Buchecke


:: Home
:: Suche


:: 24 (4)
:: Abenteuer (55)
:: Alias (1)
:: Babylon 5 (7)
:: Buffy & Angel (25)
:: Comics (diverse) (17)
:: Die Bibliothek von Babel (30)
:: Fantasy (diverse) (181)
:: Farscape (1)
:: Heftromane (314)
:: Horror (diverse) (168)
:: Komödien (diverse) (2)
:: Krimi (diverse) (59)
:: Literatur (diverse) (26)
:: Mystery (diverse) (102)
:: Perry Rhodan (122)
:: Roswell (4)
:: Sachbücher (103)
:: Science Fiction (diverse) (715)
:: Star Trek (43)
:: Stargate (1)
:: Thriller (61)
:: TV (diverse) (10)
:: Vampire (37)
:: Zeitschriften / Magazine (15)


:: Artikel (6)
:: Interviews (7)
:: Nachrufe (2)


:: Weitere Sendungen


:: SciFi-Forum: Buchecke


Perry Rhodan



Michael H. Buchholz

Acht Tage Ewigkeit

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Acht Tage Ewigkeit“ endet die Rudyn- Trilogie und damit die zweite abgeschlossene Miniserie im Rahmen der Fanpro Edition. Der Roman stammt aus der Feder Michael H. Buchholz, der zusammen mit Rüdiger Schäfer maßgeblich an der ATLAN Fanserie mitgeschrieben hat. Weiterhin haben die beiden Fans im positiven Sinne des Wortes auch für die inzwischen wieder eingestellte ATLAN Heftromanserie jeweils einen Roman verfasst.

Der Titel bezieht sich natürlich auf die ominösen acht Tage, die ein Zellaktivator benötigt, um sich auf seinen neuen Träger einzustellen. Danach ist er nutzlos, da er sich nicht mehr neu justieren lässt. Der Aktivator befindet sich am Körper Nastases, der auf Rudyn mittels verschiedener Winkelzüge die anderen Kalfaktoren ausschaltet und die Taten jemand anderem in die Schuhe schiebt. Atlan, Trillight Okt und zwei weitere Helfer landen heimlich auf der Welt im abgeschiedenen Holoi- Gebirge und müssen sich erst mit den Verhältnissen sowie Freunden und Feinden vertraut machen. Der Zufall kommt ihnen zu Hilfe. Ausgerechnet am achten Tag der Frist will Nastases eine Rede halten. Er ist inzwischen zum Alleinherrscher über Rudyn geworden. Mit Hilfe des USO Stützpunktes auf dem Planeten gelingt zwar der Anschlag auf Nastase, aber dann zeigen sich Spannungen in der Gruppe.

Es ist sinnvoll, mit dem Ende des Buches zu beginnen. Ausgerechnet die letzte tragische Szene ist Michael Buchholz am besten gelungen. Hier überwindet er die Distanz zwischen seinen teilweise sehr eindimensional beschrieben Figuren und dem Leser. Davor hat die Exposeredaktion zumindest dem Arkoniden nicht nur eine Reihe von Steinen in den Weg gelegt, sondern im letzten Viertel des Spannungsbogens auf einen Triumph verzichtet. Der Leser konnte bis zu diesem im Grunde doppelten Showdown zumindest den Motiven der einzelnen Protagonisten gut folgen. Während insbesondere im ersten und zweiten Teil der Trilogie teilweise zu viele unwahrscheinliche Dinge gelungen sind, versucht „Acht Tage Ewigkeit“ das genaue Gegenteil zu sein. Für jeden kleinen Triumph hat das Expose eine tragische Stelle bereit. Wie auch Rüdiger Schaefer fühlt sich Michael Buchholz im klassischen ATLAN Sujet mit mehr Action als tiefgründiger Philosophie deutlich wohler. Als Schlussautor hätte er es vom Grundsatz am einfachsten, er bräuchte „nur“ die unterschiedlichen Handlungsfäden zusammenführen und einen entsprechenden Showdown entwickeln. Da allerdings Michael Marcus Thuner in seine im Grunde klassischen ATLAN Handlung sehr viele Nebenideen integriert hat, wirkt der abschließende Roman komplexer als er im Grunde sein müsste und vor allem sein sollte. Was den Text zu keinem leichten Lesevergnügen macht, sind die verschiedenen Handlungsebenen. Chronologisch gut voneinander getrennt wirken sie aber teilweise zu kurz und zu sprunghaft angelegt. Auch wirken einige plottechnische Ideen eher konstruiert. So hält Nastase natürlich am letzt möglichen Tag, ihm den Zellaktivator noch abzunehmen, seine Rede und wird dadurch zum Ziel des Überfalls. Das erinnert ein wenig an die guten alten James Bond Filme, in denen der Überschurke dem hilflosen Geheimagenten und damit dem Zuschauer seine Welteroberungspläne en Detail erläutert, um schließlich von Bond getötet zu werden. Dann hat der Geheimagent keine Schwierigkeiten, in den letzten Minuten bis zum Abspann die Menschheit zu retten. Hier geht es nur um die Möglichkeit, relativ unsterblich zu sein. Weder Thurner noch Buchholz gelingt es wirklich überzeugend darzustellen, warum Nastase nicht noch einen weiteren Tag gewartet hat.

Richtung warm wird der Leser mit den einzelnen Protagonisten über die ganze Miniserie nicht. Nachdem Achim Mehnert in seinem Auftaktroman das Szenario gut aufbereitet hat, zeigen sich in Rüdiger Schäfers Buch seine schriftstellerischen Schwächen. Der Stil ist stellenweise zu schwülstig überambitioniert und die einzelnen Figuren leider teilweise überzogen langatmig und – weilig charakterisiert. Nur die Actionszenen beherrscht Rüdiger Schäfer gut. Michael Buchholz kann auf der ersten Ebene mehr punkten als bei den Figuren. Der Überfall der Santuasi und das gegenseitige Übers-Ohr-Hauen sind unterhaltsam, wenn auch nicht herausragend geschrieben worden. An die Figur ATLAN kämpft er sich im wahrsten Sinne des Wortes heran, allerdings beherrscht er die pointierten Monologe zwischen Extrasinn und Atlan ein wenig besser als Rüdiger Schaefer. Seine Dialoge lesen sich auch etwas besser, natürlicher als bei Rüdiger Schäfer. Zwischen diesen Positiva schleppt sich der Roman mit einer Mischung aus Altbekannten – die Idee, die Kalfaktoren zu beseitigen und die Schuld einem politischen Gegner in die Schuhe zu schieben, ist unzählige Male alleine in der „Perry Rhodan“ Literatur verwandt worden – und großer Langeweile. Teilweise tritt der Roman derart auf der Stelle, als ginge es nur darum, die entsprechenden Seiten zu füllen. Vergleicht man die Romantrilogie insbesondere mit Peter Terrid Planetenromanen, in denen er sich auch mit dem Thema Zellaktivatoren auseinandergesetzt hat, wirkt das Geschehen extrem überdehnt. Es fehlt auch die für Thurners Romane/ Expose so charakteristische Exzentrik. Leider ist Michael Buchholz Stil eher schwerfällig, der bislang beste Roman des Rudyn- Zyklus ist Achim Mehnerts Auftaktband gewesen. Eine gerade zu klassische Idee – eine relative Unsterblichkeit ist noch zu verschenken – ist nur teilweise befriedigend umgesetzt worden. Im Vergleich zur statisch laufenden Handlung der Perry Rhodan Serie überdeckt das nostalgische Gefühl einige der elementaren Schwächen. Im Vergleich zu den ebenfalls teilweise sehr qualitativ unterschiedlichen ATLAN Heftromanen der Minizyklenneuauflage, deren konzeptionelle Unterentwicklung von dem Exposeredakteur wie auch dem Autorenteam stoisch ignoriert worden sind, stellen diese Dreiertaschenbuchzyklen eine interessante und trotz einer Reihe von Schwächen empfehlenswerte Alternative dar.

Michael H. Buchholz: "Acht Tage Ewigkeit"
Roman, Hardcover, 320 Seiten
Fanpro Edition 2007

ISBN 3-8906-4173-3

Leserrezensionen

:: Im Moment sind noch keine Leserrezensionen zu diesem Buch vorhanden ::
:: Vielleicht möchtest Du ja der Erste sein, der hierzu eine Leserezension verfasst? ::