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Perry Rhodan



Hubert Haensel

Der Posbi- Krieg 4- Der Milliardenmörder

rezensiert von Thomas Harbach

Es ist zwar, den vierten Band des Zyklus „Der Posbi-Krieg“ wirklich emotionslos zu besprechen. Im Sommer letzten Jahres als Gastroman des Höhlenweltautors Harald Evers angekündigt, hat dieser aufgrund von Terminschwierigkeiten das Manuskript zurückgeben müssen. Im November letzten Jahres ist Evers dann im Alter von neunundvierzig Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Hubert Haensel ist kurzfristig eingesprungen und hat das Manuskript termingerecht abgeliefert. Auf den ersten Blick ist „Der Milliardenmörder“ ist vielerlei Hinsicht ein Rückgriff auf die ersten Perry Rhodan Romane unter der Ägide K.K. Scheer und Clark Darlton. Ein fetziger Titel. Kurz, prägnant – es wird sich gegen Ende des Buches herausstellen auch präzise -, weckt in dem Leser eine Reihe von Fragen, auf die es zunächst keine Antworten gibt. Eine verzweifelte Mission, ein geheimer Auftrag, das Eindringen in den Zentrumsplaneten des Feindes- in diesem Fall auf die achtzig- Sonnenwelt der Posbis- eine kleine Gruppe von Individuen auf einer Selbstmordmission, eine Zweckgemeinschaft und kein verschworener Haufen und zumindest ein Charakter mit einem dunklen Geheimnis. Insbesondere die ersten Perry Rhodan Romane konnten diese Konstellation bis zur Perfektion variieren, im Mittelpunkt immer Perry Rhodan, der Gefahr für Leib und Leben nicht gescheut hat, um früher seiner Menschheit zu helfen und jetzt den Alteranern zur Seite zu stehen. So liest sich der vorliegende Roman – trotz einiger Längen insbesondere zu Beginn – mit nostalgischen Gefühlen deutlich besser als unter der kritischen Lupe einer gänzlich anderen Zeit. Es ist schon erstaunlich, wie stark die Struktur wieder simplifiziert worden ist. Dabei spielt es zumindest keine Rolle, ob es sich um ein Piraten-, Landser oder in diesem Fall ein Perry Rhodan Abenteuer handelt. Sowohl Expose als auch Roman lassen keine Überraschungen in Bezug auf den Spannungs- und Handlungsbogen aufkommen. Das wirkt alles einfach statisch und wenig flexibel. Der wichtige Pluspunkt des Romans liegt auf einer anderen Ebene. Der Zyklus „Der Posbi- Krieg“ wird – fast im Anschluss an den ersten Band aus der Feder Michael Marcus Thuners – fortgesetzt und der Leser erhält gegen Ende des Buches sehr viele wichtige Informationen, die zumindest die grundlegende Problematik erhellen, aber keine Lösungsansätze für den zukünftigen Frieden bieten. Bis dahin ist es allerdings eine sehr lange Reise, die Hubert Haensel in erster Linie in seinen sehr unterschiedlichen Charakteren auszudrücken sucht.

Von den „neuen“ Charakteren reicht der larische Wissenschaftler Verduto- Cruz, dessen Name eher an die alten Italo-Western, denn einen Außerirdischern erinnert – heraus. Die Alteraner verhalten sich dem Feind gegenüber skeptisch. Man hat ihn längere Zeit in Verwahrung und unterzieht ihn strengen Verhören. ER ist allerdings der einzige, der sich allerdings mit einem Abstand von achtundreißig Jahren mit der Posbitechnik auskennt. Hubert Haensel bemüht sich, ihm ein Profil zu geben. Er beschreibt ihn als misstrauischen, aber bodenständigen Mann, der seine Chancen und Risiken deutlich besser abwägen kann als man es ihm zu erst zutraut. Ständig versucht er den Menschenabkömmlingen seine Überlegenheit zu demonstrieren und mehr als einmal droht ein Konflikt an Bord – natürlich – zu entbrennen. Auf der anderen Seite fasziniert ihn die Posbitechnik und schnell entwickelt er sich zu einem elementaren Mitglied der Mannschaft, aber vor allem zu einzigen Hoffnungsträger für diese verzweifelte Mission. Ganz bewusst hält sich Haensel als Autor mit seiner Meinung über diesen Charakter zurück. Es kommt immer wieder zu atmosphärischen Störungen zwischen den Alteranern und ihm. Dabei weiß der Leser nicht, ob diese Reizpositionen auf der Antipathie durch den mehr und mehr aufbrechenden historischen Konflikt zwischen Laren und Menschen basieren oder noch andere Gründe im Hintergrund eine Rolle spielen. Haensel gelingt es auf jeden Fall, seine Leser sehr gut in einem eher beunruhigenden Zwischenbereich zu halten.

Natürlich gehören auch blinde Passagiere – in diesem Fall drei – zum Bestandteil eines solchen Romans. Sie sollen die Mission sabotieren und verhindern, dass das von Menschen umgebaute Posbi-Raumschiff die Zentralwelt erreicht. Wie ein Teil der Führung Alteras sehen sie in Perry Rhodan einen Verräter und Betrüger, dessen Ziel die Übergabe der menschlichen Welten an die Posbis ist. Sie nehmen Rhodan wieder gefangen – auch im ersten Buch des Zyklus gibt es eine Szene, in der Rhodan nicht nur gefangen sondern zu Testzwecken vergiftet worden ist. Es sind diese Passagen, die insbesondere dem Roman eine gewisse Fülle, aber auch gewisse Längen geben. Nicht selten hat der Leser das Gefühl, hier werden Klischees aus hunderten von Romanen in kompakter Form wiederholt, ohne dass sich wirklich etwas für die eigentliche Handlung tut. Verduto- Cruz kann schließlich mit einem Spürtrupp die Opposition ausschalten und Rhodan befreien.

Dieser selbst in seiner Mischung aus Zuversicht bis Arroganz mit einem deutlich zu spürenden Schuss Verzweifelung versucht seinen eigenen Kurs zu fahren. Entschlossen, eine Selbstmordmission und damit seinen Auftrag durchzuführen, unsicher in Bezug auf einen Erfolg – allerdings weiß der Leser, dass Rhodan nicht sterben kann und wird – und vor allem einen wirklich Plan. Sicher als verkleidete Posbis auf die Welt zu schleichen, wirkt ein wenig zu überzogen und zu unrealistisch. Es sind diese Rückschritte in Bezug auf die Kompositionen der Bücher, die unfreiwillig aus Abenteuerstoffen Parodien machen. Weiterhin dienen der Matten- Willy und der mitgeschickte Posbi Nano Aluminum- Gärtner obwohl charakterlich ausgebaut eher als comic relief und stören auf dieser Ebene die phasenweise gut aufgebaute Atmosphäre des Buches spürbar.

Interessant wird der Roman wieder in dem Moment, als Haensel einen Einblick in die Geschichte der ebenfalls gestrandeten Posbis gibt. Vor elftausend Jahren sind acht Posbi-BOXEN von einem Tryortan- Schlund nach Ambriador versetzt worden. Um den Äqautor finden sich achtzig Kunstsonnen. Die acht Ur- BOXEN haben sich zu einem gewaltigen Komplex biopositronischer Rechner zusammengeschlossen und zu einer riesigen, komplexen Stadt erweitert, von der die Aktivitäten der Posbis gesteuert werden. In gewisser Hinsicht hat Haensel seine Leser auch auf diesen Moment vorbereitet, da das Posbi- Schiff nicht gezähmt werden konnte und sich im Laufe der Reise immer wieder Schwierigkeiten andeuten. Damit wird zumindest eine gewisse latente, aber nicht überzeugende Spannung im Laufe der langen Exposition erzeugt.

Dem Team gelingt es, eine befristete Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Die Menschen tarnen sich mit Exoskeletten, Prallfeldern und Sensoren. Sie wollen zu dem Sektor vordringen, in der die Hass- Schaltung sich befindet. Diese verursacht den gnadenlosen Vernichtungskrieg gegen das unwahre Leben. In einem isolierten Bereich zersetzen Kristalle die Metalle ihrer Tarnung und machen ein weiteres Vordringen unmöglich.

Ist die Grundstruktur vorhersehbar, überzeugt dagegen der Hintergrund. Nach den sehr langen, zu langen, aber zumindest dialogtechnisch gut zu lesenden Passagen an Bord des für die Mission umgerüsteten Raumschiffs überzeugen die Szenen auf der achtzig Sonnen Welt. Haensel beschreibt eine Reihe von atmosphärisch und stilistisch gut gesetzten Überraschungen im Rahmen dieser Verzweifelungsmission. Das Misstrauen zwischen den einzelnen Charakteren flammt berechtigterweise wieder auf. Da der Autor auch immer wieder auf tragische Ereignisse sowohl im Rahmen des Krieges Mensch- Maschine als auch Mensch- Lare zurückgreift und Themen wie Verlust, Verrat und Hass sehr prägnant vermittelt, enthält diese Handlungsebene Ergreifendes ohne kitschig zu wirken. Es wäre schön gewesen, wenn einige dieser Szenen insbesondere die erste, langsame und langatmige Hälfte des Buches belebt hätten. Handlungstechnisch befriedigt der vierte Band seine Leser. Zumindest die Hintergründe – ohne eine Lösung anzubieten – des Posbi- Krieges werden aufgehellt und eine Figur des Teams sehr ambivalent und vor allem konträr zu seiner bisherigen charakterlichen Entwicklung dargestellt. Damit gleicht er eine Reihe von Schwächen insbesondere in Bezug auf die eher profane Handlung aus.

Hubert Haensel: "Der Posbi- Krieg 4- Der Milliardenmörder"
Roman, Softcover, 367 Seiten
Heyne- Verlag 2007

ISBN 3-4535-3265-1

Weitere Bücher von Hubert Haensel:
 - Lemuria 6 - Die längste Nacht
 - Perry Rhodan 2291: Duell in Magellan
 - Perry Rhodan Neo 8 - Die Terraner
 - Perry Rhodan Neo 8: Die Terraner

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