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Perry Rhodan



Eckhard Schwettmann

Fast alles über Perry Rhodan

rezensiert von Thomas Harbach

Mit dem reichlich bebilderten sekundärliterarischen Werk „Fast alles über Perry Rhodan“ legt Eckhard Schwettmann nach „Allmächtiger! Faszination Perry Rhodan“ pünktlich zum Jubiläumsband 2500 ein zweites Buch über die erfolgreichste Serie der Welt auf. Schwettmann hat nach dem Studium der Geschichtswissenschaften einige Jahre für den Pabel- Moewig- Verlag und damit als Marketing und später Verlagsleiter auch für die Perry Rhodan Serie gearbeitet. Der Autor legt allerdings ganz bewusst keinen Insiderreport vor, sondern nähert sich in dem „Buch für Fans“ der Serie wohlwollend neutral. Im Gegensatz zur neuen Bibel „Allmächtiger“ ist der im Humboldt- Verlag veröffentlichte Paperback weniger ein Buch für die Hardcorefans, welche die meisten Informationen schon mehrmals gelesen, gehört und gegoogelt haben, sondern für Interessierte, die sich bislang oberflächlich mit der fast fünfzigjährigen Geschichte der Serie, ihren Autoren, den mehr als einer Milliarde gedruckten Heften und Taschenbüchern auseinandergesetzt haben. Auch zur Einstiegslektüre als Begleitung des laufenden „Stardust“ Zyklus eignet sich das Buch sehr gut. Eckhard Schwettmann hat seinen Überblick über die Serie in fünf große Bereiche aufgeteilt und konzentriert sich auf aktuelle Aktivitäten um den Erben des Universums.

Das Buch beginnt mit „Perry Rhodan lesen“ – obwohl die Überschrift nicht ganz richtig ist, „erfinden oder „schreiben“ würden besser passen – über hören, sehen, erforschen bis lieben. Im ersten und längsten Kapitel fasst Schwettmann kurz, kompakt und emotionslos die Geschichte der Serie von ihrer Entstehung – alle guten Zukunftsgeschichten beginnen mit einer Mondlandung – bis zum jetzigen Doppeljubiläum zusammen. Vierzig Jahre Landung auf dem Mond und fast zeitgleich die Landung auf dem Mond. In kleinen Einschubkästen ergänzt Schwettmann seinen Text mit Fakten. Die Zahlenfetischisten spricht der Autor mit „Perry galaktische Rekorde“ an. Es ist immer noch verblüffend, welche Dimensionen die Serie alleine von der quantitativen Seite inzwischen eingenommen hat. Neben den Romanen und der Verlagsgeschichte stellt Schwettmann in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichungen alle Perry Rhodan Autoren, die Gastautoren der laufenden Hauptserie und schließlich auch die Jungautoren vor, die zum Beispiel an den ATLAN Zyklen bzw. den PR Sechsteilern im Heyne- Verlag mitgeschrieben haben. Neben den wichtigsten Fakten werden der jeweils erste und letzte Roman, sowie die Gesamtzahl ihrer Veröffentlichungen vorgestellt. Interviews mit Christian Montillon, Hartmut Kasper in Form einer allegorischen Geschichte sowie Nicole Rensmann und Marc A. Herren rundet diesen Part ab. Es ist schade, dass Schwettmann nicht einen Autoren der zweiten Generation wie H.G. Ewers oder H.G. Francis interviewt hat. Die Antworten von Christian Montillon, Marc A. Herren oder Nicole Rensmann ähneln sich zu sehr und fügen den sich stetig wiederholenden Fakten insbesondere bei den wenig zum Serienkosmos beitragenden Autoren nichts Aufregendes mehr hinzu.

Einen ebenfalls sehr breiten Raum nimmt unter „Perry Rhodan hören“ die Zusammenfassung der bisherigen Hörspiel und Hörbuchprojekte ein. Dabei definiert Schwettmann den Unterschied zwischen diesen beiden Sujets. Er listet die bisherigen Veröffentlichungen reichlich bebildert und teilweise mit kurzen inhaltlichen Zusammenfassungen ohne kritische Anmerkungen auf. Dabei geht er auch auf die verschiedenen Musikprojekte ein, gibt wichtige Informationen zu den Komponisten – inklusiv des Hinweises das Bela B von den Ärzten ebenfalls ein PR Fan ohne bisher eigene PR Komposition ist – und listet teilweise die einzelnen Musikstücke der Singles oder CDs auf. Ein Interview mit Hans Greis von den Eins A Medien zu den einzelnen Produktionen und dem Arbeitsaufwand rundet diesen Teil des Buches ab. Ein sehr guter und konzentrierter Überblick zur Thematik der „Hörmedien“.
Ein wichtiger Popularitätsfaktor sind seit Beginn der Serie erst die Titelbilder von Johnny Bruck, dann die Innenillustrationen und schließlich die Risszeichnungen gewesen. Im Kapitel „Perry Rhodan sehen“ stellt Schwettmann die einzelnen Titelbildzeichner mit Beispielen ihrer Arbeit vor. Danach geht er auf das spezielle Thema der Risszeichnungen ein. Insbesondere das Interview mit Christoph Anczykowski vermittelt den Arbeitsaufwand wie auch dien Zeitlosigkeit der Techniken trotz des Einzuges der Computergraphiken. Wie unterschiedlich die Ansätze sein können, vermittelt das kurze Portrait von Lars Bublitz. Die Rißzeichnungsbeispiele werden ein wenig zu kompakt abgebildet, alleine die Qualität der Zeichnungen hätte eine Doppelseite verlangt mit der entsprechenden Legende auf den nächsten Seiten. Aber Perry Rhodan sind nicht nur die Illustrationen der Hefte, Schwettmann beginnt danach die Geschichte der PR Comics zusammenzufassen und führt ein Interview mit Kai Hirdt von der Alligator- Farm, die inzwischen die PR Comics veröffentlichen. Wie manch anderes Interview bleibt Schwettmann bei seinen Fragen allgemein und verzichtet auf kritische Nachfragen. Wie in seinem Vorwort ausdrücklich betont, geht es dem Autoren um den aktuellen Stand der Serie. Darum kommen interessante historische Entwicklungen und Auswüchse zu kurz. Auffällig wird diese Vorgehensweise bei den Geschichten und Legenden um die Perry Rhodan Verfilmungen. So ausführlich die verschiedenen Fanprojekte vorgestellt werden, eine Auflistung des Schaffens von Erst Ritter von Theumer ist zwar für Trashfilmfans interessant, wirkt aber angesichts der sehr oberflächlichen Betrachtung der einzigen, fehlgeschlagenen professionellen Umsetzung der Rhodan- Romane überflüssig. Unabhängig von dieser Tatsache ist der Part ähnlich reichlichhaltig bebildet wie der Ausflug in den Bereich der Computerspiele. Der Autor bemüht sich, dem Leser einen wirklich umfassenden Überblick über - außerhalb der zahlreichen literarischen Ableger wie die zahlreichen Miniserien bzw. Versuche wie die „Space Thriller“ - das Produktangebot Rhodan zu geben. In „Perry Rhodan erforschen“ vermisst der Leser trotz der kurzen Interviews mit Dieter von Reeken und Hermann Urbanek ein Gespräch mit Rainer Stache, dem galaktischen Beobachter. Rainer Stache kommentiert von seiner Dissertation an das Geschehen um den Erben des Universums kritisch für die Ausgaben der „Sol“. Er wäre auch ein idealer Gesprächspartner, um sich mit dem Wandel der Serie und dem augenblicklichen Rückfall auf manche Scheer´schen Exzess auseinanderzusetzen. Leider vergibt Eckhard Schwettmann in einem unkritischen Fanbuch manchen Matchball. So interessant das Interview mit Dieter von Reeken insbesondere auch hinsichtlich seiner Kurd Laßwitz Edition wie auch der sekundärliterarischen Veröffentlichungen eines Rainer Eisfelds oder Heinz J. Galles ist, das kritische Thema „Perry Rhodan erforschen“ wird im vorliegenden Kapitel verfehlt. Auffällig sind auch die Widerholungen innerhalb eines Textabschnitts bzw. des ganzen Buches. So findet sich zu Beginn im Kapitel Perry Rhodan Autoren ein Interview oder bessere eine literarische Anekdote von Hartmut Kasper, der als Mitarbeiter und Redakteur des R Journals später noch einmal vorgestellt wird. Ein Hinweis auf Jürgen Nowaks „R wie Rhodan“, die erste Auseinandersetzung mit der Serie und noch als SFCD Sonderdruck lieferbar, wird schmerzlich vermisst. Das letzte Kapitel vor dem ausführlichen Anhang setzt sich mit „Perry Rhodan lieben“, den Fans auseinander. Es werden die wichtigsten Organisationen von der Perry Rhodan Fanzentrale bis zu den zahlreichen Stammtischen vorgestellt. Insbesondere der Wiener Stammtisch, der Schmelztiegel der Fans und inzwischen zahlreichen Autoren der österreichischen Szene, gibt mittels eines Interviews einen soliden Eindruck in die zahlreichen Aktivitäten der Gruppe. Mit dem Komplettsammler Andy Schmidt und dem Autogrammjäger Udo Claßen werden zwei Fans ausführlicher vorgestellt. Insbesondere für Neueinsteiger sind die Kontaktanschriften der einzelnen Stammtische und Clubs wichtig. Unter Perry Rhodan Produkte findet sich ein eher unnötig Interview mit Robert Vogel. Warum nicht den Bernt- Verlag mit seiner exemplarisch guten Perry Rhodan Figurenedition vorstellen. Robert Vogels Kontakte zur „Stargate“ Serie inklusiv der Fahnenübergabe zur zweihundertsten Folge sind inzwischen so oft beschrieben worden, dass diesem Fakt nichts Neues hinzugefügt werden kann. Dagegen ist das kurze Interview mit Michael Martin, dem führenden der Perry Rhodan Sammel- Kartenspielweltrangliste schon lesenswerter. Auf alle Perry Rhodan Produkte einzugehen, würde den Rahmen des Buches sprengen, aber im Vergleich zu den sehr ausführlichen Autorenportraits von Schriftstellern, deren Beitrag sich auf einen einzigen Atlan- Roman beschränkt, wird diese Sparte ein wenig zu stiefmütterlich abgehandelt. In dem abschließenden Anhang gibt Eckhard Schwettmann einen Überblick über die wichtigsten Perry Rhodan Begriffe, eine Auflistung der Titel aller bislang 2500 veröffentlichten PR Romane und stellt im ewigen Kalender - etwas übertrieben - die realen Fakten um die Perry Rhodan Serie chronologisch vor. Im Jahre 2011 kann der Leser entnehmen, dass der Perry Rhodan Weltcon in Mannheim immerhin am 30. September, dem ersten Oktober und dem 21. Oktober stattfindet.

„Fast alles über Perry Rhodan“ wird seinem Titel gerecht. Der Humboldt Verlag hat zusammen mit Eckhard Schwettmann einen kompakten Führer durch das vielschichtige Universum der Rhodan Serie veröffentlicht. Das Buch ist reich bebildet und die Informationen ganz bewusst breit und für den Interessierten, aber weniger den Hardcorefan angelegt. Im Untertitel spricht der Verlag von „Anekdoten und Wissenswertem zum Jubiläum der größten SF- Serie des Universums“. Anekdoten vermisst der Leser, Wissenswertes ist vorhanden. Wie es sich für ein Jubiläum gehört, wird auf kritisches Hinterfragen mancher Tendenz und mancher Fehlentwicklung in der laufenden Serie leider verzichtet. Vielleicht ist Eckhard Schwettmann noch zu eng mit dem Verlag und der PR Redaktion verbunden.
Selbst die Autoren wie Marianne Sydow oder der Titelbildzeichner Ralph Voltz, die zumindest nach eigenen Aussagen, aufgefordert worden sind, die Familie Rhodan zu verlassen werden friedlich neben den anderen Autoren und Zeichnern aufgeführt. Rhodan ist eine große Familie, da gibt es manchmal Streit, aber getreu den Thomas Mann´schen „Buddenbrooks“ spricht man nicht darüber. Insgesamt liegt nach dem hinsichtlich der Datenflut und der zahlreichen hervorragend auch dank des Überformats wiedergegebenen Bildern des „Allmächtigen!“ mit „Fast alles über Pery Rhodan“ ein nachschlagenswertes, aber nicht immer in die Tiefe gehender Führer insbesondere für Neueinsteiger vor.

Eckhard Schwettmann: "Fast alles über Perry Rhodan "
Sachbuch, Softcover, 264 Seiten
Humboldt Verlag 2009

ISBN 9-7838-6910-1613

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