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Interviews



Im Gespräch mit H. D. Klein

Der Autor von "Googol"

von Mike Hillenbrand

Mike Hillenbrand hatte vor kurzem die Möglichkeit, ein Interview mit Hans Dieter Klein zu führen, der mit seinem neuen Werk "Googol" in diesem Herbst für Furore sorgen konnte.

MH: Dieses Buch [Googol] ist enorm dick. Wie lange haben Sie denn daran geschrieben?

H.D. Klein: Die ganze Geschichte beläuft sich in etwa auf die Zeit von sechs bis sieben Jahren. Ich muss dazu allerdings sagen, dass Googol nebenbei geschrieben wurde, weil ich im Hauptberuf Werbefotograf bin und daher nur abends zwischen zehn und ein Uhr zum Schreiben kam.

MH: Einen deutschen Science Fiction-Autor trifft man ja bekanntlich nicht alle Tage. Wie sehen Sie die aktuelle Situation von Science Fiction in der deutschen Landschaft?

H.D. Klein: Es hat sich in letzter Zeit in den Filmsparten - also Musik, Film und Schlager - sehr vieles geändert. Auch in der Popindustrie, wo sich mittlerweile deutsche Schlager oder Musik durchgesetzt haben. Und wo sich deutscher Film durchsetzt, warum soll sich nicht auch zukünftig in der Landschaft von Science Fiction- Romanen etwas ändern? Irgendwie ist die Zeit reif dafür. Nicht zuletzt, da mein Buch - nachdem was ich bis jetzt gehört habe - ja ein großer Erfolg ist.

MH: Im Jahre 2045 dringt eine riesige weißglänzende Pyramide jenseits der Marsbahn in unser Sonnensystem ein. Können Sie sich vorstellen, woran ich da gedacht hab? An Stargate! Kennen Sie das?

H.D. Klein: Das ist parallel entstanden. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich während des Schreibens viele Dinge verändern musste, weil gleiche Ideen scheinbar an verschiedenen Orten zur gleichen Zeit entstehen. Nehmen Sie folgendes Beispiel: In meinem Buch gibt es eine internationale Raumkontrolle mit Namen Intro Astra. Ich hatte eigentlich vor etwa zehn Jahren zu Beginn von Googol vorgesehen, einen Titel zu gebrauchen wie Deep Space. Mehr brauche ich sicher nicht mehr zu sagen. Die Idee war gestorben, als ich zwei, drei Jahre später im Fernsehen gesehen habe, was für eine Gleichheit da besteht.

MH: Wie erklären Sie sich denn den wirklich, tatsächlich messbaren Erfolg Ihres Buches?

H.D. Klein: Wie ich schon gesagt habe: Ich glaube, dass in Filmbereichen ein gewisses Umschwenken stattfindet und die Fans auch akzeptieren, dass es gute Werke - egal in welchem Bereich - auch von deutschen Autoren gibt. Vielleicht war das eine Erde, auf die jetzt gewissermaßen eine Saat gefallen ist. Und die genau zu dem Zeitpunkt - vielleicht hat das so sein müssen - jetzt auch aufgegangen ist.

MH: Wie kamen sie denn auf den Namen "Googol"?

H.D. Klein: Auf den Namen bin nicht ich gekommen. Das ist eine gewissermaßen eine historische Begebenheit, wo sich der Mathematiker Kaiser 1912 mit der Komplexität von hohen Zahlen beschäftigte. Googol ist eigentlich eine Bezeichnung für die Zahl 10 hoch 100. Er hat damals seinen Neffen gefragt, weil er noch keine Bezeichnung für diese Zahl hatte. Wie könnte deiner Meinung nach diese Zahl heißen? Und der Neffe antwortete: Googol.

MH: Wie sieht es denn aus, wann lesen wir das nächste Buch?

H.D. Klein: Das nächste Buch ist zur Hälfte fertig. Ich komme aber immer noch nur nebenbei dazu, es zu schreiben. Ich schätze, dass es Mitte des nächsten Jahres fertig gestellt sein wird. Wann es dann erscheinen wird, weiß ich auch noch nicht. Da ich jetzt einen Erfolg gelandet habe, nehme ich mal an, dass der Verlag auch das nächste verlegen wird.