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Mystery (diverse)



Christian Montillon (Hrg.)

Dan Shockers Macabros 10- Phantomas Schneekreaturen

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Phantomas Schneekreaturen“ beginnt der neue Zyklus um die „Hierarchie des Grauens“. Das Team um den Lektoren Christian Montillon – es ist nicht ganz klar, ob er an diesem Band mit geschrieben hat oder nicht – beschreibt den nächsten Anschlag Mascadas gegen Macabros.
In einem ironisch leichten Unterton beginnend beschreiben die Autoren in diesem Fall Mascadas - Versuche, die Hochzeit von Danielle de Barteauliee und Rani Mahay zu sabotieren. Sie sucht die Verantwortliche der Catering Agentur auf und manipuliert sie, etwas in die gigantische Hochzeitstorte zu platzieren. Die Mischung zwischen Grusel und fast parodistischer Ironie funktioniert zu Beginn des Romans sehr gut. Neben dem laufenden Witz mit der nicht vorhandenen Feuerleiter sowie den obligatorischen Verführungen – die Bezahlung wäre ein perfekter Körper für die eher mausige Angestellte der Agentur - zeigt die Dämonin am Beispiel des Chefs der Agentur, wie wenig ein Menschenleben wirklich wert ist. Diese gute Szene wirkt aber wie ein Fremdkörper im Verlaufe des Romans. So kann Macabros, Björn Hellmarks bioplasmatischer Doppelkörper, die Dämonengöttin scheinbar in letzter Sekunde stoppen. Trotzdem nimmt er ohne weitere Vorkehrungen die Hochzeitstorte mit nach Marlos. Bedenkt man zusätzlich, dass die Insel nicht mehr unter dem jahrtausendealten Schutzbann liegt, überrascht das naive Handeln Hellmarks. Der böse Scherz in der Hochzeitstorte entpuppt sich nicht als weiterer magischer Angriff, sondern Kreaturen einer anderen Dimension attackieren die Gäste und vergiften Pepes Freundin Verena. Björn Hellmark muss zusammen mit den Frisch angetrauten in die Dimensionen dieser Kreaturen vordringen, um rechtzeitig ein entsprechendes Gegengift zu finden. Im zweiten Teilroman „Phantomas“ berichtet Whiss aus der Mikrowelt zurückkehrend von einer Eiswelt, in der eine schöne Frau – es stellt sich später heraus, dass es sich um den „Mascadaklon“ und langjährige, aber tot geglaubte Phantoma handelt – ein Herr von Schneemenschen unter ihre Kontrolle gebracht hat, die mittels versklavter Menschen weitere Bestien aus dem Eis befreien. Für den Leser wenig überraschend greift Mascada auch in Hellmarks Expedition in diese unwirtliche Welt ein.
Im Vergleich zu anderen „Zaubermond“ Serien, in denen Heftromanideen auf Taschenbuchromanlänge ausgedehnt worden sind, profitieren sowohl „Das Haus Zamis“ als auch die „Macabros“ Abenteuer von der Doppelromanfunktion. In beiden Serien bauen die Handlungsstränge des ersten Teilromans nicht selten indirekt aufeinander auf. Mit dem vorliegenden Auftaktband einer neuen Serie präsentieren die Autoren eine Reihe von interessanten, aber zumindest soliden Ideen, wobei die handlungstechnische Struktur gegen Ende des Buches unter zu starker Strafung leidet. Zu den schwächsten Passagen des Romans gehört die Wiederherstellung von Marlos Schutzmantel im Vorübergehen. Bedenkt man, wie wichtig diese weißmagischen Schutzbanne gewesen sind, wird die Insel durch eine Idee des aus seinem Exil befreiten und mit nach Marlos gebrachten Wächters – endlich erhält diese Nebenfigur wieder eine Aufgabe – sowie einige Bannformeln und eine zufällige Idee wieder aufgebaut. Dabei verhalten sich die Protagonisten auf Marlos mit oder ohne Schutz angesichts der stetig drohenden Gefahr durch Mascada auffallend naiv. Entweder hätten die Autoren die Wiederherstellung des Schutzschirms dramatischer beschreiben sollen oder das Leben ohne den weißmagischen Schutz hätte anders auf der Insel ablaufen müssen. So wirkt diese nicht unterinteressante Passage wie ein klassischer Lückenfüller, der angesichts der Fülle von leider nicht immer wirklich nachhaltig entwickelnden Plotdetails überflüssig erscheint.
Auch die Idee der ersten Hochzeit auf Marlos inklusiv der dämonischen Störung ist originell. Hellmarks Lampenfieber angesichts seiner ersten Hochzeitsrede verständlich. Die Figur wird dadurch „menschlicher“ und emotional zugänglicher. Das es zumindest in den Augen der Leser nicht dazu kommt, die eigentliche Rede zu halten, stellt eine zusätzliche Ironie dar. Auf der anderen Seite sehen sich Danielle de Barteauliee und Rani Mahay durch den Herren der Insel rechtmäßig getraut als Ehepaar an und diskutieren über den zukünftigen Familiennamen. Der Angriff der Monstermaden wirkt absichtlich chaotisch geschrieben. Das sie aber wieder ein Mitglied des Hellmark Clans vergiften und die Rettung nur in deren Dimension zu finden ist, beinhaltet Aspekte der „Macabros“ Saga, die im vorliegenden Roman einmal zu oft angewandt worden sind. Die Idee, auf der Insel selbst nicht durch Magie, sondern „fremde“ Kreaturen anzugreifen und die auf derartige Angriffe nicht vorbereiteten „Verteidiger“ zu überraschen, ist ohne Frage interessant und hätte sorgfältiger und länger andauernd abgehandelt werden können. Während der schon angesprochene Prolog gut ausbalanciert erscheint, wirken diese Abschnitte zu hektisch. Die Reise durch die fremde Dimension ist voll bizarrer Beschreibungen, aber angesichts der bekannten Prämisse kommt hier keine echte Spannung auf.
Interessanter erscheint der zweite Teilroman, in dem Whiss erst einmal ausführlich seine Eindrücke beschreiben kann. Mit dieser subjektiven Erzählebene können Björn Hellmark und seinen Freunden stellvertretend für den Leser sehr viele Informationen in ausgesprochen kompakter Form übermittelt werden, ohne das der Spannungsbogen leidet. Mit Phantoma wird eine weitere Figur der originalen Serie reaktiviert, die aber aufgrund ihrer Beschreibungen eher an die Standards – schlanke, wohlgeformte Frauen wie kleinen, festen Brüsten für Dämoninen erinnert, während sich die normalen Frauen immer ordentliche Oberweite – siehe den Prolog – wünschen und von den Dämoninen als Bezahlung für ihre Dienste zumindest kurzfristig auch erhalten. Mascadas und Phantomas Aktionen ähneln sich aber zu sehr. Berücksichtigt der Leser zusätzlich die ungewöhnliche Unvorsichtigkeit Hellmarks, die mit Aufregung vor der Hochzeit oder zeitlichem Druck bei der Rettung Verenas zumindest theoretisch begründet werden könnte, dann müsste den Frauen sehr viel mehr gelingen als es der Auftaktband des neuen Minizykluses beschreibt. Vielleicht liegt es an dem überambitionierten Versuch, ihre Pläne sehr viel komplexer und damit auch komplizierter darzustellen als sie in Wirklichkeit sein müssten. Angesichts des fehlenden weißmagischen Schutzbannes und der Möglichkeit, aus allen Dimensionen Wesen zu rekrutieren und mit einfachsten Tricks zur Erde zu transportieren, dürfte alleine die Masse des zur Verfügung stehenden Materials Hellmark/ Macabros und die in diesem Roman eher gesichtslosen und eindimensional charakterisierten Freunde zu erdrücken. Ein Verzicht auf Mascada oder vergleichbare Bedrohungen täte der Serie gut. „Phantomas Schneekreaturen“ ist der Versuch, die Hommage an Dan Shockers in den siebziger Jahren entstandener Serie auf eine imaginäre Spitze zu treiben. Altleser werden die zahlreichen Querverweise lieben, für Neueinsteiger gibt es die entsprechenden Fußnoten. So gut auch die Hommage gelungen ist, so sehr wünscht man sich im vorliegenden Band den nächsten Schritt. Stilistisch Dan Shocker positiv imitierend und nicht zu sehr selbst verliebt schreibend das Macabros Universum weiterentwickeln und neue Aspekte diesem phantastischen, vielfarbigen Mythos hinzuziehen. In dieser Hinsicht zeigt der vorliegende Band trotz einer Fülle von nicht zufrieden stellen realisierten Ideen zu viele Schwächen. Es bleibt allerdings auch abzuwarten, wie sich der Zyklus weiterentwickelnd und ob nicht unvorhersehbare Wendungen die Qualität der Geschichte nach diesem eher soliden als inspirierten Auftakt noch heben können.

Christian Montillon (Hrg.): "Dan Shockers Macabros 10- Phantomas Schneekreaturen"
Roman, Softcover, 202 Seiten
Zaubermond Verlag 2012

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