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Interviews



Im Gespräch mit Udo Moersch

von David Meiländer

Udo Moersch ist Inhaber des Kölner Goverlages. In seinem Buchprogramm sind Bücher, wie „der Korsair“, „Jenseits des Happy Ends“ oder „Delphine im Nebel“ erschienen.

SF-Radio.de: Udo, ist dein Verlag ein typischer Kleinverlag?
Udo Moersch: Ich glaube nicht, dass der Goverlag ein typischer Kleinverlag ist. Das drückt sich ja bereits deutlich am Buchprogramm aus. Bücher, wie „Jenseits des Happy Ends“ oder auch „Delfine im Nebel“, vor allem mit dem hohen Qualitätsanspruch - inhaltlich wie optisch, wäre in dieser Form kaum in anderen Kleinverlagen möglich gewesen. So arbeitet der Goverlag auch mit großen Partnern zusammen, wie z.B. mit „Der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.“. Das sind völlig andere Dimensionen in denen sich Kleinverlage üblicherweise bewegen. Ich ziele auch auf die Partnerschaft mit anderen Kleinverlagen hin. Ich finde es völlig blödsinnig, dass so viele Kleinverlage, die ja oft nur ein oder zwei Bücher im Programm haben, völlig alleine vor sich hin wurschteln. Konkurrenzkampf unter den Kleinen ist völliger Schwachsinn.

SF-Radio.de: Wie ist dein Verhältnis zu deinen Autoren?
Udo Moersch: Mit den Autoren halte ich es gerne freundschaftlich. Die Zusammenarbeit klappte bisher wirklich gut. Die Autoren sind ja die Säulen des Verlages.

SF-Radio.de: Wie sieht es beim Goverlag mit Auflagenzahlen, e.t.c. aus? Hat er Erfolg?
Udo Moersch: Der Erfolg wird ja oft gerne in Zahlen ausgedrückt, obwohl es sicherlich keine Messlatte ist, denke ich. Erfolge können sich ganz anders ausdrücken. Aber um bei den Zahlen zu bleiben: Im ersten Jahr, da hatte ich ein einziges Buch im Programm und verkaufte etwa 50 Exemplare. Im zweiten Jahr waren es bereits 500 Bücher. Eine Steigerung von annähernd 900%. Wenn im dritten Jahr eine weitere Steigerung erfolgt, würde es uns alle freuen.

SF-Radio.de: Wenn man so durch die Jungautorenszene, vor allem im Fantasy/SF-Bereich, schaut, hat man das Gefühl, man hab es mit einer großen Familie zu tun. Alle kennen sich, hier und da gibt es Streitigkeiten, aber im Grunde sind alle in einem Boot. Stimmt das? Woran könnte das liegen?
Udo Moersch: Das mit der Familie ist in meinen Augen völlig an den Haaren herbei gezogen. Es ist halt wie bei den Fußballfans eines Vereins. Man hat die gleichen Interessen. Der Unterschied ist, dass die gesamte Fantastik-Szene ums Überlegen kämpft. Da sind Streit, Konkurrenzkampf und Neid an der Tagesordnung – wie überall. Von einer Autorin aus der Fan-Szene weiß ich, als sie die Möglichkeit bekam, für Heyne zu schreiben, dass sie bitterböse Briefe von Fan-Autoren bekam, die sie sehr verletzend beschimpften. Nur, weil sie es geschafft hatte. Diese Autoren gönnten ihr einfach nicht, meiner Meinung nach berechtigten, Erfolg.

SF-Radio.de: Wobei, um noch mal auf den Eindruck der „Familie“ zurückzukommen: In einer solchen müssen sich die Mitglieder ja keineswegs mögen. Ist wenigstens der Eindruck, dass sich alle kennen, richtig?
Udo Moersch: Dass sich alle kennen, ist nur ein ganz natürlicher Zustand. Die Fantastik, ganz besonders die aktive SF-Gemeinde, ist mittlerweile so zusammengeschrumpft, dass man unweigerlich bei jeder Veranstaltung die selben Leute trifft.

SF-Radio.de: Man stößt bei Homepages von Jungautoren und Literatur-Projekten immer wieder auf die selbe Maxime: Alle geben vor, durch Veröffentlichung in ihren Publikationen e.t.c. andere Jungautoren fördern zu wollen. Warum macht man das?
Udo Moersch: man kann nur dabei spekulieren, warum Autoren andere Autoren fördern, und oft eigene Verlage deswegen gründen. Bei mir war es einfach so, dass ich irgendwo meine aufgeladene Kreativität loswerden musste. Ich schreibe viel, aber ebenso interessieren mich Layout und Titelbildgestaltung eines Buches. Aber um Bücher zu machen, benötigt man erst einmal gute Texte. Nur eigene Texte zu verarbeiten, das richt zu sehr nach Selbstverlag – das wollt eich nie. Obwohl in Zukunft verstärkt Texte von mir erscheinen werden, aber unter einem Pseudonym, das ich hier aber nicht verraten möchte.

SF-Radio.de: ist denn die Jungautorenszene der richtige Anlaufpunkt für Autoren, die auch Erfolg haben wollen? Alle Beispiele, die mir jetzt auf Anhieb einfallen, haben mit größeren Verlagen zu tun.
Udo Moersch: Ich glaube nur in den seltensten Fällen ist einem Autor, der in einem Kleinverlag veröffentlicht, wirklich Erfolg beschieden ist. Aber es kommt ja immer darauf an, wie man seinen eigenen Erfolg definiert. Für den einen reicht es bereits, wenn er seinen text abgedruckt in einem Buch sieht. Andere interessieren sich nur für Verkaufszahlen und werden oft enttäuscht. Wirklicher Erfolg stellt sich aber nur ein, und auch dass nur in Ausnahmen, wenn man mit Fleiß an sich arbeitet. Natürlich gehört auch ein wenig Glück dazu, von einem großen Verlag überhaupt wahrgenommen zu werden.

SF-Radio: Vielen Dank für das Interview.