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Perry Rhodan



Christian Montillon

Perry Rhodan Neo 16:
Finale fĂĽr Ferrol

rezensiert von Thomas Harbach

Christian Montillon hat die Ehre, die zweite Staffel von “Perry Rhodan Neo” mit dem im Grunde enttäuschenden Roman “Finale für Ferrol” abzuschließen. Die Auflösung dieses sich über acht Taschenhefte hinweg ziehenden ersten Ausflug ins All außerhalb des Sonnensystems ist höflich gesprochen weich. Krampfhaft versucht Frank Borsch zusammen mit Christian Montillon sich von der Epoche des Kalten Krieges und des militärischen Wettrüstens abzuwenden. In der Hoffnung, dass durch die Großzügigkeit auch die Vernunft wächst. Welch ein Unterschied zu Frank Borschs militärischen Exzessen im Jubiläumsband 2500, in dem er wahrscheinlich ungewollt einen harten Hund der alten Schule wieder erweckt hat.
Am Ende macht Perry Rhodan mit leeren Händen kommend den Topsidern den Vorschlag, die geheime Transmittertechnik zu teilen. Einen Vorschlag, den er im Grunde nicht machen kann, da ihm die Transmitter allerhöchstens indirekt als Finderlohn gehören und er im Grunde auch keinen tieferen Einblick in deren Gebrauch hat. Die Topsider sind natürlich zufrieden, sie haben ihr Gesicht gewahrt und können mit einem neuen militärisch nutzbaren Spielzeug in ihr Sonnensystem zurückkehren. Der Thort hat seinem Volk nach den langen Tagen/Wochen der Invasion eine Atempause und einen Verbündeten verschafft, dessen Loyalität über jeden Zweifel erhaben, dessen Grundentschlossenheit dank eines butterweichen, hilflosen Anführers die Standfestigkeit von Butter in der Sonne hat. Natürlich kann Rhodan das Angebot nur machen, weil - im Gegensatz zu K.H. Scheers Originalkonzept - die Menschen auch funktionierende Transmitter im Sonnensystem gefunden haben. Bis zu dieser leider auch sehr kitschig geschriebenen Auflösung schleppt sich insbesondere die Rhodanhandlungsebene phlegmatisch bis langweilig dahin. Um seine Kameraden an Bord der LAST HOPE zu retten, hat Rhodan den Topsidern doch an Bord des arkonidischen Schlachtschiffes ein Angebot gemacht, das er nicht einhalten kann. In der Zwischenzeit haben sich Thora und die anderen Mannschaftsmitglied dank der Teleporter im großen Topsiderschiff versteckt. Sollte das eine Anspielung auf “Star Wars” und den “Rasenden Falken” gewesen sein, hat sie zumindest rudimentär funktioniert. Immerhin glauben die Topsider Rhodan gerade so lange, bis in doppelter Hinsicht aus dem Nichts Verstärkung erscheint. Zum einen taucht das auf der Erde gefundene arkonische Schlachtschiffwrack mit Crest, Lesley Pounder und einigen Mutanten in letzter Sekunde auf und zum anderen haben die Fantan der Erde als Katalysator dieser Entwicklung das Wegasystem als neue Plünderungsstätte entdeckt. Bevor sich der Leser mit Schaudern dieser zweiten ebenso schlecht geschriebenen Handlungsebene zuwendet, ist es notwendig, dieses Prinzip Zufall der “Neo” Serie noch einmal expliziert herauszustellen. Was Frank Borsch als Auflösung dieser Handlungsebene anbietet, ist dummdreist. Die Teleporter springen in letzter Sekunde hin und her, retten nicht nur die Menschen, sondern auch den tot geglaubten Thort sowie den Kommandanten der Topsiderexpedition. Dieser humanistische Ansatz mag zwar modern und in Bezug auf Rhodans Verhandlungsangebot opportun sein, wie diese Handlungsebene aufgelöst wird, ist nur noch langweilig und schlecht konzipiert. Das die Topsider bei der öffentlichen Hinrichtung während seiner Rede den Thort nicht umgebracht haben, soll wohl ein Paukenschlag sein. Nur negiert er die interessanten Ansätze und lässt den Leser mit der Frage zurück, warum die auf den ersten Blick so fremden Topsider erst einen Märtyrer schaffen wollen, Konfliktpotential säen und sich trotzdem über den Widerstand des im Grunde geschlagenen Gegners wundern. Die Gefangennahme hätte ausgereicht, um alle Ziele im Wegasystem zumindest auf dem Papier zu erreichen. Da Rhodan seit dem ersten Band ein schwacher Anführer gewesen ist, gipfelt diese DeMontage der wichtigen Figur der Hauptserie in einer Reihe von Vorschlägen Thoras, die Rhodan schließlich umsetzt. Das Thora beginnt, die Menschen im Allgemeinen und die Mutanten sowie Perry Rhodan im Besonderenzu mögen, mag ein Kompromiss gegenüber der Heftromanserie sein, wird aber von Christian Montillon derartig distanziert, wenig emotional und langweilig beschrieben, das man schon das Gegenteil vermuten kann.
Positiv ist, dass Frank Borsch einen pazifistischen Ansatz nach den Millionen von Toten gewählt hat, negativ erscheint dagegen, das die Gleichschaltung auch fremder Rassen mit einer ganz anderen Geschichte weniger gewöhnungsbedürftig als bemüht wirkt. Vielleicht hätte Frank Borsch ein wenig mehr “Star Trek” schauen sollen, insbesondere die zuletzt entstandene und historisch auf frühsten in der Geschichte spielende Serie “Enterprise” hätte ihm einige positive Anregungen geben können.

Während die “Wega” Szenen inklusiv der fast zwangsweisen Vereinigung mit der in den Tiefen des Alls spielenden Reginald Bull/ Gucky Ebene durch die Jagd nach dem “Wega System” Bensum mühelos wie enttäuschend erfolgt, steht der Leser verblüfft verzweifelt vor der “Erden” Handlungsebene und fragt sich tatsächlich, ob Frank Borsch das wirklich ernst meint? Über mehrere Romane die Fantan als neuen Erzfeind etablieren; mit dem Diebstahl der Golden Gate Brücke inklusiv tausender von Toten und einem stärker werdenden Widerstand der Menschen diese Handlungsebene auf einen dunkleren, nicht wirklich originellen, aber zumindest spannenden Höhepunkt führen; mit der Entdeckung eines weiteren arkonidischen Raumschiffs dieses Mal in Form eines Schlachtschiffs den Menschen zumindest eine Art Brecheisen in die Hand zu geben und dann den Handlungsbogen derartig unglaubwürdig und widersinnig zu beenden? Dazu gehört weniger Mut als exposetechnische Unfähigkeit bzw. Unwilligkeit.
Die Liebesgeschichte zwischen Ishy Matsu und Iwan Goratschin entwickelt sich zufrieden stellend weiter. Zumindest machen Frank Borsch und Christian Montillon nicht den Fehler, die Zünderfähigkeiten des Mutanten zu einer ultimativen Waffe zu erheben. Der Versuch, ein Fantanraumschiff mittels Gedankenkraft zu zerstören, hat fatale Nachwirkungen, wobei Christian Montillon vor dem vielleicht plottechnisch notwendigen Opfer zurückschreckt und den Leser nur kurzzeitig wie allzu oft in der “Neo” Serie auf eine falsche Spur führt. Zumindest gelingt es Montillon, die beiden so unterschiedlichen Charaktere Ishy Matsu und Iwan Goratschin weiter zusammen zu führen. Die vielleicht besten Sequenzen des vorliegenden Taschenheftes. Ebenfalls positiv ist die deutlich aktivere Rolle, die Crest auf der irdischen Handlungsebene einnimmt. Er hat sich inzwischen entschlossen, den Menschen beizustehen und aktiviert so weit es in seiner Kraft steht das Erbe seiner Vorfahren. Er stellt sich vielleicht hinsichtlich der Artefakte zu wenige Fragen, aber als Figur wirkt er ambivalenter angelegt als die meisten anderen Nebenfiguren des vorliegenden Romans. Trotzdem frustriert der Abschluss dieses Spannungsbogens. Das Ende ist viel zu einfach angelegt, zumal der Fantanbegriff des “Besum” immer noch zu unklar definiert worden ist. Es ist schade, dass insbesondere die sich erst im letzten Roman entwickelnde Handlung um die Fantan derartig primitiv abgeschlossen worden ist.
Wie manch anderes Taschenheft leidet auch “Finale für Ferrol” unter der fehlenden Balance zwischen Eigenhandlung und der Bedeutung hinsichtlich des Gesamtzyklus. Die Ereignisse werden auf den letzten Seiten derartig überstürzt und stark konstruiert abgeschlossen, das die ganze Exposition insbesondere im vorliegenden Band ad absurdum geführt wird. Hinzu kommt, dass Christian Montillon stilistisch nicht immer den richtigen Tonfall trifft und sich dieser Roman wie mit einer schriftstellerisch sehr heißen Nadel unter Zeitdruck zusammengeschustert liest. Qualitativ reiht sich “Finale für Ferrol” in die Reihe von durchschnittlichen bis enttäuschenden Taschenheften ein. In Hinblick auf die Gesamtserie wird immer offensichtlicher, dass Frank Borschs Handlungskonzept im Großen immer dann enttäuscht, wenn er sich von K.H. Scheers und Walter Ernstings Originalkonstrukt abwendet und eigene Handlungsbögen einflechtet. Man kann K.H. Scheer vorwerfen, das das überwiegend militärische Vorgehen Rhodans im Grunde sein persönliches literarisches Markenzeichen ist, nachdem er vor Rhodan auch einige Leihbücher und insbesondere seine Piratenserien konzipiert hat. Die Stoßtruppunternehmen der Terraner wirkten aber deutlich besser durchgeplant und basierten nicht auf den Zufallskonzepten, die Frank Borsch immer stärker in die überambitioniert geplanten und dann hektisch umgesetzten, unnötig komplizierten statt stringenten Romane hat einsetzen lassen.

Christian Montillon: "Perry Rhodan Neo 16: Finale fĂĽr Ferrol"
Roman, Softcover, 162 Seiten
Pabel Verlag 2012

Weitere Bücher von Christian Montillon:
 - Dan Shockers Macabros 5: Rha-Ta-N'mys Totenstadt
 - Dan Shocker´s Macabros 1: Der Leichenorden von Itaron
 - Dan Shocker´s Macabros 6 - Xantilon: Totenzug der weiĂźen Priester
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 - Das Mord Medium
 - Das rote Imperium 2: Requiem fĂĽr Druufon
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 - Die acht Namenlosen - Lepso Trilogie Band 2
 - Macabros 4 – Die Verfluchten von Trutzmorodor
 - Macabros 7- Der Dämonenschwarm des Tausendfältigen
 - Perry Rhodan 2501 - Die Frequenz-Monarchie
 - Perry Rhodan 2502 - Im Museumsraumer
 - Perry Rhodan Action 12 - Die Robotgarde
 - Perry Rhodan Action 19 - Die gläsernen Kinder
 - Perry Rhodan Action 2 - Sturm der Kriegsandroiden
 - Perry Rhodan Action 24 - Kristallschmerz
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 - Perry Rhodan Neo 2 - Utopie Terrania
 - Perry Rhodan Neo 23 - Zuflucht Atlantis
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 - Tefroder 1- Das genetische Siegel
 - TodesflĂĽsse

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