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Perry Rhodan



Christian Montillon

Das rote Imperium 2:
Requiem fĂŒr Druufon

rezensiert von Thomas Harbach

Mit “Requiem fĂŒr Druufon” liegt der zweite Band der Triloge um “Das rote Imperium” vor. Christian Montillon trĂ€gt die BĂŒrde des Mittelbandes. Nach dem Feuerwerk des Auftaktromans versucht der Autor die Handlung voranzutreiben, ohne wirklich dem Zyklus entscheidende Impulse zu geben. So darf er nicht zu viel verraten, um das Ende der Trilogie im letzten Roman nicht zu sehr vorzubreiten. Auf der anderen Seite finden sich hinsichtlich der Ausgangssituation der Serie viel zu wenige Hintergrundinformationen, als das “Requiem fĂŒr Druufon” wirklich ĂŒberzeugen kann. Wie in letzter Zeit öfter hat der Leser zumindest impliziert das GefĂŒhl, als handele es sich bei dieser Miniserie um eine sehr spontane Idee aus einem Moment heraus und nicht das Ergebnis einer wirklich durchdachten Konzeption. FĂŒr Christian Montillon sicherlich keine ganz leichte Aufgabe, zumal erstens Exposetechnisch der Band in zwei große Teile zerfĂ€llt und zweitens der Autor so umfangreiche Romane erst sehr selten geschrieben hat. Die zwei dominierenden Handlungsebenen sind die fortlaufende Rhodan Story mit einem nicht immer prĂ€senten Protagonisten und dann in RĂŒckblenden die inoffizielle Version der Geschichte des Roten Imperiums. Anscheinend haben die Autoren einen neuen Weg gefunden, insbesondere die TaschenbĂŒcher mit reichlich unnötigem FĂŒllmaterial “schwerer” zu machen. Im ersten Band des “Monolith” Sechsteilers hat Uwe Anton ĂŒber die HĂ€lfte des Plots damit verbracht, die Leser durch ATLANs Alptraumwelten zu jagen, die sich schließlich so stark auf die Balance des Taschenbuchs auswirkten, das die eigentliche Handlung diesen Ballast nicht mehr verarbeiten konnte. Im vorliegenden Fall stellt sich die Frage, ob der Leser die zumindest bis dato als wahr anzunehmende Geschichte des Roten Imperiums in dieser AusfĂŒhrlichkeit wirklich noch einmal lesen muss. Viele grundlegende Fakten sind aus dem ersten Band bekannt. Als Figur ist Bavo Velines zu eindimensional bis klischeehaft gezeichnet. Wieder eine verkorkste Kindheit, die natĂŒrlich in einem brillanten, aber rĂŒcksichtslosen Geist mĂŒndete. Wer eine schwere Jugend hat, darf sich ĂŒber Gesetz hinwegsetzen und so wird aus dem Voyeur oder Peeping Tom schließlich eine Manipulator erster GĂŒte. Mit zwölf Jahren hat er mittels eines selbst entwickelten Holoprojektors die Rettung eines zwölfjĂ€hrigen MĂ€dchens “Mali” simuliert, um sich schließlich als Held feiern zu lassen. SpĂ€ter verliebt er sich in das MĂ€dchen und kĂŒĂŸt jedes. Sofortiges Besuchsverbot ist die Folge. Christian Montillon gibt sich die MĂŒhe, die einem Kitschroman entstammenden RĂŒckblenden mit ernster Miene zu erzĂ€hlen. Aber als Figur stammt er aus dem B Genre des Psychothrillers. UnabhĂ€ngig von der Tatsache, das Velines diesen Dreiteiler nicht ĂŒberleben wird, fragt sich ein aufmerksamer Leser ernsthaft, warum die Autoren sich bei dem zur VerfĂŒgung stehenden handlungstechnischen Raum nicht mehr MĂŒhe mit einer solchen Figur gemacht haben? UnabhĂ€ngig vom klischeehaften Hintergrund Velines versucht der Roman den Lesern glaubhaft zu machen, das er vollkommen unbeachtet von den anderen Wissenschaftlern an dem geheimen Projekt der Filiationskammer forschen konnte. Mittels zufĂ€llig gefundener Kristalle, die nicht nur Blut aufsaugen und die Wundheilung beschleunigen können, erzeugt er schließlich Filiaten, körperlich und geistig identische Kopien, die auf mentalem Wege stĂ€ndig mit dem Original verbunden sind. NatĂŒrlich werden diese Filiate auch genutzt, um den Großadministrator zu tĂ€uschen. So meldet sich die gerade gestorbene Antagonistin und Generalin Ifama von ihrem Schlachtschiff KOPERNIKA. Vielleicht hĂ€tte die Überraschung besser funktioniert, wenn der Leser nicht ausfĂŒhrlich durch die RĂŒckblenden auf eine solche Möglichkeit vorbereitet worden wĂ€re. Vielleicht hĂ€tte es den Leser noch ĂŒberrascht, wenn nicht gleich zu Beginn des Buches wirklich eine Auferstanden von den Toten Szene gestanden hĂ€tte. In der laufenden Heftromanserie ist Roi Danton erst fĂŒr tot erklĂ€rt worden, um dann wieder aufzuerstehen. Nur sein DoppelgĂ€nger wurde von den Feinden “verarbeitet”. Im vorliegenden Roman wird Perry Rhodan getötet, als er sich in die Bahn eines lichtschnellen Strahlschuss wirft. Schließlich wollte er PrĂ€sidenten Farashuus Vater vor dem tödlichen Schuss durch ihre Tochter retten. UnabhĂ€ngig davon, das eine solche Tat physikalisch unmöglich ist. Selbst ein Sofortumschalter kann nicht so schnell reagieren - Schande ĂŒber die Autoren. Außerdem ist dieser alte Trick inzwischen langweilig geworden Im “Desaster” Vierteiler der Professor Zamorra Reihe haben Christian Montillon und Team demonstriert, wie schwer es ist, ein Universum nicht nur aus den Angeln zu heben, sondern auch wieder zusammenzufĂŒgen. Im vorliegenden Band sollen die Leser glauben, das mittels der vorhandenen Technik Tote wieder zum Leben erweckt werden können. Dank der ĂŒberlegenen Medotechnik des Roten Imperiums. SpĂ€testens ab diesem Moment glaubt der Leser an die Wiederaufstehung K.H. Scheers. Alles was damals die Terraner nicht selbst zustande gebracht haben, wurde gestohlen, geborgt oder gefunden. Der Leser weiß doch, das Perry Rhodan nicht sterben kann und sterben wird. Warum also ein solches Theater? Nur um Seiten zu schinden? Dann sollte die Tochter zumindest den Vater töten. Perry Rhodan und die Leser hĂ€tten zu diesem Zeitpunkt des Plots nicht ahnen können, das es eine Deus Ex Machina Lösung gibt. Es wĂ€re ausreichend Raum, den Vater auch spannungstechnisch effektiver entweder ins Leben zurĂŒckzuholen oder eine BrĂŒcke zu den Filiaten zu schlagen. Stattdessen wird ein Weg beschritten, der in dieser Form vom ersten Augenblick an in einer Sackgasse geendet hat. Eine Alternative wĂ€re, Perry Rhodan schwer zu verwunden, so dass er zwar aufgrund der Medizintechnik im Roten Imperium und seines Zellaktivators langsam wieder gesund wird, aber ins Geschehen nicht eingreifen kann und vor allem teilweise hilflos den Angriffen der Rotimperialisten ausgesetzt ist. Das gĂ€be auch hinsichtlich der weiteren Entwicklung Rhodans im vorliegenden Band einen Sinn. Aufgrund dieser unglaubwĂŒrdigen PrĂ€misse ist Christian Montillon derartig vom wiedererweckten Rhodan eingeschĂŒchtert gewesen, dass er ihn im Verlaufe des Buches zu einem passiven Beobachter degradiert. Über weite Strecken der gegenwĂ€rtigen Handlung ist er das Ziel verschiedener Verschwörungen und Mittelpunkt eines derartig komplexen EntfĂŒhrungsplan, das man den Autoren am liebsten zwei Jahre “Jerry Cotton” LektĂŒre verordnen mĂŒĂŸte. Damit sie sich wieder auf das Wesentliche besinnen. Um die PassivitĂ€t der Hauptfigur aufzulösen, befehligt er aus dem Nichts heraus am Ende des vorliegenden Bandes gleich eine Raumflotte, um am Ende des Buches einer weiteren EntfĂŒhrung - der zweiten in diesem aus drei BĂŒchern bestehenden Zyklus - sowie wird einer Sonderschaltung zum Opfer zu fallen. Christian Montillon hat im vorliegenden Band den Perry Rhodan Charakter ĂŒberhaupt nicht im Griff. Insbesondere eine Äußerung des ehemaligen Großadministrators wirken unglaubwĂŒrdig. So sagt er ernsthaft den Anjumisten eine uneingeschrĂ€nkte UnterstĂŒtzung zu. Das dĂŒrfte im Verlaufe der Perry Rhodan Serie das erste Mal der Fall gewesen sein. Liegt es vielleicht an der Tatsache, dass er dieses Mal nicht als Kommandant einer unendlich großen Anzahl von ULTRASCHLACHTSCHIFFEN mit Millionen von jungen terranischen Raumsoldaten an Bord spricht? Immerhin haben die Anjumisten auch fĂŒr Rhodans EntfĂŒhrung Unschuldige in Gefahr gebracht oder getötet. Sollte hier plötzlich das Ergebnis alle Mittel rechtfertigen? Klar, mit den Rotimperialisten - siehe die Schreckensherrschaft in Kambodscha, die sicherlich Vorbild fĂŒr die KnochenstĂ€dte gewesen ist - als brutale Tyrannen ist es leicht, irgendwelche Versprechen zu geben. Aber zu diesem Zeitpunkt kennt Rhodan noch nicht einmal alle HintergrĂŒnde.

Hinsichtlich der OriginalitĂ€t sollte man auch nicht die Tatsache verschweigen, dass insbesondere bei den Aktionen der Anjumisten auf verschiedene Rhodan Doubles zurĂŒckgegriffen worden ist. In dem ersten Zwölfteiler haben die heimlichen Roboterherrscher mittels einer unendlichen Zahl von Rhodan Roboterdoubles fĂŒr Verwirrung sorgen wollen. Eine schlechte Idee sollte man so lange ausprobieren, bis sie vielleicht einmal wirklich effektiv eingesetzt werden kann.

Am Traurigsten ist eine andere Tatsache: systematisch reaktivieren die Autoren um Klaus N. Frick die lieb gewonnenen historischen Elemente der alten Perry Rhodan Serie. Ob dieses PlĂŒndern der alten Szenarien von der eigenen Einfaltslosigkeit ablenken soll, sei dahingestellt. Wenn diese HintergrĂŒnde wie die Druuf oder das rote Imperium, die Aras aus der letzten Heyne Miniserie oder die vielen Querverweise auf die MDI bzw. Lemurer wenigstens effektiv genutzt werden, um nicht nur spannende Geschichten zu erzĂ€hlen, sondern vor allem viele Fragen der Altleser zu beantworten, wĂ€re diese Vorgehensweise positiv akzeptabel. Stattdessen finden sich eine Reihe von WidersprĂŒchen zu der alten Serie und dank der zwei verschiedenen Versionen der Geschichte des roten Imperiums noch mehr offene Fragen. Wenn Christian Montillon und Wim Vandeman dann allerdings beginnen, die wirklich fremdartigen Druuf zu vermenschlichen, hört langsam die Freundschaft auf. Was soll das? Ist er als Autor bzw. der Expokrat nicht in der Lage oder willens, die Figuren so zu ĂŒbernehmen und behutsam in die Gegenwart zu extrapolieren? Auf der einen Seite predigen die Autoren einen gewissen Respekt vor der Serie, um dann aus Zeitnot oder fehlendem Willen beliebte Konzepte ĂŒber den Haufen zu werfen. In der Hoffnung, dass sich die inzwischen alt gewordene Lesergeneration nicht mehr an die ursprĂŒnglichen Abenteuer erinnert bzw. den Neulesern es wirklich egal ist.

Wie oft die Leser auf diese im Grunde irrefĂŒhrende Reklame - siehe “Aras” - hereinfallen, wird der Markt beantworten. Dazu kommen die inzwischen sattsam ĂŒberverwandten Auftaktsequenzen: Die Redaktion sollte sich einmal ernsthaft fragen, wie oft Perry Rhodan vor allem in den Nebenreihen - sowohl Perry Rhodan Action als auch die Mehrteiler im Heyne Verlag - verschwunden bzw. einfĂŒhrt worden ist? Bislang ist “Das rote Imperium” kein sonderlich herausragender Zyklus. Es besteht zu befĂŒrchten, dass sich Wim Vandeman als Expokrat als ebenso ĂŒberfordert zeigt, wie es zumindest laut Aussage RĂŒdiger SchĂ€fers in der “Sol 53” Michael Marcus Thuner bei seinen Atlan und gefĂŒhlt Perry Rhodan Mehrteiler gewesen zu sein scheint. Der Mittelband dieser Serie ist deutlicher schwĂ€cher als der von verrĂŒckten Ideen lebende Auftaktroman. Der Leser kann im Grunde nur aufatmen, dass es sich um einen Dreiteiler und keinen Sechsteiler handelt. So bleibt es hoffentlich bei einem FĂŒllroman, bei dessen LektĂŒre man sich am besten auf die zahlreichen Actionsequenzen konzentriert, die RĂŒckblenden quer liest und die vielen Rechtschreibfehler einfach ignoriert.

Christian Montillon: "Das rote Imperium 2: Requiem fĂŒr Druufon"
Roman, Softcover, 411 Seiten
Heyne Verlag 2009

ISBN 9-7834-5352-4989

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