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Perry Rhodan



Achim Mehnert

Rudyn- Trilogie Band 1"Die PSI--Kämpferin"

rezensiert von Thomas Harbach

Während die Perry Rhodan inklusiv der einmal im Jahr erscheinenden Heyne- Taschenbücher Ideen aus dem inzwischen umfangreichen Repertoire der Heftromanserie entnimmt, aktualisiert und Lücken innerhalb der Chronologie zu schließen sucht, erfreut sich der alte unsterbliche Arkonide ATLAN im Rahmen der Fanpro- Taschenbuchedition nicht nur bester Gesundheit, sondern darf farbenprächtige „echte“ Abenteuer zwischen den Sternen erleben. Peter Terrid Planetenroman „Unsterblichkeit x 20“ lässt nicht nur grüßen, Expokrat Thuner macht daraus einen „Unsterblichkeit x 25“- und Achim Mehnert integriert diesen Begriff in seinen Roman. Nach der Lepso- Trilogie unter der Exposeregie von Michael Marcus Thuner erscheint mit dem „Rudyn“- Zyklus ein weiterer Dreiteiler, dessen Autoren ihre Wurzeln im Fandom der achtziger Jahre gehabt haben. Achim Mehnert, Rüdiger Schäfer und Michael Buchholz. Die letzten Beiden haben sich ihre Meriten nicht nur dank der Mitarbeit an der kurzlebigen Neuauflage der ATLAN Heftromane verdient, sie waren die treibende Feder bei der Fortsetzung der ersten eingestellten Reihe in der ATLAN Fanedition. Dazu hat Rüdiger Schaefer die Anhänge der PAN-THAU-RA Edition im Heyne- Verlag verfasst. Achim Mehnert hat neben seiner Mitarbeit an ATLAN oder REN DHARK auch an „Professor Zamorra“ – sowohl Heftromane als auch Taschenbücher – oder kurzzeitig an „Bad Earth“ mitgeschrieben. Insbesondere die in seiner Heimat Köln spielenden Krimis – das Rheintal hat spätestens nach diesem Buch auch das Weltall erobert - aus seiner Feder sind sehr zu empfehlen. Ein antiquarischer Kauf lohnt sich. Das Achim Mehnert mit längeren Texten als Heftromanen sehr gut zurecht kommt, hat er bei seiner auf einem Expose von Thomas Ziegler basierenden „Virtuversum“ – Trilogie für „Raumschiff Promet“ bewiesen.

Das die abenteuerliche Handlung seinen Fähigkeiten als Autor noch entgegenkommt, steht auf einem anderen Blatt. Sein Roman beginnt mit einem Paukenschlag, Atlan befreit den Siganesen und Weggefährten Lemy Danger, der bei einem unautorisierten Einsatz gefangen genommen worden ist. Getreu allerdings dem Motto, das der Zweck die Mittel heiligt, wird Danger nicht bestraft, sondern auf die Krankenstation verlegt. Sein mit über 800 Jahren biblischer Alter im Vergleich zum gewöhnlichen Menschen macht ihm zu schaffen. Die einzige Rettung könnte einer der insgesamt fünfundzwanzig Zellaktivatoren sein, die ES vor einigen Jahren in der Galaxis verstreut hat. Das der 11 Zentimeter große Siganese den eiförmigen Aktivator auf den Rücken geschnallt tragen muss und niemand wirklich weiß, ob die Impulse ihn nicht aufgrund seiner geringen Körpergröße umbringen könnten, sind Probleme, mit denen sich Achim Mehnert eher auf einer ironischen Basis auseinandersetzt. ATLAN macht sich in bewährter Einzelkämpfermanier auf die Suche nach einem der fehlenden Zellaktivatoren, weil in der USO Zentrale im rechten Augenblick das richtige Signal aufgefangen worden ist. Dabei verfolgt er zwei USO Agenten, die vom Wahn der potentiellen Unsterblichkeit gefangen genommen, buchstäblich auch über Leichen gehen. Diese erste Handlungsebene wird unterbrochen durch die Lebens- und Leidensgeschichte der Titel gebenden PSI- Kämpferin. Trilith Okt ist ein Mädchen ohne Kenntnis ihrer Herkunft. Sie beginnt nach einigen Jahren des Bettelns ihre Arbeit als Schiffsmädchen auf einem Freibeutersegelschiff – „Fluch der Karibik“ lässt eifrig grüßen, insbesondere die hier beschriebene Besatzung wirkt eindimensional und klischeehaft charakterisiert -, wird einige Jahre später in ein Bordell zur weiteren Ausbildung – nicht etwa was der Leser denkt und hofft – verkauft, landet schließlich bei einem geheimnisvollen Meister, der ihr die Dagor- Kampftechnik beibringt. Diese beherrscht auch der Lordadmiral der USO. Immer wieder betonen ihre nicht immer uneigennützig handelnden Freunde und Förderer ihre Besonderheit. Sie verliebt sich in ihren Ausbilder, der sich allerdings als Androide herausstellt. Enttäuscht wendet sie sich zumindest geistig von den Männern ab, beendet ihre Ausbildung, wird zu einer eiskalten, emotionslosen Kriegerin und besteigt schließlich ein Raumschiff. Natürlich sucht sie auch nach dem Zellaktivater und natürlich begegnet sie auch Atlan. Der Schwerpunkt der Handlung liegt – wie auch der Titel verspricht – auf der Ausbildung der PSI- Kämpferin. Mit einem starken Fantasy- Einschlag versehen folgt Achim Mehnert nicht nur dem Expose, sondern vor allem aus zahllosen Fantasy- Geschichten bekannten Schemen. Nach kurzer Zeit kann der Leser diese bekannten Themen im Grunde nicht mehr ernst nehmen und sucht die Parodie hinter der Geschichte. Die Dialoge sind zum Teil an der Grenze zur Komödie. Die Handlung beinhaltet auf dieser Spannungsebene keine Überraschungen, der Weg zur kalten, emotionslosen Killerin, einer intelligenten Tötungsmaschine allerdings mit einem eigenen Intellekt wird konsequent verfolgt. Nur zu beginn des Buches gelingt es Achim Mehnert, eine gewisse Sympathieebene zwischen Protagonist und Leser aufzubauen. Er gibt der Figur zumindest überzeugende, wenn auch nicht originelle Charakterzüge, die Ecken und Kanten sollten sich hoffentlich in den nächsten Romanen nicht abschleifen lassen. Eindrucksvoller sind die Passagen, in denen Trilith sich mit ihren PSI Fähigkeiten vertraut macht. Hier überzeugt Achim Mehnert bei der Beschreibung der Stadt der Stille. Auch wenn im Gegensatz zur Protagonistin der Rhodan erfahrene Leser das Ende schon ahnt, verfolgt er das Geschehen doch mit spürbarem Interesse.

Die zweite Handlungsebene ist dagegen über einen wichtigen Teil der „Strecke“ reinster Leo Lukas. Der österreichische Kabarettist hat die Fähigkeit im negativen Sinne, mit grob geschnittenen Dialogen, übertriebenen Vergleichen und manchmal grotesken Beschreibungen die Perry Rhodan Atmosphäre zu durchdringen und auf den Boden der irdischen Realität im schlechtesten Moment zurückzuführen. Im vorliegenden Roman schlägt der Karnevalist Achim Mehnert unterstützt von dem Österreicher Michael Marcus Thuner zu. Atlan landet auf zwei Kolonialwelten, die ihre zehnjährige Unabhängigkeit und wahrscheinlich nicht nur die mit einem riesigen Karnevalfest feiern. Dabei verfügt die zweite Welt sogar über die entsprechenden Kneipen, direkt aus dem Rheinland zu den Sternen versetzt. Diese Idee wirkt auf den ersten Blick witzig, verliert aber zumindest für Nichtkarnevalisten und Menschen, die ihren Atlan gerne ernst goutieren möchten, schnell an Effektivität. So muss Atlan die Maske des Jedermanns aufsetzen, um sich zu verkleiden. Er weiß allerdings nicht, dass alle Touristen, die etwas zu verbergen haben, eben genau diese Maske aufsetzen. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, wenn Atlan sich zum Beispiel die Maske Perry Rhodans gekauft und diese gekonnt imitiert hätte. Oder wenn die Festivitäten nicht so sklavisch den Karnevalregeln inklusiv der Begrüßungsformeln folgen würden, sondern eher groteske Extrapolationen als Inkarnationen dieser tollen Tage gewesen wären. Im Verhältnis zum Gesamtkontext des Buches nehmen diese Passagen einen zu breiten Raum ein, warum nicht auf der zweiten Kolonialwelt das genaue Gegenteil etablieren? Warum noch einmal im erweiterten Sinne die gleiche Veranstaltung? Das macht rückblickend wenig Sinn. Da Atlan im vorliegenden Roman schon deutlich weniger Raum hat als Trilith Okt, verzichtet Achim Mehnert auf interessante politische Implikationen. Atlan stellt sehr deutlich heraus, dass er erstens auf eigene Faust handelt und ihn zweitens dank oder wegen Dangers Krankheit nicht interessiert, ob es wichtigere oder würdige Persönlichkeiten für einen Zellaktivator geben kann oder wird. Diese politicial incorrectness macht ihn zum sympathischen Handlungsträger – auch wenn er nicht im Mittelpunkt steht und „nur“ das Leben/ Sterben eines guten Freundes zu verantworten hat – und gibt dem Roman neben einigen anderen gelungenen Anspielungen einen nostalgischen Flair mit einem modernen, sehr flüssig angenehmen Schreibstil.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Auftakt der „Rydun“- Trilogie trotz eines bekannten und vorhersehbaren Subplots zusammen mit dem Auftaktroman „Das gestrandete Imperium“ – der Posbi-Krieg 1 – von Michael Marcus Thuner und vor allem „Die Sternenarche“ aus der Feder Frank Borschs – „Lemuria“ Band 1 – zu den besten Einstiegsromanen seit einigen Jahren gehört. Das erscheint auf den ersten Blick als Widerspruch zu der bisherigen Kritik, aber betrachtet man „Die Psi- Kämpferin“ mit vielleicht ein wenig nostalgisch verklärten Augen der früheren Perry Rhodan Ära, gelingt es Achim Mehnert sehr gut, nach einer in erster Linie für Perry Rhodan Fans geeigneten Einleitung – die Nichtfans müssen allzu oft das Glossar am Ende des Taschenbuchs bemühen und werden vielleicht nie die Emotionen in sich spüren, die Begegnungen mit unvergessenen Charakteren wie Lemy Danger auslösen – einen actionorientierten Roman vorzulegen. Dabei zieht er nicht stetig das Tempo weiter an, sondern bemüht sich in einzelnen Szenen, mit ironischem Unterton nuanciert und doch souverän aus der Vergangenheit der Serie zu plaudern, die mit diesem Taschenbuch plötzlich zu einem unvermuteten Leben erwacht ist. Keine Superintelligenzen, keine Kolonnen, keine Kosmokraten, keine Zwiebelschalenmodelle. Das einzige übernatürliche Wesen – ES – ist zwar als Katalysator für die kommenden Ereignisse verantwortlich, tritt aber in diesem Auftaktband nicht weiter in Erscheinung. Das Spektrum der Actionszenen reicht vom klassischen Faustschlag über den eleganten Schwertkampf bis zur Strahlwaffe, alles ist vorhanden, alles wird eingesetzt. Alles ein wenig mehr Originalität hätte dem Buch das I- Tüpfelchen aufgesetzt, so bleibt als letzte Anmerkung nur „Niemals geht eine Idee so ganz“.

Achim Mehnert: "Rudyn- Trilogie Band 1"Die PSI--Kämpferin""
Roman, Softcover, 302 Seiten
Fanpro 2007

ISBN 3-8906-4171-7

Weitere Bücher von Achim Mehnert:
 - Höllenwelt 2: Das Erwachen
 - Illochim- Trilogie Band 2: Im Bann der Gatusain
 - Monolith 6. Sprung ins Jenseits
 - Perry Rhodan Action 15 - Trabant der Opulu
 - Perry Rhodan Action 21 - Die Puppe Tanisha
 - Perry Rhodan Action 27 - Mutantenschule Crest
 - Perry Rhodan Action 28 - Das Venusgehirn
 - Perry Rhodan Action 4 - Festung der Regenten
 - Perry Rhodan Action 8 - Sternentod
 - Sternendschungel 28: Element X
 - Sternendschungel Galaxis 13: Raumschiff der Verlorenen
 - Sternendschungel Galaxis 17 "Sonne des Vergessens"
 - Sternendschungel Galaxis 18: die zweite Macht
 - Sternendschungel Galaxis 24: Hyper Ingenieure
 - Sternendschungel Galaxis 27: Achtzig Völker
 - Sternendschungel Galaxis 33: EntfĂĽhrte Seelen
 - Sternendschungel Galaxis 34: Im Banne der Rahim...
 - Sternendschungel Galaxis 37: RĂĽckkehr zu den Rags
 - Sternendschungel Galaxis 42: Galaktische Notare
 - Sternendschungel Galaxis 45: Die Macht der Symbionten
 - Sternendschungel Galaxis 48: Schlacht ĂĽber Odour
 - Sternendschungel Galaxis 51: Unglaubliche Lösung
 - Sternendschungel Galaxis 54: Drakhon fĂĽr immer?

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