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Perry Rhodan



Cathrin Hartmann

Der Posbi-Krieg 3:
Der Friedhof der Raumschiffe

rezensiert von Thomas Harbach

Durch die Terminschwierigkeiten bei Harald Evers – er wurde durch Hubert Haensel für den vierten Band ersetzt – ist Kathrin Lange alias Cathrin Hartmann die einzige Newcomerin bei diesem Perry Rhodan Zyklus „Der Posbi- Krieg“ geblieben. Allerdings hat sie als Fingerübung schon einen ATLAN Heftroman veröffentlicht. Die 1969 geborene Frau Lange ist verheiratet, hat zwei Kinder und starte ins Berufsleben mit einer Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin, dann arbeitete sie in einer Marketingabteilung eines wissenschaftlichen Verlages und unter anderem in der Abteilung phantastischer Literatur einer Buchhandlung. Im Jahre 2000 veröffentlichte sie mit „Das Buch der Sänger“ bei der Edition Schwinge ihren ersten Roman. Im Jahr 2001 gründete sie den „Federwelt“ Verlag und publizierte bis zum Jahr 2003 die Zeitschrift „Federwelt“. Ihr zweiter historischer Roman „Jägerin der Zeit“ folgte im Kindler Verlag. Mit dem dritten Teil des Zykluses „Der Posbi- Krieg“ folgt sie den Fußstapfen des Exposeredakteur Michael Marcus Thuner und seinem gut zu lesenden und spannenden Auftaktband, sowie Leo Lukas, dessen zweiter Roman erstens die gesamten Zyklus nicht weiter vorangetrieben hat und zweitens nur in einer Nebenhandlung – die von den Laren gefangen gehaltenen und gequälten Menschen – überzeugen konnte. Auch „Der Friedhof der Raumschiffe“ bringt den großen, übergeordneten Handlungsbogen nicht weiter voran, im Gegenteil, inzwischen bezweifelt der Leser die Notwendigkeit, wirklich sechs Taschenbücher im Winterhalbjahr publizieren zu müssen oder zu können, ohne dass es zumindest stofflich eine befriedigende Aufteilung gibt. Die grundlegende Idee ist nicht neu und vor allem inzwischen nicht mehr originell. Nach der Flucht der Menschen aus dem Larengefangenenlager sind sie jetzt auf einer abgeschiedenen Welt voller Raumschiffwracks isoliert. Bei ihren Untersuchungen stellen sie fest, dass insbesondere die Besatzungen früherer hier not gelandeter Raumschiffe einer tödlichen Krankheit in rascher Folge unterlegen sind. Hier gelingt es der Autorin, eine bedrückende Atmosphäre zu erschaffen und zahlreiche interessante Facetten – wenn auch keine auf den ersten Blick innovativ – zu etablieren
Perry Rhodan ist mit einigen wenigen Getreuen in der Galaxis Ambriador gestrandet. Was als Rettungsmission für die dort lebenden 29 Milliarden Menschen begann, das entwickelt sich zusehends zu einem Ritt auf dem Vulkan.
Nicht nur, dass die dort seit Jahrhunderten heimische Menschheit mit den Maahks in brüchiger Eintracht zu leben hat und schließlich von den dann allerdings alles unreine Leben – also alle biologischen Lebewesen - attackierenden Posbis angegriffen wird, auch die Laren hat es in die Galaxis verschlagen. Für diese sind die Menschen einzig als Sklaven akzeptabel. Ein Bündnis gegen die Maschinenwesen kommt für sie in ihrer Arroganz und Selbstüberschätzung nicht in Frage.

Doch dann gelingt es fast zehntausend menschlichen Sklaven mit Hilfe des Teleporters Startac und vor allem dem Großadministrator zu fliehen. Unterwegs zum mit Rhodan vereinbarten Treffpunkt aber sabotiert ein Verräter in den eigenen Reihen das gestohlene Laren-Schiff. Sie havarieren auf einem Planeten ohne jegliche Fauna, und treffen auf einen Friedhof der Raumschiffe. Währenddessen erhebt sich die ermordete larische Sklavenhalterin Mitrade von ihrem Grab. Illegale Nanobots haben ihre tödlichen Schussverletzungen geheilt, die Übertragung ihrer Persönlichkeit zurück in ihr Gehirn aber wird unterbrochen. Dennoch begibt sie sich auf die Jagd nach den entflohenen Sklaven – und landet ebenfalls auf dem Friedhof der Raumschiffe.
Ein konservatives, aber zumindest phasenweise exotisches Planetenabenteuer mit einer Reihe eher konstruierter als konzeptioneller Rätsel und passend eine Handvoll Action erwarten den Leser. Das Buch ist stimmig geschrieben und phasenweise gelingt eine gute Kombination aus dem in den vierziger Jahren so populären „Sense of Wonder“ und einer menschlich interessanten Vordergrundgeschichte. An Tiefe gewinnt das Buch durch die Ausgestaltung und vor allem Weiterentwicklung aus dem zweiten Roman bekannter Charaktere und die fast vollkommene Abwendung von Perry Rhodan als Leit- und Schlüsselfigur. Da Rhodan bei seinen Aktionen schon aus dem Gesetz der Serie heraus nicht sterben kann, erhöht die Hinwendung zu vor allem überzeugenden Protagonisten das Spannungselement spürbar. Da allerdings in fast einer grotesken Verzerrung der Frankensteingeschichte ein toter Antagonisten aus den vorangegangenen Büchern wieder belebt und damit als Bedrohung wiedererschaffen wird, wird altbacken und ist auch seltsam distanziert beschrieben. Im Gegensatz zu den positiven Charakteren gelingt es der Autorin nur bruchstückhaft, einen wirklich dreidimensionalen Gegenspieler zu etablieren und es reicht der Hinweis auf das Schicksal einer Untoten nicht, um dieser Figur Tiefe zu geben oder zumindest eine Reaktion zu provozieren. Man hätte diese Figur dazu nutzen können, um die übergeordnete Handlung des Zykluses voranzutreiben – immerhin ist mit „Der Friedhof der Raumschiff“ die Hälfte der Miniserie veröffentlich und bis auf den ersten Band hat sich zyklustechnisch wenig bis gar nichts getan. Stattdessen bewegt sie sich ebenfalls auf der kleinen, intimen Ebene dieses menschlichen Dramas. Auf der anderen Seite übernimmt Cathrin Hartmann von Leo Lukas – Tamra – und von Michael Marcus Thuner – Startac Schroeder – und gibt diesen beiden Handlungsträgern nicht nur eine lange in der Serie vermisste Tiefe und Authentizität, sondern stellt sie auch in den Mittelpunkt des Geschehens. Beide Charaktere konnten in der Gegenwart Rhodans wenig an Substanz gewinnen. Insbesondere der Mutant Startac Schroeder diente mehr als lebender Transporter denn als Mensch. Auch in „Friedhof der Raumschiffe“ muss er einmal bis an die Grenzen der Erschöpfung und des körperlichen Zusammenbruchs diese Funktion übernehmen, aber in diesem Fall ist seine Rettungsaktion überzeugend in die Handlung integriert.
Im Vergleich dazu wird Tamras Charakter deutlich weiter ausgebaut und vor allem dreidimensionaler gezeichnet. Im letzten Band konnte der Leser ihren Entwicklungsprozess von der verstörten, isolierten Gefangenen zur Rebellin verfolgen, die sich geschickt und intelligent gegen die Laren auflehnte und aus den Rückschlägen lernte. Leo Lukas ist es überzeugend gelungen, dieses Wechselspiel mit ihren Herren sehr intensiv zu beschreiben. Damit aber kein Vakuum zurückbleibt, konzentriert sich „der Friedhof der Raumschiffe“ auf die wachsende Beziehung zu Startac Schroeder. Obwohl nicht zu kitschig beschrieben, verliert sie als aktiver Protagonist im Vergleich zum zweiten Buch des Zyklus an Dynamik. Eine der interessantesten Dualitäten der letzten Zeit im Rhodan- Universum ist das Verhältnis zwischen Onmout und Jason Neko. Während erster um seine Vergangenheit ein Geheimnis macht, trägt Neko ein Geheimnis tief in seinem Inneren verborgen – wahrscheinlich auch ein Schutz seines sensiblen Selbst – mit sich herum. Exemplarisch zeigt Cathrin Hartmann an diesen beiden sehr unterschiedlichen Typen, wie man zwar äußerlich die Vergangenheit beiseite schieben kann, aber durch das Erlangen der körperlichen Freiheit nicht automatisch geistig befreit wird. Solche persönlich gut beschriebenen Szenen gehören zu den Höhepunkten des gut zu lesenden Buches.

In erster Linie bezieht der Band neben den sehr gut gezeichneten Charakteren seine Spannung aus der Frage, wer die sehr unterschiedlichen Raumschiffe überfallen, auf dieser Welt gestrandet und vor allem deren Besatzungen mit einer flammenähnlichen Wunde gekennzeichnet tot zurückgelassen hat. Dabei muss die Gruppe nicht nur diese potentielle äußere Gefahr bekämpfen, sonder auch die internen Spannungen zwischen einzelnen Mitgliedern der Gruppe unter Kontrolle halten. Während die äußere Handlungsebene sehr routiniert und nach einer etwas zu langen Exposition packend in Szene gesetzt ist, funktioniert die Gruppendynamik über die gut charakterisierten Köpfe hinaus eher unterdurchschnittlich und manchmal auch mühsam konstruiert. Stilistisch ohne Auffälligkeiten kümmert sie sich plottechnisch in erster Linie um die Hintergründe dieser seltsamen Welt mit seinem lebensfeindlichen ökologischen System. Als Einzelroman gehört „Friedhof der Raumschiffe“ zu den erfreulichen Erscheinungen im Rhodan Universum und Cathrin Hartmann unterstreicht mit ihrem angenehm zu lesenden, sehr unterhaltsam Stil, das sie – zumindest bei den Sonderpublikationen – zusammen mit Christian Montillon eine gute Ergänzung des Perry Rhodan Teams sein könnte. In Bezug auf den Posbi- Zyklus allerdings zeigt sich nach der Hälfte der Serie, dass es sehr viele interessante Nebenschauplätze und sehr wenig kontinuierliche Handlung gibt.

Cathrin Hartmann: "Der Posbi-Krieg 3: Der Friedhof der Raumschiffe"
Roman, Softcover, 320 Seiten
Heyne- Verlag 2006

ISBN 3-4535-3264-3

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