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Horror (diverse)



Christian Montillon

Dan Shocker´s Macabros 1:
Der Leichenorden von Itaron

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Macabros“ unter der Regie Christian Montillon – er schreibt die Romane unter dem Grasmück Pseudonym Dan Shocker – führt der Zaubermond- Verlag eine der populärsten Horror/ Fantasy- Serien der siebziger und achtziger Jahre nach 25jähriger Unterbrechung in einem neuen Gewand fort. Jürgen Grasmück hat kurz vor seinem Tod im August 2007 noch an dem Konzept für die Hardcoverneuauflage mitgearbeitet. „Macabros“ erschien in den Jahre 1973 bis 1983 mit insgesamt 125 Heften im Zauberkreis- Verlag. Aus gesundheitlichen Gründen musste Jürgen Grasmück die Serie beenden. Seitdem erlebte sie mehrere Neuauflagen. Ende der siebziger Jahre sind die ersten 45 Hefte neu aufgelegt worden, in den frühen achtziger Jahre als die Originalserie noch lief die ersten 98. Im Jahre 2000 hat der Blitz- Verlag jeweils zwei Hefte zusammengefasst und veröffentlicht sie als limitierte Paperbacks. Im fünfzigsten Band traf Macabros Held Björn Hellmark auf Larry Brent, Dan Shockers anderen populären Helden mit einer langlaufenden eigenständigen Saga.

Mit Christian Montillon hat der Zauberkreis- Verlag im Grunde den idealen Autoren für eine Fortsetzung der Serie gefunden. Montillon fühlt sich im Heftromanuniversum sehr wohl und hat seine auch stilistische Wandlungsfähigkeit bei der Mitarbeit an so unterschiedlichen Serien wie „Perry Rhodan“ und „Professor Zamorra“ bewiesen. Auch wenn er in Interviews mehrmals betont hat, dass er den typischen Dan Shocker Stil nicht imitieren, sondern seine eigene schriftstellerische Persönlichkeit in die Serie einfließen lassen möchte, ist es ihm gelungen, das Flair dieser in Ehren ergrauten Serie zu erhalten. Stilistisch bemüht er sich erfolgreich, Dan Shockers prägnante Schreibart zu treffen, aber nicht zu imitieren. Mit seinem ersten Roman führt Montillon Shockers Linie sehr konsequent fort, nutzt als Antagonisten bekannte Figuren aus der Serie und versucht vor allem einen gleitenden Überhang zum 125. Abenteuer herzustellen. Wer sich im Björn Hellmark Universum nicht auskennt, wird einige Hinweise insbesondere im ersten der beiden Teilromane finden, aber Montillon macht es überdeutlich, dieses Buch ist in erster Linie für Shockers sehr treue und seit vielen Jahren auf eine Fortsetzung wartende Fangemeinde geschrieben worden.

Die Vorgeschichte des Rennfahres Björn Hellmarkt, der zu Beginn der Heftromanreihe bei einem Autounfall verunglückt und dann wieder aufersteht, um die Stimme Al Nafuur zu hören, wird nicht mehr expliziert dargestellt. Björn Hellmark ist der Auserwählte, Nachfahre der Könige von Xantilon, die vor langer Zeit wie Atlantis untergegangen ist. Wie Tony Ballard oder Professor Zamorra muss Hellmark ab sofort gegen das Böse in mannigfaltiger Gestalt kämpfen. Ihn unterscheidet allerdings eine Art Doppelgänger aus Bioplasma, den er mittels Gedankenkraft erzeugen kann. Dieser Doppelgänger wird Macabros genannt. Christian Montillon nimmt in seinem vorliegenden Roman unmittelbar Bezug auf das letzte 125. Macabros Abenteuer, in welchem augenscheinlich, aber nicht für immer die mächtige Gegenspielerin, die Dämonengöttin Rha-Ta-N´my ausgeschaltet worden ist. Auch wenn zwischen diesem letzten Abenteuer und der neuen Serie im Hardcover fünfundzwanzig Jahre vergangen sind, setzt die Handlung nur wenige Monate nach dem Abschluss der Zauberkreis- Reihe ein. Der Leser erfährt deutlich vor Hellmark, dass die Dämonengöttin nicht vernichtet worden ist. Ein besessener Maler in einem Schloss beginnt ein vor vielen Jahren untergegangenes Wunschschloss mit jedem neuen Bild immer plastischer zu malen. Dabei heuert er aus opfertechnischen Gründen bildschöne Nacktmodelle an, welche er schließlich seiner neuen Herrin opfert. Hellmark hält sich in der Zwischenzeit mit einer brasilianischen Schönheit auf der Insel Xantillon auf. Aber der Zauber der Insel scheint zu schwinden, ein untrügliches Zeichen, das das Böse wieder seine Aktivitäten aufnimmt. Inzwischen locken die Schlossbilder Nachfahren der Xantilianer aus aller Welt an, die wie die Motten zum Licht getrieben werden. Die Bilder transferieren die Opfer in die Dimension Itaron, eine Art Zwischenhöhle, in die mit wachen Verstand niemand möchte. Bei der Beschreibung Itarons gelingen Christian Montillon einige atmosphärisch dichte, fast surrealistische Szenen, welche den etwas statischen und teilweise vorhersehbaren Anfang im Schloss des verrückten und entrückten Malers ausgleichen. Hellmarks Partner Al Nafurr hat inzwischen festgestellt, dass Itaron die Welt des Augenblicks ist und deswegen die Zeit vor der Ausschaltung der Dämonengöttin einfach stehen geblieben ist. Eine relativ einfache, aber überzeugende Erläuterung, mit der Christian Montillon die von Dan Shocker festgelegten Prämissen nicht verletzt, sondern geschickt erweitert.

Im Vergleich zu anderen Weiterführungen wie „Tony Ballard“ aus dem Zaubermond- Verlag behält Christian Montillon die einzigartige Mischung aus klassischen Horrorelementen wie Dämonengöttinnen, lebenden Toten bzw. Skeletten, einem verrückten Künstler auf Mädchenjagd, einem unheimlichen Schloss sowie Fantasy- Ideen wie die Zwischenwelt Itaron bei. Sehr geschickt zieht er seine Leser in die Handlung hinein, agiert auf den beiden Handlungsebenen - Hellmark in seinem Paradies, der Künstler vor seiner Staffelei - sehr unterschiedlich und hält damit den Spannungsbogen hoch. Auch wirkt der Roman sehr konzentriert und kompakt geschrieben. Es ist eine nette Idee, das mit ungefähr 256 Seiten typische Zaubermondhardcover in zwei Teile aufzuteilen. Beide erhalten wie beim Heftroman typisch eine Vorsatzseite mit einigen wenigen einleitenden Worten und einer entsprechenden Zeichnung. Montillon bemüht sich, seine Handlung zum Ende des ersten „Heftromans“ im Quasidoppelband auf einen vorläufigen Höhepunkt zu treiben und so das Macabros/ Dan Shocker Gefühl zu verstärken, ohne den Plot durch Spielereien zu schwächen. Der erste Teil wirkt handlungstechnisch deutlich stärker, während der zweite Teil durch eine intensive Atmosphäre und im Showdown einige gelungene Ideen überzeugen kann. Am Ende des ersten Hardcovers öffnet für Hellmark/ Macabros die Tür zu einer neuen Quest, im folgenden Band wird er in ein gefährliches neues „Reich“ eintreten. Montillon beendet den ersten Handlungsstrang für den Leser befriedigend, legt aber ausreichend neue Spuren, um für den Folgeband zu werben. Die Charaktere sind im Vergleich zu einigen anderen Heftromanserien teilweise mit einem Augenzwinkern gezeichnet. Insbesondere bei den potentiellen weiblichen Opfern läßt der Autor kein typisches Klischee - hübsch, aber dumm oder typische verwöhnte Ehefrau eines reichen und großzügigen Mannes - aus und teilweise hat der Leser den Eindruck, als spiele Christian Montillon nicht in böser Absicht mit einigen Gesetzmäßigkeiten der unzähligen Horrorheftromanveröffentlichungen der siebziger und achtziger Jahre. Auch wenn Hellmark einige typische Züge eines Machos trägt, überspannt der Autor diese Figur nicht, der Leser kann seinen Erkundigungen nicht nur auf Augenhöhe folgen, teilweise ist er insbesondere zu Beginn des Buches dem Helden ein kleines Stück voraus. Dann entwickelt der Roman seine innere Spannung weniger aus dem warum, sondern aus der Tatsache, wie der Held die einzelnen Informationen zu einem Ganzen zusammensetzt. Montillon lässt Hellmark eine Reihe seiner aus den bisherigen Heftromanen bekannten Utensilien und Hilfsmitteln einsetzen, zu Beginn hat der Leser das Gefühl, als nähme er im positiven Sinne an einem Streifzug durch die Höhepunkte der bisherigen Serie teil. Dabei agiert der Autor nicht belehrend, sondern setzt die einzelnen Waffen und Hilfsmittel sehr stil sicher und sehr direkt ein. So können sich auch Neuleser trotz einiger Wissenslücken - hier wäre wie zum Beispiel bei „Coco Zamis“ eine kurze Zusammenfassung der ursprünglichen Heftromanserie hilfreich - relativ schnell orientieren.

Ungewöhnlich ist nicht nur die Zweiteilung mit Zwischentitel, bei den Titelbildern ist der Zaubermond- Verlag einen anderen Weg gegangen. Der Zeichner viele „Larry Brent“ und „Macabros“ sowie anderer unzähliger Heftromanserien R.S. Lonati ist schon 1990 gestorben. Um seiner so markanten optischen Mitarbeit an den „Macabros“ Bänden Achtung zu zollen hat Günther Nawrath Segmente verschiedener Titelbilder mittels Collagetechnik zu neuen Illustrationen zusammengefügt. Der erste Band der „Macabros“ Reihe ist für Fans sicherlich ein faszinierendes Lesevergnügen, ein geradliniges Abenteuer, in welchem sie viele Elemente liebevoll für die Gegenwart aktualisiert wieder finden. Christian Montillon hat die Figuren mit sehr viel Respekt behandelt und einen nicht zu komplizierten, sehr stringenten Auftaktroman geschrieben, dessen Ende eine gewisse Erwartungshaltung an die folgenden Bände weckt. Das äußere und innere Erscheinungsbild ist liebevoll gestaltet worden. Ob sich ausreichend „Macabros“ Fans finden, um die Serie in diesem aufwendigen Hardcoverformat am Leben erhalten, wird sich zeigen, nach „Der Leichenorden von Itaron“ wäre es der Reihe und dem mutigen Autoren - es ist sicherlich nicht leicht, in die Fußstapfen eines derartig beliebten und vielseitigen Autoren zu steigen - Christian Montillon zu gönnen.

Christian Montillon: "Dan Shocker´s Macabros 1: Der Leichenorden von Itaron"
Roman, Hardcover, 256 Seiten
Zaubermond- Verlag 2008

Weitere Bücher von Christian Montillon:
 - Dan Shockers Macabros 5: Rha-Ta-N'mys Totenstadt
 - Dan Shocker´s Macabros 6 - Xantilon: Totenzug der weißen Priester
 - Dan Shocker´s Macabros Band 2
 - Das Mord Medium
 - Das rote Imperium 2: Requiem für Druufon
 - Der Weg zur Quelle
 - Die acht Namenlosen - Lepso Trilogie Band 2
 - Macabros 4 – Die Verfluchten von Trutzmorodor
 - Macabros 7- Der Dämonenschwarm des Tausendfältigen
 - Perry Rhodan 2501 - Die Frequenz-Monarchie
 - Perry Rhodan 2502 - Im Museumsraumer
 - Perry Rhodan Action 12 - Die Robotgarde
 - Perry Rhodan Action 19 - Die gläsernen Kinder
 - Perry Rhodan Action 2 - Sturm der Kriegsandroiden
 - Perry Rhodan Action 24 - Kristallschmerz
 - Perry Rhodan Neo 10 - Im Licht der Wega
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 - Perry Rhodan Neo 16 - Finale für Ferrol
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 - Perry Rhodan Neo 2 - Utopie Terrania
 - Perry Rhodan Neo 23 - Zuflucht Atlantis
 - Perry Rhodan Neo 23- Zuflucht Atlantis
 - Perry Rhodan Neo 2: Utopie Terrania
 - Perry Rhodan Neo 37- Die Stardust Verschwörung
 - PR Neo 30- Hort der Weisen
 - Professor Zamorra 40: Die Blutweihe
 - Tefroder 1- Das genetische Siegel
 - Todesflüsse

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