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rezensiert von Martin Weinrich
Inhalt: Nach dem Finale der ersten Staffel verlässt Rhodan Terrania sofort wieder. Zusammen mit Thora und einigen Mutanten versucht er, das abgestürzte Arkoniden-Raumschiff aus den Händen der Amerikaner zu retten. Für den Plan gibt er sich als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika aus und stößt ausgerechnet auf einen General, der mit diesem eng befreundet ist.
Derweil hat Reginald Bull in Terrania Probleme, Ordnung zu bewahren. Er verdächtigt verschiedene Personen gegen die gemeinsamen Ziele zu arbeiten. Als dann ein Roboter geklaut wird, ist er endgültig alarmiert.
Kritik: Der Auftakt zur zweiten Staffel ist inhaltlich so schwach wie das Ende der ersten Staffel. Dem Roman ist jedoch zu gute zu halten, dass es zum ersten Mal eine spannende Handlung mit Rhodan gibt. Rhodan ist zwar wieder einmal Teil eines schwachsinnigen Plans (sich als Präsident zu verkleiden...), agiert diesmal jedoch etwas und an einigen Punkten ist der Diebstahl des Schiffes durchaus spannend.
Gut wird der Roman dadurch jedoch noch lange nicht. Erst einmal ist der Plan waghalsig und es stellt sich die Frage, warum Perry Rhodan ihn ausführt. Alle anderen haben besondere Fähigkeiten, die sie für den Diebstahl befähigen. Nur Rhodan wäre in Terrania als Integrationsfigur nützlicher als auf einer Art Selbstmordmission.
Erschreckend ist, wie schnell Rhodan seine Anhänger zurücklässt. Als es kritisch wird, zählt nur der Diebstahl. Einige Mutanten werden einfach zurückgelassen. Rhodan macht sich in der Folge auch kaum Gedanken um sie. Das ist schwach.
Die Handlung in Terrania ist belanglos und stellt allenfalls Bulls Paranoia dar. Bull verdächtigt scheinbar prinzipiell jeden, der nicht Amerikaner ist beziehungsweise nicht zum Startteam gehört. Gleichzeitig möchte er aber weiterhin jeden nach Terrania reinlassen. Das widerspricht sich und wirkt nicht sonderlich klug. Zumal Bull jedes Mal in kitschigen Dialogen herausfinden muss, dass er sich geirrt hat.
Für einen Staffelauftakt geschieht bemerkenswert wenig. Der Diebstahl gelingt und Bull wird ein Roboter gestohlen, den er nicht wiederfinden kann. Mehr passiert nicht auf 150 Seiten. Erst zum Schluss nimmt der Roman eine starke Wendung: Thora erhält einen Notruf aus dem Wega-System und folgt ihm mit dem frisch gestohlenen, schrottreifen Beiboot. Sie wird von Perry Rhodan und einigen Mutanten begleitet.
Und das ist der Roman, wo der Roman endgültig jeden Sinn verliert.
Terrania ist ganz offensichtlich ein heterogenes, wackliges Konstrukt, die Erde steht am Rand des Abgrunds. Dennoch entscheidet sich Rhodan zu einer Spritztour zur Wega und belügt sogar alle Terraner. Wie dämlich kann man eigentlich vorgehen?
Zudem ist der Größenwahn von Rhodan und Thora extrem vermessen. Sie denken tatsächlich, dass sie etwas bewirken können. Dabei kann ihr Beiboot nicht einmal mehr die Schutzschilde aufrechterhalten. Sie könnten also auch rein gar nichts im Wega-System ausrichten. Die Spritztour ist also unglaublich unsinnig.
Damit der Roman auch noch einen fiesen Cliffhanger hat, landen kurz darauf Außerirdische auf der Erde, die wohl nicht freundlich sein werden. Ihr Schiff ist auf dem Titelbild des Romans abgebildet. Leider vor der Londoner Skyline, was total unsinnig ist, da das Schiff in der Wüste Gobi landet. Aber nach dem Roman erwartet man nur wenig Sinn.
Die Staffel soll sich um die Wega drehen. Hoffentlich nicht zu lange. Denn während die Erde im wahrsten Sinne des Wortes brennt, ist es fahrlässig von Rhodan mit Schrott zur Wega zu fahren. Der Staffelauftakt macht auf jeden Fall wenig Lust auf mehr.
Frank Borsch: "Perry Rhodan Neo 9 - Rhodans Hoffnung"
Heftroman, Softcover, 162 Seiten
Pabel-Moewig 2012
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