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Perry Rhodan



Thomas Ziegler

Lemuria 5 - Die letzten Tage Lemurias

rezensiert von Thomas Harbach

Mit "Die letzten Tage Lemurias" liegt Thomas Zieglers letzte Arbeit vor. Im Gegensatz zu seinem zweiten neuen Perry Rhodan Roman, in dem der Tod eine unglaubliche Präsenz zwischen der eigentlichen Handlung gewann und der sich fast schon wie eine innere prophetische Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod las, ist dieser hier vorliegende Roman eine flotte vielschichtige Abenteuergeschichte.



Im Grunde gelingt Thomas Ziegler eine Zusammenfassung der ersten vier Taschenbücher aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Geschickt beginnt er mit einer Flotteneinheit der Lemurer, die einen verzweifelten Kampf gegen die Bestien durchführen. Dramatisch baut er den ehrenvollen Rückzug der unterlegenen Schiffe auf. Kaum der Gefahr entronnen geraten die Schiffe in einer Falle. Daraus werden sie dann unter größten Opfern gerettet. Hier stellt der Autor die Frage in den Raum, welche Opfer zu erbringen sind, um eine kleine Handvoll von Soldaten zu retten. Auf einer zweiten Ebene beschäftigt er sich mit dem verzweifelten letzten Versuch, der Versteck einer Zeitmaschine ausfindig zu machen und die Vergangenheit zu ändern. Diese beiden Handlungsebenen laufen sehr geschickt zusammen, enthalten aber im Kern eine grundlegende Problematik. Da die Bestien - die Haluter - im Auftrag der ersten Schwingungsmacht unterwegs sind, besteht durch die Zeitreisekonstellation nur eine theoretische Gefahr. Immer wieder wird betont, dass diese Macht einen gewaltsamen Umsturz nicht zulassen würde und ggfs. selbst in den geschichtlichen Ablauf eingreifen würde. Mit solchen Vermutungen nehmen sich die Autoren ein gewisses Maß an Spannung und latenter Unsicherheit. Außerdem hat sich das Konzept mit den im Hintergrund agierenden Mächten innerhalb der Serie abgenutzt.



Nach diesem rasanten und vielschichtigen Auftakt nimmt sich Ziegler den beiden Inkarnationen Icho Tolots an. Seine Romane zeichneten sich immer durch die Nutzung von schrulligen, aber liebenswerten Außenseitern aus. Darum liegt ihm eine beliebte Nebenfigur wie der Haluter sehr. Er gibt ihm zwar keine neuen Gesichtszüge, nutzt das Zusammenspiel zwischen Planhirn und Emotionen für einige interessante Zwiegespräche und kann dem übermächtigen Charakter eine gewisse Tiefe geben. Ansonsten hält sich der Autor bei der Zeichnung anderer Figuren deutlich zurück und integriert diese eher in eine umfangreiche Actionhandlung. Dadurch liest sich der Roman nicht mehr als typischer Ziegler, sondern eher als gehobenes Serienprodukt, aber der Leser wird auch nicht abgelenkt. Vergleichbar Leo Lukas passt sich der Autor hier an, ragt aber schriftstellerisch, stilistisch und von seinen Ideen deutlich über die anderen Beteiligten an dieser dritten Miniserie hinaus



Ein bisschen mehr Absurdität und skurrile Einfälle hätten dem Roman gut getan, doch ernst und entschlossen folgt der Autor dem engen Expose. Wer einen typischen Thomas Ziegler Flair erwartet, wird selbst bei den Dialogen enttäuscht. Sind sie sprachlich geschickt in Szene gesetzt, mehr aber nicht. Es fehlen die charakteristischen Reibeflächen, die z.B. seine Alternativweltgeschichten auszeichnen. Er kann auch keine Figuren entwickeln, sondern nutzt die beschränkten Möglichkeiten der Exposearbeit. Seine beiden neuen Perry Rhodan Romane gaben ihm hingegen bei einer grundlegend schwachen und bekannten Handlung ausreichend Freiheiten, um kuriose Aliens aus der Feder zu zaubern.

Handlungstechnisch ist "Die letzten Tage von Lemuria" eine konzentrierte und phasenweise innovative Arbeit.



Eine Frage muss sich allerdings der Verlag gefallen lassen. Warum sechs Taschenbücher zu konzipieren, wenn Ziegler die ersten vier Bände locker zusammenfasst ? Im Grunde nimmt der Zyklus erst mit dem dritten Band - von Andreas Brandhorst geschrieben - Fahrt auf und entführt den Leser . Die ersten beiden Taschenbücher wirken unnötig kompliziert und inhaltlich aufgeblasen. Erfreulich ist die Tatsache, dass in diesem Zyklus mehr Bezug auf die historische Entwicklung der Serie genommen wird (Lemurer, Haluter und Akonen) und trotz der Zeitreisethematik die Handlung nicht künstlich abgesondert wirkt. Die Reise nach Andromeda und die ferne Zukunft in "Odyssee" hatten einen trennenden Charakter, hier greifen die Ereignisse direkt in den klassischen Handlungsverlauf ein und der Leser hat nicht das Gefühl, dass alles nach sechs Romanen zu Ende ist. Diese dramatischen Entwicklungen bilden zusammen mit der historischen Ebene eine interessante lesenswerte Handlung, die neuen Käufern einen Einblick in die Tiefe des PR Kosmos gibt, in der Stammleserschaft nostalgische Gefühle weckt und beide Seiten befriedigt.



Das einige Abschnitte in Bezug auf die Zeitreiseproblematik überstrapaziert werden und zum Teil die Wiederholungen - wenn auch aus unterschiedlicher Perspektive - einzelner Handlungsabschnitte in zwei Taschenbüchern hintereinander stören, zeigt, unter welchem zeitlichen Druck die Taschenbücher produziert - von Schreiben kann man schon fast nicht mehr sprechen - worden sind. Die Idee, Gastautoren wie Andreas Brandhorst und alte Fanfavoriten wie Thomas Ziegler an Bord zu holen, hat die literarische Qualität des hier vorliegenden Zyklus enorm gesteigert. Hinzu kommt, dass z.B. Leo Lukas mit seinem Buch eine seiner besten und disziplinierten Arbeiten vorgelegt hat.



Als Ganzes betrachtet ist "Die letzten Tage Lemurias" eine solide, keine herausragende Arbeit, eine gelungene Zusammenfassung der vielen Handlungsereignisse und der Prolog für das Finale im sechsten und abschließenden Roman aus der Feder des Exposeautors Hubert Haensel.

Thomas Ziegler: "Lemuria 5 - Die letzten Tage Lemurias"
Roman, Softcover
Heyne 2005

ISBN 3-4535-3017-9

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