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Perry Rhodan



Frank Borsch

Perry Rhodan Neo 6:
Die dunklen Zwillinge

rezensiert von Thomas Harbach

Exposeautor Frank Borsch nimmt am Ende des vorliegenden sechsten “Neo” Abenteuers einen roten Faden aus dem Auftaktband wieder auf, der bislang fĂŒr Verwirrung bei einigen Lesern hinsichtlich Perry Rhodans eher ambivalenter Einstellung den Außerirdischen gegenĂŒber gesorgt hat. Crest wird von den Spezialisten der “Homeland Security” verhaftet, an einen geheimen Ort gebracht und schließlich vom amerikanischen PrĂ€sidenten mittels MedienĂŒbertragung fĂŒr den Mord an den Mitgliedern der Mondstation durch die notgelandeten Arkoniden mit verantwortlich gemacht. Ein faires - hier kann sich Frank Borsch Ironie nicht verkneifen - Gericht soll aburteilen. Der bisher spĂŒrbare Antiamerikanismus erreicht ob vorliegenden sechsten Roman einen vorlĂ€ufigen Höhepunkt. Nicht umsonst versucht sich Frank Borsch an einer generellen Verurteilung der Arkoniden als Stellvertreter aller amerikanischer Feinde. Sein amerikanisches PrĂ€sident erinnert nicht von ungefĂ€hr an die zahllosen republikanischen PrĂ€sidenten der jĂŒngeren amerikanischen Geschichte mit ihrer Kriegshetze sowie der bizarren Vorstellung, dass Amerika fĂŒr seine Freiheit alle Grundgesetze mit den FĂŒĂŸen treten kann. Ähnlich schlecht kommen nicht nur die Homeland Security Agenten weg, sondern in einem der zahlreichen RĂŒckblicke geht es direkt in die Gegenwart und einen der von den Amerikanern ausgefochtenen Kriege im Nahen Osten.
Die bislang sich eng im Rahmen haltenden VerĂ€nderungen bestimmen den Plotverlauf des vorliegenden Romans und teilen die allerdings insbesondere im Vergleich zur Originalserie ausgesprochen behĂ€big erzĂ€hlte Handlung weiter auf. Perry Rhodan als Protagonist findet im Grunde ĂŒberhaupt nicht statt. Er sitzt weiterhin unter seiner Energiekuppel, durchwĂŒhlt zusammen mit seinem ewig optimistischen Freund Reginald Bull die Reste der abgeschossenen STARDUST - das Arkonidentriebwerk ist wie durch ein Wunder unversehrt geblieben - und harrt mit seiner etwas grĂ¶ĂŸeren Schar widerwilliger AnhĂ€nger der Dinge, die da kommen werden. Und sie kommen - wie der Cliffhangar offenbart - in Masse. Am Ende des Romans wird Rhodan durch die von ihm nicht zu kontrollierenden UmstĂ€nde zu einer Entscheidung getroffen, im Grunde der ersten bewussten Entscheidung nach der Landung in der WĂŒste Gobi im ebenfalls von Frank Borsch geschriebenen Auftaktroman “Sternenstaub”. Egal wie man es drehen möchte, das ist zu wenig Rhodan.
In den Nebenhandlungen geht es um die einzelnen Mitglieder des Mutantenkorps,die sich auf dem Weg in die WĂŒste Gobi und zu Rhodan befinden. Wie sich schon im letzten Band angedeutet haben, retten sie mit einer waghalsigen Aktion Rhodan vor der atomaren Vernichtung. Die Vorgehensweise ist ein wenig unorthodox und lĂ€sst den chinesischen General Bai Jun ebenfalls eher als Opfer denn als TĂ€ter erscheinen. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob er zu Rhodan und seiner dritten Macht ĂŒberwechselt, sondern nach der LektĂŒre des vorliegenden Buches nur noch wann. In Bezug auf die verschiedenen Mutanten greift Frank Borsch auf gegenwĂ€rtige Ereignisse zurĂŒck. Stellte die ZĂŒndung der amerikanischen Atombomben ĂŒber Nagasaki und Hiroshima fĂŒr K.H. Scheer quasi den ersten Schritt zu einer neuen Menschengeneration - den Mutanten - dar, ist es bei Frank Borsch zu einem die Reaktorkatastrophe von Fukushima oder eine Extremsituation wĂ€hrend eines militĂ€rischen Einsatzs ihm schon angesprochenen Krieg im Nahen Osten. Auf der einen Seite rĂŒckt Frank Borsch die Neuinterpretation sehr viel nĂ€her an die Gegenwart heran, auf der anderen entscheidenden Seite wirkt das Bild der Zukunft - immerhin soll die Serie ja im Jahre 2026/2037 spielen - zu bodenstĂ€ndig und technisch eher unbefriedigend extrapoliert. Mit der Herausforderung der von den Chinesen unter der Energiekuppel zu zĂŒndenden Atombomben entscheiden sich die Mutanten - wie in den letzten Roman schon impliziert - fĂŒr Rhodan und damit auch fĂŒr eine bessere Zukunft. Im Gegensatz zu Xaviers “X-Men” mĂŒssen die Mutanten ihre außergewöhnlichen FĂ€higkeiten noch fein schleifen, was auf der einen Seite angesichts der bekannten Namen wie Ras Tschubai ein wenig gewöhnungsbedĂŒrftig erscheint, auf der anderen Seite aber die Spannung verstĂ€rken könnte. Am Ende geht alles trotz einer Reihe von eher als Klischee zu betrachtenden Windungen erstaunlich glatt. Es stellt sich fĂŒr den Leser nur die Frage, ob nicht John Marschall in der hier beschriebenen Form ein besserer AnfĂŒhrer als der phlegmatische Sofortumschalter Rhodan wĂ€re.
WĂ€hrend die “Thora” Handlungsebene nicht weiter fortgefĂŒhrt wird, kĂŒmmert sich Frank Borsch - wie der Titel schon suggeriert - um eine der faszinierenden Nebenfiguren der ursprĂŒnglichen Serie: den Doppelkopfmutanten Goratschin mit seiner einzigartigen FĂ€higkeiten, durch Gedanken ein flammendes Inferno zĂŒnden zu können. Auf die Originalserie anspielend sind die beiden sich einen Körper teilenden jungen MĂ€nner frĂŒh operativ getrennt worden. WĂ€hrend der eine als Soldat in den amerikanischen Krieg gezogen ist, lag der andere jahrzehntelang im Koma. WĂ€hrend der MilitĂ€reinsatz - wie schon angesprochen - eher klischeehaft, die RĂŒcksichtslosigkeit beider Seiten ausfĂŒhrlich beschreibend niedergeschrieben worden ist, wirken die anschließenden Szenen deutlich faszinierender, in denen sich Goratschin als verschlagener Akteur erweist, wĂ€hrend sein alter und aus den vorangegangenen Romanen ebenfalls bekannter Kamerad Monterny sein bekannte Position erkĂ€mpfen muss. Diese RĂŒckblicke gibt interessante Einblicke in die angeknacksten Psychen der beiden insbesondere den letzten von Michael Marcus Thurner niedergeschriebenen Roman beherrschenden Antagonisten. Frank Borsch hat sehr viel Spaß, diese beiden Opportunisten ausgesprochen vielschichtig, nicht allzu eindimensional und im Falle “Ivanhoe” Goratschins emotional ĂŒberzeugend zu beschreiben.
Als Roman an sich fĂŒgen sich einzelne, bislang eher isoliert stehende Szenen zusammen, ohne das - wie schon angesprochen - der Gesamtkomplex weiter entwickelt wird. Insbesondere Leser der Originalserie werden dieses fast phlegmatische ErzĂ€hltempo ausgesprochen befremdlich empfinden. Auf der anderen positiven Seite hat sich Frank Borsch stilistisch ein wenig gefangen und erzĂ€hlt die nicht zu vielschichtige Geschichte nicht nur stringent, sondern bis auf wenige sarkastisch zynische Exkurse auch unterhaltsam. Das schwerfĂ€llig belehrende Element fehlt positiv gĂ€nzlich. Der Fokus liegt auf den bisherigen Nebenfiguren der Serie, wobei Borsch mit dem insbesondere im letzten Roman ĂŒberzeichneten Sid Gonzales nuancierter umgeht. Ansonsten erscheinen aber insbesondere die Mutanten ein wenig zu jung, zu unerfahren. Das eröffnet zwar auf der einen Seite zahlreichen Manipulatoren - positiv wie negativ - TĂŒr und Tor, um die FĂ€higkeiten der Mutanten zumindest indirekt zu kontrollieren, aber die von K.H. Scheer ausgesprochen effektiv gezeichneten Persönlichkeiten gehen verloren und die Figuren sind teilweise trotz unterschiedlicher FĂ€higkeiten austauschbar. Der Lernprozess ist sicherlich kein leichter und Frank Borsch beschreibt ihn teilweise sehr plastisch, aber irgendwo zwischen diesen inklusiv Thurners ĂŒberflĂŒssigen Roman sehr langatmigen Handlungsbögen möchte der Leser schon einen Fortschritt sehen. Wie schon angesprochen schwenkt der Handlungsbogen im vorliegenden Roman “Die dunklen Zwillinge” noch weiter von der ursprĂŒnglichen Serie ab und modernisiert teilweise dessen zugrunde liegenden Plot, auf der anderen Seite muss sich Expose- und Romanautor Frank Borsch die Frage stellen, ob die zahlreichen eher vordergrĂŒndig vorantreibenden Szenen der letzten beiden Arbeiten nicht effektiver in einem Buch zusammengefasst harmonischer gewirkt hĂ€tten. Qualitativ ist “Die dunklen Zwillinge” ohne Frage einer der besseren “Perry Rhodan Neo” Romane.

Frank Borsch: "Perry Rhodan Neo 6: Die dunklen Zwillinge"
Roman, Softcover, 163 Seiten
Pabel Verlag 2011

Weitere Bücher von Frank Borsch:
 - Alien Earth Phase 2
 - Alien Earth Phase 3
 - Lemuria 1- Die Sternenarche
 - Pan-Thau-Ra Band 1 „Die Lebenskrieger“
 - Perry Rhodan 2500 - Projekt Saturn
 - Perry Rhodan Action 13 - Die TrĂŒmmerwelt
 - Perry Rhodan Neo 1 - Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 17 - Der Administrator
 - Perry Rhodan Neo 17- Der Administrator
 - Perry Rhodan Neo 1: Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 24 - Welt der Ewigkeit
 - Perry Rhodan Neo 24- Welt der Ewigkeit
 - Perry Rhodan Neo 36- Stolz des Imperiums
 - Perry Rhodan Neo 6 - Die dunklen Zwillinge
 - Perry Rhodan Neo 9 - Rhodans Hoffnung
 - Perry Rhodan Neo 9: Rhodans Hoffnung

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30.12.11, 09:04 Uhr
huyanghui
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