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Wolfgang Hohlbein

"Der ewig dunkle Traum"

Leserrezensionen

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Leserrezensionen
28.08.06, 23:47 Uhr
Florian Hilleberg
unregistriert


Der erste Band der neuen Serie aus dem BLITZ-Verlag präsentiert eine Anthologie der besonderen Art. Um diese Sammlung von Kurzgeschichten mit drei Worten zu beschreiben:
Grotesk, bizarr, morbide.
Die Geschichten lesen sich wie albtraumhafte Phantasien und spiegeln damit den äußeren Eindruck, den man dank des Titels und des Covers, von dem Buch bekommt.
Mark Freier leistet eine hervorragende Arbeit, was das Layout der neuen Serie betrifft und zeigt ganz nebenbei, dass er auch mit dem geschriebenen Wort umzugehen versteht, denn die dritte Geschichte „Höllenwunder“ ist von ihm selbst verfasst worden.
Die Illustrationen der einzelnen Storys wurden von Pat Hachfeld gezeichnet und sind sehr stimmungsvoll und düster. Von ihrer bizarren Gestaltung her, passen sie sich perfekt dem Geist der Geschichten an und bilden ein stimmiges Gesamtbild.
Die Titelstory von Wolfgang Hohlbein selbst führt den Leser behutsam in die Welt der Vampirin Dilara ein und gibt einen ersten Einblick in die Schattenchronik und den Bösewicht Antediluvian. Die Charakterisierung gelingt dem Meister der Fantasy spielerisch und weckt die Lust mehr über Dilara und ihren Feind zu erfahren. Vielleicht trägt Hohlbein noch weitere Beiträge zu der Serie bei, wünschenswert wäre es allemal.
Auch die Herausgeber Alisha Bionda und Michael Borlik haben für diese Anthologie zur Feder gegriffen und dunkle, phantastische und teils melancholische Storys zum besten gegeben. Alisha Biondas „Seelenpfand“ handelt von der bedingungslosen Liebe und Abhängigkeit eines Paares, erzählt aus der Perspektive der Frau, des Mannes und schließlich Beider. Borliks „Engel der Nacht“ spiegelt die Faszination einer Sterblichen an dem todbringenden Treiben eines Vampirs wider.
Die erste Geschichte, „Ein besonderer Geschmack“, von Markus Heitz, wirkt ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen und liest sich wie eine Episode zu einer ganzen Serie, doch der Autor bietet dem Leser eine spannende Erzählung über zwei verstoßene Dämonen, die Jagd auf ihre ehemaligen Artgenossen machen. Eine Story in der Tradition von „Blade“ oder „Hellsing“.
Eddie M. Angerhuber trägt mit „Das Nachtbuch“ ihren Beitrag zu dieser Sammlung bei und beschert dem Leser eine kurzweilige Geschichte über ein Buch, welches die Geheimnisse des Todes hütet. Armin Rößler und Fank H. Haubold entführen uns in „Vergnügungspark“ und „Die Stadt am Fluß“ in die ganz persönlichen Albträume zweier Männer, die der Schrecken plötzlich und unerwartet überfällt.
„Trauerflug aus dem Süden“ handelt vom Verschwinden mehrerer Menschen in einer düsteren Moorlandschaft und zweier Männer, die sich auf die Suche der Vermissten machen und selber den Schrecken finden.
Barbara Büchners Geschichte „Die Nahrung der Toten“ handelt von der nekrophilen Abhängigkeit einer Liebenden zu ihrem Geliebten über den Tod hinaus, doch auf dem Friedhof macht sie die Bekanntschaft mit ghoulenhaften Untoten. Die Story ist atmosphärisch dicht und poetisch erzählt worden, so dass man enttäuscht ist, als die Geschichte schon nach drei Seiten vorbei ist.
Boris Koch trägt mit seine Story „Heiligabend bei Manfred“ den humoristischen Teil zu dieser Anthologie bei, rundum gelungen.
Marc-Alastor E.-E., Dominik Irtenkauf und Linda Budinger verknüpfen geschickt die ägyptische Mythologie mit dem Vampirismus und verleihen dem Genre neue Aspekte. Insbesondere Linda Budingers „Schattentrinker“ hat mir gefallen, denn neben dem viktorianischen London als Schauplatz, wird auch der Mythos „Jack the Ripper“ mit neuem Leben erfüllt.

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