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rezensiert von David Meiländer
"Wenn ein Leser sein Buch zu macht und zum Beispiel denkt: Ach, jetzt hat sie ihn ja doch noch gekriegt oder sich freut, das sein Held überlebt hat, dann ist das ein Happy End", meint Barbara Jung. Sie ist Phantastik-Autorin aus Frankfurt und Herausgeberin der Anthologie "Jenseits des Happy Ends", erschienen im Koelner GoVerlag. Sicherlich ein Risiko, denn kann eine Geschichte ohne ein gutes Ende überhaupt positiv auf den Leser wirken?
Ja, sie kann. Nicht nur Fernsehklassiker wie Outer Limits, nein, auch das vorliegende Buch beweisen das. Nicht mit allen Geschichten, aber mit der überwiegenden Mehrheit. Vom spionierenden Regentropfen, über Endzeitvisionen und Köpfe sammelnde Irre - alles ist dabei. Auch mit Gesellschaftskritik hat sich der Leser auseinander zu setzen, was heutzutage in der Phantastik-Landschaft immer seltener wird. Viel zu oft wird man heutzutage mit Splatter konfrontiert, der allerdings nicht in dieser Anthologie zu finden ist.
Der Nachteil dabei sicherlich: Autoren haben die Möglichkeit, es leicht zu machen. Einige der Geschichten sind sehr einfach gestrickt, der Held stirbt einfach bei der ersten Gelegenheit. Andere Geschichten können diesen Eindruck allerdings leicht wieder relativieren. Bei einigen ist der Überraschungseffekt trotzdem vorhanden – man vergisst beim Lesen einfach, dass es gar nicht gut enden kann.
Die Idee stammt ursprünglich von einem der Autoren, Torsten Rybka: "Das war eine Idee über meine Webseite www.darklands.de. Da sind viele Geschichten ohne Happy End und irgendwann hatten wir die Idee: Lasst uns da mal eine Anthologie draus machen".
Das Spektrum der Autoren ist weit gefächert. Von Hobby Autoren bis hin zu solchen, die auch schon in größeren Verlagen veröffentlicht haben, ist alles zu finden.
Beachtlich auch das Cover-Design. "Das ist ein sehr wichtiges Element bei einem Buch", meint GoVerlag-Chef Udo Mörsch. "Viele legen ein Buch einfach wieder aus der Hand, wenn ihnen die Aufmachung nicht gefällt."
Insgesamt ist das Buch seine 11,50 Euro wert und von der Tatsache, dass der GoVerlag nicht zu den größten Verlagen gehört sollte nicht abschrecken. Qualität ist eben nicht immer vermögensabhängig.
Barbara Jung (Hrsg.): "Jenseits des Happy Ends"
Anthologie, Softcover
GoVerlag
ISBN 3-9359-5301-1
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