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Perry Rhodan



Frank Borsch

Perry Rhodan Neo 24- Welt der Ewigkeit

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Welt der Ewigkeit“ liegt der abschließende Roman der dritten Ministaffel aus der Feder des Exposeautoren Frank Borsch vor. Er führt die beiden Handlungsebenen, die von den Anführern Crest bzw. Perry Rhodan dominiert werden, zusammen. Auch wenn der Roman am Ende eine Reihe von Überraschungen bietet, bleibt das unbestimmte Gefühl im Leser zurück, als wenn Frank Borsch wieder auf kurzfristige Effekthascherei setzt, die im Laufe der nächsten Romane relativiert wird. Denn ein Verzicht auf die Unsterblichkeit – in der Originalserie waren es erst Zellduschen, die um die sechzig relative Unsterblichkeit versprachen, bevor die Zellaktivatoren eingeführt worden wird – bedeutet eher einen Aufschub denn eine generelle Absage. In Bezug auf Perry Rhodans anführertechnisch weichgespülten Charakter mit einem eher interessanteren Crest als lebenserfahrener Entscheider als Altfans überraschenden Gegenentwurf wirkt Borschs Grundidee konsequent. Wie der finale Abschlussband dieser wenig aufregenden Staffel verfasst worden ist, steht aber auf einem anderen, eher negativen Blatt. Anstatt ein rasantes Finale zu präsentieren und die Leser endlich einmal mit Ausnahme zweier interessant geschriebener Romane – Huiskes „Der Weltenspalter“ und Montillons „Zuflucht Atlantis“ – zu begeistern statt zu langweilen, gerät der Roman vollkommen aus den Fugen und verschenkt jegliches Potential.

Die erste Gruppe bestehend aus Crest, der Mutantin Michalowna sowie die Topsider Trker- Hon erreichen Wanderer. Ihnen hat sich die Halbarkonidin Quiniu Soptor abgeschlossen. Die Intotronik Homunk – ES Diener – und die Zwergin Jymenah begrüßen sie als Ehrwürdige, wobei Quiniu Soptor schon einmal auf Wanderer gewesen ist und nicht hätte zurückkehren dürfen. Davon war im letzten „PR Neo“ keine Rede. Zusätzlich stellt sich die Frage, warum ihr Transmittersprung überhaupt ans Ziel geführt hat. Selektives Auswählen wäre für eine Superintelligenz kein Problem. Anstelle dessen läuft die inzwischen emotional angeschlagene Soptor Amok und dient als bedrohliches Hintergrundelement, das von Frank Borsch eher ambivalent eingesetzt wird. Auch Homunks Behauptung, dass Crest die Prüfungen der Superintelligenz bestanden hat, wirkt angesichts der Odyssee und der bisher beschriebenen Ereignisse eher wie ein Kniefall an die Altserie als sauber handlungstechnisch herausgearbeitet. Nach der Begegnung mit ES Dienern verschwindet die Gruppe um Crest auf ihrer Wanderung über die berühmte Halbwelt im Hintergrund der Geschichte und macht Perry Rhodan Platz.

Perry Rhodan, Reginald Bull, die Mutanten Sue und Ras Tschubai, Chaktor sowie Thora treffen an Bord der kobaltblauen Walze in Begleitung Carfesch auf Wanderer ein. Carfesch möchte eine weitere Zellregeneration in Anspruch nehmen. Seine zum zweiten Mal blinden Passagiere – auch eine sich wiederholende Idee – werden von Carfesch wegen ihres unbefugten Betretens des Planetens mit Multideflektoren ausgerüstet, welche sie den maschinellen Sinnen des Planeten (!!!) entziehen sollen. Die Grundidee ist schon schwach, aber das wie sich beim Showdown des Romans herausstellt angeblich ES Lieblingsindividuum den Planeten nicht betreten durfte, erscheint derartig weit hergeholt und als Notspannungsidee in die Handlung integriert, dass der Leser nur den Kopf schütteln kann. Unabhängig von der Tatsache, dass Kosmokratentechnik hier auf Ableger der Superintelligenz trifft und locker den Sieg davonträgt.

Was folgt erinnert weniger an einen Perry Rhodan Roman, sondern eine futuristische Version von Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, in diesem Fall zum Scheitelpunkt der Welt. Mit einem gestohlenen Katamaran – wie gut, dass nutzbares „Material“ herumliegt – segelt die Gruppe um Rhodan los. Das Ende der Welt ist durch Energiefelder gesichert. Als Rhodan und seine Leute kentern, werden sie von amphibischen Mausbibern (!!!) gerettet. Die Ilts werden von den Robotern immer wieder getötet, wenn sie an Land kommen. Also hat sich die Rasse ins Wasser zurückgezogen oder wurde entsprechend gentechnisch ohne weiteren Hintersinn manipuliert. Den Ilts wurde schon on vorangegangenen Romanen – siehe „Der Weltenspalter“ übel – mitgespielt, aber diese bizarre Idee entbehrt jeder Grundlage. Wie verzweifelt Borsch versucht, Spannung aufzubauen, zeigt die nächste Sequenz. Um zu einer möglichen Schnittfläche der Halbwelt zu gelangen, müssen sie über mehrere nicht näher bestimmte Kilometer durch einen reißenden Strudel. Nach einer Irrfahrt werden sie aus einer kilometerweit emporschießenden Fontäne durch die Luft geschleudert. In letzter Sekunde rettet sie der im richtigen Moment auftauchende ES und setzt sie neben der anderen Gruppe ab. Unglaubwürdig und naiv erscheinen diese Passagen. Frank Borsch gelingt es den exzentrischen Zauber Wanderer aus der Originalserie auf das Niveau eines Pulpabenteuers herunterzuziehen. Von Spannungsaufbau kann keine Rede sein.
Bis zum finalen Showdown sind die Figuren alle durch die Bank eindimensional gezeichnet und die Handlungen insbesondere Carfesch erscheinen gerade zu irrational. Unabhängig von der Tatsache, dass mit der inzwischen wahnsinnig gewordenen Soptor eine weitere exzentrische Figur herumläuft. Carfesch verstösst mehrmals im Verlaufe des Romans gegen ES Spielregeln. Einschränkend wäre zu argumentieren, dass er ES zukünftigen Liebling wieder Willen Perry Rhodan hilft, aber angesichts seiner dringenden Zellerneuerung erscheint sein Verhalten gerade zu unerklärlich bis schizophren und wird bis auf eine kurze Diskussion hinsichtlich Homunks Dienerstatus nicht weiter erläutert.

Was in der Originalserie ein Höhepunkt der Serie gewesen ist, wird in „Neo“ zu einer Farce. Respektlos macht Rhodan ES erst einmal Vorhaltungen. Warum er die Bruderkriege der Ferronen nicht verhindert hat. Warum die blauen Walzen, die plötzlich zu den Installateuren des Transmittersystems ohne weiteren Nutzen degradiert worden sind, nicht eingegriffen haben. Interessanterweise fragt Perry Rhodan nicht nach den Bruderkriegen auf der Erde. Den Kreuzzügen, die ES hätte unterbinden können. Während Scheer und Darlton zumindest indirekt einen Vergleich zwischen dem der Superintelligenz und einem Gott gleichen Wesen gezogen haben, geht Perry Rhodans naiv erscheinende Attacke ins Leere. ES Antworten könnten an seine manipulierende Art der Originalserie erinnern, wenn Rhodans Attacken etwas gehaltvoller gewesen wären. Überhaupt wirkt ES wie eine schlechte Karikatur des Originals. Wenn eine aus der alten Serie stammende Figur noch oberflächlicher und naiver beschrieben ist als Perry Rhodan, dann ist es ohne Frage ES. Die große Frage, wem ES HEUTE einen Zellaktivator anbietet und wer die Unsterblichkeit annimmt, sollte ohne Frage der große Knalleffekt des vorliegenden Romans gewesen sein. Auch diese Szene verpufft, da Rhodan die ihm unbekannten Nebenwirkungen in Form einer spürbaren Erwartungshaltung ES erst nach Annahme der Unsterblichkeit erfahren soll, lehnt Rhodan ab. In Bezug auf die Charakterisierung ein folgerichtiger Schritt, da Crest bislang trotz seiner Krebserkrankung der stärkere Charakter gewesen ist. Nach dem Verzicht auf den Großadministratorposten jetzt der vorläufige Verzicht auf die Unsterblichkeit. Konsequent versucht Frank Borsch mit einem despotischen Gefühl der Verzweifelung die Grundstrukturen der ursprünglichen Serie zu zerlegen. Dabei übersieht der Autor, dass er seinem „Neo“ Torso auch die Faszination nimmt. Auf einen energischen, charismatischen alles bestimmenden Anführer kann „Neo“ dem augenblicklichen Zeitgeist gemäß verzichten. Es hätte auch ausgereicht, einen modern denkenden Vorturner zu installieren, der wie das Original beispielhaft vorangeht, aber auch Aufgaben stärker delegieren kann. So wirkt diese Szene wie der ganze Roman umständlich konstruiert und der große Knalleffekt verpufft. Warum sich derartig an der ursprünglichen Serie orientieren, wenn man mit den wichtigsten Aspekten nichts anfangen kann? Wenn man schon mit „Neo“ die Zukunft von vorne anfangen lassen möchte, dann könnte man doch eine eigenständige Story erzählen. Alleine gefüllte acht bis zehn Taschenbücher, die direkt oder indirekt von den Ferronen und ihrem Bruderkrieg handeln? Endloses Geschwafel, zufallsbestimmte Zeitreisen oder im Notfall Raumschiffe, die in die gleiche Richtung fliegen. Wie bei „Alien Earth“ gelingt es dem Exposeautoren Frank Borsch nicht, etwas Originelles oder zumindest oberflächlich Neues zu schaffen. Nur die lieb gewordenen Ideen zu demontieren und karikierend auf den Kopf zu stellen, ist viel zu wenig. Selbst für die MTV Generation, die was Handlungsführung und Entwicklung eines Plots eher von Videoclips und Computerspielen mit längstens fünf Minuten Story ausgeht.
Zumindest wird den Protagonisten und damit auch den Lesern der beschwerliche Rückweg erspart. Die blaue Walze bringt alle zurück auf die Erde, wo sich schnell Crests Genesung zeigt. Wie ein Großteil des Zykluses eine Geschichte der verschenkten Möglichkeiten, die zwischen Peinlichkeiten – die Rettung der durch die Luft fliegenden Menschen – und Unzulänglichkeiten – Carfesch ganzes Auftreten von der ersten Begegnung mit Rhodan an – hin und her pendelt. Wie schon angesprochen ein schwacher Abschluss des bislang schlechtesten Minizyklus, aus dem nur zwei Romane („Weltenspalter“ und „Zuflucht Atlantis“) ein erträgliches Niveau erreicht haben. Frank Borschs Erzählstil ist umständlich und teilweise schwerfällig, im ganzen Roman wird so gut wie keine innere Dynamik aufgebaut und die beiden Gruppen hangeln sich umständlich zum Zentrum der „Macht“, um einen deplatzierten ES zu begegnen. „Welt der Ewigkeit“ kommt dem Leser leider aus einem gänzlich anderen Grund ewig lang vor.


Frank Borsch: "Perry Rhodan Neo 24- Welt der Ewigkeit"
Roman, Softcover, 161 Seiten
Pabel Verlag 2012

Weitere Bücher von Frank Borsch:
 - Alien Earth Phase 2
 - Alien Earth Phase 3
 - Lemuria 1- Die Sternenarche
 - Pan-Thau-Ra Band 1 „Die Lebenskrieger“
 - Perry Rhodan 2500 - Projekt Saturn
 - Perry Rhodan Action 13 - Die TrĂĽmmerwelt
 - Perry Rhodan Neo 1 - Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 17 - Der Administrator
 - Perry Rhodan Neo 17- Der Administrator
 - Perry Rhodan Neo 1: Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 24 - Welt der Ewigkeit
 - Perry Rhodan Neo 36- Stolz des Imperiums
 - Perry Rhodan Neo 6 - Die dunklen Zwillinge
 - Perry Rhodan Neo 6: Die dunklen Zwillinge
 - Perry Rhodan Neo 9 - Rhodans Hoffnung
 - Perry Rhodan Neo 9: Rhodans Hoffnung

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