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Mystery (diverse)



Christian Montillon

Professor Zamorra 40:
Die Blutweihe

rezensiert von Thomas Harbach

Ursprünglich sollte der vor einigen Wochen überraschend nach schwerer Krankheit Mitte fünfzig verstorbene Volker Krämer den kleinen Jubiläumsband – es ist der vierzigste Hardcover des „Zaubermond“ Verlages, was die Popularität der Serie nicht expliziert unterstreicht – verfassen. Daher haben sich Verlag und befreundete Autoren entschlossen, den vorliegenden Band „Blutweihe“ mit Kurzgeschichten aus allen Zeiten der Heftromanserie zu füllen. Das Spektrum beginnt mit Rückerts Text, der in den sechziger Heftromanen spielt und endet mit Simon Borner, der auf Ereignisse zurückgreift, die neunhundert Hefte später von Bedeutung sind. Die Themen sind breit gewählt. Von ernst bis humorvoll grotesk. Die Autoren bemühen sich, zumindest die Grenzen auszutesten, wenn auch nicht gänzlich zu sprengen.

Simon Borner geht in seiner Auftaktgeschichte „B- Movie“ auf Ereignisse der von ihm verfassten Heftromanstory „Die zweite Unendlichkeit“ ein. Wieder spielt der Plot in der aufgegebenen unterirdischen Forschungsstation bei „Dead Man`s Creek“. Immer noch wird eine ultimative PSI Waffe gesucht und Professor Zamorra wird durch einen eher konstruierten Zufall in die Ereignisse um entführte und als Versuchsobjekte früher missbrauchte Kinder hineingezogen. Borner mischt in der stilistisch eher solide geschriebenen Geschichte Kritik an „Uncle Sam“ – ein schönes Anagramm – mit einer zu geradlinigen Story. In seinem Vorwort unterstreicht der Autor, das er B- Movies liebt. Dabei vergisst er zu erwähnen, dass viele dieser eher billig produzierten Begleitfilme handlungstechnisch eher Stereotypen folgen und die wenigen Perlen rar gesät sind. Ähnlich verhält es sich mit dieser handlungstechnisch zu stringenten Story, die inhaltlich ausgetretenen Pfaden zu wenig originell oder exzentrisch oder einfach nur humorvoll überdreht folgt.

In Bezug auf den verstorbenen Volker Krämer lassen Oliver Fröhlich und Stefan Albertsen in „Ein kleines Stück des Grauens“ den Plot in einem alten lange aufgegebenen Bergwerksstollen spielen. Neben einer Reihe von Anspielungen auf H.P. Lovecraft versuchen die Autoren den allem übernatürlichen skeptisch gegenüber stehenden Protagonisten erst auf die sanfte, dann auf die drastische Art zu bekehren. Das Ende ist in dieser Form nicht vorhersehbar, nur der Epilog ist statisch. Der Text könnte auch außerhalb des „Zamorra“ Universum spielen. Insbesondere der Mittelteil ist atmosphärisch ausgesprochen kompakt, wird aber mit einem angenehm unterschwelligen Humor erzählt.
„Werwolfschicksal“ aus der Feder Christian Schwarz ist eine Verbeugung vor Werner Kurt Giesa, die auf einigen nächtlichen Telefonaten basiert. Der Auftakt ist dabei herrlich parodistisch mit den Höllenmitgliedern, die sich über ihre Behandlung durch den Schmierfinken Lamont in den auch in Asmodis Reich populären „Zamorra“ Heften beschweren. Wer soll die Bewohner der Hölle noch ernst nehmen, wenn sie regelmäßig nach 64 bzw. 252 Seiten verlieren? Danach integriert der Autor allerdings die Idee es Wirrwolfes, als den sich Giesa manchmal selbst ironisch bezeichnet hat. Hier verliert Christian Schwarz den roten Faden und kann sich nicht entschließen, ob er den Plot als ernsthafte Parodie stringent weiter erzählen soll oder die Handlung ins Groteske steigern muss. Am Ende versucht der Autor den Handlungsbogen wieder einzufangen. Leider wird Christian Schwarz irgendwie Werner Kurt Giesa nicht wirklich gerecht, denn trotz einer Reihe absurder Ideen – hier wird expliziert auf die Werschnecken verwiesen – konzentrierte sich der vor einigen Jahren verstorbene Autor erst einmal auf den Plot, den er wirklich „bunt“ ausschmückte.

Manfred Rückert kehrt mit seiner im Jahre 1977 spielenden Story „Die falsche Hälfte“ zu den Anfängen der Serie zurück. Wenn er davon schreibt, dass ihm die Idee beim Lektorat des 83. „Professor Zamorra“ Romans gekommen ist, kann der Leser erahnen, wie lange der Autor schon dabei ist. Die Grundidee ist nicht unbedingt originell. In Ägypten wird eine neue Ausstellung mit gerade geborgenen Artefakten eröffnet. Zwei Diebe schauen nach lohnender Beute. Sie werden ebenso wie später Nicole Duval mit einem Fluch bedacht, der aufgrund der Entweihung einer altägyptischen Totenmaske in die Gegenwart hinüber reicht. Solide, stilistisch ansprechend geschrieben verbindet Manfred Rückert eher das damals sicherlich noch exotischere Ägypten mit seinen Pharaonen – siehe „Das Land der Pharaonen“ – oder in die Ewigkeit verdammten Staatsdienern – siehe eine Reihe von „Mumien“ Filmen – mit einer Art Reisebeschreibung. Er geht ein wenig auf Sitten und Gebräuche ein. Handlungstechnisch sehr geradlinig mit wenigen Überraschungen hätte man „Die falsche Hälfte“ entweder ein wenig mehr Humor oder eine etwas komplexere Handlung gewünscht. Im Vergleich zu „Werwolfsschicksal“ eine antiquierte Kurzgeschichte, die eher unterstreicht, in welche Höhen insbesondere Werner Kurt Giesa den Dämonenjäger geführt hat.

Manfred Weiland alias Adrain Doyle liefert die mit großem Abstand beste Geschichte der Sammlung ab. „Der Pestbaum“ greift auf die erst im Alter von siebzig Jahren durch den historisch verbürgten Nikolaus unsterblich gemachte Nele zurück. Als eine Art Phantom geistert sie über die Erde im 17. Jahrhundert. Sie kommt in das von der Beulenpest heimgesuchte London und trifft auf eine Widersacherin um die Liebe Nikolaus, den Nele vor vielen Jahren wegen seines waghalsigen Kinderkreuzzuges verlassen hat. Die Idee hätte ausgereicht, einen ganzen Roman zu füllen. Neben den vielen historisch sehr gut verarbeiteten Motiven ist es die Grundidee der täglichen Ernte und der daraus resultierenden Folgen, welche die vorliegende Story zu faszinierend und vor allem ideentechnisch ansprechend erscheinen lassen. Vielleicht kommt Nele ein wenig zu schnell zum Ziel und wird hinsichtlich ihrer Radikallösung mit zu wenigen echten Herausforderungen/ Hindernissen konfrontiert, aber die Dialoge sind pointiert und vielschichtig geschrieben. Mit etwas mehr handlungstechnischem Fleisch hätte der hier vorliegende Stoff für einen eigenständigen „Zamorra“ Hardcover ausgereicht. Aber auch in dieser komprimierten Form sehr gut zu lesen und atmosphärisch einfach stimmig.
Christian Montillon steuert die Titelgeschichte „Blutweihe“ bei. In der Einleitung zur Story weißt er noch auf die ungewöhnliche wie tragische Notwendigkeit hin, für „Blutweihe“ zu improvisieren. Seine Geschichte ist leider auch eine der am wenigsten zufriedenstellenden. Auf der einen Seite lernt der Leser einen sehr jungen Merlin und seinen Bruder Asmodi kennen, die kontinuierlich – wie es sich für Brüder anscheinend gehört – streiten. Auf der zweiten Handlungsebene erhält Professor Zamorra Besuch von den beiden Universitätsleitern Volker und Werner Kurt, die sich für seine Bibliothek interessieren und einen bestimmten Zauber ausprobieren. Und so landet Zamorra in Merlins Raumfalte und begegnet den beiden Brüdern vor der eigentlichen Heftromanhandlungszeit. Die Dialoge wirken ein wenig zu überambitioniert, zu sehr auf lustig hin geschrieben. Der schmale Grad zwischen pointiert und banal wird mehrmals überschritten. Das Ende des Textes ist eher konstruiert als das Christian Montillon seine grundsätzlich nicht schlechte Idee zufriedenstellend abschließen kann. Mit ein wenig mehr Zeit und um einige Ideen bereichert könnte er irgendwann die längere Version von Merlin und Asmodis Jugend niederschreiben. Nur als deutlich ernsthaftere Geschichte und nicht als gescheiterten Versuch, etwas Klamauk in die Serie einzubringen.

Zusammenfassend präsentiert „Blutweihe“ sechs auch qualitativ unterschiedliche Texte, deren Herzen aber alle auf dem rechten Fleck sind. Die Autoren sind sehr kurzfristig nach dem Tode Volker Krämers eingesprungen, um die sich auftuende Lücke in der Veröffentlichungsabfolge der „Zamorra“ Hardcover zu schließen. Alleine dafür gebührt ihnen Dank. Hinzu kommt, dass sie auf teilweise auf sehr unterschiedliche Art und Weise Volker Krämer und darüber hinaus Werner Kurt Giesa Respekt zollen. Nicht nur Respekt für ihre schriftstellerische Arbeit, sondern für den Menschen, den sie kennen lernen durften. Alleine aus diesen Gründen ist die Anschaffung dieser ungewöhnlichen Anthologie empfehlenswert. Darüber hinaus aber präsentieren sich insbesondere Manfred Weiland mit „Der Pestbaum“ und Oliver Fröhlich/ Stefan Albertsen mit „Ein kleines Stück des Grauens“ in guter Form. Während die lustigeren Texte qualitativ ein wenig abfallen, ist Manfred Rückerts Rückgriff auf die Flegelphase der Serie interessant zu lesen.

Christian Montillon: "Professor Zamorra 40: Die Blutweihe"
Anthologie, Hardcover, 252 Seiten
Zaubermond Verlag 2011

Weitere Bücher von Christian Montillon:
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