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Perry Rhodan



Andreas Brandhorst

Lemuria 3 - Exodus der Generationen

rezensiert von Thomas Harbach

Mit dem dritten Roman des dritten Taschenbuchzykluses gibt ein absoluter Neuling im Perry Rhodan Universum, aber einer der ältesten Hasen - mit Unterbrechungen- der deutschen Science Fiction sein Debüt. In den letzten Jahren eher als Übersetzer von Terry Pratchetts Scheibenwelt- Romanen bekannt geblieben, war Andreas Brandhorst in den frühen achtziger Jahren Mitautor der legendären TERRANAUTEN, schrieb diverse farbenprächtige Space Operas für die Verlage Bastei, Goldmann oder CORIAN, veröffentlichte eine Reihe von Heftromanen bei TERRA ASTRA und ZAUBERKREIS unter Pseudonymen wie Thomas Lockwood und Andreas Werning.

Mit seinem Einstieg in das Perry Rhodan Universum lebt der Lemuria Zyklus auf. Schon auf den ersten Seiten dominieren lesenswerte, freche Dialoge unterstrichen von einer sehr geradlinigen Handlung und der Ambition, die Historie hinter den Generationenschiffen zu erzählen.

Dabei arbeitet der Autor mit zwei Zeitebenen: die Gegenwart mit dem träumenden Perry Rhodan -vielleicht das schwächste Element des gesamten Romans-, der Gefahr für die Haluter, stellvertretend Icho Tolot und dem weiteren Schicksal der Gestrandeten der einen Lemurerarche und die Vergangenheit mit der historischen Entwicklung der Sternenseher und ihrem Drang, das lemurische Volk vor der Vernichtung durch den Bau von Archen zu retten. Hier arbeitet Brandhorst mit charismatischen Figuren - alleine der Auftritt im Fernsehstudio ist ungewöhnlich lebhaft in Szene gesetzt-, einer Action orientierten Handlung und Bezügen auf die Fiktion des Perry Rhodan Universums.

Der historische Abschnitt beginnt mit einer Hommage an die erste Mondlandung durch Perry Rhodan.

Der Gegenwartszyklus leidet unter der Zersplitterung in verschiedene Handlungsebenen und den sehr überzeugenden zweiten Handlungsstrang. Dem Leser fällt es schwer, die Geschichte zur Seite zu legen und in die Jetztzeit zurückzukehren. Das liegt zum einen an der etwas schwerfälligen Handlung - dieses Manko zeichnete auch die ersten beiden Taschenbücher aus- und die wenig gehaltvollen Charaktere. Da die charismatischen Führungsfiguren wie Perry Rhodan und sehr schnell auch Icho Tolot aus dem Geschehen genommen worden sind, müssen die Protagonisten dieser Serie, also die unbekannte

dritte Generation, in deren Fußstapfen schlüpfen. Diese erweisen sich als viel zu groß. Hier reichen die guten Dialoge Brandhorsts nicht aus, um die Schemen zu Menschen werden zu lassen. Es ist weiterhin schade, dass interessante und in der Heftromanserie fast abgeschobene Charaktere wie Icho Tolot nicht weiter genutzt werden. MDI, Lemurer, dann müssen Haluter dabei sein. Es wird ein weiterer dieser Riesen eingeführt, der Icho Tolot vor einer neuartigen

oder alten Waffe warnen möchte, die den Haluter schadet, doch es fehlen die typischen Elemente der Heftromanserie. Vielleicht ist Andreas Brandhorst nicht der Autor, der einen Favoriten der Leser wieder mit neuem Leben erwecken kann oder auf der anderen Seite wäre er der Autor gewesen, der sich dieser Figur mit neuem Schwung und frischen Ideen hätte nähern können Diese Chance wird fast gänzlich vertan.

Zielstrebig führt er die beiden Handlungsebenen -trotz eines Zeitunterschiedes von mehr als 50000 Jahren- zu einem überzeugenden vorläufigen Höhepunkt des Zyklus zusammen .Im Gegensatz zu den anderen beiden Romanen der Serie versteht er sich darauf, einen Stoff plastisch, spannend und dramatisch in Szene zu setzen. Viele kleine vorläufige Cliffhangar ziehen den Leser in seinen Bann. Vergleichbar den umfangreichen Romanen des Kantaki- Zyklus aus seiner Feder ist Brandhorst inzwischen ein so routinierter Autor komplexer Strukturen, das es ihm mühelos gelingt, mehr als eine Erzählebene in den Mittelpunkt zu rücken und dem Leser nie das Gefühl zu geben, einen Füllstoff zu lesen.

Das Autorenteam hat es Andreas Brandhorst allerdings auch sehr angenehm leicht gemacht ,einen Perry Rhodan Roman zu schreiben. Der Stoff ist überwiegend eigenständig, ermöglicht es dem Autoren, sein eigenes kleines Universum zu schaffen - über die Kultur der Lemurer wurde in der Serie mehr phantasiert denn berichtet . So überzeugt der "Exodus der Generationen" als die bislang beste Arbeit des Lemuria Zykluses bislang und weckt den Eindruck,

doch noch mehr über das Urvolk der Menschheit und ihre geschichtlichen Verwicklungen in den "MDI" Zykluses zu erfahren- leider hat dieser sense of wonder sich erst im dritten Taschenbuch eingestellt, spät aber nicht zu spät.

Andreas Brandhorst: "Lemuria 3 - Exodus der Generationen"
Roman, Softcover
Heyne 2005

ISBN 3-4535-3012-8

Weitere Bücher von Andreas Brandhorst:
 - Das Artefakt
 - Die Stadt
 - Die Stadt
 - Feuerstürme
 - Feuerträume
 - Feuervögel
 - Kinder der Ewigkeit
 - Pan-Thau-Ra 2. Die Trümmersphäre
 - Äon
 - Äon
 - Äon

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