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Perry Rhodan



Christian Montillon

Perry Rhodan Neo 23- Zuflucht Atlantis

rezensiert von Thomas Harbach

Christian Montillon liefert die Basis für den Abschlussband der laufenden dritten Miniserie. In erster Linie führt er die im Vergleich zur Rhodanebene deutlich stärkere Handlung um Crest, die Mutantin Tatjana und den Topsider Trkr-Hon zu einem vorbereitenden Ende. In Hinblick auf die potentielle Unsterblichkeit unterstreicht der späte Auftritt Atlans, dass Crest keiner Illusion aufsitzen wird. Hinsichtlich der Plotgestaltung hat Christian Montillon auch eine undankbare Aufgabe übernommen, da viele Elemente schon bekannt sind: Atlantis wird untergehen, zu den Überlebenden zählen neben dem Roboter Rico nur zwei Überlebende. Auf dem Grund des Meeres wird das Wrack der TOSOMA im Jahre 2036 gefunden. Christian Montillon erläutert, wie das Schiff dahin gekommen ist. Dabei ignoriert der Autor, dass das Raumschiff in der Gegenwart der „Neo“ Handlung weniger schwer beschädigt erscheint als es Christian Montillons Beschreibungen ahnen lassen. Auf dem Meeresgrund befindet sich im Jahre 2036 die Unterwasserkuppel mit dem Transmitter. Auch hier liefert der Autor mit Atlans Expeditionen in die benachbarten Sonnensysteme und das Auffinden einer potentiellen Geheimwaffe eine überzeugende Erläuterung. Christian Montillon und Frank Borsch implizieren, dass die Konverwaffe den Arkoniden von Es direkt oder indirekt geschenkt worden ist. Weitere Erklärungen finden sich im Roman nicht. Das Es das Gleichgewicht der Kräfte durch die Methanatmer gestört gesehen hat, obwohl die Arkoniden selbst im Gegensatz zu Rhodans Terranern ein aggressiv expandierendes, andere Rassen unterdrückendes Volk gewesen sind, wäre eine mögliche Erklärung. Auf jeden Fall kann Atlan die entsprechenden Baupläne noch vor seiner Landung auf der Erde nach Arkon senden. Dieser Funkspruch scheint angekommen zu sein, während Crest hofft, das eine Rückfrage nach seiner Identität über die endlos lange, durch mehrere Zwischenstationen aufrecht erhaltende Funkstrecke nach Arkon einfach verloren gehen könnte.

Trotz oder gerade wegen der schon aus den vorangegangenen „Neo“ Romanen bekannten Fakten oder Vermutungen muss der Autor mit dem vorliegenden Roman Spannung erzeugen, was in bis zu den Übertreibungen bei der ohne Frage cineastisch geschriebenen, aber eher an Auszüge aus einem Landserromane erinnernden Beschreibung der finalen Raumschlacht gelingt. Es fehlt schwer, großzügig über Maahkjäger hinwegzusehen, die einem Kamikazepiloten ähnlich einen ganzen Schlachtkreuzer der Arkoniden mitnehmen können. Auch der Untergang des Kontinents Atlantis wird schließlich so schwammig beschrieben, dass der Leser nicht klar erkennen kann, ob Atlantis jetzt durch den Beschuss der Maahks mit entsprechenden Abstürzen verschiedener Raumer oder durch tektonische Verschiebungen, ausgelöst durch die schwersten Explosionen untergegangen ist. Etwas pathetisch lässt Christian Montillon Atlan zurückkehren. Er findet natürlich nur noch Wasser und einige auf dem Meer treibende Trümer (!!!) vor. Das der Untergang des Kontinents Flutwellen von ungeheurem Ausmaß ausgelöst haben muss, die Atlan beim Anflug durch die Atmosphäre zumindest angesichts der verwüsteten Küsten bemerkt haben könnte, lässt Christian Montillon aus. Von den glühenden Trümmern, die im All treiben müssten, ganz zu schweigen.

Bis auf diese seiner schriftstellerischen Leichtigkeit – zu viele Serien, zu wenig Zeit – geschuldeten Oberflächlichkeiten hat Christian Montillon im großen und ganzen einen interessanten, angesichts des schwachen „Neo“ Niveaus sogar leicht überdurchschnittlichen Roman abgeliefert, der sich zugig liest, aber am Ende in einem bekannten Cliffhangar mit einem Transmittersprung ins Unbekannte und dem einem U- Boot entsteigenden Rico endet. Ohne Frage wird Frank Borsch hinsichtlich der Suche nach der Unsterblichkeit ausreichende Antworten präsentieren, aber zurückbleibt nach der Lektüre von „Fluchtpunkt Atlantis“ der Eindruck, als hätten drei Taschenhefte für diesen Subplot ausgereicht.
Zumindest schenken Exposeautor Frank Borsch und Christian Montillon dem bislang überzeugenden Crest eine Begegnung mit seinem Volk auf der frühen Blüte ihrer Macht. Ihre Arroganz überstrahlt ihr Sicherheitsempfinden. Crest, Tatjana und Trkr- Hon werden zu Beginn des Romans vor dem Eintreffen der Maahks aus der schwer beschädigten PESKAR – XXV gerettet und von der arkonidischen Offizierin Demeira on Thanos auf den Planeten Larsaf III – die Erde – gebracht, wo der Sohn des Imperators Atlan sich auf dem Kontinent Atlantis niedergelassen hat. Offiziell sucht Atlan nach einer Geheimwaffe, um die stetig vordringenden Maahks zu besiegen. Inoffiziell befindet sich Atlan auch auf der Suche nach der Unsterblichkeit und folgt den Ratschlägen eines seltsamen Kautzes, der ihn in die Tiefen des Alls führt, während Larsaf III schließlich von den Maahks entdeckt und angegriffen wird.

Die Idee, die Maahks und die Zeit der Arkonidenkriege für den Untergang von Atlantis verantwortlich zu machen und die in der Originalserie angreifenden Druufs zu ignorieren, überzeugt. Die Maahks haben auf ihrem Vernichtungszug ein doppeltes Motiv und der übereilte Abschuss eines Maahkaufklärer bringt die Methanatmer auf die Spur einer Arkonidenbasis in dem ansonsten abgeschieden gelegenen Sonnensystem.

Weiterhin überzeugt die Idee, Crest nur mehrere tausend Jahre in der Vergangenheit zum Ausgangspunkt seiner Suche nach der Unsterblichkeit zurückzuführen. Anfänglich werden er und seine Begleiter vom Tarts de Telomar für Maahksspione gehalten. Sie sollen mit dem nächsten Raumtransport nach Arkon gebracht werden. Die Schlussfolgerungen erscheinen angesichts Crests Rettung aus einem schwer beschädigten Wrack sowie seine offensichtlichen adligen Herkunft ein wenig zu stark konstruiert. Nicht einmal Telomar weiß, ob seine Soldaten und er nicht als Zeitvertreib für den Sohn des Imperators im Sonnensystem dienen müssen. Das Crest Hinweise auf den Planeten des ewigen Lebens als Gegenargument für eine Abschiebung anführt, erscheint auch unglaubwürdig. Erst als Tatjana in Telomars Gedanken einen dunklen Punkt in seiner Vergangenheit entdeckt, dürfen sie in der Arrestzelle bleiben. Später versucht Crest noch weniger überzeugend Telomar klar zu machen, das sie aus der Zukunft stammen und wissen, das erstens Atlantis in nächster Zeit dem Untergang geweiht ist, zweitens es nur zwei Überlebende geben wird, zu den Telomar nicht zählt. Diese Information ist natürlich unvollständig, da Crest nur von zwei Überlebenden in der Unterwasserkuppel auf der Erde weiß und die Rettungsaktionen der arkonidischen Flotte gänzlich unterschlagen werden. Das Telomar die Möglichkeit einer Entdeckung durch die Maahks und damit folgerichtig einen fatalen Angriff auf die eher schwächlich besetzte arkonidische Flotte nicht einkalkuliert erscheint unwahrscheinlich, zumal er indirekte Vorkehrungen trifft, die ein Eintreten dieses Blicks in die Zukunft unmöglich machen sollen.
Obwohl die Dialoge solide geschrieben worden sind, scheint Christian Montillon nur die Seiten tot schlagen zu wollen, bis der obligatorische und vom Leser erwartete Angriff der Maahks folgt und die drei Freunde sich in der letzten Sekunde dank Ricos Hilfe retten können. In dieser Szene unterstreicht Crests Frage nach der Möglichkeit einer Zeitschleife, in die Rico geraten sein kann, die unnötig komplizierte Struktur dieser Ministaffel.
Mit Tato Feltif da Khemrol verfügt der Roman aber über eine interessante Nebenfigur. Lange Zeit hat der Leser den Eindruck, als wäre Khemrol nur ein anderer Name für Atlan, der auf diese Weise das vorherrschende Fraternisierungsverbot mit den Einheimischen zu umgehen sucht. Immerhin rettet Khemrol einer Frau während der Geburt ihres Kindes das Leben und schützt sie später vor den Überfällen der barbarischen Raker. Er beginnt sich in die Frau zu verlieben, die er gegen die herrschenden Gesetze nach Atlantis bringt. Als zweite Handlungsebene folgt Christian Montillon manchen Klischees und scheint einige von Hans Kneifels schwächeren Zeitabenteuer zu imitieren, aber zumindest sind da Khemrol und seine menschliche Geliebte und Hellseherin D´ihra dreidimensional und sympathisch charakterisiert. Auch die pflichtbewusste Kommandantin Demeira gehört zu den solide gezeichneten arkonidischen Figuren des Romans. Gefangen zwischen der Verantwortung für ihre Untergebenen und der Pflichterfüllung selbst in einer aussichtslosen Situation will sie sich für die Rettung der Zivilisten opfern. Selbst der anfänglich arrogante und überhebliche de Telomar durchläuft eine Wandlung, die ihn zwar nicht zum Helden des Dramas befördert, dafür konsequenter zu seiner Offizierstellung passt.
Vor diesem Hintergrund erscheinen Tatjana – bis auf zwei telepathische Spionagemissionen, die in letzter Sekunde den Gang der Ereignisse beeinflussen – und vor allem der Topsider Trkr-Hon ausgesprochen blass. Dabei hätte es eine Handvoll von Möglichkeiten gegeben, sie aktiver in die laufende Handlung einzubinden.
Unabhängig von diesen Schwächen und die Stärken des Romans betonend knüpft Christian Montillon sehr positiv an Alexander Huiskes „Der Weltenspalter“ an, wobei seine Arbeit noch mehr an die glorreiche bzw. teilweise auch glorifizierte frühe Epoche der Serie erinnert, in der alles irgendwie überdimensionaler erschienen ist. Die Handlung ist ausgesprochen stringent erzähl und die kleinen Logikfehler – Augenklappe ab, Augenklappe auf – beschränken sich auf ein erfreuliches Minimum. „Zuflucht Atlantis“ – wobei der Titel falsch gewählt worden ist, „Gefängnis Atlantis“ wäre für alle Nichtarkoniden passender gewesen – ist ein lesenswertes „Neo“ Abenteuer, das im Gegensatz zu vielen anderen Taschenheften dieses unendlich lang erscheinenden und doch nur acht Abenteuer umfassenden Minizyklus das Finale „Welt der Ewigkeit“ unauffällig und doch nachhaltig vorbereitet.

Christian Montillon: "Perry Rhodan Neo 23- Zuflucht Atlantis"
Roman, Softcover, 162 Seiten
Pabel- Verlag 2012

Weitere Bücher von Christian Montillon:
 - Dan Shockers Macabros 5: Rha-Ta-N'mys Totenstadt
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 - Perry Rhodan 2502 - Im Museumsraumer
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 - TodesflĂĽsse

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