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Perry Rhodan



Michael Marcus Thuner

Die Tefroder 2 Segler im Sonnenwind

rezensiert von Thomas Harbach

Clark Darlton alias Walter Ernsting hätte angesichts der Ironie ein leichtes Schmunzeln auf en Lippen. Die dreiteilige Miniserie „Die Tefroder“ von Hartmut Kasper konzipiert handelt zumindest nach Zweidritteln des augenscheinlich beschwerlichen Weges von allem nur nicht den Tefrodern. Dagegen legt der lange Jahre geschmähte Arndt Ellmer fast zeitgleich mit „“Die Prototyp- Armee“ ( PR 2517) einen Roman vor, der neben den Tefrodern sehr viele Anspielungen auf den MDI Zyklus enthält, aber diese mit dem nötigen und von Arndt Ellmer momentan als einzigen gezollten Respekt in die Gegenwart der Serie überträgt. Kurze Zeit hieß es, dass Michael Marcus Thurner - als der nächste Österreicher - was die außergewöhnlichen und originellen Charaktere sowie sein Talent zum freien Erzähler angeht, in die übergroßen Fußstapfen Ernst Vlceks treten könnte. Mit den Exposes für die ATLAN Minizyklen in der Heftromanserie scheint er sich ein wenig übernommen zu haben. Schriftstellerisch hat er sich weder in seinem serienunabhängigen Roman „Thurils Reise“ noch im vorliegenden zweiten Band der „Tefroder“ Trilogie „Segler im Sonnenwind“ auf das alte Niveau zurückbegeben können. Hartmut Kasper ist schon als der neue Willy Voltz bezeichnet worden. Dabei hat er immer wieder herausgestellt, eigene Wege gehen zu wollen. Nach „Das rote Imperium“, dessen Grundzügen diese Trilogie leider viel zu sehr gleicht, droht mit „Die Tefroder“ allerdings ein Missgriff. Nach zwei von drei Taschenbüchern erweist sich der Zyklus zusammen mit „Ara Toxin“ – hier schließt sich der Kreis, denn Michael Marcus Thurner konzipierte diese Serie – als qualitatives Schlusslicht der PR Miniserien im Heyne- Verlag.


Da die Hoffnung zu letzt stirbt, hegt man vielleicht nach der Lektüre des zweiten Bandes dieser Trilogie die Hoffnung, dass sich Hartmut Kasper und Co die Idee haben einfallen lassen, die Handlung in einem Paralleluniversum spielen zu lassen, das sich erst im letzten Roman mit der aus den Heftromanen bekannten Handlung verhindert. Das wäre eine logische Erklärung für die vielen Unstimmigkeiten. Zum einen erinnert Michael Marcus Thuners Vorgehensweise wahrscheinlich nicht nur zufällig an seine Wurzeln im Heftromanuniversum: “Maddrax”. Die Antagonisten müssen überdimensional sein, damit sie zumindest in den Gedanken des Autoren funktionieren können. Sie sollten grausam sein und die Guten - sprich “Perry Rhodan” - provozieren. Wenn das Maß schließlich übervoll ist, darf der Gute ihnen ordentlich den Marsch blasen bzw. sie aus dem Universum pusten. Diese simple, um nicht zu sagen, primitive Denkweise hat schon die ganze Perry Rhodan Action Subreihe durchzogen. Nachdem der Versuch ab Perry Rhodan 2500 abgebrochen worden ist, die übertriebene und ins Nichts zielende Action in die laufende Hauptserie zu übertragen, scheint sie hier ein neues Zuhause gefunden zu haben. “Segler im Sonnenwind” gehört sicherlich zu den brutalsten und leider auch primitivsten Romanen der Serie. Thurner gelingt es an keiner Stelle des Romans, seinen sehr unterschiedlichen Figuren eine Motivation zu geben. Fast arglos reiht er eine blutige Szene an die nächste und freut sich wie ein Kind, die Handlung möglichst lange ignorieren zu dürfen. Auch die Meister der Insel haben sich mit ihren weit reichenden Plänen nicht vor tausenden wenn nicht sogar Millionen von Morden. Sie waren Diktatoren der schlimmsten Sorte, aber in K.H. Scheers trotz aller Gewaltdarstellungen dem vorliegenden Zyklus deutlich überlegener Konstruktion gelang es den einzelnen Autoren, die Antagonisten als Persönlichkeiten zu kennzeichnen. Nicht jede Entscheidung Rhodans war gerecht oder schonte immer nur Menschleben. Aber die Ziele waren klar erkennbar, wenn auch etwas schwarzweiß klischeehaft gekennzeichnet. Im vorliegenden Band gelingt es Thurner ebenso wenig wie Christian Montillon, den Schurken über den klassischen Selbstzweck hinaus etwas zu tun zu geben. Es gibt im vorliegenden Band genauso wenig spannende Sequenzen wie im Auftaktroman. Statisch werden Korsettstangen anderer Zyklen nur von einem neuen Hintergrund aufgezogen. An denen hangelt sich dann ein lustlos agierender Thurner von Beginn des Buches bis zu seinem Ende entlang. Ohne die Gewaltszenen wäre der Roman gute dreißig Prozent kürzer und der Leser würde auch nichts vermissen. Die Primitivität von Schurken und Handlung ließe sich zähneknirschend vielleicht noch verwinden, wenn die Charaktere zumindest zufrieden stellend entwickelt worden wären. Insbesondere bei Perry Rhodan selbst hat der Leser den Eindruck einer Erscheinung aus dem Paralleluniversum. Die Dialoge klingen gestelzt bis arrogant. Rhodans Handlungsmuster sind für einen aufmerksamen Leser nicht nachvollziehbar. Klar ist er Sofortumschalter, aber bei Thurner bedeutet es im vorliegenden Roman, dass sein Verstand sich sofort verabschiedet, rote Wutpünktchen vor seinen Augen erscheinen und sich der Unsterbliche provozieren lässt. Das führt wiederum zu einem vorhersehbar sinnlosen Angriff auf Cha Panggu, welcher - augenscheinlich braucht Thurner noch eine gewisse Befreiung von seiner Arbeit als Exposeredakeur - ihn von Gui Col zusammenschlagen lässt. Damit hat sich der Bogen wieder zur Gewalt geschlossen. Aber keine Sorge lieber dummer Leser. Es gibt doch einen dritten Band, in dem schließlich der Rhodan´sche unbeugsame Willen für eine Wende im Geschehen sorgt. Es sei denn, wir haben wieder eine Geschichte aus einem Paralleluniversum, in welchem dieser eine Rhodan schließlich umkommt, während der eigentliche bekannte Rhodan aus der laufenden Serie erst im letzten, vom Exposeredakteur geschriebenen Roman in die Handlung eingreift und souverän dank seiner Jahrhunderte währenden Erfahrung mit den entsprechenden Schlachtschiffen auftaucht und für Ordnung sorgt.

Ansonsten gelingt es Michael Marcus Thurner ausgezeichnet, den Unterschied zwischen Klaus N. Frick und Perry Rhodan herauszuarbeiten. Während dieser als ehemaliger Risikopilot ohne Homer G. Adams an seiner Seite natürlich keine Ahnung von irgendwelchen wirtschaftlichen Vorgängen hat, unterstreicht Klaus N. Frick mit dieser Miniserie, wie man mit wenig hoffentlich ausreichend Geld für die beiden Verlage scheffeln kann. Im Gegensatz zu den alle vier Jahre stattfindenden Bundestagswahlen kann der Leser in diesem Fall jedes Jahr bei Beginn der Miniserie mit Geldbeutel und Füßen abstimmen. Weiterhin benötigt man die Person des Exposeredakteurs im Grunde nicht mehr. Auch dafür liefert Michael Marcus Thuner den Beweis. Wäre der vorliegende Roman von einem Computer nach dem Zufallsprinzip geschrieben worden, das Ergebnis wäre wahrscheinlich besser. Das Eindringen in die natürlich sehr gut bewachte Festung des Feindes ist so oft inzwischen verwandt worden, das Thurner sein ganzes Honorar ins Phrasenschwein stecken müsste. Auch die Arenakämpfer sind großes Kino. Ebenfalls eine Idee, die vor vielen vielen Jahren immer wieder in der Rhodanserie genommen worden ist. An Perry Rhodan herumzuoperieren, ist klassischer Seitenklau. Dabei ist der Roman ebenso wie sein Vorgänge schon erträglich dünner geworden.

Einzig die exotischen Wesen sowie die Hintergründe stechen aus dem langweiligen Einheitsbrei heraus und kennzeichnen den vorliegenden Roman positiv als Michael Marcus Thuner Arbeit. Das ist viel zu wenig für zu viel Geld. Was Kasper, Montillon und Thurner bislang in den ersten beiden Bänden verzapft haben, ist beschämende Geldschneiderei. Vielen Dank für Nichts. Oder doch nur ein Ausflug ins Paralleluniversum? In diesem Fall sei allen verziehen und natürlich Daumen hoch für einen derartig mutigen Einfall, die Erwartungshaltung seiner Leser derartig verstörend auf den Kopf zu stellen, um erst in letzter Sekunde mit einem vertrauten Perry Rhodan das Universum zu retten. Allein es fehlt der Glaube.

Michael Marcus Thuner: "Die Tefroder 2 Segler im Sonnenwind"
Roman, Softcover, 352 Seiten
Heyne- Verlag 2009

ISBN 9-7834-5352-6341

Weitere Bücher von Michael Marcus Thuner:
 - Das rote Imperium 1: Die fossile Stadt
 - Der Posbikrieg 1 Das gestrandete Imperium
 - Turils Reise

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