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Mystery (diverse)



Markus Heitz

Blutportale

rezensiert von Thomas Harbach

Nach dem zweibändigen Werwolf- Thriller “Ritus/ Sanctum” und dem Vampirroman “Kinder des Judas” legt Markus Heitz einen weiteren Thriller vor, in dessen Plotverlauf er die Gegenwart mit der Vergangenheit geschickt verbindet und sich eher den Mystery- Universen eines “Professor Zamorra” nähert.

Zu Beginn des Buches nach dem obligatorischen wie handlungstechnisch eher unnötigen Schockeffekt im Prolog stellt Markus Heitz in den nächsten Kapiteln die beiden wichtigsten Protagonisten seines Romans vor. Will Gul - ein etwas merkwürdiger Nachname - betreibt einen kleinen, aber inzwischen erfolgreichen Blumenladen. Er ist Single, wünscht sich aber eine Partnerschaft. Er wohnt in einer riesigen Villa ohne Miete als Hausmeister, die er für einen geheimnisvollen Mann verwaltet. Diesen kann er nur mittels eines Satellitentelefons sprechen. Zu Beginn des Plots besucht ihn eine attraktive Maklerin, die gerne über Gul in Verbindung mit dem Hausbesitzer treten möchte. Sie wollen das Anwesen kaufen und die Vermittlungsprovision ist anständig. Als Gul ablehnt, wird ihm mit einer Schlägertruppe gedroht, die prompt auch einen entsprechenden Besuch abstattet. Gul kommt nicht zuletzt seiner exotischen Verteidigungsgunst mit heiler Haut zurück. Er muss aber feststellen, dass in seiner Abwesenheit in die Villa eingebrochen worden ist. Der Haussafe ist aufgestemmt und Gul findet eine Art doppelten Boden. Drei zusammengeklebte Papiere haben die Einbrecher in ihrer Hast übersehen. Saskia Lange betreibt in Hamburg erfolgreich ein kleines Restaurant. Nebenbei ist die begeisterte Fechterin in einer geheimnisvollen Loge. Die Kämpfe scheinen bis zum Tod gehen zu können. Zu Beginn ihres Handlungsstranges fordert sie einen der besten Kämpfer der Gruppe auf, der bislang seine ersten beiden Duelle innerhalb von siebenundvierzig Sekunden zusammen gewonnen hat. Ihr gelingt es, gegen ihn zu Punkten. Nur mit unfairen Mitteln kann sich der Mann wehren. Da aber keiner der Ringrichter eingreift, gibt Saska schließlich um ihr Leben fürchtend auf. Später wird sie feststellen, das die mit dem Rapier zugefügten Schnitte sich zu einem Brandzeichen vereinigten. Gulo lernt in der Zwischenzeit die Folgen kennen, wenn er nicht die Regen seines geheimnisvollen Vermieter einhält. Während einer Party scheint das Haus förmlich von innen heraus zu explodieren, seine Freunde und Saskias Restaurantchef werden getötet. Nur durch einen Zufall überleben Gul und Saskia. Anscheinend weiß der Hausbesitzer sehr viel mehr von Saskias Gabe, die seit Jahrhunderten schlummert und derer sich die junge Frau überhaupt nicht bewusst ist. Augenscheinlich wird sie von Dämonendienern gejagt, die mittels ihrer Fähigkeiten ihre Macht natürlich verbreitern wollen. Gul und Saskia können auf ihrer Flucht vor den mächtigen Gegnern niemanden mehr trauen, aber Hilfe naht on ungewohnter dritter Stelle.

Im Vergleich zu den oben angesprochenen Thrillern weißt “Blutportale” mit knapp über sechshundertfünfzig Seiten des geringsten Umfang auf. Der Roman legt gleich von Beginn an auf den zwei relevanten Handlungsebenen ein ordentliches Tempo vor und entwurzelt die beiden wichtigsten Charaktere aus ihrer bisherigen Existenz. Damit werden sie genauso wie die Leser mit Gefahren und Situationen konfrontiert, die ihnen bislang fremd sind. Im Verlaufe der verschiedenen Verfolgungsjagden zieht Markus Heizt sicherlich das komplette Repertoire des klassischen Thrillers, lässt sich Figuren hoffen und verzweifeln, um schließlich den Roman plottechnisch akzeptabel zu beenden. Im Gegensatz allerdings zu dem deutlich ambitionierter geplanten “Ritus” und “Sanctum” Doppelband kommen verschiedene Handlungsebene eher konstruiert daher als das sie wirklich plottechnisch überzeugen können. Vielen Szenen fehlt im wahrsten Sinne des Wortes das Herz. Markus Heitz bemüht sich, die Situationen spannend und dramatisch zu erzählen, aber viele Elemente erscheinen mechanisch und selten wirklich originell. Das Genre des mystischen Thrillers ist inzwischen zu umfangreich, als das der Leser wirklich mit insbesondere im ersten Teil Zufälligkeiten abgespeist werden kann. Die Naivität Guls ist erschreckend, nicht selten ist der Leser Markus Heizts Figuren mindestens einen Schritt voraus. Viel schlimmer ist es, wenn der Autor dramatische Situationen wie die Explosion in der Villa und den Tod vieler Menschen mit so wenigen Emotionen und innere Dramatik erzählt. Im Verlaufe des Buches fängt sich Markus Heitz. Ihm gelingen eine Reihe von gut geschriebenen Szenen, aber als Ganzes betrachtet wirkt “Blutweihe” ein wenig zu blutleer und zu mechanisch. Das hat sicherlich auch mit den Protagonisten zu tun. Fängt der Leser mit den Antagonisten an, bleibt ihm kaum eine Figur länger als der Roman dauert im Gedächtnis. Die Figuren wirken seltsam eindimensional und ihre Handlungen nicht immer wirklich konsequent. Warum erst der denkbar arrogante Versuch, Gul zu überreden, das Gebäude dem Besitzer abzuschwatzen, wenn anscheinend auch ein Einbruch zum Erfolg führt? Warum eine fünfköpfige Söldnertruppe anheuern, deren Einsätze nicht überzeugend und vor allem übertrieben beschrieben werden? Warum die Gejagten an mehr als einer Stelle entkommen lassen, wenn damit nicht zumindest der Gesamtplot vorangetrieben werden soll? Will als sich selbst verteidigender, bei jeder Gelegenheit zumindest theoretisch den Beistand der Götter anflehender Blumenhändler gewinnt nie wirklich an Tiefe und wirkt insbesondere in den ersten Kapiteln klischeehaft eindimensional. Saskia punktet zu Beginn als emanzipierte Fechterin in einem an David Fischers “Fight Club” erinnernden Geheimbund. Natürlich betont sie, das ihr aufregendes Leben keinen Platz für einen Partner lässt. Mit dieser sich mehrmals wiederholenden holen Phrase gewinnt Marcus Heitz zumindest einige Seiten. Gefahr schweißt eben vor allem im Thriller zusammen. Nach dem ersten Fechtduell reduziert Markus Heitz aus plottechnisch nicht nachvollziehbaren Gründen Saskia wieder auf eine normale, zugängliche Frau und nimmt ihr einige notwendige und vor allem interessante Ecken und Kanten. Von dieser Charakterschwächung erholt sich “Blutweihe” erst im letzten Drittels des Plots. Im Gegensatz allerdings zu einigen markanten Figuren, die Markus Heitz in “Die Kinder des Judas” entworfen hat, wirken beide seltsam distanziert und gehemmt.

Sicherlich hat sich Markus Heitz bemüht, seinem vorliegenden Thriller einen soliden Plot zu schenken und die Handlung geradlinig zu erzählen. Alleine vom Umfang her wäre der Roman mit einem guten Drittel weniger deutlich besser gewesen. Viele der zahlreichen Szenen wirken unnötig ausgewälzt und nicht selten versucht Marcus Heitz mit aller Gewalt in die Köpfe seiner Protagonisten einzudringen, ohne den
zweiten Schritt zu machen. So bleiben diese Ansätze in der Luft hängen und fangen an, den Leser zu langweilen. Die verstärkte Konzentration auf ein Mainstreampublikum und damit eine Begradigung der notwendigen Ecken und Kanten reduzieren die Effektivität des vorliegenden Romans weiter. “Blutweihe” ist ein stilistisch sehr unauffällig beschriebener Thriller, der insbesondere auch hinsichtlich der Hintergrundbeschreibung blutarm erscheint. Wie schon angesprochen sollte sich Marcus Heitz mit seinem nächsten Buch bemühen, überzeugende Charaktere in einem deutlich fokussierten Plot agieren zu lassen. “Blutweihe” ist leider sehr durchschnittlich geworden und wirkt ein wenig überhastet als Auftragsarbeit niedergeschrieben.

Markus Heitz : "Blutportale"
Roman, Softcover, 666 Seiten
Knaur 2009

ISBN 9-7834-2666-3394

Weitere Bücher von Markus Heitz :
 - Collector
 - Die Zwerge
 - Judassohn
 - Judastöchter
 - Kinder des Judas
 - Oneiros- Tödlicher Fluch
 - Ritus
 - Sanctum
 - Schatten über Ulldart
 - Vampire! Vampire! - Alles über Blutsauger

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