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Literatur (diverse)



John Crowley

Four Freedoms

rezensiert von Thomas Harbach

Schon für die TV Dokumentation “Die Hindenburg” - in Deutschland von Guido Knopp präsentiert - hat sich John Crowley in seiner Funktion als Drehbuchautor als exzellenter Zeitbeobachter erwiesen, dem es gelungen ist, die menschlichen Geschichten im Schatten der großen Geschichte herauszuarbeiten und überzeugend zu präsentieren. Mit seinem neuen Roman “Four Freedoms” geht John Crowley noch einen Schritt weiter. In seinem bislang vorletzten Werk “The Translator” hat der Amerikaner eine Liebesgeschichte zwischen Ost und West in der Hochphase des Kalten Krieges erzählt, die den Leser kontinuierlich herausgefordert hat anstatt ihm einfache Antworten auf die zahlreichen Fragen des Plots zu präsentieren. “Four Freedoms” wirkt eher wie das so genannte große amerikanische Roman eben in der Zeit des Zweiten Weltkriegs an der so genannten Heimatfront in den USA spielend. Die Struktur der Handlung wirkt trotz mehrere Zeitebenen und in sich verschachtelter persönlicher Erlebnisse deutlich einfacher - nicht unbedingt negativ - und direkter als in “The Translator”. Auf der anderen Seite fehlt dem Werk auf den ersten Blick trotz des gerade zu prophetischen Anfangs am Wrack des größten Langstreckenbombers, der während des Zweiten Weltkriegs gebaut worden ist, die magisch mystische Ebene, die selbst eine im Grunde simple Liebesgeschichte zwischen zwei sehr unterschiedlichen Menschen durchzogen hat. Vielmehr ist es die Begegnung von fünf Menschen - vier Frauen und einem Mann -, der sich in einer dank des Kriegs aus dem Boden gestampften Stadt in der Wüste treffen. In den vierziger Jahren ist der Krieg in vollen Gange, Roosevelt - der eine fast übernatürliche Verbindung zum Protagonisten des Buches Prosper schlägt - hat auf den feigen Angriff auf Pearl Harbour reagiert. Die Amerikanischer rechnen damit, das die Nationalsozialisten ganz Europa inklusiv Großbritannien besiegen werden, so dass potentielle Luftangriffe sowohl in Europa als auch Asien von weiter entfernten Basen als bisher möglich geflogen werden müssen. Die Van Damme Airplan Werke planen die Konstruktion eines besonderen Langstreckenbombers - der B- 3o PAX - in dieser extra für die Fertigung der Maschinen errichteten Stadt. Während die meisten jungen Männer an den verschiedenen Fronten dienen, zieht die Stadt in erster Linie Frauen an, die sich entweder ihren Lebensunterhalt verdienen müssen oder versuchen, an den Fließbändern ihren Beitrag zum Kriegsdienst abzuleisten. John Crowley agiert in der Zusammenstellung der einzelnen Protagonisten ausgesprochen geschickt. Zum einen isoliert er alle Protagonisten von ihren eigentlichen Heimatstädten und setzte sie dem Druck einer ausgesprochen modernen - im Vergleich zum Rest der damaligen USA - Kleinstadtsiedlung sowie der harten Arbeit an den Fließbändern aus. In Rückblenden fasst er im Vergleich zum einzigen männlichen Protagonisten Prosper ihre Lebensgeschichten unterschiedlich kurz denn lang zusammen. So hat Vi die abgewirtschaftete Farm ihres Vaters verkauft, ihn in dem heruntergekommenen Elternhaus zurückgelassen und versucht mit ihrer Arbeit bei Van Damme ausreichend Geld zu verdienen, um ihm zu unterstützen und gleichzeitig ebenfalls über die Runden zu kommen. Sie ist zu Beginn ihrer Reise nach Van Damme City die stärkste der weiblichen Protagonisten, sie kann auch vorher schon auf eigenen Beinen stehen, braucht jetzt aber die überdurchschnittliche Bezahlung, um ihren Vater mit zu ernähren. John Crowley beschreibt sie weniger als indirektes Opfer der Weltwirtschaftskrise, die viele kleine überschuldete Farmen in die Insolvenz getrieben hat, sondern als Opfer der im Zuge der ungeordneten Industrialisierung zerstörten Natur. Connie ist der unscheinbarste Charakter des Romans, der die größte Wandlung in sich selbst vollzieht. Sie folgt einem unsympathischen, untreuen Mann als im Grunde “allein erziehende” Mutter des gemeinsamen Kindes in diese Kleinstadt. Sie wirkt ängstlich, körperlich zerbrechlich und lernt im Verlaufe einiger Monate, das sie nicht nur offiziell auf eigenen Füßen stehen kann, sondern vor allem, was sie anderen Menschen geben kann. Anfänglich immer am Rande zum Klischee entlang balancierend schafft es John Crowley, aus ihr einen abgerundeten und sehr sympathischen Charakter zu machen, der zu lange allerdings im Schatten der aktiveren und nuancierter charakterisierten VI zurücksteht. Diane lebt dagegen in den Tag hinein. Sie wirft sich den Soldaten förmlich an den Hals und lebt im Nachtleben der großen Städte mit ihren Jazzclubs förmlich auf. Für sie bedeutet der Eintritt in die Dienste der Van Damme Betriebe eine radikale Änderung ihres bisherigen Lebensstils. Diane bildet einen interessanten Kontrast zu der mausgrauen Connie, die beide auf unterschiedliche Art und Weise eine gänzlich andere Facette des Lebens finden. In Bezug auf die Charakterwandlung übertriebt Crowley bei Diane ein wenig zu sehr, um seine Position herauszuarbeiten, aber ihre lebenslustige und dreidimensional beschriebene Art und Weise gleicht diese Schwäche überwiegend auf. Die fünfte Frau ist die eigentliche Überraschung des Buches. Sie bleibt plottechnisch über weite Strecken des Buches im Hintergrund und gibt dem Leser so die Möglichkeit, den männlichen Protagonisten - Prosper - als auf der einen Seite tragische, körperlich versehrte Kreatur mit einem eisernen Willen, auf der anderen Seite aber auch als typischen amerikanischen Selfmade- Mann und Opportunisten kennen zu lernen. Sein leicht buckelige Haltung wollten die Ärzte in jungen Jahren durch eine Operation verbessern, die tragischerweise zur Folge hat, das er seine Beine nur noch mit der Unterstützung von Metallschienen bewegen kann. Kaum dem Krankenhaus entkommen muss er erfahren, das seine Mutter wie anscheinend auch sein Vater dem Wahnsinn verfallen ist. Er wächst bei Tanten auf, die sein kreatives Talent insbesondere in werbetechnischer Sicht fördern. Nach einigen unterbezahlten Fabrikjobs kommt Prosper Olander ebenfalls nach Van Damme City. Auf dem Weg dahin hat er sich trotz seiner körperlichen Versehrtheit etwas übertrieben als einfühlsamer Liebhaber - er bevorzugt französisch - erwiesen, der eine Reihe von Frauen auch dank seiner eher bescheidenen bodenständigen Persönlichkeit verführt hat. Wie schon angesprochen nimmt Prosper Olander den breitesten Raum im Roman ein. John Crowley versucht sich dabei sowohl an einer Coming of Age Geschichte als auch einer typisch amerikanischen Story, in der der Protagonist alle Hindernisse auf mehr oder minder ehrliche Art und Weise überwinden kann, um letzt endlich seinen Platz in der amerikanischen Gesellschaft zu finden. Dabei wechseln sich sehr gut geschriebene emotionale Szenen - insbesondere die Freundschaft zum spastischen Zimmerkameraden im Krankenhaus - mit Sequenzen ab, in denen Crowley der Mut oder vielleicht auch die schriftstellerische Fähigkeit fehlt, den letzten Meter zu gehen und Prosper Olander noch zugänglicher zu beschreiben. Prospeker Olander wird im Verlaufe des plottechnisch fast rudimentär entwickelten Werkes zur Identifikationsfigur, aber auch zum im Kern allwissenden Erzähler einer der von der Geschichte inzwischen überdeckten Episoden des Krieges. Es geht John Crowley weniger um die Faszination des Fliegens; des Versuches, etwas zu konstruieren, das im Grunde nicht fliegen kann, aber es trotzdem tut. Es geht ihm auch weniger um den heroischen Heimatfronteinsatz unzähliger und ungenannter Männer sowie in erster Linie Frauen. Noch mehr als in der Liebesgeschichte “The Translator” untersucht John Crowley die zwischenmenschlichen Bindungen in Extremsituationen. Diese sind im Kern austauschbar, die Geschichte hätte in abgeschwächter Form sowohl in einer kleinen Frontierstadt des Wilden Westens oder auf einem fernen Planeten, der gerade kolonisiert wird spielen können.
Im Verlaufe des Plots entwickelt sich die Van Damme Flugzeugfabrik mehr und mehr zu einer Art Oase im historischen Chaos. Immer wieder dringt der Kriegsverlauf zu den Bewohnern durch, aber die Verknüpfungen wirken eher abstrakt als konkret. Die Entwicklung und schließlich auch der Bau der B 30s wird immer surrealer, bis John Crowley die Fabrik durch einen Tornado allerdings nicht über Kansas, sondern über Texas ohne das es direkt Menschenleben kostet zerstören lässt. Kansas wäre vielleicht ein wenig zu sehr amerikanischer (Alp-) Traum gewesen. Auf der historischen Ebene geht der Autor vielleicht zu Gunsten der emotionalen Erzählstruktur damit zu weit und folgerichtig zu wenig auf den alltäglichen Wahnsinn einer unter Kriegsbedingungen arbeitenden Wirtschaft ein. Der Leser hat nur selten das Gefühl, als könne dieses im Grunde für die Luft zu große/ zu schwere Flugzeug wirklich abheben. Crowley fügt Szenen ein, in denen Van Damme die Angehörigen der toten Piloten informieren muss, die bei einem der zahlreichen Probeflüge abgestürzt und ums Leben gekommen sind. Es gibt eine kurze Szene, in der eine der Frauen darüber philosophiert, ob die Ehe mit einem der schnittigen Piloten (und die von der Regierung abgeschlossene Lebensversicherung über 10.000 Dollar im Falle eines Absturzes/ Abschusses) nicht eine lukrative Alternative zum auf eigenen Beinen stehen sein könnte. Aber diese Szenen ragen aus dem ansonsten homogenen Roman eher wie ein erhobener Zeigefinger heraus, um die grundlegende Idee des Lebens in einer isolierten, künstlich aus dem Boden gestampften Stadt mit einer einzigen Mission - sie fliegen zu sehen - nicht ausschließlich zu extrapolieren.
“Four Freedoms” ist wie schon angesprochen John Crowleys bodenständigster Roman, der historische Ideen als Fiktionen überzeugend lebendig macht und dem Leser eine sicherlich eher unbekannte Perspektive des Zweiten Weltkriegs zeigt. Im Vergleich allerdings zur überraschenden Intimität, zur engen Verbindung zwischen dem ungleichen Liebespaar in “The Translator” wirkt manche Passage zu konstruiert, zu überambitioniert. Auf der anderen positiven Seite sind die einzelnen Figuren ausgesprochen lebendig und dreidimensional, zugänglich mit allen ihren Stärken - die sie sich förmlich erarbeiten müssen - und Schwächen - die sie im Grunde alle in die Wüste zur Van Damme Flugwerft führen - geschaffen worden. Es ist eine Freunde, sich in ihren Lebens- und Liebesgeschichten zu verlieren und unterstreicht, dass sich John Crowley auch nach bislang elf Romanen in unerwartete Richtungen weiterentwickeln kann.

John Crowley: "Four Freedoms"
Roman, Hardcover, 387 Seiten
Harper Collins 2009

ISBN 9-7800-6123-1506

Weitere Bücher von John Crowley:
 - Lord Byrons Novel
 - The Translator

Leserrezensionen

Leserrezensionen [Alle Rezensionen anzeigen (11)]
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