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Perry Rhodan



Michelle Stern

PR Neo 32- der schlafende Gott

rezensiert von Thomas Harbach

Michelle Sterns „Der schlafende Gott“ setzt mit einem der besten Titelbilder der „Neo“ Serie die Eric Manoli Handlungsebene auf Topsid fort. Im Gegensatz zu den bisher eher schwerfällig peinlichen Abenteuern des einsamsten Menschen auf einem Planeten voll halbintelligenter Echsen gelingt es ihr nicht nur, den Plot endlich ein wenig voranzutreiben, sondern das Expose hält wahrscheinlich nicht nur für Manoli eine Reihe von Überraschungen bereit.
Eric Manoli soll vom Despoten Megh- Takar gezwungen werden, den sich in einem unterirdischen befindlichen zerstörten Transmitter zu reparieren. Michelle Stern impliziert, dass sich Manoli flüchtig an den Raum erinnern kann. Die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, da es nicht zu viele Transmitter auf Topsid geben sollte, durch die ein Mensch einfach hindurch schlüpft. As der Despot den Reisenden mit einem Spezialisten für die Reparatur dieses komplizierten Geräts gleichsetzt, dass die Topsider trotz der Erfahrung aus mehreren hundert Jahren überlichtschneller Raumfahrt nicht in Stand setzen konnten, wirkt dümmlich. Diese Vorgehensweise funktioniert in der Echsengesellschaft auch nicht. Warum also bei anderen Völkern. Anscheinend ist den Autoren nicht wirklich bewusst, dass die Topsider eine im Grunde hochstehende Kultur haben. Wie später noch anzumerken ist, konzentrieren sich Borsch, Stern und Co. eher auf die primitiven Aspekte dieses Volkes und scheitern im Grunde peinlich auf der ganzen Linie. Es fehlt nur noch die Erklärung, dass die Topsider nur die Knöpfe der Raumschiffe drücken können und funktionsuntüchtige Wracks einfach liegen- bzw. im All treiben lassen, in der Hoffnung, dass aus einem Ei ein neues Raumschiff schlüpft. Eingestreut wird die Legende, dass der Transmitter den Weg zur relativen Unsterblichkeit und damit wahrscheinlich Wanderer bedeutet. Diese anscheinend in fast allen Teilen des bislang bekannten Kosmos bekannte Legende hätte effektiver vor dem Besuch Rhodans auf Wanderer eingesetzt werden können. Jetzt wirken die Argumente nicht nur nachgeschoben, sie erhöhen nicht einmal die bislang auf Topsid kaum vorhandene Spannung.
Eric Manoli wird zu den gefangenen Arkoniden geführt. Er hat drei Tage Zeit, sich das Ultimatum des Despoten zu überlegen. Die Arkoniden in ihrem Zoo müssen immer wieder gegeneinander kämpfen – die Arena Idee wirkt wie ein Überbleibsel aus der Antike der Serie und unterstreicht deutlich, dass insbesondere Frank Borsch keine wirklich neuen Ideen für die Details entwickeln kann oder entwickeln will – und zum römischen Vergnügen werden auch Wildtiere eingelassen. Der Anführer der Arkoniden Keteram da Gelam nimmt Manoli die Story eines Kolonialarkoniden ausgesprochen leichtfertig ab und weiht ihn umgehend in deren Fluchtpläne ein. Bedenkt man, dass da Gelam durch eine Falle der Topsider sein Schlachtschiff verloren hat und gefangen genommen worden ist, wirkt dieses Verhalten naiv und kindisch.
Am nächsten Tag wird Manoli von Oric- Altan zum Despoten gebracht. Um die Ungewöhnlichkeit dieses Vorgangs noch mehr zu betonen, entpuppt sich Oric – Altan nicht nur als der langjährige Berater des Despoten, sondern als Rico. Mittels einer Metamorphose hat er anscheinend nicht nur die Gestalt eines Topsiders angenommen, sondern hoffentlich auch dessen Geruch. Das diese Art der Technik aus dem bisherigen Serienverlauf derartig heraussticht und irgendwie vergessen wird, dass Rico mehr als zehntausend Jahre vor der Gegenwart entwickelt worden ist, scheint niemanden zu stören. Vielleicht holt man im letzten Moment noch „ES“ heraus, der Rico wie anscheinend auch Atlan als persönlichen Spezialagenten nutzt. Erst stört Manoli Ricos undefinierte Pläne, dann soll er helfen, den bevorstehenden Untergang Topsids durch die Arkoniden zu verhindern. Warum Rico als Berater des Despoten einen derartigen Plan nicht frühzeitig in die Wege geleitet hat, ist ebenso unbekannt wie die Frage, warum die Arkoniden die Topsider als gefährliches aufstrebendes Volk fast 30.000 Lichtjahre vom eigenen Imperium ansehen? Hinzu kommt, dass die Arkoniden plötzlich nicht mehr das degenerierte Volk der ersten Staffel sind, sondern ihre Macht zielstrebig und planmäßig ausbauen. Zwar ist die Argumentationskette dieses Handlungsabschnittes unglaublich schlecht – die Idee eines Attentats auf den Despoten sei hier expliziert erwähnt -, aber der Leser steht noch unter dem Wiederbegegnungsschock mit Rico als das viele Fragen gestellt werden. Woher weiß Rico überhaupt im Gegensatz zur topsidischen Raumüberwachung, das eine arkonidische Flotte kommt? Ist seine innere Technik trotz ihres Alters derartig überragend, das er den geheimen Funk seiner Erbauer abfangen kann? Nun gut, Manoli erhält eine Betriebsanleitung für die Reperatur des Transmitters, wobei auch dieser Punkt fragwürdig ist. Weiß Rico, wohin des Despot und vielleicht Manoli fliehen würden? Könnte es sich um einen Langzeitplan des Exposeautoren handeln, der irgendwo und irgendwie Es wieder einschließt? Die schwammigen Hinweise auf das „RINGEN“ sollen einem durchschnittlichen, aber zumindest die Handlung anschiebenden Roman ein mystisches Element verleihen.
Der kurzzeitige Ausbruchversuch der Arkoniden dagegen ist reiner Füllstoff, um aus einer plottechnisch höchstens für einen Heftroman reichenden Handlung ein Taschenheft zu machen. Zumindest beherrscht Michelle Stern die Actionszenen und kann dem Roman ein wenig Dynamik verleihen.
Auf der zweiten Handlungsebene geht es um die Entdeckung des Titel spendenden schlafenden Gotts, im Grunde die zweite gelungene, aber noch erklärungsbedürftige Überraschung des vorliegenden Romans. Auf dem Planeten Gorr, einer ehemaligen Arkonidenkolonie, suchen der Archäologe und Anthropologe Hisab- Benkh und seine menschlich zickigen Assistentinnen Emkhar- Tur und Tisla- Lehergh nach Relikten. Die Einheimischen verehrten die Arkoniden als Götter und erwarten natürlich ihre Wiederkehr. Auch diese Idee ist nicht sonderlich neu und erinnert stark an Erich von Dänikens Götter aus dem All. Hinzu kommt, dass die beiden Assistentinnen mit ihrer sadistischen Ader derartig eindimensional, klischeehaft und leider zu weiblich menschlich beschrieben worden sind, das der Leser nur den Kopf schütteln kann. Michelle Stern hat sich bislang in ihrer nicht kurzen Karriere als Autorin erwiesen, die fremde Kulturen auch entsprechend beschreiben kann. Hier gelingt ihr nur wenig. Im Grunde sind diese Beschreibungen auch unnötig, da die Handlung den bekannten Klischees folgt. Die sich nähernde arkonidische Flotte zwingt die Forscher, alle Vorsicht über Bord zu werfen. Sie treffen auf einen einheimischen „Ketzer“, wobei dessen Taten eher angedeutet werden, namens Ralv, der sich natürlich in den Höhlen besser auskennt und den Weg zum schlafenden Gott mittels passend vorprogrammierter, aber zurückgelassener Technik kennt. Zusätzlich droht das unterirdische Höhlenlabyrinth durch die Dummheit einer Assistentin einzustürzen. Jules Vernes geheimnisvolle Insel lässt ebenso grüßen wie das Ende der ersten „Neo“ Staffel. Natürlich wird trotz einer abenteuerlichen Exkursion alles gut. Sie finden die Unterwasserkuppel des schlafenden Gotts und in einem Sarkophag mit Tiefschlafbeten als zweite Überraschung einen schlafenden Maahk.
Frank Borsch setzt die Methanatmer nicht zum ersten Mal ein. Hinzu kommt, das die Einzigartigkeit von Atlans Unterwasserkuppel in den „Neo“ Abenteuern bislang nicht beurteilbar inflationiert wird. Die Handlung auf Gorr ist alleine hinsichtlich der Entdeckung interessant. Ansonsten reihen sich eine Reihe von inhaltlichen Klischees und stereotypen Handlungsmustern aneinander, welche dieser Ebene die Grundspannung nehmen. Die Vorgehensweise der Wissenschaftler ist eindeutig zu menschlich und insbesondere wie schon angesprochen sind die Assistentinnen zu eindimensional charakterisiert. Im Vergleich zu Manolis Handlungsebene wirkt das Geschehen auch viel zu gedrängt und die einzelnen plottechnischen Notwendigkeiten erscheinen im Kontext zweier Bedrohungen – einfliegende Raumschiffe und einstürzende Wände – zu stark konstruiert als handlungstechnisch durchdacht entwickelt. Im Vergleich zu den unlesbaren letzten „Neo“ Abenteuern ist „Der schlafende Gott“ dank Michelle Sterns gefälligem Stil ohne Frage lesbarer. Der Vorstoss nach Arkon scheint nicht weiter vorangetrieben worden zu sein, aber der Auftritt Ricos und das Auffinden des Mahks am Ende des Taschenheftes entschädigen wir einige Leerstellen im zu langen und zu hektisch erzählten Mittelteil.

Michelle Stern: "PR Neo 32- der schlafende Gott"
Roman, Softcover, 162 Seiten
Pabel Verlag 2012

Weitere Bücher von Michelle Stern:
 - Maddrax Band 217 – Der Unsichtbare
 - Maddrax Band 233 - Enklave der Träumer
 - Maddrax Band 238 - Herz aus Eis
 - Maddrax Band 243 - Das namenlose Grauen
 - Maddrax Band 246 - Am Ende aller Zeiten
 - maddrax Band 254 - Das Nest
 - Maddrax Band 258 - Chronik des Verderbens
 - Maddrax Band 278 - Der Gott der Mar'osianer
 - Perry Rhodan Neo 18- Der erste Thort
 - Perry Rhodan Neo 18: Der erste Thort
 - Perry Rhodan Neo 27- Das Gespinst
 - PR Neo 38- Der Celista
 - Sternenfaust 111 - Die Stimmen der Götter
 - Sternenfaust Band 104 - Die Kristalle der Dondari
 - Sternenfaust Band 108 - Die Gabe der Telepathen
 - Sternenfaust Band 117 - Sternenjagd
 - Sternenfaust Band 132 - Das Urteil des Raisa
 - Sternenfaust Band 138 - Tyrannenmord auf Kridania
 - Sternenfaust Band 145 - RĂĽckkehr zu den Basiru-Aluun
 - Sternenfaust Band 146 - Die kosmische Barriere
 - Sternenfaust Band 150 - Das Auge des Universums
 - Sternenfaust Band 189 - In Pranurs Gewalt
 - Sternenfaust Band 90 – Der goldenen Kubus
 - Sternenfaust Band 91 – Das Geheimnis der Starr
 - Sternenfaust Band 98 - Verloren

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