Buchecke


:: Home
:: Suche


:: 24 (4)
:: Abenteuer (55)
:: Alias (1)
:: Babylon 5 (7)
:: Buffy & Angel (25)
:: Comics (diverse) (17)
:: Die Bibliothek von Babel (30)
:: Fantasy (diverse) (181)
:: Farscape (1)
:: Heftromane (314)
:: Horror (diverse) (168)
:: Kom├Âdien (diverse) (2)
:: Krimi (diverse) (59)
:: Literatur (diverse) (26)
:: Mystery (diverse) (102)
:: Perry Rhodan (122)
:: Roswell (4)
:: Sachb├╝cher (103)
:: Science Fiction (diverse) (715)
:: Star Trek (43)
:: Stargate (1)
:: Thriller (61)
:: TV (diverse) (10)
:: Vampire (37)
:: Zeitschriften / Magazine (15)


:: Artikel (6)
:: Interviews (7)
:: Nachrufe (2)


:: Weitere Sendungen


:: SciFi-Forum: Buchecke


Interviews



Im Gespr├Ąch mit Horus

"Excuses are for Losers!"

von Alban Werner

Ein Interview mit dem deutschen Fantasy-Comic-Zeichner Horus von Alban Werner

Zeichnung von Horus
AW: Was ist zwischen Mitte '98, als das letzte Heft von "Shadow Reigns" herauskam, und jetzt passiert?
Horus: Nach dem letzten amerikanischen Heft von Shadow Reigns hatten wir beschlossen, wieder bewusst von Deutschland aus zu arbeiten, aus den unterschiedlichsten Gr├╝nden, u. a. hatte ich mich nach einer Phase der Entfremdung wieder der deutschen Kultur angen├Ąhert und fand es spannend und anregend wieder etwas in der Sprache zu schreiben, mit der ich gro├č geworden bin und auch bewusst in Deutschland zu arbeiten und meinen Beitrag dazu zu leisten, dass so etwas wie eine deutsche Comic-Kultur entsteht. Es sieht so aus als entwickelte sich endlich eine Generation von K├╝nstlern, in Medien wie Film, Musik etc., die endlich den M├╝ll der Vergangenheit hinter sich lassen und sich aus der deutschen Kontinuit├Ąt der Br├╝che und dem daraus folgenden Hang zur Imitatition herausgearbeitet hatten und etwas eigenes, starkes auf die Beine stellten. Da sah ich meinen Platz, nur eben im Medium Comic. Seitdem haben wir f├╝r Shadow Reigns, auf deutsch "schattenreich", einen Verleger gesucht, mit dem eine gute Zusammenarbeit m├Âglich ist, und bei dem Schattenreich so herauskommt, wie es unseren Vorstellungen entspricht. Nach zwei Fehlversuchen haben wir diesen Verleger endlich in Manfred Ilsemann und seinem Verlag "NEUN" gefunden. In der Zwischenzeit habe ich, neben Brot und Butter-Jobs, ├╝bersetzen, lettern, stetig an "schattenreich" weitergearbeitet und bin jetzt auf der Zielgerade. Nebenbei habe ich auch noch so ungewohnte Sachen gemacht wie Cartoon-Figuren entwerfen, und hab dabei festgestellt, dass ich auch noch auf ganz anderem Gebiet Talente haben, denen nachzugehen mir ebenfalls Spa├č macht.

Es geht um Menschen in deren Leben das Fantastische, Unfassbare einbricht, und die damit klar kommen m├╝ssen, wenn sie ├╝berleben wollen"



AW: Womit k├Ânnen die Leser rechnen, die "Schattenreich" noch nicht kennen?
Horus: Schattenreich ist ein Fantasy-Action-Thriller, das Comic Gegenst├╝ck zu einem schnellen Special Effects Film -mit einer guten Story noch dazu- einem fantastischen Roman, mit vielen Geheimnissen, Enth├╝llungen und Verwicklungen. Den Amerikanern haben wir immer gesagt, "Schattenreich" w├Ąre, als h├Ątte John Woo, den "Herrn der Ringe" verfilmt und in die Jetzt-Zeit verlegt. "Schattenreich" spielt in der fiktiven amerikanischen Westk├╝sten-Metropole New Zion, einer Stadt, in der die Grenzen zwischen den Welten d├╝nn sind. Es geht um Menschen in deren Leben das Fantastische, Unfassbare einbricht, und die damit klar kommen m├╝ssen, wenn sie ├╝berleben wollen. Genau wie der Leser werden sie in eine geheimnisvolle fremde Welt hineingezogen, deren Regeln sie zun├Ąchst nicht verstehen. "Schattenreich" spielt anders als die meisten anderen Fantasy-Stories in der Gegenwart, denn mit den ├╝blichen Fantasy-Wesen in pseudo-mittelalterlichen Reiche die gegen den 579sten Dunklen Herrscher antreten m├╝ssen, kann ich nichts anfangen. Diesem Romantik-Kitsch ziehe ich dann doch eher einen gut gemachten Action Film vor.

AW: Hast Du kreative Vorbilder, und wenn ja, wer sind die?
Horus: Nein, Vorbilder habe ich nicht mehr; die hatte ich vielleicht ganz am Anfang, als ich anfing zu zeichnen. Damals war Hermann mein Vorbild, aber meine Bewunderung f├╝r ihn hat sich abgeschw├Ącht. Er ist ein toller K├╝nstler, aber an ihm zeigt sich gerade in letzter Zeit, dass das tollste Artwork einen kalt l├Ąsst, wenn die Story keine Seele hat. Au├čerdem demonstriert er gerade mit seinen gemalten Arbeiten, dass supertolles Artwork auch einer Story eher im Weg stehen kann, als sie lesbarer zu machen. Comic-Leute die ich sehr mag sind -ganz, ganz oben- Hugo Pratt mit seiner "S├╝dseeballade", f├╝r mich das beste Abenteuercomic ├╝berhaupt. Au├čerdem lese ich in letzter Zeit Tardi sehr gerne. Von den Amis mochte ich Frank Miller und Alan Moore, als sie noch gut waren. David Lapham's "Stray Bullets" und jetzt sein neues "Murder Me Dead" stehen f├╝r mich auch ganz oben auf der Liste der relevanten Comics. Es gibt einige gute Zeichner, man muss sie nur au├čerhalb des Superhelden-Mainstreams suchen, und bestimmt vergesse ich eine Menge, wenn ich versuche sie aufzuz├Ąhlen. Mike Mignola, bekannt durch seinen "Hellboy" und die Hernandez-Br├╝der mit "Love and Rockets" d├╝rfen auf keinen Fall auf der Liste fehlen.

"Der Markt ist aufregend und die Dinge geraten in Bewegung"


AW: Wie hei├čt der neue Verlag, und warum habt Ihr Euch f├╝r ihn entschieden?
Horus: Der Verlag bei dem "Schattenreich" rauskommt hei├čt "NEUN", und wir haben uns f├╝r ihn entschieden, weil wir sicher sind mit ihm zusammen einen guten Comic in ansprechender Aufmachung herauszubringen, der nicht nur mit der Dutzendware der Woche hochgeschwemmt wird, dick Kohle macht, und dann wieder in die Vergessenheit versinkt. "NEUN" ist ein neuer Verlag, aber wir denken, dass nicht die Gr├Â├če eines Verlages wichtig ist, sondern mit wie viel Einsatz und ├ťberzeugung er seine Arbeit macht, und wie gut er mit seinen wichtigsten Assets, den K├╝nstlern umgeht, und da hat der Herausgeber Manfred Ilsemann eben sehr hoch gepunktet.

Zeichnung von Horus
AW: Was sagst Du zum Auf und Ab auf dem deutschen Comicmarkt, der zuerst von Alben, dann von Heften dominiert wurde und sich langsam wieder einpendelt?
Horus: In Deutschland gab es vor Jahren einen Riesen Comic-Boom, wobei die Ver├Âffentlichungsform das Album war. Dann tickten viele Verlage aus, zeigten wenig Vision in ihrem Verlagsprogramm aber umso mehr Gier und ├╝berschwemmten den Markt, der daraufhin einbrach. Dann kamen als Lichtstreif am Horizont die Ami-Heftchen und mit ihnen ein neuer Boom. Leider hatte man aus dem Alben-Boom nichts gelernt, und machte die gleichen Fehler. Langsam tauchen die Alben wieder auf, der neue Hype sind Mangas. Wenn das alles dazu beitr├Ągt, dass sich das Spektrum der Comics auf dem Markt erweitert und dass auch wieder vermehrt gute, intelligente Comics erscheinen, dann war es doch am Ende eine gute Entwicklung. Ansonsten ist der Markt wie er ist, Klagen geh├Ârt fast schon zum Gesch├Ąft, und gute, originelle Sachen haben es in jedem Medium in jedem Markt schwer an die ├ľffentlichkeit zu kommen, wenn die Firmen lieber den x-ten Aufguss von dem sehen wollen, von dem sie glauben, dass es gerade hip ist, dass in Wirklichkeit aber gestern hip war. Das sollte einen aber nicht davon abhalten Qualit├Ąt zu produzieren. Trotzdem gibt es keinen Grund zu Jammern: Der Markt ist aufregend und die Dinge geraten in Bewegung. Lasst uns etwas tun, Teil dieser Bewegung sein und hier in Deutschland etwas aufbauen.

AW: Was sind Deine Pl├Ąne f├╝r die Zukunft, d.h. gibt es schon Vorstellungen, was nach "Schattenreich" kommt?
Horus: Ja, erschreckend viele. Nach den ├╝ber 260 Seiten von "Schattenreich" will ich erst mal ein paar k├╝rzere Storys machen. Ich habe zwei Kurzgeschichten-Sammlungen in Vorbereitung, von denen die eine "W├╝stens├Âhne" hei├čen wird, und die sich sehr von "Schattenreich" unterscheiden wird. Ich finde es aufregend immer wieder neue Sachen zu machen und mich weiterzuentwickeln. "Stillstand ist der Tod, geht's voran bleibt alles anders."

AW: Wie ist Deiner Meinung nach der Unterschied zwischen dt. und amerikanischem Comicmarkt zu sehen?
Horus: Der amerikanische Markt hat eine alte Tradition, der deutsche eine neue. Beides hat Vor- und Nachteile. Der amerikanische Markt hat die amerikanische Kultur als Hintergrund. Ich hoffe, dass sich auf dem deutschen Markt auch immer mehr das Bewusstsein durchsetzt, dass wir die deutsche Kultur als Hintergrund haben.

AW: Hat es Deutschland n├Âtig, den Ami-Markt zu ├╝bernehmen bzw. davon abzukupfern?
Horus: Nein. Nicht die Bohne. Wir sollten mit unseren ganz speziellen kulturellen Eigenheiten unsere eigene Tradition schaffen. Nur so ist das was wir zu sagen haben frisch und ├╝berzeugend und wir machen uns nicht l├Ącherlich. Ich freue mich zu sehen, dass sich hier in Deutschland langsam was r├╝hrt, und Leute nicht nur Amis imitieren. Die Comic-Community hat sich ver├Ąndert seit der Zeit bevor ich nach Amerika ging. Das gibt's jetzt einen tollen Haufen von netten Leuten, die was auf die Beine stellen wollen, und die, anders als vorher, das Gef├╝hl haben, in einem Boot zu sitzen und f├╝r ein Ziel zu k├Ąmpfen. Und die Feiern k├Ânnen. Erlangen 2000 war echt eine geile Party, und wir sind noch Tage danach auf dem Zahnfleisch gegangen, aber Mann, hatten wir Spa├č; Gru├č an Ehapas, Zwerchfells und die Schwarzturmisten.

"ich allein bestimme wo die Reise hingeht"



Zeichnung von Horus
AW: Wie empfindet Ihr die Arbeit als ├ťbersetzer? Was hat Dich an Stray Bullets gereizt?
Horus: Wie gesagt: Stray Bullets ist eine der besten Comics, die es heute gibt. Au├čerdem hilft mir die Arbeit als ├ťbersetzer im Deutschen meine Sprache geschmeidig zu halten. Bleibt man nur im Deutschen, dann verfolgt man nur die ausgetretenen Wege, aber wenn man aus einer anderen Sprache ├╝bersetzt, hilft einem das, ├╝ber die eigene Sprache nachzudenken und sie Dinge tun zu lassen, von denen man vorher gar nicht wusste, dass sie das konnte.

AW: K├Ânntest Du Dir vorstellen, auch in anderen Medien kreativ t├Ątig zu sein, wie z.B. J. Michael Straczynski ("Babylon 5")?
Horus: Ich kann mir vorstellen, dass meine Storys sich ├Ąu├čerst erfolgreich in andere Medien ├╝bertragen lassen. Ich glaube jedoch nicht, dass ich das selber tun m├Âchte. Beim Comic habe ich meinen Arbeitstisch, Bleistift und Papier, und ich allein bestimme wo die Reise hingeht. Ich liebe das, und m├Âchte nicht darauf verzichten.

AW: Kannst und m├Âchtest Du angehenden Comiczeichnern einen Rat auf den Weg geben?
Horus: Arbeiten! Nach den ersten tausend Seiten wird's langsam besser und leichter. Nicht unterkriegen lassen, den eigenen Weg gehen und jeden verdammten Morgen den Arsch an den Arbeitstisch schwingen und arbeiten. Excuses are for losers.

"Ich glaube nicht den Quatsch mit der Inspiration, die ├╝ber einen kommen muss"



AW: Du schreibst, zeichnest und machst auch sonst fast alles selber. Wie lange brauchst Du bei dem immensen Aufwand f├╝r einen Comic?
Horus: In der Zeit als ich f├╝r Amerika gearbeitet habe und mit steter Regelm├Ą├čigkeit meine Comics rauspushen musste, kann man das noch sagen; da habe ich in drei Tagen zwei Seiten gezeichnet. Mittlerweile ist das kaum noch zu sagen, denn ich gebe den Dingen so lange wie sie brauchen. Manches geht schnell, manches braucht seine Zeit. Ich denke das ist die richtige Art an Stoffe ranzugehen, denn es gew├Ąhrleistet, dass das was als Werk rauskommt, auch h├Âher angelegten Qualit├Ątsanspr├╝chen gen├╝gt und nicht nur als solide gemachte Massenware durchgeht. Und dabei f├╝hl ich mich wohl. Ich bin dabei wohl trotzdem ziemlich schnell, denn ich glaube nicht den Quatsch mit der Inspiration, die ├╝ber einen kommen muss; das ist alles eine Frage der Disziplin, der Technik und der Hartn├Ąckigkeit. Aber es dauert so lange, wie es dauert. Jede Aufgabe, jeder Comic hat seinen Rhythmus, seinen Groove, und wenn du willst dass er gut wird, musst du dich in das Tempo reinfinden, das er von dir verlangt. Ein Surf kann auch nicht gegen die Wellen arbeiten, sondern muss mit ihnen in synch gehen. Das hab ich ├╝ber die Jahre gelernt.

"Ein Genre ist eine Schublade, in die man reinschauen kann, wenn einem gerade nicht wirklich etwas einf├Ąllt"



Zeichnung von Horus
AW: Was sind Deine Science-Fiction, Horror- Fantasy- usw. Pr├Ąferenzen, egal in welchem Medium?
Horus: Ich habe vor etwa zwei Jahren aufgeh├Ârt Genre-Literatur zu lesen, weil sie mich mittlerweile langweilt. Bei Filmen oder Comics, besonders bei Filmen, liegt der Fall etwas anders. Ich denke auch, das der Comic endlich aus der Genre-Falle rauskommen muss. Macht man einen Science Fiction? Einen Krimi? Eine Fantasy Story? Eigentlich sollte diese Frage irrelevant sein, und man sollte sich stattdessen fragen, was f├╝r eine Story in einem steckt. Ein Genre ist eine Schublade, in die man reinschauen kann, wenn einem gerade nicht wirklich etwas einf├Ąllt. Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte, und wenn man im Comic eine gute Geschichte erz├Ąhlen kann, ganz losgel├Âst von allen Genres, dann ist schon viel erreicht. Ich will trotzdem die Frage beantworten, denn es gibt einige Genre-Stoffe, die ich sehr mag. Bei den Science Fiction-B├╝chern mag ich die Dune-Serie sehr. Eine der best gemachten Science Fiction-Stories -ist noch gar nicht so lange her, dass ich sie gelesen habe, ist die Conqueror-Trilogie von Timothy Zahn: "Conquerors' Heritage", "Conquerors' Legacy" und "Conquerors' Pride". Diese Roman-Trilogie hat einfach alles, was ich an Science Fiction sch├Ątze. Dann mag ich noch besonders die Romane von Leigh Bracket, ganz besonders ihre Mars-Romane, mit ihrem heute ein wenig altmodisch wirkendem Romantizismus, aber ich stehe einfach auf so ein Zeug. Eric John Stark ist f├╝r mich der beste Charakter der Pop-Kultur, weit vor Tarzan, Conan und Konsorten. Clint Eastwood h├Ątte den bestimmt toll im Film gespielt. Au├čerdem mag ich die Canopus-Romane von Doris Lessing. Die geh├Âren wohl, neben einigen Romanen von Philip K. Dick, wie "UBIK", "Das Orakel vom Berg" und vor allem "Der schwarze Schirm" zum Anspruchvollsten, was die Science Fiction-Literatur hervorgebracht hat. Ich merke gerade, dass ich eigentlich noch immer ziemlich viel Science Fiction mag, nur die Hochzeit des Konsums ist wohl f├╝r mich momentan vorbei. Unter den Science Filmen gibt es eine ganze Menge die ich mag, vor allem "Blade Runner" und nat├╝rlich mag ich auch die ├╝blichen Verd├Ąchtigen von Star Trek bis -Wars.

"Als The Matrix in die Kinos kam, sagten viele:
'Hey, da verfilmt einer Dein Shadow Reigns!' "



Zeichnung von Horus
Auf "Matrix" muss ich schon stehen, weil sich die Wachowski-Br├╝der offensichtlich von "Shadow Reigns" haben "inspirieren" lassen. Die Wachowski-Br├╝der sind echte Comic-Fans und gehen ziemlich freim├╝tig mit dem "Inspiriert-werden" um. Als der Trailer in die Kinos kam, meinten haufenweise Leute zu mir: "He, da verfilmt einer dein Shadow Reigns.", und als der Film rauskam erkannten einige Leute ganze Sequenzen wieder. Jedenfalls finde ich den Film gut - er bringt die Bildsprache, die ich in "Schattenreich" Comic-haft einsetze, filmisch auf den Punkt. Ich denke der Film ist so stilistisch einflussreich und geschmacksbildend, wie es fr├╝her "Blade Runner" war. Ein ganz gro├čer Film, wie etwa im letzten Jahr "The Limey" oder "Absolute Giganten" ist er aber nicht. Fantasy hat mich schon fr├╝her gelangweilt als Science Fiction. Ich habe, wie so viele, sehr gern den "Herrn der Ringe" gelesen. 90% der der darauf folgenden Fantasy-Literatur sind davon oder von Robert E. Howard abgekupfert, und mit jedem Aufguss wird das S├╝ppchen d├╝nner, so dass es f├╝r mich mittlerweile kaum noch genie├čbar ist. "T. H. White's "Ein K├Ânig auf Camelot" ist f├╝r mich noch ein Meisterwerk der Fantasy-Literatur. Ich habe Abraham Merritt's "Schiff der Ischtar" in guter Erinnerung und noch ein paar andere Schwarten, aber ich w├╝rde mich nicht hinsetzen und sie noch mal lesen. Wer noch ├╝brig bleibt ist Robert E. Howard wegen seiner tollen Sprache. Die ├ťbersetzungen sind wie so oft ein echtes Verbrechen, man muss ihn im Original lesen. Au├čerdem sind viele andere Sachen von ihm besser, als Conan, mit dem er ber├╝hmt wurde. Seine Bran Mak Morn-Stories find ich ausgezeichnet. "The Grey God Passes" ist eine seiner besten Storys. Ich mag auch die B├╝cher von James Branch Cabell, der durch den Skandal um "J├╝rgen" bekannt wurde. Seine B├╝cher sind skurrile, humorvolle Allegorien, die einen komplexen Kosmos weben, nicht nur in Bezug auf Plot sondern auch, was den philosophischen Hintergrund angeht. Auch sie geh├Âren zu den wenigen Meisterwerken der Fantasy-Literatur. Gute Fantasy-Filme fallen mir keine ein.
Horror ist nicht mein Genre, wahrscheinlich, weil die Fragen, die Horror-Literatur anspricht nicht meine Themen sind. Ich mag Clive Barker, weil seine Storys aus den B├╝chern des Blutes einfach verdammt gute St├╝cke Literatur sind, Horror-Genre oder nicht, und weil der Mensch so meisterhaft mit Sprache umgehen kann. Es gibt einige lustige Horror-Filme, wie die "Tanz der Teufel"-Reihe, aber mir f├Ąllt kein Horror-Streifen ein, der zu meinen "All Time Greats" geh├Âren w├╝rde. Ich bin kein Genre-Fanatiker; wenn etwas gut ist, ist es gut, und manchmal sind Genrestoffe dabei. Allerdings gibt es ein Genre, bei dem mir in letzter Zeit, immer mehr gute Beispiele ins Auge fallen und das sind "Crime Stories" und "Crime Noir", so die Ecke um "L.A. Confidential", "Out of Sight", "Limey" etc. K├Ânnte sein, dass in n├Ąchster Zeit mal ein Stoff aus meinem kreativen Ich nach oben sprudelt, der aus dieser Ecke kommt.