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Horror (diverse)



Christian Montillon

Dan Shocker´s Macabros Band 2

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Ath` Krala- Seuchengezücht des Molochs“ liegt der zweite neue MACABROS Band aus der Feder Christian Montillons vor. Auffällig ist wieder die liebevolle, sich an den Originalen orientierte Gestaltung des Hardcovers. Sandra Giel hat neben den beiden Innenillustrationen ein stimmungsvolles, an die PULP Gruselgeschichten der dreißiger bis fünfziger Jahre Magazine angelehntes Titelbild gestaltet. Wieder besteht das Buch aus zwei getrennten Romankapiteln mit den Untertiteln „Ath´Krala- Seuchengezücht des Molochs“ („Itaron- Wo die Zeit beginnt“ Teil III) und „Krater des Vergessens“ (Teil IV).
Christian Montillon nimmt den Handlungsfaden des ersten Bandes nicht unmittelbar wieder auf. In der Tradition der Heftromane beginnt er den Roman mit einem Knalleffekt. Frank Horner hat sich in seiner Wohnung eingeschlossen. Sein Bruder ist verschwunden. Und ein fremdartiges Geflecht droht ihn zu verschlingen. Nach diesem dramatischen Auftakt, auf welchen der Autor später wieder effektiv zurückkommt, wendet sich Montillon scheinbar zusammenhanglos erst einmal den beiden Handlungsebenen des letzten Romans zu. Rani Mahay und Danielle de Barteaulliee suchen weiterhin die Chronik der Totenpriester. Sie folgen den Hinweisen des im ersten Band beim wahnsinnigen Maler ums Leben gekommenen Journalisten. Zusammen mit seinem Kollegen arbeiten sie eine Liste von Sektenmitgliedern ab. Dabei stoßen sie auch auf das Menschen von innen zerfressende Seuchengezücht. Die Jagd nach dem Sektenführer führt sie schließlich in den fernen Osten.

Björn Hellmark ist weiterhin mit Anna in der Welt des Augenblicks Itaron gestrandet. Die einzige Welt, in welcher sein Todfeind – der Moloch – noch über Macht verfügt. Hellmark und Anna begegnen auf ihrem Weg Furchterregenden Wesen. Der Sieg über die Mitglieder des Leichenordens hat das sensible Gleichgewicht des Zustands der Erstarrung ins Wanken gebracht. Das Seuchengeflecht bedroht nicht nur die Erde, sondern vor allem auch die Welt Itarons. Diese will Hellmark unbedingt zerstören. Auf dem Weg begegnet Hellmark mit den überdimensionalen Bäumen nicht nur friedfertigen und hilfsbereiten Wesen, als Anna von Schergen des Geflechts entführt wird, braucht er auch deren Hilfe.

Obwohl auf den ersten Blick ein schwammartiges „Seuchengezücht“ in der heutigen Zeit als Bedrohung eher archaisch wirkt, reaktiviert Montillon nicht nur mit viel Liebe zum Detail im vorliegenden Band diese goldenen Zeiten des Grusel- Heftromans. Er springt sehr schnell - teilweise in den Szenen - zwischen den beiden einzelnen Handlungsebenen hin und her. Der Leser ist somit der einzige, der neben dem Erzähler einen Gesamtüberblick über die Geschichte hat. Sowohl Helmmark/ Anna als auch Rani/ Danielle kommen bei ihre Suche nur bruchstückhaft weiter. Dabei überzeugt der auf der Erde spielende Spannungsbogen durch eine effektive Szenen. Montillon scheut sich nicht, kurz und prägnant charakterisierte Nebenfiguren ebenso schnell wieder sterben zu lassen. Seine Szenarien umfassen die Kanalisation genauso wie den exotischen Fernen Osten mit einer Schiffskatastrophe am Ende. Bevor der Autor allerdings zum ultimativen Showdown ausholt, schleppt sich die Handlung ein wenig zu lange hin und Montillon scheint der Plot bei noch vorhandenem Roman auszugehen. Um diese inhaltliche Schwäche zu überdecken, führt er gegen Ende des Buches einen weiteren Charakter - einen Deutschen - ein, der unmittelbar auch am Seuchengezücht erkrankt. Vielleicht wäre es hier plottechnisch sinnvoller gewesen, eine erste Konfrontation mit dem irdischen Oberschurken Wilson in die Handlung zu integrieren. So wirkt die erste Begegnung zwischen Rani sowie Danielle auf der einen Seite und ihm auf der anderen Seite trotz des feurigen Hintergrund ein wenig zu überhastet und unnötig hektisch. Denn auf den letzten Seiten der irdischen Handlung entfacht Montillon plottechnisch noch einmal ein Feuerwerk, das zum obligatorischen Cliffhanger auf dieser Ebene führt.

Im Reich Itaron gelingen ihm einige sehr schöne bizarre Hintergrundbeschreibungen. Es ist vor allem diese Mischung aus Fantasy und Horror, welche der Autor in den ersten beiden vorliegenden Hardcoverromanen so effektiv wie der Urvater der Serie Dan Shocker beherrscht. Im Vergleich zu einer Reihe anderer Arbeiten wie der „Perry Rhodan Action“ Serie oder einigen Hardcovern aus dem „Zaubermond“ Verlag wirkt Christian Montillon bei der Gestaltung der Welt wie befreit. Stilistisch und stimmungstechnisch gelingen ihm einige seiner besten Szenen. Der Leser verfolgt das Geschehen auf dieser Welt überwiegend auf Augenhöhe der Charaktere. Björn Hellmark ist mit seinem Erscheinen auf Itaron für die ersten Veränderungen auf dieser Welt der Stille verantwortlich. Aber nicht ausschließlich, denn das Seuchengeflecht hat in Form einer infizierten Affenherde auch Wächter, welche die Ureinwohner ebenso bedrohen wie Hellmark. Stück für Stük setzt Montillon die Informationen dieser Welt zusammen. Der Leser kann gedanklich den Bogen zu den Ereignissen auf der Erde schlagen. Nach Beginn des zweiten Subromans verliert Christian Montillon allerdings ein wenig den Faden und die Handlung schleppt sich von einem Klischee zum nächsten Die Entführung Annas und ihre fehlende Absorbierung als Köder für Hellmark ist weder originell noch innovativ. Hellmark beginnt Anna mit einem ungewöhnlichen neuen Freund - eine interessante Hommage an die wandernden Wälder aus Tolkiens „Herr der Ringe“ - die Suche nach der durch unglückliche Zufälle mit ihm in dieser Dimension gelandeten jungen, hübschen Frau. Zumindest zeichnet sie Montillon nicht als das klassisch hilflose Scream Girl, sondern sie bemüht sich, angesichts der ekeligen und vor allem tödlichen Bedrohung ihre Frau zu stehen. Trotzdem zieht sich die Suche ein wenig zu lang und wenn es schließlich zur ultimativen - ein Widerspruch an sich zu einer Serie, in welcher der Tod eine eigene Persönlichkeit ist - Bedrohung kommt, wickelt Montillon diese ebenfalls auf einen Cliffhanger zusteuernd sehr schnell, fast nebensächlich ab. Die beiden Teilen wirken wie von zwei Autoren geschrieben. Der erste Teil ist nuanciert, detailliert, packend und vor allem sehr interessant geschrieben worden. Im zweiten Part gelingen Montillon zu Beginn noch einige überraschende Situationen, die in erster Linie mit dem Hintergrund der Welt in einem engen Zusammenhang stehen, bevor die Handlung flacher und vorhersehbarer wird. Auch wenn der Autor den Angriff des Seuchengeflechts mit dem vorliegenden Band abschließt, sind die beiden Cliffhanger so gestaltet, das der Leser zur Fortsetzung „Prozession der Verlorenen“ greifen muss. Das Drehen an der Erwartungshaltung der Leser beherrscht Montillon wie kein anderer Autor. Auch in den zwölfteiligen Rhodan- Action Heften hinterlässt er durch sein Konzept selbst bei frustrierend schlechten Romanen im Leser den Eindruck, als müsse er unbedingt wissen, wie es weitergeht. Im vorliegenden Fall erfolgt dieses kleine Frusterlebnis allerdings nach einem über weite Strecken souverän geschriebenen Roman.

Unabhängig von den kleinen Schwächen und vom durchs Lektorat gerutschten Fehler gleich zu Beginn, das mit dem Nobelpreis für Literatur Autoren für ihr Werk und nicht einzelne Bücher ausgezeichnet werden, liest sich „Ath´Krala - das Seuchengezücht des Molochs“ sehr kurzweilig. Das Titelbild ist Programm. Wie im ersten Band der Serie gelingt es Montillon, Dan Shockers Schöpfung behutsam ohne krasse Brüche fortzuführen und nicht radikal zu modernisieren. Die Hauptfiguren sind überzeugend entwickelt. Zwischen Anna Huber und Björn Hellmark beginnt sich nicht zuletzt aufgrund der telepathischen Verknüpfung durch die Frucht des Baumes eine gewisse Chemie zu entwickeln. Ranie und Danielle lockern das gruselige dunkle Geschehen mit einer Reihe pointierter ironischer Bemerkungen immer wieder an den richtigen Stellen auf. Montillon opfert die geradlinige Handlung - trotz unterschiedlicher plottechnischer Ebenen - nicht zu Gunsten einer Parodie und zieht sein Konzept trotz einer auf den ersten Blick antiquierten Bedrohung zielstrebig durch. Vor allem die „Fantasy“- Ebene mit der bizarren Welt Itaron gehört zu den absoluten Stärken des vorliegenden Romans. Sie wirkt wie aus einem surrealistischen Alptraum und der Leser ist neugierig, welchen Gestalten und Gefahren Hellmark und Anna Huber auf den nächsten Seiten begegnen. Eine gelungene Arbeit auf dem gleichen Niveau wie der erste Band der Serie und eine der momentan stärksten Serien im reichhaltigen Programm des Zaubermond- Verlages.

Christian Montillon: "Dan Shocker´s Macabros Band 2 "
Roman, Hardcover, 252 Seiten
Zaubermond- Verlag 2008

Weitere Bücher von Christian Montillon:
 - Dan Shockers Macabros 5: Rha-Ta-N'mys Totenstadt
 - Dan Shocker´s Macabros 1: Der Leichenorden von Itaron
 - Dan Shocker´s Macabros 6 - Xantilon: Totenzug der weißen Priester
 - Das Mord Medium
 - Das rote Imperium 2: Requiem für Druufon
 - Der Weg zur Quelle
 - Die acht Namenlosen - Lepso Trilogie Band 2
 - Macabros 4 – Die Verfluchten von Trutzmorodor
 - Macabros 7- Der Dämonenschwarm des Tausendfältigen
 - Perry Rhodan 2501 - Die Frequenz-Monarchie
 - Perry Rhodan 2502 - Im Museumsraumer
 - Perry Rhodan Action 12 - Die Robotgarde
 - Perry Rhodan Action 19 - Die gläsernen Kinder
 - Perry Rhodan Action 2 - Sturm der Kriegsandroiden
 - Perry Rhodan Action 24 - Kristallschmerz
 - Perry Rhodan Neo 10 - Im Licht der Wega
 - Perry Rhodan Neo 10: Im Licht der Wega
 - Perry Rhodan Neo 16 - Finale für Ferrol
 - Perry Rhodan Neo 16: Finale für Ferrol
 - Perry Rhodan Neo 2 - Utopie Terrania
 - Perry Rhodan Neo 23 - Zuflucht Atlantis
 - Perry Rhodan Neo 23- Zuflucht Atlantis
 - Perry Rhodan Neo 2: Utopie Terrania
 - Perry Rhodan Neo 37- Die Stardust Verschwörung
 - PR Neo 30- Hort der Weisen
 - Professor Zamorra 40: Die Blutweihe
 - Tefroder 1- Das genetische Siegel
 - Todesflüsse

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