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Perry Rhodan



Christian Montillon

Tefroder 1- Das genetische Siegel

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Das genetische Siegel“ aus der Feder Christian Montillon nach einem weiteren sich über drei Romane erstreckenden Konzept von Hartmut Kasper liegt der erste Band des Zyklus „Die Tefroder“ vor. Über Jahre gehörte der „MDI“ Zyklus zu den populärsten und frühen Höhepunkten der PR Serie. In den letzten Jahren haben Robert Feldhoff und Klaus N. Frick ihre Schwäche für „Andromeda“, „Die Lemurer“ und schließlich auch im Rahmen der laufenden Handlung die alten geheimnisvollen Sonnentransmitter wiederentdeckt und versuchen das Thema in verschiedenen Formen wieder in die laufende Handlung zu integrieren. Teilweise nur mit mäßigem Erfolg, denn der erste Band dieses Dreiteilers handelt im Grunde nicht von Tefordern, einem der vielen interessanten, aber in den zweihunderter Bänden eher oberflächlich gestreiften Völkern, sondern leider von fiesen Raumpiraten und einem Perry Rhodan, der zum wiederholten Male im Rahmen der Heyne- PR Taschenbücher fast alleine das Abenteuer sucht. Es ist schon erstaunlich, dass die Redaktion immer wieder auf diesen inzwischen statisch bis klischeehaften Trick zurückgreift, um vordergründig den Taschenbüchern ein Alleinstehungsmerkmal von der laufenden Serie zuzugestehen, hintergründig aber die Bande zu den Heftromanen nicht selten unnötig enger ziehen.
Zumindest hat sich Hartmut Kasper zwei Lockvögel ausgedacht. Eine auf den ersten Blick pervers erscheinende Klonung von Tefrodern und Blues. Caadil Kluee amy Kerteebal ist eines dieser Wesen. Sie ist gleichzeitig die Trägerin eines genetischen Siegels. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihr, eine Vortex- Piloten zu werden. Vortex- Piloten setzen ein revolutionäres neues und nach diesem Dreiteiler wieder in Vergessenheit geratenes Konzept einer natürlich überlichtschnellen Raumfahrt um. Die Hyperimpedanz wäre vergessen und alles wieder beim Alten. In diesem Fall wird der Linearraum selbst manipuliert. Es werden dafür sich selbst bewegende Zone ausgenutzt. Zumindest impliziert hat der Leser das Gefühl, als habe Hartmut Kasper nicht ein neues Konzept aus dem Ärmel geschüttelt, sondern diverse Ideen – siehe auch „Andromeda“ – ein zusammengemischt, verbal aufgemotzt und vorläufig als Köder für Perry Rhodan präsentiert. Natürlich ist diese revolutionäre Idee genau der richtige Aufhänger für Rhodan, um mit einer Handvoll Getreuer sowie Homer G. Adams – eine interessante Bereicherung, auch wenn der Figur im ersten Band nur eine Vasallenrolle zugestanden wird – an Bord der MAURENZI CURTIS aufzubrechen. So weit ist der Handlungsaufbau ein wenig zu kompliziert, ein wenig zu statisch und vor allem ein wenig zu viel mit Erläuterungen, Erklärungen und Hinweisen überhäuft. Obwohl besser geschrieben als Rainer Castors Romane hangelt sich Christian Montillon teilweise von einem Datenblatt zum nächsten. Es wird sich erst in den nächsten Romanen erweisen, ob diese Flut von Fakten wirklich notwendig ist. Wie nicht zum ersten Mal in den PR Nebenserien hat der Leser das Gefühl, als würde der Bogen überspannt und teilweise die Glaubwürdigkeit der „alten“ Serie unterminiert. Zwar greift Hartmut Kasper auf etablierte, aber nicht selten unrepräsentierte Völker – Tefroder und Blues – zurück und erfindet nicht aus dem Stehgreif ein Volk, das dann auf Nimmerwiedersehen in den Analen der Serie verschwindet, aber die Idee der genetischen Manipulation von Blues und Tefordern hätte eher in den Zyklus um die Aras gepasst. Sei es drum, der neue Antrieb muss natürlich ausprobiert werden und wie es sich für Perry Rhodan gehört, ist er gleich ohne Rücksicht auf mögliche Gefahren dabei und vor allem aus zahlreichen ähnlichen plottechnischen Konstruktionen nicht klug geworden. Das Hartmut Kasper und Christian Montillon es wagen, diese antiquierte Idee, Rhodan von seiner Macht abzuschneiden, in Gefahr zu bringen und zu isolieren, noch einmal zu präsentieren, ist dreist und nicht mehr innovativ. Auf dem Hinflug im Restraumschiff geht alles gut. Zumindest ein Fortschritt, denn nicht selten erwies sich der erste Flug schon als Katastrophe, aus der wundersamer Weise im Verlaufe eines Zykluses doch reichlich gutes für den überdimensionalen Helden abgefallen ist. Es ist der Rückflug, der schließlich unangenehme Überraschungen beinhaltet und den Helden mit den fiesen, eindimensionalen, überzeichneten bis grotesken Raumpiraten und Schurken konfrontiert. In einer etwas zu lang gewordenen und leider viel zu klischeehaft eindimensional geschriebenen Nebenhandlung werden die Schurken durch ihre schrecklichen, aber nicht überraschenden Taten definiert. Der Leser erinnert sich teilweise mit leichtem Grausen an das Niveau der „Perry Rhodan Action“ Romane und deren schwarzweiß Zeichnung. Das die Schurken gegen den edlen Helden im spektakulären, aber übertriebenen Showdown keine Chance haben, arbeitet Christian Montillon deutlich heraus. Anstatt nur auf Ideen der Scheer´schen Ära zurückzugreifen und intelligent zu extrapolieren, wird inzwischen der gleiche triviale, eindimensionale Ansatz von moralisch guten Helden und finsteren Schurken gefahren. Der Zweikampf am Ende des Buches scheint auch der einzige Grund für Rhodans Existenz in diesem Buch zu sein. Die ganze Expedition unter seiner alleinigen Leitung ohne entsprechenden Backup ist schon hirnrissig, aber im Mittelteil hat Rhodan viel zu wenig zu tun und leider noch weniger zu sagen, bevor sich Kasper und Montillon schließlich an die überdimensionalen, charismatischen Helden und Ein-Mann-Retter-aller-Universen erinnern und ihm zumindest einen zünftigen, mit dem Tod eines Antagonisten endenden Zweikampf auf den unsterblichen Leib schneidern. Das Rhodan nicht sterben wird und sterben kann, ist von der ersten direkten Konfrontation an klar und negiert jegliche Spannung dieser Sequenz. Der Leser kann nur noch mit Kopfschütteln auf derartig unglücklich geplante, aber hintergrundtechnisch so interessante Szenen schauen.
Das der auf den Konsumentenstatus reduzierte Fan weder sonderlich gut unterhalten noch von irgendeinem grundlegenden Handlungselement dieses statischen Roman überrascht wird, ist die größte Schwachstelle von „Die Tefroder“. Zumindest impliziert zeigt sich im vorliegenden Roman der bekannte Abnutzungseffekt der Kurzzyklenexpokraten. Michael Marcus Thurner war zumindest laut Aussage von Rüdiger Schäfer in der SOL überfordert, Christian Montillon ist als Autor/ Exposeredakteur in den ersten beiden gelesenen PR Action Zwölfteilern an Überambition und fehlender Kontinuität gescheitert und Hartmut Kasper kann an das Niveau des ersten von ihm konzipierten Dreiteilers mit dem vorliegenden Band nicht heranreichen. Wohl gemerkt, bizarre Ideen und groteske Figuren sind ausreichend vorhanden. Sie verbinden sich aber zu isolierten Höhepunkten in einem noch immer zwanzig Prozent zu umfangreichen und teilweise auf den ersten Blick unter größerem Zeitdruck verfassten Roman. Viele Szenen wirken eher überhastet und nicht konsequent genug herausgearbeitet. Störend ist aber die Art und Weise, mit welcher Kasper/ Montillon Nebenfiguren sehr ausführlich und detailliert herausarbeiten, um sie dann – der übergeordneten Serienkontinuität geschuldet – fast in Nebensätzen wieder abservieren. Warum sich also die Mühe machen?
In der laufenden Heftromanserie werden die Feinde immer überdimensionaler. Trotzdem trägt die Menschheit am Ende der 100er Zyklen den vielleicht nicht absoluten Sieg davon. In den Minizyklen dagegen muss sich Rhodan nicht ganz alleine, aber vor allem ohne technische Hilfsmittel zur Wehr setzen. Aber wie in den Heftromanen findet man durch kleine oder größere Zufälle die entsprechenden Verbündeten bzw. Waffen oder technische Errungenschaften, die sich nach einmaligem Einsatz wie die Tonbänder in „Mission Impossible“ selbst aus der Serie verabschieden. Diese Vorgehensweise hat ihr Gutes. Mögliche Diskrepanzen zwischen Taschenbüchern, Action- Minizyklen oder gar laufender Serie werden einfach ignoriert. Was beleibt nach der Lektüre von „Die Tefroder“ ist eine gewisse Lustlosigkeit und Müdigkeit. Zu wenig wirklich überraschende Ideen von einigen grotesken typischen Hartmut Kasper Schmankerl abgesehen. Die vielen offenen Fragen inspirieren weder die Neugierde der Leser noch sind sie derartig fundamental, das sie die stilistischen Schwächen bzw. einen eher unauffällig bis bekannt sich entwickelnden Plot ausgleichen können. Der Fremde, der aus dem Nichts kommend Rhodan einen versiegelten Brief überreicht bzw. Rhodans Begleiterin Caadil einen Stock, wird wahrscheinlich erst in einem ausführlichen Rückblick im zweiten oder abschließenden Band vorgestellt. Ein Schelm, der nicht gleich den Bogen zu dem den Linearraum biegenden revolutionären und doch unglaublich leicht zu manipulierenden Antrieb schlägt. Der Stock, den Caadil mit sich tragen soll, lässt sich wahrscheinlich klein zusammenschieben, ansonsten hätten Caadils folgende Aktionen etwas merkwürdig gewirkt. Insgesamt hinterlässt der vorliegende Roman neben den überdurchschnittlichen Grammatikfehlern einen zwiespältigen Eindruck. Wie die laufende Serie geht der Handlungsbogen nicht selten am Leser vorbei. Die grundsätzliche Idee, neue Leser für die Serie zu gewinnen und die Altleser mit außergewöhnlichen Abenteuern zu belohnen, ist an diesem Minizyklus bislang spärlich vorbeigetragen worden.



Christian Montillon: "Tefroder 1- Das genetische Siegel"
Roman, Softcover, 352 Seiten
Heyne- Verlag 2009

ISBN 9-7834-5352-6242

Weitere Bücher von Christian Montillon:
 - Dan Shockers Macabros 5: Rha-Ta-N'mys Totenstadt
 - Dan Shocker´s Macabros 1: Der Leichenorden von Itaron
 - Dan Shocker´s Macabros 6 - Xantilon: Totenzug der weiĂźen Priester
 - Dan Shocker´s Macabros Band 2
 - Das Mord Medium
 - Das rote Imperium 2: Requiem fĂĽr Druufon
 - Der Weg zur Quelle
 - Die acht Namenlosen - Lepso Trilogie Band 2
 - Macabros 4 – Die Verfluchten von Trutzmorodor
 - Macabros 7- Der Dämonenschwarm des Tausendfältigen
 - Perry Rhodan 2501 - Die Frequenz-Monarchie
 - Perry Rhodan 2502 - Im Museumsraumer
 - Perry Rhodan Action 12 - Die Robotgarde
 - Perry Rhodan Action 19 - Die gläsernen Kinder
 - Perry Rhodan Action 2 - Sturm der Kriegsandroiden
 - Perry Rhodan Action 24 - Kristallschmerz
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 - Perry Rhodan Neo 37- Die Stardust Verschwörung
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 - Professor Zamorra 40: Die Blutweihe
 - TodesflĂĽsse

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