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Perry Rhodan



Wim Vandemaan

Die Tefroder 3:
Die Stadt der tausend Welten

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Die Stadt der tausend Welten“ liegt der Abschlussband aus der Feder des Expokraten Wim Vandemaan alias Hartmut Kasper vor. Die ersten beiden Romane aus der Feder Christian Montillon und Michael Marcus Thurner konnten nicht überzeugen und auch Vandemaan tut sich sehr schwer, den Dreiteiler zufrieden stellend und vor allem handlungstechnisch homogen zu beenden. Rückblickend zeigen sich am vorliegenden Band die großen Stärken und leider auch Schwächen Vandemaans. Er ist ein Ideenreicher Autor, der am besten außerhalb eines geschlossenen Serienkosmos funktioniert. So hätten viele Ideen des vorliegenden Bandes in Michael Marcus Thurners „Turils Reise“ deutlich effektiver gewirkt. Eine Kooperation mit dem in erster Linie auf dem Gebiet der exotischen Lebewesen außergewöhnlich starken Thurner hätte zu einem deutlich besseren Roman geführt als er in Soloproduktion vorgelegt hat. Auf der anderen Seite hat Vandemaan ein eher unterdurchschnittliches Interesse, die überbordende Phantasie seiner Mitautoren in Form eines strengen Exposes zu ordnen und die drei Taschenbücher – siehe auch „das rote Imperium“ – homogen und einheitlich erscheinen zu lassen. Am meisten vermisst ein aufmerksamer Leser einen soliden Handwerker in diesem Trio literarisch scheinbar so extrovertierter Typen. Ein Hubert Hänsel, Uwe Anton oder auch nur Arndt Ellmer in den gegenwärtig guten Form hätte dem Zyklus seinen Stempel aufdrücken, die zahlreichen Wogen glätten und vor allem „Die Tefroder“ in den Perry Rhodan Kosmos integrieren können.

Perry Rhodan und Caadil haben das Ziel ihrer Suche den Planeten Airmid erreicht. Bevor der sie verfolgende Pirat sie mit einem Torpedo aus dem All schießen kann – netter Versuch, hier Spannung gegen alle Logik zu erzeugen – greifen die Bewohner des Systems – die Dhuccun-Septadim-Siedler – ein, die nicht zulassen, das in ihrem Wirkungskreis getötet wird. Auf der nördlichen Hemisphäre finden Rhodan und Caadil eine gewaltige Stadt, in welcher alle der mentalen Revision unterzogenen Lebewesen als Sklaven hausen. Sie erinnern sich nicht mehr an ihre frühere Existenz. Auch keine neue Idee, aber sie sorgt hinsichtlich der Widerbegegnung zwischen Rhodan und den Besatzungen der CANNAE und FARYDOON zumindest für eine weitere bizarre Szene: Die Besatzungsmitglieder sind in ihrem neuen Leben Schauspieler und agieren in Shakespeares „Sturm“. Über die bizarren Begegnungen in dieser unendlichen Stadt hinaus konkretisiert Vandemaan endlich die Aufgabe, die Rhodan zusammen mit Caadils Wanderstab erledigen soll. Das bisherige Tributsystem soll zerschlagen werden. Bei den letzten Schritten entpuppt sich das seltsame Mitbringsel als effektiver als bisher gedacht. Aber Rhodan muss auf einer gedanklichen Ebene in die eigene schmerzhafte Vergangenheit zurückgehen – die Ermordung seiner Tochter Suzan beim Pantheraufstand -, um schließlich selbst nach schwerster Verletzung die Situation bereinigen zu können.

Wenn Wim Vandemaan am Ende Rhodan von den Comics seiner Jugend – Batman und Superman – träumen lässt, schließt sich der Vorhang über einen seltsamen, nicht schlechten, aber auch irgendwie nicht besonders guten Roman bzw. Zyklus. Der Leser hat beständig das Gefühl, eine Unzahl – positiv gesprochen – von im Grunde unabhängigen – negativ angemerkt – Ideenkurzgeschichten goutiert zu haben. Betrachtet man den vorliegenden Roman alleine als bizarre Verarbeitung ungezählter Ideen – selbst biblische Hinweise hinsichtlich Moses Bergbesteigung mit seinem Wanderstab – so funktioniert er zufrieden stellend. Der Leser hat das Gefühl, als halte Vandemaan seine Leser absichtlich hin. Eine durchgehende Handlung ist für ihn ein Ärgernis und wird über weite Strecken des Buches auch ignoriert. Der stringente Handlungsfaden besteht aus einer Reihe von absoluten Klischees. Gefahr durch den Piraten, Eingreifen höherer Mächte, Manipulation des Geistes, Verrat, Verletzung, Genesung, zweiter Versuch und schließlich der von der ersten Zeile des Zykluses an erwartete Erfolg. Das ist plottechnisch zu wenig. Egal wie sehr sich Wim Vandemaan bemüht, mit seinen zahllosen farbenprächtig verblüffenden und/oder einfach nur überdrehten jegliche Logik ignorierenden Episoden zu punkten. Was sich in Vandemaans bisherigen Arbeiten nur angedeutet hat, wird hier zur Gewissheit: er profiliert sich als schreibender Künstler. Irgendwie zwischen Avantgarde und Expressionismus.

Erstaunlicherweise nimmt sich Vandemaan als einziger Autor im letzten Band des Zyklus die Zeit, die Figuren etwas besser zu extrapolieren. Dabei kommt es zu Widersprüchen hinsichtlich des Antagonisten. Erst ein skrupelloser, eindimensionaler Schurke, der eher aus einem Piratencomic denn einem Perry Rhodan Roman des 21. Jahrhunderts entstiegen ist, macht er sich zu Beginn des vorliegenden Romans tatsächlich Gedanken, ob er die hilflose Gondel aus dem All pusten soll. Kann er gar nicht, dann wäre nicht nur der Zyklus, sondern vor allem die Perry Rhodan Serie am Ende. Anstatt eine wirklich überzeugende Erklärung – und sei es nur ein übernatürliches Wesen – anzubieten, verkrampft Vandemaan in dieser Sequenz. Keine einhundert Seiten später tut er dann wieder so, als habe es sie nicht gegeben. Auch eine Möglichkeit, sich aus kritischen Situationen zu retten. Keine faire und leider nicht der einzige Kompromiss. Da Rhodan auf den letzten Metern doch wieder einige Helfer über den bloßen Zufall hinaus benötigt, entwickelt Vandemaan mit dem Betreiber eines Hotels eine Art deus Ex Machina. Natürlich weiß er aufgrund seiner Verbindungen alles und natürlich ist er – ebenfalls kein Novum – von der mentalen Manipulation nicht betroffen. Immer mehr hat der Leser im Verlaufe von „Die Stadt der tausend Welten“ dein Eindruck, als versuche Vandemaan eher verzweifelt als geplant seinen Zyklus zum Ende zu bringen. Ähnliche Schwächen wies leider im letzten Roman auch die Vorgängertrilogie „Das rote Imperium“ auf. Hinzu kommen offensichtliche Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den Autoren. Dabei reicht das Spektrum von unterschiedlicher Charakterisierung insbesondere einiger Nebenfiguren bis zu einer gänzlich anderen Auffassung, wie sich der Zyklus entwickeln soll. Diese Freiheiten hinterlassen rückblickend und die drei Romane als Ganzes betrachtet einen hektischen Eindruck einer unter Zeitdruck geschriebenen Pflichtübung. Die Perry Rhodan Redaktion muss sich zusammen mit Wim Vandemaan den Vorwurf gefallen lassen, das die Erwartungshaltung hinsichtlich einer Miniserie mit dem Titel „Die Tefroder“ in die Irre geleitet worden sind. Die drei Taschenbücher haben mit dem „Meister der Insel“ Zyklus - dem absoluten Objekt der Begierde der augenblicklichen PR Redaktion, die das Scheer´sche Zyklus Meisterwerk im Rahmen ihrer „Alles muss passen oder wird passend gemacht“ Strategie nicht immer mit dem gebürtigen Respekt behandeln - bzw. den Tefroder genauso wenig zu tun wie im Grunde mit der Perry Rhodan Serie. Im Gegensatz allerdings zu Thurner und Montillon gelingt es Vandemaan, den Erben des Universums in den meisten seiner relevanten Szenen wirklich überzeugend darzustellen. Unabhängig von diesem grundsätzlichem Faktum verirrt sich Wim Vandemaan positiv wie negativ in seiner überschämenden Phantasie.

Der Abschlussband dieser grundsätzlich sehr schwachen Trilogie ist eine sehr ambivalente Arbeit, je nach Perspektive - Perry Rhodan Leser/ Fan oder interessierte Außenseiter - versucht Vandemaan irgendwie allen gerecht zu werden. Vielleicht sollte die Rhodan Redaktion einmal versuchen, auch für diese Minizyklen zwei konträrer Expokraten - zum Beispiel Vandemaan/ Hänsel - zu engagieren, die sich in ihren Stärken ergänzen. Vor allem aber muss man in Rastatt versuchen, die Heyne- Taschenbücher von der laufenden Handlung auch für den Käufer erkennbar abzukoppeln - wie es offensichtlich bei „Tefroder“ bis auf den Titel der Fall gewesen ist - oder sie wirklich plottechnisch und dann mit vollem Herzen zu integrieren. Alles an „Die Tefroder“ wirkt ambitioniert und halbherzig zu gleich. Vandemaans insbesondere für seine eigenen Ansprüche wie Fähigkeiten unkoordinierter und zielloser „Roman“ ist ein schlagkräftiger Beweis dafür.




Wim Vandemaan: "Die Tefroder 3: Die Stadt der tausend Welten"
Roman, Softcover, 416 Seiten
Heyne- Verlag 2009

ISBN 9-7834-5352-6334

Weitere Bücher von Wim Vandemaan:
 - Das rote Imperium 3: Die Zukunftsbastion
 - Perry Rhodan Action 11 - Gericht der Regenten
 - Perry Rhodan Neo 14 - Die Giganten von Pigell
 - Perry Rhodan Neo 14: Die Giganten von Pigell
 - Perry Rhodan Neo 22 - Zisternen der Zeit
 - Perry Rhodan Neo 4 - Ellerts Visionen
 - Perry Rhodan Neo 4: Ellerts Visionen
 - PR Neo 22- Zisternen der Zeit

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