekunde den vorläufigen Endsieg gebracht hat. Auch diese aus dem Golden Age stammende Idee ist deutlich überstrapaziert worden. Es wäre schön, wenn die Redaktion eine neue Richtung einschlagen könnte. Die Actionszenen stellen zufrieden, der Handlungshintergrund wird – soweit es das übergeordnete Gerüst zulässt – beleuchtet und das Interesse für die kommenden Romane aufrechterhalten. Nur die Charakterisierung insbesondere der weiblichen Protagonisten ist teilweise unterirdisch schlecht. Rüdiger Schäfer überspannt das Machogetue des Lordadmirals. Zu Beginn des Buches konfrontiert er eine natürlich brillante Wissenschaftlerin mit der Tatsache, dass sie aus ihren Fähigkeiten zu wenig gemacht hat. An Bord eines leichten Kreuzer hat sie natürlich niemanden, mit dem sie ihre geistigen Klingen wetzen kann, während insbesondere in Quinto Center immer dank der zahllosen brillanten Geister ein stetiger und natürlich die eigenen Fähigkeiten stärker ausprägender Wettkampf stattfindet. Im Verlaufe des vorliegenden Romans wird dann kaum auf diese Figur zurückgegriffen. Wenn sie nicht in den nächsten Romanen aktiv ins Geschehen eingreift, stellt diese schwach geschriebene und argumentativ haarsträubende Episode Seitenschinderei dar. Auch die anderen weiblichen Figuren sind eher eindimensional gezeichnet. Atlan macht sich mehrmals Vorwürfe, die Historikerin Iasana Weiland mit in den Einsatz genommen zu haben. Das wirkt teilweise so kitschig überzeichnet, dass man das Gefühl hat, Rüdiger Schäfer wollte einen romantischen Frauenroman schreiben. Immerhin hat Iasana Weiland auch zumindest eine Grundausbildung und wie schreibt Rüdiger Schäfer so schön zu Beginn des Buches mit einer fast lächerlichen Theatralik, an Bord eines Raumschiffs – wie impliziert auch eines Kriegsschiffes – muss nicht nur eine Hand in die andere greifen, sondern aus den Individuen wird durch harten Training ein komplexer Organismus. Nur bei Frauen im Einsatz scheint es plötzlich Ausnahmen von der Regel zu geben.

Im Vergleich zu seinen letzten Arbeiten hat sich Rüdiger Schäfer stilistisch deutlich weiter entwickelt. Negativ fällt der nicht selten implizierte belehrende Ton im vorliegenden Roman auf. Unabhängig von dieser Tatsache leidet „Todeszone Zartiryt“ – über die Todeszone erfahren die Leser sehr wenig – unter der normierten Länge der Taschenbücher. Im Vergleich zu Uwe Antons Roman, der ohne plottechnische Verluste um mehr als fünfzig Prozent gekürzt hätte werden können, ist Rüdiger Schäfers Arbeit um etwa ein Drittel zu lang. Das Buch ist allerdings dynamischer geschrieben und lässt sich unterhaltsamer lesen. Aus den ersten beiden Bänden des Monolith Zyklus hätte man allerdings sehr gut ein Taschenbuch machen können.

Rüdiger Schäfer: "Monolith 2: Todeszone Zartyrit"
Roman, Softcover, 342 Seiten
Fanpro Edition 2008

ISBN 9-7838-9064-1799

Weitere Bücher von Rüdiger Schäfer:
 - Höllenwelt 1: Rhaens Ruf
 - Illochim-Trilogie Band 3: Der Traum des Navigators

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