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Interviews



Im Gespräch mit Horus

"Excuses are for Losers!"

von Alban Werner

Ein Interview mit dem deutschen Fantasy-Comic-Zeichner Horus von Alban Werner

Zeichnung von Horus
AW: Was ist zwischen Mitte '98, als das letzte Heft von "Shadow Reigns" herauskam, und jetzt passiert?
Horus: Nach dem letzten amerikanischen Heft von Shadow Reigns hatten wir beschlossen, wieder bewusst von Deutschland aus zu arbeiten, aus den unterschiedlichsten Gründen, u. a. hatte ich mich nach einer Phase der Entfremdung wieder der deutschen Kultur angenähert und fand es spannend und anregend wieder etwas in der Sprache zu schreiben, mit der ich groß geworden bin und auch bewusst in Deutschland zu arbeiten und meinen Beitrag dazu zu leisten, dass so etwas wie eine deutsche Comic-Kultur entsteht. Es sieht so aus als entwickelte sich endlich eine Generation von Künstlern, in Medien wie Film, Musik etc., die endlich den Müll der Vergangenheit hinter sich lassen und sich aus der deutschen Kontinuität der Brüche und dem daraus folgenden Hang zur Imitatition herausgearbeitet hatten und etwas eigenes, starkes auf die Beine stellten. Da sah ich meinen Platz, nur eben im Medium Comic. Seitdem haben wir für Shadow Reigns, auf deutsch "schattenreich", einen Verleger gesucht, mit dem eine gute Zusammenarbeit möglich ist, und bei dem Schattenreich so herauskommt, wie es unseren Vorstellungen entspricht. Nach zwei Fehlversuchen haben wir diesen Verleger endlich in Manfred Ilsemann und seinem Verlag "NEUN" gefunden. In der Zwischenzeit habe ich, neben Brot und Butter-Jobs, übersetzen, lettern, stetig an "schattenreich" weitergearbeitet und bin jetzt auf der Zielgerade. Nebenbei habe ich auch noch so ungewohnte Sachen gemacht wie Cartoon-Figuren entwerfen, und hab dabei festgestellt, dass ich auch noch auf ganz anderem Gebiet Talente haben, denen nachzugehen mir ebenfalls Spaß macht.

Es geht um Menschen in deren Leben das Fantastische, Unfassbare einbricht, und die damit klar kommen müssen, wenn sie überleben wollen"



AW: Womit können die Leser rechnen, die "Schattenreich" noch nicht kennen?
Horus: Schattenreich ist ein Fantasy-Action-Thriller, das Comic Gegenstück zu einem schnellen Special Effects Film -mit einer guten Story noch dazu- einem fantastischen Roman, mit vielen Geheimnissen, Enthüllungen und Verwicklungen. Den Amerikanern haben wir immer gesagt, "Schattenreich" wäre, als hätte John Woo, den "Herrn der Ringe" verfilmt und in die Jetzt-Zeit verlegt. "Schattenreich" spielt in der fiktiven amerikanischen Westküsten-Metropole New Zion, einer Stadt, in der die Grenzen zwischen den Welten dünn sind. Es geht um Menschen in deren Leben das Fantastische, Unfassbare einbricht, und die damit klar kommen müssen, wenn sie überleben wollen. Genau wie der Leser werden sie in eine geheimnisvolle fremde Welt hineingezogen, deren Regeln sie zunächst nicht verstehen. "Schattenreich" spielt anders als die meisten anderen Fantasy-Stories in der Gegenwart, denn mit den üblichen Fantasy-Wesen in pseudo-mittelalterlichen Reiche die gegen den 579sten Dunklen Herrscher antreten müssen, kann ich nichts anfangen. Diesem Romantik-Kitsch ziehe ich dann doch eher einen gut gemachten Action Film vor.

AW: Hast Du kreative Vorbilder, und wenn ja, wer sind die?
Horus: Nein, Vorbilder habe ich nicht mehr; die hatte ich vielleicht ganz am Anfang, als ich anfing zu zeichnen. Damals war Hermann mein Vorbild, aber meine Bewunderung für ihn hat sich abgeschwächt. Er ist ein toller Künstler, aber an ihm zeigt sich gerade in letzter Zeit, dass das tollste Artwork einen kalt lässt, wenn die Story keine Seele hat. Außerdem demonstriert er gerade mit seinen gemalten Arbeiten, dass supertolles Artwork auch einer Story eher im Weg stehen kann, als sie lesbarer zu machen. Comic-Leute die ich sehr mag sind -ganz, ganz oben- Hugo Pratt mit seiner "Südseeballade", für mich das beste Abenteuercomic überhaupt. Außerdem lese ich in letzter Zeit Tardi sehr gerne. Von den Amis mochte ich Frank Miller und Alan Moore, als sie noch gut waren. David Lapham's "Stray Bullets" und jetzt sein neues "Murder Me Dead" stehen für mich auch ganz oben auf der Liste der relevanten Comics. Es gibt einige gute Zeichner, man muss sie nur außerhalb des Superhelden-Mainstreams suchen, und bestimmt vergesse ich eine Menge, wenn ich versuche sie aufzuzählen. Mike Mignola, bekannt durch seinen "Hellboy" und die Hernandez-Brüder mit "Love and Rockets" dürfen auf keinen Fall auf der Liste fehlen.

"Der Markt ist aufregend und die Dinge geraten in Bewegung"


AW: Wie heißt der neue Verlag, und warum habt Ihr Euch für ihn entschieden?
Horus: Der Verlag bei dem "Schattenreich" rauskommt heißt "NEUN", und wir haben uns für ihn entschieden, weil wir sicher sind mit ihm zusammen einen guten Comic in ansprechender Aufmachung herauszubringen, der nicht nur mit der Dutzendware der Woche hochgeschwemmt wird, dick Kohle macht, und dann wieder in die Vergessenheit versinkt. "NEUN" ist ein neuer Verlag, aber wir denken, dass nicht die Größe eines Verlages wichtig ist, sondern mit wie viel Einsatz und Überzeugung er seine Arbeit macht, und wie gut er mit seinen wichtigsten Assets, den Künstlern umgeht, und da hat der Herausgeber Manfred Ilsemann eben sehr hoch gepunktet.

Zeichnung von Horus
AW: Was sagst Du zum Auf und Ab auf dem deutschen Comicmarkt, der zuerst von Alben, dann von Heften dominiert wurde und sich langsam wieder einpendelt?
Horus: In Deutschland gab es vor Jahren einen Riesen Comic-Boom, wobei die Veröffentlichungsform das Album war. Dann tickten viele Verlage aus, zeigten wenig Vision in ihrem Verlagsprogramm aber umso mehr Gier und überschwemmten den Markt, der daraufhin einbrach. Dann kamen als Lichtstreif am Horizont die Ami-Heftchen und mit ihnen ein neuer Boom. Leider hatte man aus dem Alben-Boom nichts gelernt, und machte die gleichen Fehler. Langsam tauchen die Alben wieder auf, der neue Hype sind Mangas. Wenn das alles dazu beiträgt, dass sich das Spektrum der Comics auf dem Markt erweitert und dass auch wieder vermehrt gute, intelligente Comics erscheinen, dann war es doch am Ende eine gute Entwicklung. Ansonsten ist der Markt wie er ist, Klagen gehört fast schon zum Geschäft, und gute, originelle Sachen haben es in jedem Medium in jedem Markt schwer an die Öffentlichkeit zu kommen, wenn die Firmen lieber den x-ten Aufguss von dem sehen wollen, von dem sie glauben, dass es gerade hip ist, dass in Wirklichkeit aber gestern hip war. Das sollte einen aber nicht davon abhalten Qualität zu produzieren. Trotzdem gibt es keinen Grund zu Jammern: Der Markt ist aufregend und die Dinge geraten in Bewegung. Lasst uns etwas tun, Teil dieser Bewegung sein und hier in Deutschland etwas aufbauen.

AW: Was sind Deine Pläne für die Zukunft, d.h. gibt es schon Vorstellungen, was nach "Schattenreich" kommt?
Horus: Ja, erschreckend viele. Nach den über 260 Seiten von "Schattenreich" will ich erst mal ein paar kürzere Storys machen. Ich habe zwei Kurzgeschichten-Sammlungen in Vorbereitung, von denen die eine "Wüstensöhne" heißen wird, und die sich sehr von "Schattenreich" unterscheiden wird. Ich finde es aufregend immer wieder neue Sachen zu machen und mich weiterzuentwickeln. "Stillstand ist der Tod, geht's voran bleibt alles anders."

AW: Wie ist Deiner Meinung nach der Unterschied zwischen dt. und amerikanischem Comicmarkt zu sehen?
Horus: Der amerikanische Markt hat eine alte Tradition, der deutsche eine neue. Beides hat Vor- und Nachteile. Der amerikanische Markt hat die amerikanische Kultur als Hintergrund. Ich hoffe, dass sich auf dem deutschen Markt auch immer mehr das Bewusstsein durchsetzt, dass wir die deutsche Kultur als Hintergrund haben.

AW: Hat es Deutschland nötig, den Ami-Markt zu übernehmen bzw. davon abzukupfern?
Horus: Nein. Nicht die Bohne. Wir sollten mit unseren ganz speziellen kulturellen Eigenheiten unsere eigene Tradition schaffen. Nur so ist das was wir zu sagen haben frisch und überzeugend und wir machen uns nicht lächerlich. Ich freue mich zu sehen, dass sich hier in Deutschland langsam was rührt, und Leute nicht nur Amis imitieren. Die Comic-Community hat sich verändert seit der Zeit bevor ich nach Amerika ging. Das gibt's jetzt einen tollen Haufen von netten Leuten, die was auf die Beine stellen wollen, und die, anders als vorher, das Gefühl haben, in einem Boot zu sitzen und für ein Ziel zu kämpfen. Und die Feiern können. Erlangen 2000 war echt eine geile Party, und wir sind noch Tage danach auf dem Zahnfleisch gegangen, aber Mann, hatten wir Spaß; Gruß an Ehapas, Zwerchfells und die Schwarzturmisten.

"ich allein bestimme wo die Reise hingeht"



Zeichnung von Horus
AW: Wie empfindet Ihr die Arbeit als Übersetzer? Was hat Dich an Stray Bullets gereizt?
Horus: Wie gesagt: Stray Bullets ist eine der besten Comics, die es heute gibt. Außerdem hilft mir die Arbeit als Übersetzer im Deutschen meine Sprache geschmeidig zu halten. Bleibt man nur im Deutschen, dann verfolgt man nur die ausgetretenen Wege, aber wenn man aus einer anderen Sprache übersetzt, hilft einem das, über die eigene Sprache nachzudenken und sie Dinge tun zu lassen, von denen man vorher gar nicht wusste, dass sie das konnte.

AW: Könntest Du Dir vorstellen, auch in anderen Medien kreativ tätig zu sein, wie z.B. J. Michael Straczynski ("Babylon 5")?
Horus: Ich kann mir vorstellen, dass meine Storys sich äußerst erfolgreich in andere Medien übertragen lassen. Ich glaube jedoch nicht, dass ich das selber tun möchte. Beim Comic habe ich meinen Arbeitstisch, Bleistift und Papier, und ich allein bestimme wo die Reise hingeht. Ich liebe das, und möchte nicht darauf verzichten.

AW: Kannst und möchtest Du angehenden Comiczeichnern einen Rat auf den Weg geben?
Horus: Arbeiten! Nach den ersten tausend Seiten wird's langsam besser und leichter. Nicht unterkriegen lassen, den eigenen Weg gehen und jeden verdammten Morgen den Arsch an den Arbeitstisch schwingen und arbeiten. Excuses are for losers.

"Ich glaube nicht den Quatsch mit der Inspiration, die über einen kommen muss"



AW: Du schreibst, zeichnest und machst auch sonst fast alles selber. Wie lange brauchst Du bei dem immensen Aufwand für einen Comic?
Horus: In der Zeit als ich für Amerika gearbeitet habe und mit steter Regelmäßigkeit meine Comics rauspushen musste, kann man das noch sagen; da habe ich in drei Tagen zwei Seiten gezeichnet. Mittlerweile ist das kaum noch zu sagen, denn ich gebe den Dingen so lange wie sie brauchen. Manches geht schnell, manches braucht seine Zeit. Ich denke das ist die richtige Art an Stoffe ranzugehen, denn es gewährleistet, dass das was als Werk rauskommt, auch höher angelegten Qualitätsansprüchen genügt und nicht nur als solide gemachte Massenware durchgeht. Und dabei fühl ich mich wohl. Ich bin dabei wohl trotzdem ziemlich schnell, denn ich glaube nicht den Quatsch mit der Inspiration, die über einen kommen muss; das ist alles eine Frage der Disziplin, der Technik und der Hartnäckigkeit. Aber es dauert so lange, wie es dauert. Jede Aufgabe, jeder Comic hat seinen Rhythmus, seinen Groove, und wenn du willst dass er gut wird, musst du dich in das Tempo reinfinden, das er von dir verlangt. Ein Surf kann auch nicht gegen die Wellen arbeiten, sondern muss mit ihnen in synch gehen. Das hab ich über die Jahre gelernt.

"Ein Genre ist eine Schublade, in die man reinschauen kann, wenn einem gerade nicht wirklich etwas einfällt"



Zeichnung von Horus
AW: Was sind Deine Science-Fiction, Horror- Fantasy- usw. Präferenzen, egal in welchem Medium?
Horus: Ich habe vor etwa zwei Jahren aufgehört Genre-Literatur zu lesen, weil sie mich mittlerweile langweilt. Bei Filmen oder Comics, besonders bei Filmen, liegt der Fall etwas anders. Ich denke auch, das der Comic endlich aus der Genre-Falle rauskommen muss. Macht man einen Science Fiction? Einen Krimi? Eine Fantasy Story? Eigentlich sollte diese Frage irrelevant sein, und man sollte sich stattdessen fragen, was für eine Story in einem steckt. Ein Genre ist eine Schublade, in die man reinschauen kann, wenn einem gerade nicht wirklich etwas einfällt. Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte, und wenn man im Comic eine gute Geschichte erzählen kann, ganz losgelöst von allen Genres, dann ist schon viel erreicht. Ich will trotzdem die Frage beantworten, denn es gibt einige Genre-Stoffe, die ich sehr mag. Bei den Science Fiction-Büchern mag ich die Dune-Serie sehr. Eine der best gemachten Science Fiction-Stories -ist noch gar nicht so lange her, dass ich sie gelesen habe, ist die Conqueror-Trilogie von Timothy Zahn: "Conquerors' Heritage", "Conquerors' Legacy" und "Conquerors' Pride". Diese Roman-Trilogie hat einfach alles, was ich an Science Fiction schätze. Dann mag ich noch besonders die Romane von Leigh Bracket, ganz besonders ihre Mars-Romane, mit ihrem heute ein wenig altmodisch wirkendem Romantizismus, aber ich stehe einfach auf so ein Zeug. Eric John Stark ist für mich der beste Charakter der Pop-Kultur, weit vor Tarzan, Conan und Konsorten. Clint Eastwood hätte den bestimmt toll im Film gespielt. Außerdem mag ich die Canopus-Romane von Doris Lessing. Die gehören wohl, neben einigen Romanen von Philip K. Dick, wie "UBIK", "Das Orakel vom Berg" und vor allem "Der schwarze Schirm" zum Anspruchvollsten, was die Science Fiction-Literatur hervorgebracht hat. Ich merke gerade, dass ich eigentlich noch immer ziemlich viel Science Fiction mag, nur die Hochzeit des Konsums ist wohl für mich momentan vorbei. Unter den Science Filmen gibt es eine ganze Menge die ich mag, vor allem "Blade Runner" und natürlich mag ich auch die üblichen Verdächtigen von Star Trek bis -Wars.

"Als The Matrix in die Kinos kam, sagten viele:
'Hey, da verfilmt einer Dein Shadow Reigns!' "



Zeichnung von Horus
Auf "Matrix" muss ich schon stehen, weil sich die Wachowski-Brüder offensichtlich von "Shadow Reigns" haben "inspirieren" lassen. Die Wachowski-Brüder sind echte Comic-Fans und gehen ziemlich freimütig mit dem "Inspiriert-werden" um. Als der Trailer in die Kinos kam, meinten haufenweise Leute zu mir: "He, da verfilmt einer dein Shadow Reigns.", und als der Film rauskam erkannten einige Leute ganze Sequenzen wieder. Jedenfalls finde ich den Film gut - er bringt die Bildsprache, die ich in "Schattenreich" Comic-haft einsetze, filmisch auf den Punkt. Ich denke der Film ist so stilistisch einflussreich und geschmacksbildend, wie es früher "Blade Runner" war. Ein ganz großer Film, wie etwa im letzten Jahr "The Limey" oder "Absolute Giganten" ist er aber nicht. Fantasy hat mich schon früher gelangweilt als Science Fiction. Ich habe, wie so viele, sehr gern den "Herrn der Ringe" gelesen. 90% der der darauf folgenden Fantasy-Literatur sind davon oder von Robert E. Howard abgekupfert, und mit jedem Aufguss wird das Süppchen dünner, so dass es für mich mittlerweile kaum noch genießbar ist. "T. H. White's "Ein König auf Camelot" ist für mich noch ein Meisterwerk der Fantasy-Literatur. Ich habe Abraham Merritt's "Schiff der Ischtar" in guter Erinnerung und noch ein paar andere Schwarten, aber ich würde mich nicht hinsetzen und sie noch mal lesen. Wer noch übrig bleibt ist Robert E. Howard wegen seiner tollen Sprache. Die Übersetzungen sind wie so oft ein echtes Verbrechen, man muss ihn im Original lesen. Außerdem sind viele andere Sachen von ihm besser, als Conan, mit dem er berühmt wurde. Seine Bran Mak Morn-Stories find ich ausgezeichnet. "The Grey God Passes" ist eine seiner besten Storys. Ich mag auch die Bücher von James Branch Cabell, der durch den Skandal um "Jürgen" bekannt wurde. Seine Bücher sind skurrile, humorvolle Allegorien, die einen komplexen Kosmos weben, nicht nur in Bezug auf Plot sondern auch, was den philosophischen Hintergrund angeht. Auch sie gehören zu den wenigen Meisterwerken der Fantasy-Literatur. Gute Fantasy-Filme fallen mir keine ein.
Horror ist nicht mein Genre, wahrscheinlich, weil die Fragen, die Horror-Literatur anspricht nicht meine Themen sind. Ich mag Clive Barker, weil seine Storys aus den Büchern des Blutes einfach verdammt gute Stücke Literatur sind, Horror-Genre oder nicht, und weil der Mensch so meisterhaft mit Sprache umgehen kann. Es gibt einige lustige Horror-Filme, wie die "Tanz der Teufel"-Reihe, aber mir fällt kein Horror-Streifen ein, der zu meinen "All Time Greats" gehören würde. Ich bin kein Genre-Fanatiker; wenn etwas gut ist, ist es gut, und manchmal sind Genrestoffe dabei. Allerdings gibt es ein Genre, bei dem mir in letzter Zeit, immer mehr gute Beispiele ins Auge fallen und das sind "Crime Stories" und "Crime Noir", so die Ecke um "L.A. Confidential", "Out of Sight", "Limey" etc. Könnte sein, dass in nächster Zeit mal ein Stoff aus meinem kreativen Ich nach oben sprudelt, der aus dieser Ecke kommt.