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Christian Montillon

"Todesflüsse"

Leserrezensionen

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Leserrezensionen
29.08.06, 00:17 Uhr
Florian Hilleberg
Benutzer/in


registriert seit:
Aug 2006
Endlich mal eine kleine Anthologie, welche bizarre Erlebnisse aus dem ereignisreichen Leben von Professor Zamorra erzählt, die nicht dazu ausreichen einen ganzen Heftroman zu füllen. Begrüßenswert ist dabei auch das Wegfallen der Rahmenhandlung, welche bislang immer als Grundgerüst für ähnliche Projekte in den Heftromanserien „Larry Brent“ und „Professor Zamorra“ herhalten musste.
Wie so oft in Storysammlungen werden nicht alle Geschichten Begeisterungsstürme auslösen, denn eine gute Anthologie zeichnet sich durch Abwechslung aus, was zwangsläufig dazu führt, dass der Geschmack des Lesers nicht immer voll getroffen wird. Wenn die Geschichten aber alle von einem Autor stammen, den man auch sonst gerne liest, ist die Zahl der „schlechteren“ Erzählungen ungleich geringer. Mir persönlich gefiel eigentlich nur die titelgebende Story Todesflüsse nicht wirklich. Waren mir die Erklärungen, weshalb Zamorra nun diese Träume hatte und auch die Gründe für die Vorgehensweise dieses übermächtigen Wesens doch ein wenig zu weit hergeholt. Zumal die Story für eine Kurzgeschichte auch zu viel Handlung auf einem zu engen Raum unterzubringen versuchte. Hier hätte Herr Montillon die Geschichte ruhig in der Schublade lassen können, um sie ein anderes Mal als Heftroman herauszubringen.
Eine sehr gute Idee, war die Komplikationen anzusprechen, die auftreten, wenn eine Klausel aus einem Höllenvertrag eingelöst werden soll, aber der Initiator dieses Vertrages der Hölle längst den Rücken gekehrt hat. Leider fällt dem aufmerksamen Leser auch ein kleiner Logikfehler auf, denn es steht geschrieben, dass dem Langlebigen während der Vertragslaufzeit kein Dämon etwas anhaben darf. Dennoch hat Gryf den Mann vor Vampiren gerettet. Nun, gerettet werden muss nur der, der in Gefahr schwebt. Wenn Dämonen ihm aber nicht antun dürfen, sehe ich auch keinen Rettungsbedarf. Dennoch eine sehr gute Geschichte, die allein durch ihren Plot alle kleinen Ungereimtheiten wett macht.
Hervorzuheben ist auch die Story Dämmern, welche unter den Lesern wohl sehr ambivalent aufgenommen werden wird. Doch für mich ist es eine hervorragende Geschichte, und dass nicht nur, weil man sie ziemlich schnell lesen kann, sondern auch weil man treffender wohl die Leiden in der Hölle nicht schildern kann. Für so etwas reichen Worte einfach nicht aus.
In der letzten Geschichte des Bandes, wird wieder einmal bewiesen, dass im Zamorra-Universum nicht immer alles todernst ablaufen muss und immer wieder mal Freiraum für eine gute Satire besteht. Dabei kommen sogar die John-Sinclair-Fans auf ihre Kosten, denn nun endlich kennen wir die wahren Gründe für die Rückkehr des Schwarzen Tods, auch wenn die letzte Fußnote leider nicht mehr erklärt wurde.
Apropos Sinclair: Der Geisterjäger wird in diesem Band sogar mit einem Zitat gewürdigt, welches am Anfang zu der Kurzgeschichte „Traumfrau“ zu finden ist.
Alles in allem ein sehr gelungenes Experiment, dass man auf jeden Fall wiederholen sollte.

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