Buchecke


:: Home
:: Suche


:: 24 (4)
:: Abenteuer (55)
:: Alias (1)
:: Babylon 5 (7)
:: Buffy & Angel (25)
:: Comics (diverse) (17)
:: Die Bibliothek von Babel (30)
:: Fantasy (diverse) (181)
:: Farscape (1)
:: Heftromane (314)
:: Horror (diverse) (168)
:: Komödien (diverse) (2)
:: Krimi (diverse) (59)
:: Literatur (diverse) (26)
:: Mystery (diverse) (102)
:: Perry Rhodan (122)
:: Roswell (4)
:: SachbĂĽcher (103)
:: Science Fiction (diverse) (715)
:: Star Trek (43)
:: Stargate (1)
:: Thriller (61)
:: TV (diverse) (10)
:: Vampire (37)
:: Zeitschriften / Magazine (15)


:: Artikel (6)
:: Interviews (7)
:: Nachrufe (2)


:: Weitere Sendungen


:: SciFi-Forum: Buchecke


Perry Rhodan



Christian Montillon

Perry Rhodan Neo 37- Die Stardust Verschwörung

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Die Stardust Verschwörung“ beginnt die fünfte Staffel der „Neo“ Serie und zumindest auf den ersten fünfzig Seiten ist es Christian Montillon zusammen mit Frank Borsch gelungen, die Leser zu überraschen. Man hat nicht das Gefühl, den Auftakt einer weiteren Staffel zu lesen, sondern eine Art Reboot, mit der Montillon und Borsch endlich wirklich beginnen, Perry Rhodan neu zu erzählen.
Dazu setzen sie auf der wichtigsten Handlungsebene das Geschehen gute neun Monate vor dem Auftaktband und erzählen es aus der Perspektive Atlans, der nicht wie in der alten Heftromanserie erst nach den ersten Erkundungen der Menschen im All inklusiv des obligatorischen Diebstahls fremder Technik in das Geschehen eingreift. Ignoriert man die bisherigen sechsunddreißig Taschenhefte, so funktioniert der Auftakt durch die bekannten Protagonisten – Atlan, Perry Rhodan und Rico – sowie die Möglichkeit einer gänzlich anders verlaufenden Zukunft überzeugend gut. Die Handlung setzt am 10. Februar 2036 ein. Der seit vielen Jahrtausenden auf die Chance nach Arkon zurückkehrende Atlan wird von Rico zwischen den üblichen Intervallen geweckt, da die Menschheit beginnt, nach den Sternen zu greifen. Das Verhältnis zwischen Rico und Atlan erinnert ein wenig an Robert Wises Film „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ bzw. die Kurzgeschichte, auf welcher der Film basiert, bei denen auch nicht bis zur zynisch klingenden Pointe gänzlich klar geworden ist, wer mechanischer Diener und wer Herr gewesen ist. Natürlich ist Rico nicht mit dem stummen, Strahlen ausstossenden gigantischen Roboter des Films zu vergleichen, aber Christian Montillon bemüht sich mit teilweise sehr pointierten Dialogen, die jeweiligen Positionen zu unterminieren und besonders Stammleser der alten Heftromanserie in die Irre zu führen. Mit Rico wird eine Figur handlungstechnisch nicht nur mehr in das Geschehen integriert, sondern sein Charakter dreidimensionaler beschrieben, ohne das es konstruiert oder unlogisch erscheint. Rico scheint aber nicht nur auf Atlan zu hören, sondern spielt in den Langzeitplänen ES eine wichtige Rolle. Da verschiedene Sabotageakte auf das Raumfahrtprogramm der Menschen verübt werden, scheint eine Macht darin interessiert zu sein, dass der bemannte Flug zum Mond ausfällt. Atlan trifft absichtlich den ausgewählten Kandidaten Perry Rhodan und schützt ihn vor einer sehr attraktiven professionellen Killerin. Am Ende dieses Handlungsbogens kann Atlan die Sabotage an der STARDUST verhindern und die Astronauten inklusiv Perry Rhodan und Reginald Bull ohne deren Wissen vor dem sicheren Tod retten.
Christian Montillon fühlt sich mit der fast klassischen Spionagehandlung ausgesprochen wohl. Die Beschreibungen sind präzise und kompakt, die Dialoge spritzig und die erste Begegnung zwischen der Profikillerin und dem lebenserfahrenen Atlan erotisch/pointiert und doppeldeutig.
Die Gegenwartshandlung setzt neun Monate später ein. Perry Rhodan kehrt mit den Naats an Bord einer Flotte arkonidischer Raumschiffe ins Sonnensystem zurück und findet über seiner neuen Hauptstadt Terrania den Fahrstuhl nicht nur zu den Sternen, sondern zu ehemaligen Venusbasis im Orbit um die Erde installiert. Hinter den Aktionen steht der seit zehntausend Jahren verstorbene Arkonide Kosol ter Niidor, der einen eigenen Weg zur relativen Unsterblichkeit gefunden hat. Anscheinend hat er auch Homer G. Adams dazu gebracht, den Bau dieser Basis zuzustimmen. Sie macht zwar immer noch keinen Sinn, da es sicherer und effektiver ist, Waren und Menschen mit den Raumschiffen zur Erde zu bringen, aber das eindrucksvolle Gebäude soll den von Rhodan initiierten ersten Schritt zu den Sternen bildhaft darstellen. Dahinter steckt aber noch immer der Plan, Atlan dieses Mal mittels grüner Strahlen – eine für die „Neo“ Serie so typisch frustrierende, aus dem Zusammenhang der Serie gerissene Idee – auszuschalten. Perry Rhodan verfolgt das Geschehen nach einigen patriotisch vaterländischen Reden und einem Querverweis auf die Effektivität seiner Passivität wie immer aus der Beobachterrolle. Viel schlimmer ist, das er anscheinend Atlan, der ihm vor neun Monaten das Leben gerettet hat, nicht vertraut. Bedenkt man, wem sich Perry Rhodan im bisherigen Verlauf der Serie an den Hals geworfen hat, ist dieses Verhalten unerklärlich. Auch die Idee, das Rico im Auftrag von ES handeln könnte, ist grundsätzlich nicht schlecht. Immerhin hat ES ihm die Unsterblichkeit gegen kleinere, aber auf keinen Fall unerfüllbare Auflagen angeboten. Das Rhodan dieses Geschenk bislang abgelehnt hat, heißt ja nicht gleich, dass ES nur Schlechtes im Sinn hat. Dann hätte Crest ebenfalls zu Gunsten eines großen Plans verzichten müssen. Während sich Atlan und Rhodan in „Der Einsame der Zeit“ handkräftig näherten, entfernen sich diese beiden Figuren nach der Vergangenheitsebene ausschließlich aufgrund von Rhodans unerklärlichen Verhalten wieder voneinander. Diese Ambivalenz der Charakterisierung wichtiger Figuren zieht sich nicht nur durch diesen „Neo“ Roman, sondern leider durch die ganze Serie.
Aber nicht nur Perry Rhodan handelt oder „nicht handelt“ wie nach einer Gehirnwäsche. Am schlimmsten hat es Crest erwischt, der jetzt plötzlich wieder ein Menschenfreund ist. So legt er seinen Zellaktivator dem Sohn des Naatkommandanten Savoaard an, der schwer verletzt auf der medizinischen Station liegt. Da die einzelnen Charaktere weder etwas von der Schwingungsabstimmung noch der Tatsache gehört haben, dass die Aktivatoren nicht längere Zeit „verliehen“ werden dürfen, wirkt diese Geste rührend und ist dem alten aus den ersten „Neo“ Bänden bekannten Crest würdig. Zwischendurch haben die Autoren versucht, aus dem alten Arkoniden einen Egomannen zu machen, der mit der Idee der relativen Unsterblichkeit nicht fertig geworden ist. Wie manche Idee wird dieses Konzept fallen gelassen und am besten noch unter den Teppich gekehrt. Das kaum vorhandene einheitliche Bild der „Neo“ Figuren noch weiter unterminiert und der Leser verblüfft zurückgelassen. Das die Naats gegenüber ihrem Nachkommen nicht unbedingt menschliche Gefühle aufbringen, wird bei dieser Beschreibung genauso ignoriert als die Tatsache, dass natürlich das gestohlene Raumschiff der Arkoniden einer der modernsten Prototypen – das kennt man aus der alten Serie, als Perry Rhodan reihenweise die besten Schiffe der Feinde mittels Husarenstreichen stehlen konnte – der Flotte ist und außer Toreed niemand das Schiff kommandieren kann. Woher er plötzlich qualifiziert ist, wird genauso verschwiegen wie die Tatsache, dass technisch nicht selten ein Bogen von mehr als zehntausend Jahren zu schlagen ist und selbst auf dem Grund des Meeres vor sich hin rottende Wracks plötzlich ganze Feindesflotte in die Flucht schlagen können. Frank Borsch gehörte nie zu den technisch beschlagenen Generation der „Perry Rhodan“ Autoren, aber zusammen mit Christian Montillon bildet er eine Art Duo des Schraubenziehergrauens. Was nicht passt, wird passend gemacht. Diese Ambivalenz schade insbesondere den viel zu seltenen geschriebenen Übergangsbänden, in denen der „Neo“ Hintergrund die kunterbunten Aktionen der Protagonisten aufzuholen sucht.
Der Cliffhangar ist brüchig konstruiert. Im Archiv des Imperators – also ein zweiter Vorstoss nach Arkon – gibt es seit sechstausend Jahren geheime Schriften eines geheimnisvollen und verfolgten Philosophen namens Epetran, die nicht nur – natürlich, welche eine Überraschung – die Koordinaten der Erde enthalten, sondern vor allem auch Hinweise auf den Planeten der Unsterblichkeit. Und das mit einer Wegbeschreibung. Warum Crest diese Daten nicht geborgen und dann gelöscht hat, bleibt unbeantwortet. Warum sollte jetzt einer über dieses unscheinbare Sternensystem fallen und den Planeten der Unsterblichkeit ernst nehmen, der als Legende seit Jahrtausenden durch alle möglichen Völker geistert? Immerhin wollte auch der Anführer der Topsider auf dieser legendären Welt landen. Crest scheint diesen Hinweisen gefolgt zu sein, konnte aber mit der Erde auch nicht sonderlich viel anfangen. Die Arkoniden hatten vor Jahrtausenden mehrere Stützpunkte in diesem Sonnensystem, also müssen die Daten auch noch anders gespeichert gewesen sein. Im Grunde bietet dieser eher frustrierende Epilog die zweite Chance, natürlich an der Bord eines jetzt arkonidischen modernen Raumschiffes und vielleicht mit Atlans Hilfe – er kann endlich nach Hause gehen, was anscheinend aber als indirekter Sendbote ES nicht mehr das größte Problem des Arkoniden ist – direkt in das Herz des Robot- und nicht dunklen Imperiums einzudringen und die Daten natürlich zu löschen. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Mal das Team weiterkommt als in der letzten viel zu langen Staffel.
Als Auftaktband einer neuen Staffel ist „Die Stardust Verschwörung“ ein ambivalentes Lesevergnügen. Die neun Monate vor dem eigentlichen Einsetzen der „Neo“ Handlung spielenden Ereignisse sind von Christian Montillon ausgesprochen spannend und vor allem interessant niedergeschrieben worden, während die Gegenwartsebene phlegmatisch, widersprüchlich in Bezug auf die Charaktere und mit der unwahrscheinlichen Prämisse für die nächsten Romane auch wenig erhellend erscheint. Noch frustrierender als bei den letzten „Neo“ Taschenheften ist die Tatsache, dass mit ein wenig Mut „Neo“ wirklich anders und überzeugend die bekannten Ereignisse beschreiben könnte. So bleibt nur abzuwarten, ob es Frank Borsch mit dem zweiten Vorstoß nach Arkon besser macht und aus seinen Fehlern gelernt hat.







Christian Montillon: "Perry Rhodan Neo 37- Die Stardust Verschwörung"
Roman, Softcover, 161 Seiten
Pabel Verlag 2013

Weitere Bücher von Christian Montillon:
 - Dan Shockers Macabros 5: Rha-Ta-N'mys Totenstadt
 - Dan Shocker´s Macabros 1: Der Leichenorden von Itaron
 - Dan Shocker´s Macabros 6 - Xantilon: Totenzug der weiĂźen Priester
 - Dan Shocker´s Macabros Band 2
 - Das Mord Medium
 - Das rote Imperium 2: Requiem fĂĽr Druufon
 - Der Weg zur Quelle
 - Die acht Namenlosen - Lepso Trilogie Band 2
 - Macabros 4 – Die Verfluchten von Trutzmorodor
 - Macabros 7- Der Dämonenschwarm des Tausendfältigen
 - Perry Rhodan 2501 - Die Frequenz-Monarchie
 - Perry Rhodan 2502 - Im Museumsraumer
 - Perry Rhodan Action 12 - Die Robotgarde
 - Perry Rhodan Action 19 - Die gläsernen Kinder
 - Perry Rhodan Action 2 - Sturm der Kriegsandroiden
 - Perry Rhodan Action 24 - Kristallschmerz
 - Perry Rhodan Neo 10 - Im Licht der Wega
 - Perry Rhodan Neo 10: Im Licht der Wega
 - Perry Rhodan Neo 16 - Finale fĂĽr Ferrol
 - Perry Rhodan Neo 16: Finale fĂĽr Ferrol
 - Perry Rhodan Neo 2 - Utopie Terrania
 - Perry Rhodan Neo 23 - Zuflucht Atlantis
 - Perry Rhodan Neo 23- Zuflucht Atlantis
 - Perry Rhodan Neo 2: Utopie Terrania
 - PR Neo 30- Hort der Weisen
 - Professor Zamorra 40: Die Blutweihe
 - Tefroder 1- Das genetische Siegel
 - TodesflĂĽsse

Leserrezensionen

:: Im Moment sind noch keine Leserrezensionen zu diesem Buch vorhanden ::
:: Vielleicht möchtest Du ja der Erste sein, der hierzu eine Leserezension verfasst? ::