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Perry Rhodan



Uwe Anton

Monolith 1:
Planet der Silberherren

rezensiert von Thomas Harbach

Mit “Planet der Silberherren” - dem ersten Band der Monolith Serie - wagt sich die FANPRO Edition auf bislang nur im Heyne- Verlag bewährtes Gebiet. Nach drei Trilogien und dem Einzelroman „Rico“ von Arndt Ellmer versucht man nach einer Idee/ einem Expose Götz Roderers, einen Sechsteiler zu konzipieren. Insbesondere die letzten Sechsteiler im Heyne- Verlag mit dem zu den Tiefpunkten dieser anfänglich lobenswerten Winterserien “Ara- Toxin” hat bewiesen, das der grundlegende Plot für sechs Taschenbücher sehr gut sein muss. Es ist bezeichnend, das die Mutterserie “Perry Rhodan” in diesem Winter nach eher qualitativ zwiespältigen Resultaten zum ersten Mal einen Dreiteiler präsentiert. Uwe Anton hat die Aufgabe übernommen, den “Monolith” Zyklus mit dem folgenden Roman einzuleiten. Die Handlung spielt weiterhin in der wilden Zeit des Jahres 3112, in der die USO als verlängerter und spärlich getarnter Arm des Solaren Imperiums für Ordnung in einer mehr und mehr zersplitterten Galaxis sorgen sollte. Obwohl die eigentliche Handlung auf den ersten Blick komplex angelegt ist, offenbaren sich eine Reihe von Schwächen. Wie in den vorangegangenen Zyklen muss sich ATLAN auf die Suche machen. Entweder fehlte ein Zellaktivator, der in den falschen Händen plötzlich wieder aufgetaucht ist oder wie im vorliegenden Fall handelt es sich um ein seltenes Silbermetall, das möglicherweise das Leben bis zur Unsterblichkeit verlängern könnte. Da bislang in der Chronologie des PR Kosmos ein solches Metall noch nicht aufgetaucht ist, kann man aus heutiger Sicht wahrscheinlich auf einen MacGuffin oder eine gänzlich andere falsche Fährte tippen. In Agentenmanier stürzt sich Atlan wieder verkleidet - ebenfalls ein roter Faden, der sich bislang durch die einzelnen Romane gezogen hat - auf diese im Grunde spärliche Spur. Auf diese hat ihn die Piratin Tipa Riordan gebracht. Zusätzlich überbringt sie ihm den Agenten Satjun, der bislang als im Einsatz gefallen galt. Anscheinend ist sein Geist manipuliert worden. Ein ähnliches Schicksal hat Atlan in der kompletten ersten Hälfte des Buches ebenfalls überstanden. Auf den letzten Seiten stellt Uwe Anton mit dem Kopf der Silberherren einen der potentiellen Antagonisten vor. Das Problem des “Planet der Silberherren” liegt weniger in seiner Vorhersehbarkeit. Inzwischen ist es eine fast lieb gewonnen Routine, Atlan im Feldeinsatz zu verfolgen und auf Spurensuche zu gehen, von denen die meisten durch welchen Zufall auch immer in einem Cliffhangar und dem entsprechen Verweis auf den nächsten Band der Serie münden Wie in der inzwischen eingestellten ATLAN Heftromanserie kommt mit dieser teilweise zu übertrieben konstruierten Strukturierung beim Leser eine gewisse Enttäuschung auf. Sehr viel schlimmer ist die Tatsache, das Uwe Anton die zweite Hälfte des Buches - die im Grunde ein handelsübliches und nur selten wirklich spannendes USO Agentenabenteuer darstellt - mit einer viel zu langen und für den Leser dank der Lektüre bekannten Exposition versieht. Diese Strukturierung ließe sich in einem klassischen Perry Rhodan Doppelband - dessen Einfluss auf die laufende Handlung wenigstens im Augenblick gleich Null ist - verzeihen, aber in einem einzigen Taschenbuch mit einem zwar in der Mitte unterbrochenen Spannungsbogen nicht. Die latent aufkommende Spannung wird durch diese Vorgehensweise abgetötet. Die einzelnen Actionszenen sind dabei nicht einmal unoriginell geschrieben. Immer wieder gelingt es Uwe Anton, mit zu wenig Humor auch hinsichtlich der Zwiegespräche zwischen ATLAN sowie seinem Extrasinn und einer etwas in stilistischer Hinsicht zu verbissen bemühten, aber distanziert steif wirkenden Schreibanlage den Leser zu unterhalten. Kaum hat der Roman allerdings ein gewisses Tempo entwickelt, bremst der Autor sicherlich auch in Hinblick auf die fünf noch folgenden Taschenbücher brutal den nur rudimentär vorhandenen Plot ab. Wie unsicher der erste Band des Monolith Zyklus konstruiert ist, zeigt sich an der Auflösung von ATLANs Geistmanipulation, die im Grunde als eine nachgeschobene Rechtfertigung für die ersten knapp einhundertachtzig Seiten dienen könnte. Hier erlebt der Leser, welche Folgen eine Manipulation an ATLANs Geist hat. Gucky, der Retter des Universums, dient auf diesen sehr unterschiedlichen Phantasiewelten als Retter von ATLANs Hirn, wobei diese Tat nun auch hinsichtlich der ganzen Serie keine Überraschung darstellt. Viel schlimmer ist, dass Uwe Anton bei der Beschreibung der einzelnen Phantasien unnötig maßlos übertreibt und der Leser im Grunde diese plottechnisch folgelosen Gedankenmodelle eher beiläufig bis gelangweilt liest. Viel spannender wäre es gewesen, eine bodenständige, sehr dynamische und vor allem nicht so schnell als Manipulation zu erkennende “Welt” zu erschaffen, in welcher ATLAN im Notfall auf einer Mission scheitert oder die Hindernisse nicht überwinden kann. Alleine die Versuchung, alles auf den Kopf stellen, ist für manchen Autoren viel zu groß und der Hand zur grenzenlosen Übertreibung hat schon manchen Spannungsbogen abgetötet. Hinsichtlich des ganzen Buches nimmt Uwe Anton eine Reihe von Gefahrensituationen in ATLANs Phantasiewelt vorweg und verhindert so, das im zweiten, “realen” Teil des Buches wirkliche Spannung aufkommt. Durch dieses Ungleichgewicht wirkt die zweite Hälfte des Buches noch gedehnter und vor allem dauert es deutlich länger, bis der Leser eine Beziehung zu diesem Handlungsbogen wirklich aufbauen kann. Im Vergleich zu anderen Bänden der ATLAN Reihe leidet „Planet der Silberherren“ auch unter der dürftigen Charakterisierung der einzelnen Protagonisten, wobei insbesondere der maßgebliche Silberherr eher an eine Reinkarnation eines Karl May Schurken erinnert als an einen überzeugenden Gegenspieler.

Dass am Ende die Spur wieder zu einem neuen Planeten führt, nachdem mit viel Hetze und wenig wirklich durchdachten Aktionen der vorliegende Roman abgeschlossen worden ist, hinterlässt den Leser ob der Frechheit dieses Klischees sprachlos. Zu oft hat man vergleichbares im Verlaufe der zweiten ATLAN Heftserie erlebt und zu selten sind die gesetzten Erwartungen wirklich erfüllt worden.
Betrachtet man den vorliegenden Roman in einer Art Vakuum, hat Uwe Anton an einigen Stellen Spass, überdrehte Actionszenen zu schreiben und mit der Erwartungshaltung des Lesers zu spielen. Nur selten diese Exkurse – um nicht von Exzessen zu sprechen – auch Ziel fördernd sein. Und das muss leider bezweifelt werden. Aber zumindest hinsichtlich des Sex und der Attraktion des anderen Geschlechts ist in diesem Jahrtausend für ausreichend Nachschub an hübschen Frauen sowohl für Perry Rhodan als auch ATLAN gesorgt. Die Zeit des Darbens ist vorbei und die Wunschträume der Autoren werden auf Papier verewigt.

“Planet der Silberherren” ist allerdings trotz der komplex angelegten, aber noch stark ausbaufähigen Grundstruktur des „Monolith“ Zyklus eine sehr durchschnittliche Arbeit. Bislang das mit Abstand aus handlungstechnischer, aber nicht stilistischer Sicht schwächste Taschenbuch der Serie. Das liegt überwiegend in der Tatsache begründet, dass die eigentliche Handlung im Gegensatz zur Exposition einfach zu gedehnt und vor allem nicht selten jegliche Spannung negierend angelegt worden ist. Auch wenn sich insbesondere in der zweiten Hälfte eine Actionszene an die nächste reiht, hat der Leser das Gefühl, eher Sequenzen aus einem der anderen FANPRO Taschenbücher zu begegnen als eigenständigen Arbeiten. Ein wenig Nostalgie ist schön, aber hier wird dem Leser zu wenig angeboten. Auch die Wiederholung der Ereignisse in den einzelnen Phantasiewelten dank der Erzählung der einzelnen Protagonisten hinterlässt den Eindruck, als habe Uwe Anton entweder ein deutlich zu starres Expose erhalten, in dem er sich für das Verhältnis eines Taschenbuches nicht bewegen konnte oder aufgrund der zeitlichen Enge des Redaktionsschlusses hat Uwe Anton seine ganze Routine aufgewandt, um die vorhandenen Elemente des Exposes bis zum Zerreisen - der Nerven des Lesers - zu zerdehnen. Herausgekommen ist ein auf Taschenbuchlänge aufgeblasener Heftroman. Es ist zu früh, den Stab über den “Monolith” Zyklus als Ganzes zu brechen, aber die bislang vorhandenen Schwächen erinnern schon fatal an die letzten Heyne- Taschenbuchzyklen. Nur hinsichtlich der bislang rudimentär extrapolierten Idee kann eine arg eingeschränkte Empfehlung für das Taschenbuch ausgesprochen werden.

Uwe Anton: "Monolith 1: Planet der Silberherren"
Roman, Softcover, 347 Seiten
Fanpro Edition 2008

ISBN 9-7838-9064-1782

Weitere Bücher von Uwe Anton:
 - Ara- Toxin 2: Die Medo- Nomaden
 - Ara- Toxin 2: Die Medo- Nomaden
 - Der Posbi-Krieg 6 - Die Schöpfungsmaschine
 - Wer fürchtet sich vor Stephen King?

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