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Horror (diverse)



Wolfgang Hohlbein

Der ewig dunkle Traum

rezensiert von Thomas Harbach

Zum Auftakt von Wolfgang Hohlbeins neuem und nur produzierten Zyklus um die Vampirin Dilara schrieb Hohlbein selbst die für diese Anthologie Titel gebende Geschichte „Der ewig dunkle Traum“. Die beiden Herausgeber haben um diese längere Geschichte eine Handvoll Kurzgeschichten und einige Essays gesammelt und zu dieser Collection verbunden.
Die Thematik sind nicht nur Vampire, sondern fast alles, was im Schatten kreucht und fleucht.
Auf der einen Seite ein löblicher Gedanke, auf der anderen Seite hätten einige der hier präsentierten Geschichten auch sehr gut in die im gleichen Verlag erscheinende Edgar Allan Poe Reihe gepasst und es wäre sinnvoller gewesen, verschiedene Geschichten unterschiedlicher Autoren um die später Romane tragende Figur Dilara zu veröffentlichen. Außerdem entspräche das auch mehr dem Grundsatz einer Chronik als diese nicht zusammenhängenden Geschichten unterschiedlichster Qualität und Thematik.

Das wird um so deutlicher, da Wolfgang Hohlbein sein Protagonistin aus ihrer vertrauten Umgebung reißt, sie mit einer unheimlichen Macht konfrontiert und skizzenhaft ihre Persönlichkeit dem Leser vermittelt und schließlich die Barriere zwischen Traum und Wirklichkeit einreißt. Wäre der Leser mit dieser Figur vertrauter – nach der Lektüre des ersten echten Bandes der Schattenchronik - , fiele es ihm leichter, Hohlbeins unterhaltsamer, aber nicht sonderlich tiefgehender Geschichte zu folgen. Viele interessante Spielereien gehen verloren, da dem Leser noch die eigentliche Bindung fehlt, andere Ansätze wie Dilaras Liebe zur Literatur hätten vertieft werden können und die Beziehung zu Charles vorher ausgebaut werden müssen, um für sein Schicksal Sympathie beim Leser zu erwerben. Im Gegensatz zu vielen folgenden Geschichten begeht Hohlbein als professioneller Autor nicht den Fehler, sich von der Atmosphäre fangen zu lassen, so setzt Handlung und Hintergrund ins richtige Verhältnis. Die Geschichte wirkt als Einführung einer eine fortlaufende Reihe von Romanen tragenden Vampirin zu dünn mit einem frustrierend offenen und inzwischen ausgereizten Ende. Den fließenden Übergang zwischen Traum und Realität beherrscht er dagegen glänzend und als eigenständige Geschichte betrachtet liest sich der hier präsentierende Text ansprechend.


Der Zwergenautor Markus Heitz eröffnet die Sammlung mit einer indirekten Hommage an den Stil der inzwischen drei „Blade“-Filme. Inkubus und Sukkubus- auf die Erde verbannt – übernehmen in dieser Geschichte gegen Zahlung von 20.000,-- Euro den Auftrag, ein Mädchen aus der Gewalt einer Teufelssekte zu befreien und werden schließlich selbst wieder zu Gejagten.
Nach einer Prise Erotik versetzt mit Stil sicher in Szene gesetzter Gewalt führt Heitz eben mit „Ein besonderer Geschmack“ seinen Plot mehr andeutungsweise als nachvollziehbar zu Ende. Viele Fäden bleiben frustrierend offen, interessante Ideen nur rückblendenartig angedeutet. Hier hätte der Stoff gut für eine unterhaltsame Novelle gereicht und dem Leser einige packende Stunden beschert. Auch die Bezüge zur fast surrealistischen Gewalt des Hongkong Kinos mit seinem schwarzen Humor hätten ausgebaut werden können. Ein besonderer Geschmack kann in dieser Konstellation nur als Vorspeise, aber nicht als komplette Mahlzeit verstanden werden.

Eddie M. Angerhubers „Das Nachtbuch“ ist wieder eine ihrer interessanten Stilübungen, eine Reihe dunkler packender Bilder, denen zu wenig Handlung gegenübersteht. In dieser Geschichte ist das von sekundärer Bedeutung und darum erscheint sie als kompakte interessante und düstere Beschreibung eines eindrucksvollen Bildes.

Dagegen beschreibt Mark Freier in „Das Höllenwunder“ einen klassischen Alptraum der Gruselliteratur: die körperliche Verstümmelung bei vollem Bewusstsein. Kompakt und brutal. Besonders diese Geschichte ist es der Beispiel für eine Seelenverwandtschaft mit Poes Geschichten in Kombination mit der unheimlichen Atmosphäre, die viele B-Filme Hollywoods in den vierziger Jahren durchzog, aber keine Story, die in diese Chronik gepasst hätte.

Mit einem erotischen Hauch versehen folgt Alisha Biondas „Seelenpfand“ einer ungewöhnlichen, parasitären Liebesbeziehung. Stimmig erzählt mit einigen unheimlichen Elementen versehen lässt sich der Text sehr fließend lesen und ist nicht so erdrückend um Atmosphäre bemüht, wie einige andere Geschichten dieser Sammlung, denen es mehr um den Rahmen als den Inhalt ihrer Geschichten geht.

Armin Rößlers „Vergnügungspark“ und Frank H.Haubolds „Die Stadt am Fluss“ zeichnet interessanterweise eine ähnliche Ausgangskonstellation aus: Der Protagonist besucht in der ersten Geschichte einen Jahrmarkt und in der zweiten Story kehrt er an den ort seiner Jugend zurück. Die Transformation erfolgt in beiden Fällen durch Frauen. Einmal die Begleiterin an seiner Seite und dann eine platonische Jugendliebe. Während Haubolds Heimkehrer sich auf die neue Daseinsform freut, bleibt Rößlers Ende frustrierend offen. Beide Autoren verzichten auf weitergehende Erklärungen der hier angedeuteten Phänomene. Auch zeichnet sich Haubolds Geschichte durch eine melancholische Vertrautheit aus, während Rößler Texts in der Entwicklung schaurig interessant ist, aber ansonsten dem Leser nicht die Möglichkeit gibt, ins dunkle Herz zu schauen. Haubold selbst zerstört einen Teil seiner aufgebauten Spannung durch den typischen Stephen King „Christine“ Autoradiogag. Außerdem muss sein Protagonist zu seiner Erlösung geführt werden, nicht von der Stadt, sondern vom Fremdkörper – dem Auto. Beide Geschichten unterhalten gut, doch in Aufbau und Handlungsfolge überzeugen sie nicht gänzlich.

Dominik Irtenkauf& Javier Hurtado versuchen in ihrer Hommage an gotische Elemente wie Edgar Allen Poes „der Rabe“ ihre ansonsten schwer nachvollziehbare und unnötig komplizierte Geschichte „Trauerflug aus dem Süden“ zu beleben. Dominik Irtenkauf ist noch mit einer zweiten Geschichte – „Mumienglanz in der Nekrophilharmonie“ und einem Artikel über Vampire vertreten. Seine Geschichte ist wieder eine Mischung aus vertrauten inhaltlichen Bezügen zur Gruselliteratur und literarischen Versuchen, dem Kontext eine neue Hülle zu geben. Seine Texte sind gewöhnungsbedürftig und oft übermäßig kompliziert konzipiert und dann zu simpel und zu gewollt realisiert.

Barbara Büchners „Die Nahrung der Toten“ und Marc-Alastor E.E. „Lang lebe die Königin“ sind beides mehr Stillleben als eigentliche Geschichten. Während sich die erste Geschichte mit lebenden Toten auseinandersetzt, beschäftigt sich der zweite Text mit Mumifizierung. Stilistisch ansprechend entbehrt Büchners Geschichte einer gewissen Grundlogik. Die Frau will sich für einen Mann, einen Untoten opfern ohne das sie sich darum kümmert, auch nur für diesen einen Mann dazu sein.

Michael Borliks Vampirgeschichte „Engel der Nacht“ stellt eine weitere Variation verschiedener Genreklischees dar. Er fügt der Thematik Verführung keine neuen Impulse zu und trotz des ansprechenden Stils und der leichten Unterhaltung unterstreicht seine Geschichte stellvertretend für eine Reihe anderer Texte die Schwierigkeit, wirklich originell und innovativ die Schattenwesen zum Leben zu erwecken.

Wie man es besser macht, zeigt Boris Koch mit seiner satirischen Weihnachtsgeschichte „Heiligabend bei Manfred“. Kurz, präzise, intelligent und mit scheinbar unendlicher Leichtigkeit niedergeschrieben finden sich einige kurzweilige Ideen und am nächsten Weihnachtsabend mit dem Glühwein in der Hand wird der Leser unwillkürlich an diese beste Geschichte – und bezeichnenderweise auch kürzeste – gerne zurückdenken.

In die gleiche Kerbe schlägt Linda Budingers „Schattenkriecher“, in der die Autorin die ägyptische Mythologie mit dem Jack the Ripper Stoff verbindet und schließlich Vampire als Gewürz integriert. Durch die Länge der Geschichte – knappe vierzig Seiten – kann sie ihre Charaktere plastischer portraitieren und zum Leser eine Sympathieebene aufbauen. Außerdem wirkt die Geschichte durch den Zusammenfluss verschiedener bekannter Elemente trotz neu und originell zusammengestellt und zieht den außen stehenden Betrachter schnell in seinen Bann.

Kurz vor ihren sekundärliterarischen Artikeln in dieser Sammlung setzt Christel Scheja in der tragisch romantischen Geschichte „Der Verbannte von Tainsborough Manor“ ihre umfangreichen Kenntnisse ein, um eine gruselige und doch tragische Liebesgeschichte zu erzählen. Howards England mit seinen Traditionen und Beklemmnissen erstrahlt in altem Glanz.

Im Kontext der Sammlung ist es fast logisch, dass die beiden klassisch ausgerichteten Texte, deren Intention erst die Geschichte und dann die Integration der widernatürlichen Wesen ist, den Leser am leichtesten überzeugen können. Sowohl Christel Scheja als auch Linda Budinger erzählen ihre Storys – und lassen sie wie auf einem Strom entlang gleiten. Außerdem nehmen sie sich die Zeit, kontinuierlich und folgerichtig ihre Texte zu Ende zu bringen und überlassen zwar einige Dinge der Phantasie ihrer Leser, aber nicht die entscheidenden Augenblicke. Dadurch wirken die Texte abgerundet und eher wie Geschichten als lose eingestreute Ideen voller packender Atmosphäre, aber ohne nachvollziehbaren Inhalt.

Ausgerechnet in diese Kerbe schlägt dann zum Abschluss Markus K. Korb mit „Die Brut“ wieder- die Idee ist altbacken und die Ausführung bieder. Weder kann der Autor dieser Thematik etwas Neues abgewinnen, noch wirkt seine Schreibe originell oder herausfordernd. Die Geschichte wirkt eher wie eine lustlose Auftragsarbeit zu einem Thema, das besser ins Korb eigene Serie mit Geschichten in Richtung Edgar Allan Poe passt als zu dieser Sammlung mit Vampiren, Untoten und Werwölfen. Irgendwann ist das Thema Wahnsinn oder Irrealität ausgeschrieben und Korb drängt seine Geschichte zu eng zusammen, dass nicht der Raum bleibt, die einzelnen Charaktere kennen zu lernen und aus dieser Konstellation neue Impulse zu gewinnen.

„Der ewig dunkle Traum“ ist als Anthologie weder Fisch noch Fleisch. Als Auftakt zu Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik überzeugen zu wenige Geschichten mit wahrscheinlich im Kontext der Serie zu eigenständigen Themen. Dabei hätten ausgerechnet Christel Scheja und Linda Budinger es verdient, ihre Texte zumindest inhaltlich in diesen neuen Kosmos integrieren zu dürfen. Bei Linda Budinger gäbe es fast keine Probleme, die geheimnisvolle Frau durch Dilara ersetzen zu lassen. Die sekundärliterarischen Artikel führen unerfahrene Leser kurzweilig und interessant geschrieben in die verschiedenen Thematiken des Buches ein. Es werden allerdings nur wenige weitergehende Lesetips gegeben, was den Überblick passender abgerundet hätte.
Es ist schön, wenn weitere Geschichten und Anthologien deutscher Autoren die erdrückende Übermacht angloamerikanischer Horrorschriftsteller zurückdrängen. Trotzdem spiegeln diese Texte wieder ein altes Klischee wieder: wir können keine Geschichten erzählen, sondern nur in Schwermut und Melancholie schwelgen. Wie in den Stummfilmen der zwanziger Jahre ragen diese hier präsentierten Texte als Stillleben aus der Masse heraus, erdrücken in dieser Zahl und dieser Konzentration aber den erzählerischen Funken. Leider zeichnet
die meisten Kurzgeschichten diese Mischung aus dichter Atmosphäre und wenig Handlung aus. Isoliert sind viele Texte reizvoll und phantasievoll gestaltet, doch selbst die unterschiedlichen Tranchen können nicht verhindern, dass die intensive Beschäftigung mit diesen Geschichten schnell ermüdet und sich mehr und mehr ein unbefriedigendes Gefühl einstellt. Etwas mehr erzählerische Innovation, den Mut, über die potentiellen Grenzen hinaus zu fabulieren und konzipieren, hätten der gesammelten Anthologie deutlich besser getan. Zu viele Texte erstarren in ihrer Durchschnittlichkeit und unterstreichen die Tatsache, dass den Schattenwesen nicht mehr viel hinzuzufügen ist.
Den beiden Herausgebern muss man eine gewisse Mitschuld geben. Sie hätten ihren Autoren entweder ein stärkeres Korsett mit auf den Weg geben müssen oder die Sammlung einfach als eigenständige Anthologie veröffentlichen sollen. Es wäre eine sehr gute Idee gewesen, den verschiedenen kompetenten Autoren einen Zeitabschnitt und eine grobe Richtung zu geben, um das reichhaltige Leben der Vampirin zu beleuchten und diese Sammlung dann als Basis für die nächsten Geschichten zu nützen. Dieser Ansatz wird komplett verschenkt und die meisten Leser kennen den Hintergrund von Vampiren, Untoten oder Werwölfen besser als gedacht. Sie erwarten vom ersten Band einer neuen Serie eine Einführung in diesen Kosmos und nicht eine Reihe von eigenständigen, aber untoten Geschichten. Wer allerdings mehr ruhige und an klassische gruselige Geschichten angelehnte Storys lesen möchte, der findet hier eine Reihe von unterhaltsamen Ansätzen.

Wolfgang Hohlbein: "Der ewig dunkle Traum"
Anthologie, Softcover
Blitz 2005

ISBN 3-8984-0351-3

Weitere Bücher von Wolfgang Hohlbein:
 - Stargate Episodenguide, Band 2

Leserrezensionen

Leserrezensionen
28.08.06, 23:47 Uhr
Florian Hilleberg
unregistriert


Der erste Band der neuen Serie aus dem BLITZ-Verlag präsentiert eine Anthologie der besonderen Art. Um diese Sammlung von Kurzgeschichten mit drei Worten zu beschreiben:
Grotesk, bizarr, morbide.
Die Geschichten lesen sich wie albtraumhafte Phantasien und spiegeln damit den äußeren Eindruck, den man dank des Titels und des Covers, von dem Buch bekommt.
Mark Freier leistet eine hervorragende Arbeit, was das Layout der neuen Serie betrifft und zeigt ganz nebenbei, dass er auch mit dem geschriebenen Wort umzugehen versteht, denn die dritte Geschichte „Höllenwunder“ ist von ihm selbst verfasst worden.
Die Illustrationen der einzelnen Storys wurden von Pat Hachfeld gezeichnet und sind sehr stimmungsvoll und düster. Von ihrer bizarren Gestaltung her, passen sie sich perfekt dem Geist der Geschichten an und bilden ein stimmiges Gesamtbild.
Die Titelstory von Wolfgang Hohlbein selbst führt den Leser behutsam in die Welt der Vampirin Dilara ein und gibt einen ersten Einblick in die Schattenchronik und den Bösewicht Antediluvian. Die Charakterisierung gelingt dem Meister der Fantasy spielerisch und weckt die Lust mehr über Dilara und ihren Feind zu erfahren. Vielleicht trägt Hohlbein noch weitere Beiträge zu der Serie bei, wünschenswert wäre es allemal.
Auch die Herausgeber Alisha Bionda und Michael Borlik haben für diese Anthologie zur Feder gegriffen und dunkle, phantastische und teils melancholische Storys zum besten gegeben. Alisha Biondas „Seelenpfand“ handelt von der bedingungslosen Liebe und Abhängigkeit eines Paares, erzählt aus der Perspektive der Frau, des Mannes und schließlich Beider. Borliks „Engel der Nacht“ spiegelt die Faszination einer Sterblichen an dem todbringenden Treiben eines Vampirs wider.
Die erste Geschichte, „Ein besonderer Geschmack“, von Markus Heitz, wirkt ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen und liest sich wie eine Episode zu einer ganzen Serie, doch der Autor bietet dem Leser eine spannende Erzählung über zwei verstoßene Dämonen, die Jagd auf ihre ehemaligen Artgenossen machen. Eine Story in der Tradition von „Blade“ oder „Hellsing“.
Eddie M. Angerhuber trägt mit „Das Nachtbuch“ ihren Beitrag zu dieser Sammlung bei und beschert dem Leser eine kurzweilige Geschichte über ein Buch, welches die Geheimnisse des Todes hütet. Armin Rößler und Fank H. Haubold entführen uns in „Vergnügungspark“ und „Die Stadt am Fluß“ in die ganz persönlichen Albträume zweier Männer, die der Schrecken plötzlich und unerwartet überfällt.
„Trauerflug aus dem Süden“ handelt vom Verschwinden mehrerer Menschen in einer düsteren Moorlandschaft und zweier Männer, die sich auf die Suche der Vermissten machen und selber den Schrecken finden.
Barbara Büchners Geschichte „Die Nahrung der Toten“ handelt von der nekrophilen Abhängigkeit einer Liebenden zu ihrem Geliebten über den Tod hinaus, doch auf dem Friedhof macht sie die Bekanntschaft mit ghoulenhaften Untoten. Die Story ist atmosphärisch dicht und poetisch erzählt worden, so dass man enttäuscht ist, als die Geschichte schon nach drei Seiten vorbei ist.
Boris Koch trägt mit seine Story „Heiligabend bei Manfred“ den humoristischen Teil zu dieser Anthologie bei, rundum gelungen.
Marc-Alastor E.-E., Dominik Irtenkauf und Linda Budinger verknüpfen geschickt die ägyptische Mythologie mit dem Vampirismus und verleihen dem Genre neue Aspekte. Insbesondere Linda Budingers „Schattentrinker“ hat mir gefallen, denn neben dem viktorianischen London als Schauplatz, wird auch der Mythos „Jack the Ripper“ mit neuem Leben erfüllt.