Buchecke


:: Home
:: Suche


:: 24 (4)
:: Abenteuer (55)
:: Alias (1)
:: Babylon 5 (7)
:: Buffy & Angel (25)
:: Comics (diverse) (17)
:: Die Bibliothek von Babel (30)
:: Fantasy (diverse) (181)
:: Farscape (1)
:: Heftromane (314)
:: Horror (diverse) (168)
:: Komödien (diverse) (2)
:: Krimi (diverse) (59)
:: Literatur (diverse) (26)
:: Mystery (diverse) (102)
:: Perry Rhodan (122)
:: Roswell (4)
:: Sachbücher (103)
:: Science Fiction (diverse) (715)
:: Star Trek (43)
:: Stargate (1)
:: Thriller (61)
:: TV (diverse) (10)
:: Vampire (37)
:: Zeitschriften / Magazine (15)


:: Artikel (6)
:: Interviews (7)
:: Nachrufe (2)


:: Weitere Sendungen


:: SciFi-Forum: Buchecke


Perry Rhodan



Frank Borsch

Lemuria 1- Die Sternenarche

rezensiert von Thomas Harbach

Zum dritten Mal vereinigen sich Heyne und Moewig zu einem neuen Perry Rhodan Sechsteiler, zum dritten Mal schreibt Frank Borsch einen Roman, dieses Mal den Auftaktband beim zum ersten Mal von Hubert Haensel exposetechnisch betreuten Zyklus. Das alles wird durch den frühen Tod von Thomas Ziegler überschattet, dessen letzter Roman als fünfter Teil des Zyklus erscheinen wird.



Führte "Andromeda" in eine ferne Galaxis, "Odyssee" in ferne Zukunft drehen die Autoren dieses Mal das Szenario um: aus fernster Vergangenheit und bei der Begegnung doch ansehnlicher Entfernung trifft Perry Rhodan - auf einer diplomatischen Mission zu den

Akonen - auf ein Generationenraumschiff, das scheinbar direkt vom legendären Lemuria, dem Ausgangspunkt der meisten intelligenten humanoiden Völker, in den Schoß des Erben des Universums fällt. Die Lemurianer waren auf der Flucht vor den furchterregenden und unbesiegbaren Bestien, den Halutern. Aber nicht nur Perry Rhodan mit einer Gruppe von Raumfahrern an Bord des Explorers PALENQUE findet das unschätzbare Relikt, auch ein Schiff der Akonen trifft zum dramatisch richtigen Zeitpunkt ein.



Der "Meister der Insel" Zyklus stellt immer noch für viele Leser den absoluten Höhepunkt der über 2250 Hefte umfassenden Serie dar. Die einhundert Hefte - Nummer 200 bis 299 - führten nicht nur zu einer entfernten Galaxis - Andromeda - ,sondern in fernste Vergangenheit und hatten mit den geheimnisvollen, brutalen Meister der Insel faszinierende, fremdartige und durchtriebene Bösewichter. Alleine die letzten dreißig Hefte, in denen sich die Menschen unter großen Opfern zu den mit Fallen bestückten Stützpunkten der ebenfalls unsterblichen MDI durchkämpften, vereinigten das humanistische Sendungsbewusstsein Rhodans mit einer Neuinterpretation der Landserromane.



Unter einer neuen Ägide und der Führung Rainer Castors haben sich die Autoren mehr und mehr entschlossen, handlungstechnisches Niemandsland zu vereinigen und lose Fäden abzuschließen. Das birgt die Gefahr der Überinterpretation einzelner Abschnitte und eine unbewusste Enttäuschung verschiedener Lesergenerationen in sich , die lieber ein offenes unbefriedigendes Ende ihr Eigen nennen als die verschiedenen Versuche der Rhodan Redaktion, eine geradlinige Handlung zu entwerfen.



In seinem umfassenden Artikel "Das Generationenraumschiff in der Science Fiction" am Ende des Buches weist Hartmut Kasper auf elementare klassische Romane des Genres genauso hin wie auf eine Reihe von unglücklichen Versuchen. Autor und Leser kommen nach der Lektüre dieses Romans zum gleichen Fazit: Es lässt sich der Thematik kaum etwas Neues abgewinnen. Und an dieser Schwierigkeit scheitert Frank Borschs Auftaktroman. Vielleicht die Idee, Fahrräder als unverwüstliche Energielieferaten in einer von der Hand im Mund lebenden Gesellschaft zu nutzen, könnte überraschend wirken, doch spätestens in der Sekunde, als ein begeisterter Perry Rhodan bei seinem Besuch im Generationenraumschiff um die Kurve radelt und dort natürlich etwas entdeckt, wirkt die Szene in ihrer ganzen Breite einfach kindisch und lächerlich.



Das Perry Rhodan alleine auf die Suche nach Diplomatie geht und dabei auf dieses Artefakt trifft, wirkt ebenso unglaubwürdig. Es ist schade, dass die Autoren bislang nicht die Chance genutzt haben, auf Figuren der zweiten Reihe auszuweichen. Icho Tolot , der Haluterfreund der Menschheit, hätte hier sehr gut hineingepasst. Als Ratgeber oder Verteidiger seiner früher unbeherrschten und kriegswütigen Vorfahren ? Die Konzentration auf Rhodan in diesem ersten Band und das Handling durch Frank Borsch wirkt nicht überzeugend. Atlan liegt ihm als Charakter einfach besser.



Fairerweise muss herausgestellt werden, dass Frank Borsch eine undankbare Aufgabe hat. Jeder Leser weiß, dass es sich bei dem Schiff um ein Überbleibsel vom sagenhaften Kontinent Lemuria handelt. Der Klappentext des Roman weißt darauf hin. Darum interessieren den Leser auch mehr die Fakten, wie kommt das Schiff in den Akonenraum, was wissen die überlebenden Raumfahrer und welche Geheimnisse möchten die Rhodan Autoren wirklich enthüllen bzw. werden jetzt neu erfunden ? Der Leser sollte sich immer im Klaren sein, dass es bei diesem sechsbändigen Zyklus um eine Zusammenstellung der bekannten Fakten aus den Exposes der K.H. Scheer Ära und darüber hinaus eine neue Geschichte handelt. Das bekannte Themen fesselnd neu aufgelegt werden können, unterstreicht die laufende Handlung der Heftromanserie. Im Sternenozean taucht ein neuer Schwarm auf und Perry Rhodan mit Hilfe von Atlan sucht das Geheimnis dieser plötzlichen Erscheinung zu erkunden. Das ein Schwarm auch im letzten Sechsteiler "Odyssee" eine wichtige Rolle spielte , zeigt , wie aktuell selbst unzureichend umgesetzte Ideen aus der alten Serie noch sind. Die "Meister der Insel" und ihre Heimstatt Andromeda haben nie ihre Faszination verloren und die Meßlatte liegt beim aktuellen Autorenteam um Hubert Haensel extrem hoch. Vielleicht auch aufgrund der Tatsache, dass das Team um K.H. Scheer damals nur das Notwendigste enthüllte bzw. komponierte und ihren Lesern in Bezug auf die eigene Phantasie freie Hand liessen.



Als einzelner Roman betrachtet liefert Frank Borsch eine routinierte Arbeit ab. Sachlich ruhig entwickelt er die verschiedenen Handlungsebenen, versucht durch die Augen des einfachen Prospektoren das Charisma Perry Rhodan zu vermitteln und hat mit der exzentrischen und cholerischen Kommandantin des Explorerraumschiff eine Figur entwickelt, die positiv aus dem glatten, stromlinienförmigen Universum der Serie fällt . In einzelnen Sequenzen gelingt es dem Autoren, aus dem vorhersehbaren Stoff spannende Szenen herauszuquetschen. Andere Abschnitte wirken gedehnt und handlungstechnisch überflüssig langweilig. Das gesamte Auftaktszenario hätte für ein halbes Taschenbuch gereicht, auf knappen dreihundert Seiten geschieht zu wenig, wird zu wenig angedeutet und wiederholt sich zu viel, als das das Taschenbuch in dieser Konstellation überzeugen kann. Wie in den beiden ATLAN Minizyklen beharrt die Redaktion auf ihrer Vorgabe, wieder sechs Taschenbücher mit entsprechender Handlung zu füllen. Diese Handlung muss allerdings erst gefunden werden und im Gegensatz zu einer wöchentlichen Heftromanserie verzeiht ein Taschenbuchleser die Füllbände nicht so leicht.



Der optisch - wieder mit einem Titelbild von Oliver Scholl und einer Risszeichnung von Günther Puschmann - gut gestaltete Band ist ein durchschnittlicher und für die Ansprüche enttäuschender Auftakt zu einem der vielleicht wichtigsten Begleitzyklen der ganzen Serie.

Frank Borsch: "Lemuria 1- Die Sternenarche"
Roman, Softcover, 318 Seiten
Heyne 2004

ISBN 3-4535-3003-9

Weitere Bücher von Frank Borsch:
 - Alien Earth Phase 2
 - Alien Earth Phase 3
 - Pan-Thau-Ra Band 1 „Die Lebenskrieger“
 - Perry Rhodan 2500 - Projekt Saturn
 - Perry Rhodan Action 13 - Die Trümmerwelt
 - Perry Rhodan Neo 1 - Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 17 - Der Administrator
 - Perry Rhodan Neo 17- Der Administrator
 - Perry Rhodan Neo 1: Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 24 - Welt der Ewigkeit
 - Perry Rhodan Neo 24- Welt der Ewigkeit
 - Perry Rhodan Neo 36- Stolz des Imperiums
 - Perry Rhodan Neo 6 - Die dunklen Zwillinge
 - Perry Rhodan Neo 6: Die dunklen Zwillinge
 - Perry Rhodan Neo 9 - Rhodans Hoffnung
 - Perry Rhodan Neo 9: Rhodans Hoffnung

Leserrezensionen

:: Im Moment sind noch keine Leserrezensionen zu diesem Buch vorhanden ::
:: Vielleicht möchtest Du ja der Erste sein, der hierzu eine Leserezension verfasst? ::