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Perry Rhodan



Rüdiger Schäfer

Illochim-Trilogie Band 3:
Der Traum des Navigators

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Der Traum des Navigators“ legt Rüdiger Schäfer den Abschlussband der „Illochim“ Trilogie vor, der dritten Trilogie aus dem Fanpro Verlag. Im Vergleich zu seinem Debüttaschenbuch „Das Sphärenrad“ hat sich Rüdiger Schäfer stilistisch weiter entwickelt. Er verzichtet auf die Absolutismen und die Dialoge wirken freier. Auch bei den Beschreibungen gibt der Autor seinen Leser jetzt mehr Spielraum, die eigene Phantasie spielen zu lassen. Nur bei zwei sehr pathetischen und ein wenig zu übertrieben angesetzten Durchhaltereden zeigt sich eine gewisse Übermotivation. Auf der anderen Seite gehört Rüdiger Schäfer auch dank seiner Jahrzehntelangen Leserschaft zu den Autoren, die zielgerichtet und vor allem zielsicher aus dem Rhodan Universum zitieren können. Auch Neueinsteigern gibt er ausreichend, aber nicht zu vordergründig weitere wichtige Informationen. Der Plot des dritten Bandes ist durchwachsen, das liegt allerdings weniger an Rüdiger Schäfers schriftstellerischen Fähigkeiten, sondern an den ärgerlichen Auswüchsen der letzten ATLAN Heftromanserie, in welcher sich die Expokraten auch geweigert haben, einen Handlungsarm wirklich abschließend und für den Leser befriedigend zu beenden. Auch der „Illochim“ Zyklus endet mit einem Hinweis auf weitere Geheimnisse und hinterlässt somit einen nicht abgeschlossenen Eindruck.

Zu Beginn des Romans heilt Trilith Okt Atlan mit den Hilfsmitteln ihres Raumschiffs GAHANTEPE von seiner Sucht. Obwohl Atlan Trilith Okt dankbar sein muss, hat er das Gefühl, als verberge die Frau etwas Wichtiges vor ihm. Inzwischen hat sie das teilweise organische Raumschiff - diese Komponente kann Schmerzen empfinden - unter Kontrolle. Die beiden Illochim Rudimentärbewußtseine aus den Gatusain- Muscheln haben inzwischen eine zeitweilige Allianz geschlossen und finden im Bordgehirn Informationen über die Illochim der Gegenwart. Die Hinweise deuten auf den Planeten Shahimboba, wo noch tausende von Illochim leben sollen. Gemeinsam machen sich Trilith - um das Geheimnis ihrer Herkunft zu lösen - und ATLAN auf dem Weg zu dem Planeten.

Auf Shahimboba entdecken Trilith, Atlan und die beiden Muschelbewußtsein zahlreiche Intelligenzwesen aus allen möglichen Völkern der Milchstraße, die von unbekannten Außerirdischen versklavt worden sind. Sie müssen dort von Hand Arrachieda- Erze abbauen, das nicht maschinell gewonnen werden kann. Die Ausstrahlung des Erzes behindert über kurz oder lang jegliche Technik. Ega wie man es dreht, dieses Plotelement erinnert wirklich an Pulpromane der sechziger Jahre und Filme wie „Robinson Crousoe auf dem Mars“. Auch wenn auf den ersten Blick Exprokrat Michael Marcus Thuner verzweifelt versucht, die Ideen von den verzweifelten Sklaven und ihren unmenschlichen Förderungsmethoden zusammenzupacken, wirkt es stellenweise bemüht. So haben die Invasoren ja keine Probleme, für eine gewisse Zeit Roboter auf dem Planeten zu landen und mittels Maschinen die Bohrungen vorzubereiten. Das das Erz eine gewisse Zeit braucht, um die Technik zu zerstören, steht dann wiederum in einem Widerspruch zum Schicksal der Besatzung des Explorers 2867, die über dem Planeten - damals noch karg und anscheinend unbewohnt - zum Absturz durch dieses Erz gebracht worden sind. Egal wie sehr sich Rüdiger Schäfer bemüht, diese Handlungsebene mit Leben zu erfüllen, die Idee selbst wirkt an den Haaren herbeigezogen und kann leider nicht überzeugen.

Viel interessanter ist eine Zwischenhandlung, in welcher das Schicksal der Besatzung des Explorers 2867 nach dem Absturz auf Shahimboba beschrieben wird. In der Tradition der Perry Rhodan Hefte gehören oft die Schicksale der Nebenfiguren zu den besten Passagen einzelner Romane. Hier kann Rüdiger Schäfer aus dem Vollen schöpfen und sehr intensiv, überzeugend, mit der notwendigen Mischung aus verzweifeltem Überlebenskampf und dem Starrsinn, welcher die Terraner auszeichnet, beschreibt er die lange Odyssee der wenigen Überlebenden über das karge Land, ihre Auseinandersetzung mit einem tödlichen Pilz - auch wenn die Auflösung den aufgebauten Sense of Wonder eher negiert, kochen hätte vollkommen ausgereicht - und schließlich die Gründung einer Siedlung. Dabei gelingt es Rüdiger Schäfer insbesondere, den einzelnen Protagonisten individuelle Profile zu geben und bis auf die eine, sehr lange und zu pathetische Rede, echte Emotionen im Leser für die Charaktere zu erzeugen. Im Vergleich zu der Sklavenhalterebene verzichtet der Autor hier auf die üblichen Klischees eines Planeten mit wilden, die Terraner angreifenden Tieren und schließlich einem paradiesischen Tal. Der Planet bleibt nicht zuletzt aufgrund der Islandatmosphäre fremdartig und fordert immer wieder die Besatzungsmitglieder heraus. Sicherlich die besten Passagen, welche Rüdiger Schäfer bislang in seiner kurzen Profilaufbahn geschrieben hat.

Der Endkampf ist ihm - unter den Einschränkungen des Exposes - gut gelungen, aber es gelingt ihm nicht mehr, die nihilistische und doch packende Atmosphäre des Überlebenskampfs der Explorerbesatzung zu wiederholen. Obwohl der Roman mit 315 Seiten im Vergleich zu anderen Taschenbüchern ein wenig umfangreicher ist, wirken die letzten Szenen ein wenig zu hektisch und teilweise zu einfallslos niedergeschrieben. Das der Leser mehr als weitere Geheimnisse und ein Treffen zwischen Atlan und Okt in einem Jahr - die Figur kommt mehr und mehr zu einem Schwerenöter und hier sollten sich die Autoren und die Exposeredaktion wieder zurücknehmen, es wird Zeit, dass sich das Pendel wieder zur Mitte zurück schwingt - bedeutet wahrscheinlich einen weiteren Dreiteiler. Auch wenn immer wieder auf Informationen aus den vorangegangenen Trilogien zurückgegriffen wird und sich Charaktere wie Trilith Okt immer dreidimensionaler präsentieren, ist es notwendig, die einzelnen Zyklen mehr abzuschließen und mit einer neuen Trilogie auch ein neues, interessantes Thema aufzugreifen. Ansonsten läuft das Team in die gleiche Falle wie die ATLAN Heftromane, in denen sich über einzelne Romane bis zum 12. Heft gehangelt worden ist, in welchem Atlan zu einem neuen Abenteuer entschwand. Insgesamt gehört die „Illochim Trilogie“ nach einem soliden Auftakt mit einem sich gut präsentierten Hans Kneifel eher zu den durchschnittlichen ATLAN Heft - oder Taschenbuch Arbeiten der letzten Jahre. Achim Mehnert liefert genau wie Rüdiger Schäfer solide Arbeiten ab, aber der Funke will nicht immer zum Leser überspringen. Auf der anderen Seite hat Rüdiger Schäfer mit dem Schicksal der Explorerbesatzung und ihrem verzweifelten Kampf gegen die Invasoren und die eigene Ohnmacht die besten Abschnitte der Reihe geschrieben. Hätte Michael Marcus Thuner ein wenig mehr Mut, mit mehr Informationen und einer entschlossenen Hand den Kurzzyklus wirklich zu beenden, wären die plottechnischen Schwächen - das beginnt von ATLAN unter Einfluss und endet mit den außerirdischen Sklavenhaltern, alles Versatzstücke, die weder innovativ noch originell sind - wahrscheinlich weniger ins Gewicht gefallen. Für Rüdiger Schäfer persönlich stellt „Der Traum des Navigators“ eine sehr gute Weiterentwicklung als Autor dar. Stilistisch gehört das Buch zu den besseren Werken der bisherigen Fanpro Edition. Insbesondere Atlans bissige Dialoge hat der Autor gut getroffen. Er kann mit seinem Gefühl für die Figur einige vom Expose geerbte Schwächen ausgleichen und somit lässt sich das Buch noch mit den angesprochenen Einschränkungen als lesenswert einstufen.


Rüdiger Schäfer : "Illochim-Trilogie Band 3: Der Traum des Navigators"
Roman, Softcover, 318 Seiten
Fanpro- Edition 2008

ISBN 9-7838-9064-1768

Weitere Bücher von Rüdiger Schäfer :
 - Höllenwelt 1: Rhaens Ruf
 - Monolith 2: Todeszone Zartyrit

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