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Perry Rhodan



Michelle Stern

Perry Rhodan Neo 27- Das Gespinst

rezensiert von Thomas Harbach

Michelle Stern legt mit “Das Gespinst” ihren zweiten Perry Rhodan Neo Roman vor. Es ist der zweite Band des laufenden Zyklus, in dem die Perry Rhodan Ebene eine entscheidende Rolle spielt. Im Vergleich zu vielen bisherigen Taschenheften ist die B- Handlung nur rudimentär entwickelt, auch wenn die Autorin einen wunderschönen Hinweis an Stanley Weinbaums “Mars Odyssee” versteckt. Cyr Aescunnar verfolgt Hetcher auf dessen Flucht über den Mars. Damit er Hetcher überholen kann, manipuliert Cyr die entsprechende Bordsoftware. Hetcher unterliegt den Sirenen des Marses, die ihn schließlich auffordern, den Verfolger zu töten. Keine besonders überraschende Entwicklung, da Hetcher wahrscheinlich sowieso Cyr getötet hätte. Hinter den verführerischen Stimmen stehen fremde Wesen namens Tweel. Anscheinend haben die Fremden nur die Lebensform aus der Weinbaum´schen Erzählung angenommen, die interessanterweise Hetcher vor vielen Jahren gelesen hat. Am Ende dieser spärlichen zweiten Handlungsebene landen der Tweel, der inzwischen gefangen genommene Cyr und Hetcher vor einer Höhle auf dem Mars. So sehr sich die Autorin auch bemüht, echte Stimmung kommt nicht auf. Ihr fehlt ein Gefühl für die alte Pulp Science Fiction, die Weinbaum trotz mancher handlungstechnischer Stereotypen und stilistischer Unzulänglichkeiten so fulminant und kraftvoll erzählen konnte. Das Hetcher ausgerechnet dessen heute schon in Vergessenheit geratene, sich interessanterweise in den Jahren um die laufende “Neo” Handlung zum hundertsten Mal jährende Erscheinung so genau im Gedächtnis hat, ist mehr als ein überzeugender beschriebener Zufall. Natürlich muss diese Handlungsebene genau wie der “Rhodan” Spannungsbogen mit einem Cliffhangar enden, der wahrscheinlich erst im neunundzwanzigsten “Neo” Roman fortgeführt wird. Diese statische Konzeption der Taschenhefte ermüdet angesichts der sich phlegmatisch entwickelnden Ereignisse überdurchschnittlich.

Auch mit der eigentlichen Erzählung kann Michelle Stern trotz aller Bemühungen nicht viel anfangen. Vor allem scheint das Team um Exposeautor Frank Borsch zu implizieren, dass die Unsterblichkeit für den “falschen” Mann - Crest - eher negative charakterliche Folgen hat. Diese Idee scheint nicht schlecht zu sein, nur reduzieren die Autoren den einzigen wirklich überzeugend angelegten “Helden”Charakter auf eine unsympathische Figur, die sich auch noch im Schatten Thoras halten muss. Anstatt im Gegenzug Perry Rhodan als Anführer und nicht als zaghaften Waschenlappen weiterzuentwickeln, verharrt die “Neo” Serie inzwischen in einem anführertechnischen Vakuum. Angesichts der spärlichen Handlung keine sonderliche Überraschung.

Die TOSOMA ist durch die verschiedenen Explosionen zumindest vorläufig zu einem Wrack geworden, das im All treibt. Ein gigantischer Walzenraumer der Süringer unter der Matriarchin Belinkhar nähert sich dem Schiff und bietet an Bord der nahe gelegenen Raumstation KE- MATLON ihre Hilfe an. Thora agiert bei den Verhandlungen als Anführerin. Interessanterweise erzählt Thora eine eng der Wahrheit entsprechende Geschichte. Sie wäre an Bord eines Forschungsraumers auf der primitiven Erde gestrandet und hätte dort die schwer beschädigte TOSOMA vorgefunden. Sie hätte die Terraner als einfache Besatzungsmitglieder gefunden, das Schiff repariert und will dem Imperator jetzt de Erde als neue bzw. alte Kolonie übergeben. In den alten Heften hat sich Perry Rhodan immer bei Begegnungen mit ihm unbekannten, möglicherweise feindlichen Rasse gescheut, die Wahrheit zu sagen bzw. die Position der Erde auch nur in Ansätzen zu verraten. Zwar impliziert Michelle Stern Rhodans Zweifel in Thoras Vorgehensweise, aber wie so oft nimmt er keine eigene Position ein. Das ändert sich erst, als er den Preis der elfengleichen Springer für die Reparatur des alten Schiffes erfährt. Er soll den “Siebten” zahlen. Jedes siebente Besatzungsmitglied soll sieben Jahre Frondienste auf der Station ableisten. Die TOSOMA darf sich sieben Monate an Bord der gigantischen Raumstation, welche dem Roman den Namen “Das Gespinst” verleiht, aufhalten. Rhodan akzeptiert vordergründig, hat aber schnell eigene Pläne. Das er sich mit den Seinen ohne Einschränkungen an Bord der Raumstation bewegen kann, widerspricht jeglicher logischer Vorgabe. Das die Betreiber der Station in der Vergangenheit noch niemals reingelegt worden sind, scheint nicht einmal die Autorin zu glauben. Flucht ist im Grunde unmöglich. Die verschiedenen Versuche insbesondere Rhodans und einer kleinen Gruppe um Crest, die Siebten zu umgehen bzw. sich auf der Station zu vergnügen und möglichst viel Aufsehen zu erregen, nehmen den Mittelteil des Romans ein. Dabei wechseln sich interessante und langweilige Einfälle ab. Ohne Frage gehört die Idee, die Auswirkungen des Zellaktivators etwas intensiver zu beschreiben, zu den besseren Passagen des Buches. Crest wird nicht nur geistig verjüngt, seine Triebe erwachen. Neben einem fast jugendlichen Übermut, der seiner Erziehung und vor allem seiner Erfahrung widerspricht, interessiert sich der Arkonide für die weiblichen Mitglieder an Bord der Raumstation. Anstatt diese Idee aber weiter auszuspinnen, fügt Michelle Stern mit dem Taugenichts, Drogensüchtigen und Sohn eines erfolgreichen Händlers Levtan einen eindimensionalen Charakter hinzu, der schnell auf Crests Zellaktivator aufmerksam wird und das Gerät als Mittel zur Suchtbekämpfung unbedingt in seinen Besitz bekommen möchte. In letzter Sekunde können sie unter Brechung des Waffenstillstandes an Bord der Station die funktechnische Auslieferung an den Imperator verhindern. Tatjana kann anscheinend von Beginn an Levtans Gedanken nicht lesen. Bedenkt man zusätzlich, dass die auf der Raumstation herrschende Springersippe einen schlechtren Ruf hat, den sowohl Thora als auch einhergehend Crest kennen müssten, erscheint es zu stark konstruiert, dass Levtan sich insbesondere Crest derartig offen und dummdreist nähern kann. Selbst wenn der Leser diese Prämisse akzeptiert, erscheint Levtans opportunistisch sich wandelnde Einstellung zu wenig überzeugend herausgearbeitet. Wie in den letzten “Neo” Romanen manövrieren Autorin und Exposekonstrukteur die Figuren in eine klassisch ausweglose Situation, um dann als “Deus Ex Machina” Idee in diesem Fall das Eintreffen einer gigantischen arkonidischen Flotte zu präsentieren, die Thora als Hochverräterin festnehmen will. Wie gut, dass nicht alle Terraner beim Versuch, den Siebten zu umgehen, sich an Bord der TOSOMA aufgehalten hatten. Erst will Rhodan keinen Mann bzw. kein Mitglied seiner Besatzung zurücklassen, dann wagt er eine halsbrecherische wie dumme Flucht, während sich neben Crest noch mindestens zwei Mutanten und weitere Terraner auf der Station aufgehalten haben. Die Springer hätten diese Zurückgelassenen ohne das Eintreffen der arkonidischen Grenzpatrouille gerne als Bezahlung des Siebten angesehen. Immerhin bekommen die Springer an Bord des Gespinstes die anscheinend unverwüstliche TOSOMA trotz der Verwüstungen einer Arkonbombe (!!!) an Bord in relativ schneller Zeit hin. Der Leser hat nicht das Gefühl, als wäre viel Zeit vergangen. Das ein mehrere zehntausend Jahre altes Schiffes ohne Probleme mit neuster Technik voll gestopft und damit nicht nur repariert, sondern technisch verjüngt werden konnte, ist die letzte Ungereimtheit eines Roman, dessen solide erzählte Handlung auf der Hälfte des Raums sehr viel packender und intensiver hätte niedergeschrieben werden können. Natürlich ist die Idee, aus den überschweren cholerischen Springern mit ihrem nur bei den Terranern kontinuierlich versagenden Instinkten eine elfengleiche zierliche Rasse zu machen, verführerisch. Aber wie bei vielen Frank Borsch Konzepten bzw. Perry Rhodan “Neo” Romanen ist alles mehr Schein als Sein. Die Springer handeln dann wieder zu menschlich naiv und müssen natürlich die ihnen noch unbekannten Terranern unterschätzen. Das die Matriarchin in Rhodan mehr als nur einen ersten Offizier sieht, ist ein Rückfall in die alte Heftromanserie, in welcher sich Sofortumschalter Rhodan zumindest zeitwillig hinter niederen Rängen versteckte, um besser agieren zu können. Das ist vom weichgespülten “Neo” Rhodan weniger zu erwarten.
Bedenkt man, dass fast die Hälfte des “Vorstosses nach Arkon” inzwischen erschienen ist, kann man das Fortschleichen der Handlung nur als Frechheit bezeichnen. “Das Gespinst” bringt bis auf wenige Intrigen keine neuen Informationen und die Besatzung der TOSOMA ist bei ihrem höflich gesprochen chaotischen Vorstoß nach Arkon mit unbekannten Ziel weiterhin auf Zufall und Hilfe angewiesen. In Bezug auf Logikschwächen und Unstimmigkeiten nicht so schlimm wie die letzten Taschenhefte ist “Das Gepinst” ein mäßig unterhaltsamer Roman, der durch die gut geschriebenen Dialoge und einige kleinere Anspielungen auf einem niedrigen Niveau zufrieden stellend unterhält.

Michelle Stern: "Perry Rhodan Neo 27- Das Gespinst"
Roman, Softcover, 162 Seiten
Pabel Verlag 2012

Weitere Bücher von Michelle Stern:
 - Maddrax Band 217 – Der Unsichtbare
 - Maddrax Band 233 - Enklave der Träumer
 - Maddrax Band 238 - Herz aus Eis
 - Maddrax Band 243 - Das namenlose Grauen
 - Maddrax Band 246 - Am Ende aller Zeiten
 - maddrax Band 254 - Das Nest
 - Maddrax Band 258 - Chronik des Verderbens
 - Maddrax Band 278 - Der Gott der Mar'osianer
 - Perry Rhodan Neo 18- Der erste Thort
 - Perry Rhodan Neo 18: Der erste Thort
 - PR Neo 32- der schlafende Gott
 - PR Neo 38- Der Celista
 - Sternenfaust 111 - Die Stimmen der Götter
 - Sternenfaust Band 104 - Die Kristalle der Dondari
 - Sternenfaust Band 108 - Die Gabe der Telepathen
 - Sternenfaust Band 117 - Sternenjagd
 - Sternenfaust Band 132 - Das Urteil des Raisa
 - Sternenfaust Band 138 - Tyrannenmord auf Kridania
 - Sternenfaust Band 145 - RĂĽckkehr zu den Basiru-Aluun
 - Sternenfaust Band 146 - Die kosmische Barriere
 - Sternenfaust Band 150 - Das Auge des Universums
 - Sternenfaust Band 189 - In Pranurs Gewalt
 - Sternenfaust Band 90 – Der goldenen Kubus
 - Sternenfaust Band 91 – Das Geheimnis der Starr
 - Sternenfaust Band 98 - Verloren

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