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Perry Rhodan



Frank Borsch

Perry Rhodan Neo 17- Der Administrator

rezensiert von Thomas Harbach

Mit dem siebzehnten Roman aus der Feder des Exposeautoren Frank Borsch beginnt die dritte Staffel von „Perry Rhodan Neo“. Der Roman gliedert sich auf zwei auf den letzten Metern zusammenlaufende Handlungen, wobei insbesondere die Rhodan- Ebene etwas fragmentarisch wirkt.
Perry Rhodan folgt vagen Hinweisen zum vierzehnten Planeten des Wega- Systems, wo sich noch topsidische Invasoren versteckt haben sollen. Im Grunde brauchen die Menschen noch – wie in der Originalserie – ein Raumschiff mit einem neuartigen Überlichtantrieb, das in diesem Fall nach dem Finden – wie viele Raumschiffe sind in dieser Serie bisher gefunden worden – noch gestohlen, sondern nur geborgen werden muss. Der Planet verfügt über eine unwirtliche Atmosphäre, in welcher Rhodan das Beiboot trotz einer Reihe von Schwierigkeiten souverän landen lassen kann. Frank Borsch verweist sehr deutlich auf Perry Rhodans Fähigkeiten als Sofortumschalter, die sich nach dem bisherigen Handlungsverlauf ausschließlich auf technische Vorgänge beziehen kann. In politischer Hinsicht wie auch als Anführer hat Rhodan bislang eine schwache, eindimensionale Figur abgegeben. Rhodan hat zusammen mit einem ihn begleitenden Ferronen eine Vision von einem in der Mitte durchgeschnittenen Halbplaneten mit einer Stadt umgeben von einer weiten Landschaft. Eine Stimme bittet ihn um Hilfe. Es ist nicht der einzige eindeutige Hinweis auf markante Ereignisse der Originalserie. Die Stammleser wissen, dass es sich nur um Wanderer mit einem um Hilfe bittenden „Es“ handeln kann. Da Wanderer auch die Welt der zumindest anfänglich lebensverlängernden Zelldusche ist, verbindet diese Version diesen sehr hektisch abgeschnittenen Handlungsbogen mit Crests Untersuchungen der Unwasserkuppel. Hier stößt Crest auf eine bislang verschlossene Kammer, in welcher anscheinend zwei seit Jahrtausenden auf der Erde lebende Arkoniden ihre „Beute“ aus der irdischen Vergangenheit gesammelt haben. Es ist der erste von zwei sehr deutlichen Hinweisen auf Atlan. Crest findet Aufzeichnungen, aus denen hervorgeht, das der eine der beiden Arkoniden unsterblich ist. Da Crest selbst in diesem abgeschiedenen Sektor nach der Welt der Unsterblichkeit gesucht hat, wähnt er sich einen bedeutenden Schritt weiter. Zurück gerufen nach Terrania muss Crest feststellen, das er unheilbar an einer neuen Form von Krebs erkrankt ist. Seine einzige Chance ist es, durch den in der Unterwasserstation befindlichen Transmitter zu schreiten und sich zu einem unbekannten Ziel abstrahlen zu lassen. Dabei wird er nicht nur von einer der Mutantinen begleitet, sondern auch von einem der Topsider, der mit zur Erde gekommen ist, um die diplomatischen Verbindungen zwischen den Völkern zu festigen. Perry Rhodan kommt in dieser Hinsicht den berühmten Schritt zu spät.
Während der im Wegasystem spielende Auftakt zwar stimmungstechnisch interessant, aber handlungstechnisch im Grunde keine Fragen beantwortend im Nichts verläuft, ist die Crestebene ein wenig interessanter. Zwar weiß der Leser schon lange, das die Unterwasserkuppel mit Atlan in einem Zusammenhang steht und stehen muss, aber die Vorgehensweise der Autoren ist bis zu „Der Administrator“ eher phlegmatisch verschleiernd gewesen. Frank Borsch geht emotional befriedigend im Schnellverfahren auf die ATLAN Zeitabenteuer ein, welche der kürzlich verstorbene Hanns Kneifel mit seinem eigenwilligen Stil so vollendend schreiben konnte. Natürlich erfährt Crest – genau wie der Leser – nicht die direkten Zusammenhänge zwischen einer möglichen Transmitterverbindung zur Welt der Unsterblichen und Atlan, aber die Implikationen sind gut extrapolierbar. Crest zweite und in diesem Fall auch tödliche Erkrankung soll seine überstürzten Handlungen für Perry Rhodan und die Leser verständlicher machen. Diese Vorgehensweise erscheint aber eher mechanisch und hinterlässt auch einen schlechten Beigeschmack, da der Leser der bisher veröffentlichten „Perry Rhodan Neo“ Romane sich nicht vorstellen kann, dass Crest von Es die Unsterblichkeit verliehen bekommt. Der offene Cliffhangar hält auf der einen Seite die Spannung sicherlich hoch, auf der anderen Seite wirkt es zu offensichtlich. Zumindest eröffnet Thora kurz vor Ende dieser Handlungsebene Rhodan die Wahrheit: die Arkoniden suchen nach der Quelle der Unsterblichkeit.

Die größte Frage, die sich Leser angesichts des Titel stellen, bezieht sich auf Perry Rhodan selbst- machen die Autoren aus der bis dahin eher unbeliebten Hauptfigur endlich einen Helden. Seine unmittelbare Umgebung in Person von Reginald Bull sieht ihn als einzigen echten Anwärter für den neu geschaffenen Posten des Großadministrators. In seiner Wahlantrittsrede greift Perry Rhodan unbewusst die Schwächen der „Neo“ Serie noch einmal auf: vor drei Monaten ist er auf dem Mond gelandet und den Arkoniden begegnet. Inzwischen ist in der Wüste Gobi nicht zuletzt dank der militärischen Unterstützung des chinesischen Generals Terrania entstanden, eine Stadt der Zukunft. Alle anderen Machtgruppen haben sich anscheinend in Luft aufgelöst, da man weder von den Amerikanern noch Russen oder Chinesen etwas hört. Irgendwo wird angedeutet, das sich die Menschheit angesichts der Existenz von Außerirdischen – in diesem Fall sind die Fantan und nicht die Arkoniden gemeint, die anscheinend kein Machtblock wirklich akzeptiert hat – vereint hat. Das kann nur eine Art geistiger Zwangsfrieden sein, da Rhodan nicht im Gegensatz zur ursprünglichen Heftromanserie über die Mittel verfügt, die einzelnen Staaten zu einen. Das ein derartig wichtiger Aspekt im Vorübergehen und vor allem außerhalb der Aufmerksamkeit der Leser abgehandelt wird, spricht für die Oberflächlichkeit und die heißen Nadeln, mit denen „Neo“ gestrickt worden ist. Im Gegensatz zum wie schon angesprochenen bekannten Großadministrator scheint sich Rhodans Herrschaftsbereich nur auf Terrania zu erstrecken. Eine Stadt, deren Status immer noch nicht offiziell anerkannt worden ist. Kein Wunder, das er im Verlauf seiner sehr im Vergleich zum Auftaktroman eher schwachen Rede das Zepter an Homer G. Adams übergibt und auf das Amt verzichtet. Aber woher wirbeln machen. Wie nicht selten wird Rhodan ganz bewusst in eine Situation gebracht, aus der es für ihn nur Rettung von dritter Seite oder wie in diesem Fall Rücktritt vor dem Antritt geben kann. Was unter Umständen als Paukenschlag und Gegenlauf zu den bekannten Mustern angesehen werden sollte, ist nur konsequent. Wer seine Hauptfigur so kontinuierlich schwächt und zu einer Art Waschlappen degradiert, braucht sich nicht wundern, wenn dieser selbst die ihm aufgehalsten Bürden ablehnt. Stattdessen folgt Rhodan mit Thora den Spuren Crest, der sich ja in der Unterwasserkuppel am Transmitter zu schaffen macht. Es ist keine Überraschung, das Rhodan zu spät kommt und erst im folgenden Roman in doppelter Hinsicht – Wanderer und Crest – auf die Suche gehen darf. Der Mittelteil der vorliegenden Bandes ist leidlich spannend. Die Geschwätzigkeit sowie die erstaunlich einfallslos geschriebenen Dialogen gehen einher mit der oberflächlichen Charakterisierung der Figuren. Während Darlton und Scheer Rhodan zumindest manchmal über die Entwicklung Staunen lassen, gelingt es Frank Borsch und seinem Team nicht, eine wichtige Sympathieebene zu den wichtigsten Charakteren aufzubauen.
Handlungstechnisch ist es wieder einmal erstaunlich, wie wenig echte Handlung die Autoren in ein durchschnittlich geschriebenes Taschenheft packen. Jede noch so kleinste Überraschung wird ausführlichst vorbereitet und anschließend kommentiert. Natürlich wandeln die Autoren auf einem sehr schmalen Grad. Das Stammpublikum muss die diversen Hinweise erkennen und vor allem die entsprechenden Schlüsse ziehen. Neuen Leser müssen ausreichend Informationen zur Verfügung gestellt werden, ohne das der Handlungsfluss wirklich leidet. Der Hauptteil der „Neo“ Leser scheint weiterhin aus der Mutterserie zu stammen. So hinterfragt man nicht mehr, welchen Effekt welche Abweichung wirklich haben könnte. Zu viele kleine unlogische Schwächen haben sich in die Romane eingeschlichen und „Der Administrator“ eröffnet die Jagd nach der Unsterblichkeit ohne das der Funke wirklich überspringt. Viel mehr ist der Roman langweilig. Die Aufteilung auf die verschiedenen Handlungsebenen inzwischen nicht mehr nachvollziehbar, da sie nicht selten inkonsequent und hektisch abgeschlossen werden. Es ist peinlich, eine neue Staffel einzuläuten, in dem man quasi auf den ersten vierzig Seiten noch den Handlungsbogen der letzten acht Taschenhefte abschließt. Und das nicht etwa, weil dort zu viel passiert ist, sondern nur weil eine ominöse wie nervtötende Vision integriert werden muss. Waren die Auftaktbände der ersten beiden Staffeln noch lesbar, so erreicht diese dritte und hoffentlich letzte Staffel gleich mit „Der Administrator“ einen Tiefpunkt, der deutlichst unterstreicht, wie entweder überfordert frank Borsch als Autor und Exposeredakteur ist oder beweist, dass „Neo“ keine Herzensangelegenheit, sondern Lustlosigkeit in Perfektion auf Seiten der Redaktion und Autoren darstellt.

Frank Borsch: "Perry Rhodan Neo 17- Der Administrator"
Roman, Softcover, 162 Seiten
Pabel- Verlag 2012

Weitere Bücher von Frank Borsch:
 - Alien Earth Phase 2
 - Alien Earth Phase 3
 - Lemuria 1- Die Sternenarche
 - Pan-Thau-Ra Band 1 „Die Lebenskrieger“
 - Perry Rhodan 2500 - Projekt Saturn
 - Perry Rhodan Action 13 - Die TrĂĽmmerwelt
 - Perry Rhodan Neo 1 - Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 17 - Der Administrator
 - Perry Rhodan Neo 1: Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 24 - Welt der Ewigkeit
 - Perry Rhodan Neo 24- Welt der Ewigkeit
 - Perry Rhodan Neo 36- Stolz des Imperiums
 - Perry Rhodan Neo 6 - Die dunklen Zwillinge
 - Perry Rhodan Neo 6: Die dunklen Zwillinge
 - Perry Rhodan Neo 9 - Rhodans Hoffnung
 - Perry Rhodan Neo 9: Rhodans Hoffnung

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